Supercup-Sieg: Borussia ist gerüstet!

Mit einem 2:0-Sieg über den Deutschen Meister und Erzrivalen Bayern München errang Borussia Dortmund zum fünften Mal den deutschen Supercup. Mkhitaryan und Aubameyang erzielten im ausverkauften Dortmunder Westfalenstadion die Treffer zum hochverdienten Sieg. Der BVB ist damit Rekordsieger in diesem in Deutschland eher stiefmütterlich behandelten Wettbewerb. Bedeutungsvoller als der errungene Titel dürfte für die Westfalen aber ohnehin der erlangte Prestigegewinn im Direktvergleich mit dem ewigen Rivalen von der Isar sein.

Nur drei Tage nach dem völlig verkorksten Auftritt an der legendären Anfield-Road, in dem Borussia dem englischen Vizemeister FC Liverpool klar und deutlich mit 0:4 unterlag, zeigte die Elf von Trainer Jürgen Klopp ihren Fans im ersten Pflichtspiel der neuen Saison ein ganz anderes Gesicht.

Jubel nach Mikis 1:0 (Foto: kicker)

Beide Teams mußten auf einige ihrer namhaftesten Akteure verzichten. Beim BVB fehlten neben den beiden Weltmeistern Hummels und Weidenfeller mit Gündogan, Reus, Sahin und Blaszykowski vier weitere potentielle Stammkräfte. Dazu saßen mit Großkreutz und Durm zwei Weltmeister bedingt durch ihren verspäteten Trainingseinstieg zunächst auf der Bank.

Bei den Gästen aus München fehlten im Gegenzug so namhafte Protagonisten wie Robben, Ribery, Thiago und Schweinsteiger. Der vom BVB zu den Bayern gewechselte Superstar Robert Lewandowski betrat seine ehemalige Wirkungsstätte erstmals nicht im schwarzgelben Trikot der Borussia.

ANALYSE

Jürgen Klopp beantwortete die Frage nach dem möglicherweise im BVB-Spiel entstandenen Lewandowski- Vakuum mit einem Systemwechsel. Borussias Coach ordnete seine Manschaft in einem ungewohnten 4-4-2-System mit Raute und zwei Sturmspitzen an. Ihrem typischen Spielstil, basierend auf Balleroberung und schnellem Umschaltspiel, blieben die Borussen dabei jedoch nach wie vor treu.

Dominierten die Bayern die Anfangsphase noch mit ihrem gewohnten und auf Ballsicherheit ausgerichteten Kurzpass-Spiel, fand der BVB mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie. Schon vor dem Seitenwechsel übernahm Dortmund die Initiative und kam zu der ein oder anderen guten Tormöglichkeit.

Jubel des Spidermans nach dem 2:0 (Foto: kicker)
Im zweiten Durchgang erspielte sich der BVB gar eine Torschuß-Statistik von 22:4 (!!). Besonders auffällig dabei der in jeder Hinsicht stark verbesserte Aubameyang, den Klopp als zweite Sturmspitze neben den italienischen Neuzugang Ciro Immobile positionierte. Letzterem fehlte zunächst trotz aller Bemühungen noch die Bindung zu seinen Mitspielern, später deutete der Millionen-Einkauf jedoch einige Male seine Klasse an.

 

Auch defensiv hinterließ der BVB einen zum jetzigen Zeitpunkt der Saison überraschend gefestigten Eindruck. Der griechische Nationalverteidiger Sokratis entpuppte sich dabei als überragender Akteur der Dortmunder Viererkette. Das direkte Duell mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Lewandowski gewann „Papa“ klar und deutlich. „Lewy“ hatte bei seiner Rückkehr ins Westfalenstadion lediglich eine einzige nennenswerte Aktion, als er freistehend am glänzend reagierenden Langerak scheiterte.

Zweikampf Immobile/Alaba (Foto: kicker)

Mit der Hereinnahme von Erik Durm für Marcel Schmelzer zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Jürgen Klopp deutlich, dass die Position des linken Außenverteidigers in Bezug auf den Saisonstart die am meisten umkämpfte im Dortmunder Kader sein könnte. Momentan scheint „Platzhirsch“ Schmelzer aufgrund der komplett absolvierten Vobereitung leicht die Nase vor Weltmeister und Herausforderer Durm zu haben.

Positiv auch der Auftritt von Henrikh Mkhitaryan. Der Armenier sprühte nur so vor Spiel- und Einsatzfreude. Daß „Miki“ ein super Fußballer ist, stand schon in seinem ersten BVB-Jahr außerhalb jeder Diskussion. Gelingt es dem Mittelfeld-Akteur jetzt noch, diese Leistung konstant abzurufen, könnte Mkhitaryan zu einem der Top-Stars der neuen Saison werden.

Dieses Prädikat wird sich Oliver Kirch wahrscheinlich nicht mehr verdienen können. Aber der 31jährige Spätstarter überzeugte nach einer für seine Verhältnisse bärenstarken Rückrunde auch im ersten Pflichtspiel der neuen Saison. Allein mit der Startelf-Nominierung unterstrich Jürgen Klopp Kirchs extrem gestiegenen Stellenwert im Edel-Kader des BVB.

MEINUNG/KOMMENTAR

Der Sieg im Supercup-Finale beweist, daß mit Borussia Dortmund in der neuen Saison zu rechnen sein wird. Allerdings sollte der Erfolg gegen die Bayern dabei ebenso wenig überbewertet werden, wie die einige Tage zuvor erlittene 0:4-Klatsche in Liverpool.

 

Das Spiel gegen den Erzrivalen unterstrich jedoch die sowohl in Qualität als auch Quantität gestiegene Breite des Dortmunder Kaders. Wie bereits an anderer Stelle dieses Blogs ausführlich analysiert (siehe Artikel „Kader der unbegrenzten Möglichkeiten“), bietet das Aufgebot des BVB eine Vielzahl an personellen und taktischen Variationsmöglichkeiten.

Beruhigend wirkt sich dabei vor allem die gewonnene Erkenntnis aus, daß Borussia auch ohne ihren abgewanderten Superstar Robert Lewandowski durchaus in der Lage ist, attraktiven und erfolgreichen Offensiv-Fußball zu spielen. Daß dabei noch nicht alles Gold ist, was glänzt, liegt in der Natur der Sache.

Denn vor allem die externen Neuzugänge benötigen Geduld. Für sie gilt es zunächst, sich nicht nur an die sportlichen Abläufe auf dem grünen Rasen, sondern auch an das für sie ungewohnte und spezielle Umfeld des BVB zu gewöhnen.

Auch die internen Neuzugänge in Person der nach und nach zurückkehrenden Rekonvaleszenten wie Gündogan, Blaszykowski und Subotic benötigen Zeit, um durch individuelle und zielgerichtete Trainingsumfänge zu alter Klasse zurückzufinden.

Gelingt es Jürgen Klopp dann noch, seine verspätet und erst nach und nach ins Training eingestiegenen Weltmeister relativ zügig in ihren gewohnten Rhythmus zu bringen, steht einer erfolgreichen Saison des BVB nichts mehr im Wege.

Selbst ein dermaßen beispielloses Verletzungspech wie das der vergangenen Saison dürfte den BVB diesmal nicht bis ins Mark erschüttern. Zum Ende der vergangenen Hinrunde verspielte Borussia alle Chancen auf die Meisterschaft, als Jürgen Klopp auf die reihenweise ausfallenden Leistungsträger nicht mit entsprechend gleichwertigen Alternativen reagieren konnte.

Mit dem jetzigen Kader ist Borussia Dortmund definitiv in der Lage, bis zum Ende der Saison auf allen drei Hochzeiten gleichmäßig erfolgreich und attraktiv zu tanzen.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen.  NUR  DER  BVB  !!

Die PK nach dem Spiel mit Klopp und Guardiola (präsentiert von SportLiveDortmund):

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Sokratis, Ginter, Schmelzer (46. Durm) – Kehl – Kirch (84. Bender), Mkhitaryan – Hofmann – Aubameyang (63. Ramos), Immobile

FC Bayern München: Neuer – Boateng, Martinez (31. Dante), Alaba – Hojberg (59. Götze), Gaudino, Rode, Bernat – Müller (46. Lahm), Lewandowski, Shaqiri

Tore: 1:0 Mkhitaryan (23.), 2:0 Aubameyang (62., Piszczek)

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

Gelbe Karten: – Hojberg, Boateng, Lahm

Zuschauer: 80.667 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir haben ein ganz, ganz tolles Spiel gemacht für die Phase, in der wir uns befinden. Wir sind ganz bestimmt nicht der unverdiente Gewinner und jetzt Rekordsupercupgewinner. Es ging für uns auch darum, auf das zu reagieren, was in Liverpool war. Das hat uns nicht gefallen. Denn es war das krasse Gegenteil von dem, wie wir Fußball spielen wollen. Heute konnte ich unseren Fußball wiedererkennen.

Wir haben Raute gespielt und Hoffi auf der Zehn. So wie Bayern spielt, bedeutet dies, dass die beiden Spitzen sehr breit verteidigen müssen. Und der Zehner muss rausrücken, um Druck ausüben zu können. Das haben die Jungs gut gemacht, sehr gut gemacht.

Wir waren gegen den Ball extrem griffig, haben hoch und mutig verteidigt. Wir sind konzentriert und konsequent geblieben, haben unsere Möglichkeiten gehabt nach tollen Balleroberungen. Das erste Tor haben wir erzwungen und das zweite toll herausgespielt und vollendet. Das größte Problem in Spielen gegen Bayern München ist, sie nicht zu Torchancen kommen zu lassen. Das ist uns über einen langen Zeitraum gelungen, weil wir das sehr, sehr kompakt verteidigt haben. Damit bin ich total zufrieden.

Oli Kirch hat einen Schlag auf den Spann abbekommen. Dort ist ein kleiner Riss. Marcel Schmelzer hat Adduktorenprobleme. Das kann eng werden für Stuttgart. Sokratis läuft auch nicht rund.“

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (2,5), Sokratis (1), Ginter (3), Schmelzer (3), Kehl (3), Kirch (2,5), Mkhitaryan (2,5), Hofmann (3), Aubameyang (2), Immobile (3), Durm (3), Ramos (-), Bender (-).

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Alle Testspiele in der Statistik

Die heiße Phase der Vorbereitung ist beendet. Heute abend geht es für Borussia Dortmund um den ersten offiziellen Titel der neuen Saison. Gegen den Erzrivalen und Deutschen Meister Bayern München will der BVB den im Vorjahr errungenen Supercup im ausverkauften Westfalenstadion verteidigen. Als kleinen Service für alle schwattgelben Fans haben wir nachfolgend alle Vorbereitungsspiele der Borussia nochmal statistisch aufgearbeitet.


15.07.2014

Hessen Kassel – BVB 1:4

BVB: Alomerovic (46. Bonmann) – Piszczek (46. Bender), Hornschuh, Nyarko, Schmelzer (46. Dudziak) – Kehl (46. Kirch) – Jordanov, Jojic (46. Mkhitaryan), Gyau, Harder – Aubameyang (46. Hofmann)

Tore: 1:0 Lemke (38.), 1:1 Jordanov (63.), 1:2 Mkhitaryan (66.), 1:3 Harder (71.), 1:4 Kirch (77.)

Zuschauer: etwa 17.000

19.07.2014

FC Heidenheim – BVB 3:4

BVB: Alomerovic – Piszczek (46. Narey), Hornschuh, Nyarko (74. Subotic), Schmelzer (46. Bandowski) – Kirch (46. Bender), Kehl (46. Jojic) – Gyau, Harder, Jordanov (46. Mkhitaryan) – Aubameyang (46. Hofmann)

Tore: 0:1 Aubameyang (21.), 1:1 Niederlechner (24.), 2:1 Leipertz (38.), 2:2 Mkhitaryan (54.), 3:2 Mayer (66.), 3:3 Mkhitaryan (71.), 3:4 Gyau (86.)

Zuschauer: 9.000

22.07.2014

VfL Osnabrück – BVB 1:1

BVB 1. Halbzeit: Bonmann – Piszczek, Subotic, Stankovic, Schmelzer – Kirch, Bender – Hofmann, Ji, Gyau – Aubameyang

BVB 2. Halbzeit: Alomerovic – Narey, Hornschuh, Zimmermann, Bandowski – Kehl – Jordanov, Jojic, Mkhitaryan, Harder – Immobile

Tore: 1:0 Feldhahn (34., Foulelfmeter), 1:1 Mkhitaryan (65.)

Zuschauer: 13.000

27.07.2014

Rot-Weiß Essen – BVB 1:5

BVB: Bonmann (46. Langerak) – Piszczek (48. Knystock), Subotic (78. Maruoka), Zimmermann, Schmelzer (68. Güll) – Sahin (46. Kehl), Kirch (46. Bender) – Hofmann (73. Amini), Mkhitaryan (46. Jojic) Aubameyang (46. Ji), Immobile (46. Derstroff)

Tore: 0:1 Aubameyang (8.), 0:2 Aubameyang (10.), 0:3 Subotic (22.), 0:4 Mkhitaryan (25.), 0:5 Immobile (30.), 1:5 Soukou (40.)

Zuschauer: 17.000

01.08.2014

BVB – Chievo Verona 1:0 (in Altach, AUT)

BVB 1. Halbzeit: Langerak – Piszczek, Subotic, Zimmermann, Schmelzer – Maruoka, Kehl, Amini, Hofmann – Ramos, Immobile

BVB 2. Halbzeit: Bonmann – Knystock, Sokratis, Zimmermann, Güll – Bender – Jojic, Kirch – Maruoka, Ji, Aubameyang

Tor: 1:0 Aubameyang (73.)

Zuschauer: 7.156 in Altach (AUT)

03.08.2014

FC Rapperswil – BVB 0:10

BVB 1. Halbzeit: Langerak – Knystock, Subotic, Ginter, Schmelzer – Kirch – Jojic, Mkhitaryan – Ji – Aubameyang, Ramos

BVB 2. Halbzeit: Bonmann – Knystock, Sokratis, Sarr, Güll – Kehl, Bender – Maruoka, Amini, Hofmann – Immobile

Tore: 0:1 Aubameyang (2.), 0:2 Aubameyang (15.), 0:3 Ji (16.), 0:4 Mkhitaryan (26.), 0:5 Ji (37.), 0:6 Ramos (39.), 0:7 Maruoka (52.), 0:8 Immobile (56.), 0:9 Hofmann (75., Foulelfmeter), 0:10 Immobile (89.)

Zuschauer: 2.800 (ausverkauft)

06.08.2014

Slask Breslau – BVB 0:3

 BVB: Langerak – Piszczek (81. Knystock), Subotic (70. Sarr), Sokratis (46. Ginter), Schmelzer (77. Güll) – Mkhitaryan (60. Maruoka), Kehl (46. Jojic), Kirch (81. Amini), Hofmann (88. Blaszczykowski) – Aubameyang (46. Ramos), Immobile (46. Ji)

Tore: Mkhitaryan (10.), 0:2 Immobile (20.), 0:3 Ramos (82.)

Zuschauer: 34.000

10.08.2014

FC Liverpool – BVB 4:0

BVB: Langerak – Piszczek (58. Großkreutz), Sokratis (81. Sarr), Ginter, Schmelzer (81. Knystock) – Kehl (46. Bender) – Aubameyang (71. Bandowski), Jojic (76. Amini), Kirch (46. Hofmann), Mkhitaryan (63. Ji) – Ramos (46. Immobile)

Tore: 1:0 Sturridge (10.), 2:0 Lovren (14.), 3:0 Coutinho (48.), 4:0 Henderson (61.)

Zuschauer: 46.000 (ausverkauft)

Die Pressekonferenz zum Supercup-Spiel gegen Bayern München (präsentiert von SportLiveDortmund)

Soooo….nun lasst die Saison beginnen – her mit dem ersten Titel!!!

Nur der BVB!!

Lewy´s Ziele: Kanone und Pokal

Die Verabschiedung durch die Fans fiel emotionaler aus als erwartet. Jürgen Klopp bedankte sich tief bewegt in der Pressekonferenz nach dem Hoffenheim-Spiel bei allen, die daran mitgewirkt und somit ihren Dank und ihren Respekt gegenüber dem scheidenden Robert Lewandowski in großartiger Art und Weise zum Ausdruck gebracht hatten.

Ein sichtlich berührter Lewandowski nach seinem letzten Heimspiel

Der im Sommer zum Erzrivalen Bayern München wechselnde polnische Torjäger  zeigte sich von den von tosendem Applaus begleiteten Standing Ovations und Sprechchören der schwattgelben Fan-Gemeinde nach dem Schlußpfiff durchaus bewegt und beeindruckt. Allein vor der gigantischen Südtribüne des Westfalenstadions stehend applaudierte Lewy respektvoll zurück und verneigte sich vor den Fans der Borussia. „Was heute im Stadion passiert ist, ist einfach unglaublich. Der Applaus der Menschen war der Wahnsinn“, ließ ein sichtlich gerührter Lewandowski die sich nach seiner Gefühlswelt erkundigenden Medienvertreter wissen.

In der Tat kann man die Huldigungen als höchste Wertschätzung der schwattgelben Fan-Gemeinde vor Lewandowskis Verdiensten und Leistungen für ihren BVB werten. Eine innige Liebe wie zu früheren Publikumslieblingen wie Chapuisat oder Dede gab es zwischen Fans und dem eher introvertierten Lewandowski allerdings nie – es war eher eine auf gegenseitigem Respekt  basierende vierjährige Beziehung.

Im Gegensatz zu Mario Götze, der den BVB im vergangenen Sommer ebenfalls Richtung München verlassen hatte, nimmt der Großteil der Dortmunder Anhängerschaft dem Polen seinen Wechsel nicht wirklich übel. Vom ehemals heiß geliebten Götze fühlten sich die Borussen-Fans dagegen berechtigterweise regelrecht hinters Licht geführt und im Stich gelassen. Schließlich hatte der Jungstar kurz vor Bekanntmachung des Wechsels noch alle wissen lassen, wie sehr sein Herz an Dortmund und dem BVB hänge.

Solche Treueschwüre und Versprechungen gab es von Lewandowski nie. Zwar wurde sein Wechsel-Poker vor dieser Saison vom Dortmunder Umfeld mit großer Enttäuschung registriert und kommentiert. Doch anders als Götze spielte der Pole immer mit offenen Karten und machte aus seinen Wechselabsichten nie einen Hehl. Zudem wiederlegte Lewy im Laufe der Saison eindrucksvoll all diejenigen, die ihm von vornherein unterstellten, er werde in seinem letzten BVB-Jahr nicht mehr sein volles Leistungspotential abrufen, weil gedanklich längst in München.

Der emotionale Abschied vom eigenen Publikum jedenfalls wird Lewandowski nochmal zusätzlich beflügeln. Schließlich verfolgt der in seiner Dortmunder Zeit zum Weltklasse-Stürmer gereifte polnische Nationalspieler in den ausstehenden beiden Spielen im schwattgelben Trikot noch zwei große Ziele. Ausgerechnet die Bundeshauptstadt Berlin könnte dabei für Lewy die Bühne für einen großen BVB-Saison-Showdown werden.

Im letzten Bundesliga-Spiel der laufenden Saison bei Hertha BSC greift Lewandowski nach der Torjäger-Kanone und liefert sich dabei ein Fernduell mit Bayerns Mario Mandzukic. Beide Stürmer haben 18 Treffer auf ihrem Konto.

Eine Woche später folgt mit dem DFB-Pokalfinale gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber Bayern München dann der absolute Saison-Höhepunkt. Sollte ausgerechnet Lewandowski in diesem Finale ein entscheidender Treffer gelingen, wäre das nicht nur die absolute Krönung seiner mit zwei Meisterschaften und dann zwei Pokalsiegen dekorierten vierjährigen Zeit bei Borussia Dortmund. Es käme einem Unsterblichkeits-Status des Polen in den Herzen der BVB-Fans gleich.

3:2 – BVB bleibt in der Erfolgsspur

Im letzten Heimspiel dieser Bundesliga-Saison gelang Borussia Dortmund vor 80.200 Zuschauern im einmal mehr ausverkauften Westfalenstadion ein 3:2-Sieg über die TSG Hoffenheim. Das Duell mit der Gisdol-Elf war zugleich die Abschiedsvorstellung von Robert Lewandowski vor den eigenen Fans. Zwar blieb Lewy ein eigener Treffer verwehrt, doch sorgten Borussias Verantwortliche und vor allem die BVB-Fans für einen gleichermaßen emotionalen wie würdigen Abschied des polnischen Torjägers. Zweimal noch wird einer der erfolgreichsten Stürmer der BVB-Historie das schwattgelbe Trikot tragen – letztmals am 17. Mai im Berliner Pokalfinale gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber Bayern München.


Mit seinem 1:1 brach Großkreutz den Bann. Links Jojic (Foto: kicker)

PERSONAL

Der wiedergenesene Marcel Schmelzer feierte nach sechswöchiger Verletzungspause sein Comeback und kam für den grippeerkrankten Oliver Kirch ins Team. Weil Schmelle seine angestammte Position als Linksverteidiger einnahm, rutschte Klopps Allrounder Kevin Großkreutz vor auf die linke offensive Außenbahn, während Milos Jojic als zweiter Sechser neben Nuri Sahin agierte.

SPIELVERLAUF

Hoffenheim begann erwartet frech, offensiv und ohne großen Respekt. Da sich Dortmunds Defensive in den ersten Minuten vogelwild und unkonzentriert präsentierte, kamen die Gäste zwangsläufig zu ersten guten Torchancen. Eine davon nutzte Firmino in der 5. Minute zur Führung für die TSG. Der Brasilianer verwertete dabei Rudys starke Vorarbeit, nachdem dieser Schmelzer und Hummels regelrecht düpiert hatte. Beinahe hätte die Gisdol-Elf die allgemeine Verunsicherung in Borussias Defensive nur zwei Minuten später zum 0:2 genutzt – doch Hummels klärte einen Volland-Schuß auf der Torlinie.

Danach fing sich der BVB jedoch und fand immer besser ins Spiel. Lewandowski und Reus bot sich in der 10. und 12. Minute die Chance zum Ausgleich. Im Anschluß brachten beide Teams mehr Ruhe in ihr Spiel und vor allem in ihre Defensiv-Reihen. So endeten die beiderseits mit hohem Tempo vorgetragenen Offensivaktionen meistens am gegnerischen Strafraum. In der 29. Minute gelang Borussia aus der zunehmenden optischen Überlegenheit der folgerichtige Ausgleich. Ein Zuspiel von Jojic schlenzte Großkreutz von halblinks gefühlvoll und platziert ins lange Eck des von Grahl gehüteten Gästetores.

Offizielle Verabschiedung: Lewandowski und Zorc (Foto: kicker)

Das 1:1 leitete eine fünfminütige Vollgas-Phase der Hausherren ein. In der 31. Minute das 2:1 für den BVB durch Mkhitaryan, der eine maßgenaue Reus-Flanke per Flugkopfball ins Netz wuchtete. Und nur drei Minuten später gar das 3:1 für die nun wie entfesselt aufspielenden Gastgeber. Einen Reus-Freistoß wehrten die Hoffenheimer zu unkontrolliert ab. Der freistehende Piszczek nahm die Einladung an und schlenzte das Leder per Außenrist in den rechten Torwinkel. Innerhalb weniger Minuten hatte der BVB die Partie gedreht.

Nach dem Wechsel schienen beide Teams den Schwung der ersten 45 Minuten in der Kabine gelassen zu haben. Die Partie verflachte mit fortschreitender Spieldauer. Zwar war Dortmund um weitere Abschlußmöglichkeiten bemüht (Lewandowski, Reus), doch zwingende Gefahr für die Gäste verursachte Borussia dadurch nicht. Lediglich zwei Fernschüße von Großkreutz in der 59. und 60. Minute brachten die TSG nochmal in Bedrängnis.

Die Partie plätscherte nun fast ereignislos dahin – bis ausgerechnet Roman „Mr. Zuverlässig“ Weidenfeller in der 62. Minute nochmal für ein klein wenig Spannung sorgte. Einen Fernschuß von Süle ließ Borussias Nationalkeeper zum Anschlußtreffer der Gäste durch die Beine rutschen. Das wars dann allerdings auch schon, denn in der Folgezeit kamen beide Teams nicht mehr zu wirklich zwingenden Torchancen. Einziger Höhepunkt war schließlich noch die Auswechslung von Lewandowski kurz vor Spielende. Der Pole wurde bei seinem letzten Heimspiel für den BVB von den Fans mit Standing-Ovations und Sprechchören würdig verabschiedet.

Rassiger Zweikampf Großkreutz / Johnson (Foto: kicker)

ANALYSE

Eine allzu kritische Analyse verbietet sich für dieses letzte BVB-Heimspiel der laufenden Saison. Zum einen hatten die Schwattgelben bereits vor dem Anpfiff ihr Bundesliga-Saisonziel erreicht. Zum anderen lag der Fokus dieses letzten Saisonauftritts vor eigenem Publikum auf der Person Robert Lewandowski.

Der Pole absolvierte sein letztes Spiel als Borusse im Westfalenstadion und stand bereits vor Spielbeginn im Rahmen seiner offiziellen Verabschiedung logischerweise im Mittelpunkt des Interesses. Seine letzten 90 Minuten als Borusse im Westfalenstadion absolvierte der Torjäger, wie man es von ihm gewohnt ist. Lewy war sowohl Anspielstation als auch Vorbereiter, war Prellbock und Vorlagengeber – aber ein eigener Treffer wollte dem in Dortmund zum Weltklassespieler gereiften Polen partout nicht gelingen. Gelegentlich wirkte Lewandowski ungewohnt eigensinnig. In einigen Situationen wurde regelrecht spürbar, daß er sich unbedingt (verständlicherweise) mit einem Treffer vom Dortmunder Publikum verabschieden wollte.

Nach anfänglichem Tohuwabohu im Defensivverhalten bot die Borussia ihren Fans insgesamt ein recht kurzweiliges und im ersten Durchgang teilweise hochklassiges Spiel. Gelegentliche Unkonzentriertheiten beider Teams (Höhepunkt Weidenfellers Lapsus beim 3:2) waren eindeutig der Tatsache geschuldet, daß sowohl für den BVB als auch für die Gäste nicht mehr so furchtbar viel auf dem Spiel stand.

Erwähnenswert das Comeback von Marcel Schmelzer. Der Nationalverteidiger hatte seinen Faserriß auskuriert und mit der Startelf-Nominierung seine sechswöchige Wettkampf-Abstinenz beendet. Die lange Pause war Schmelle durchaus anzumerken, was jedoch niemanden wirklich verwundern konnte.

Kevin Großkreutz zeigte sich einmal mehr von seiner besten Seite. Borussias Allzweckwaffe entpuppte sich mit zunehmender Spieldauer als diesmal stärkste Dortmunder Offensivkraft. Großkreutz war an fast allen gefährlichen Aktionen seiner Mannschaft beteiligt und krönte seinen starken Auftritt mit seinem ersten Tor in dieser Bundesliga-Saison.

Ein eigener Treffer gelang Marco Reus diesmal zwar nicht. Dennoch war der Nationalspieler einmal mehr ein absoluter Aktivposten des Dortmunder Spiels und erneut an zwei Toren seiner Mannschaft als Vorbereiter direkt beteiligt.

Starker Auftritt: Sokratis gegen Firmino (Foto: kicker)

Aus meiner Sicht ein wenig unverständlich und auch enttäuschend, daß Manuel Friedrich ein letzter Einsatz vor heimischem Publikum verwehrt blieb. Zwar wurde der Routinier (wie Lewandowski) vor dem Spiel offiziell verabschiedet. Doch wird es wohl Jürgen Klopps Geheimnis bleiben, warum er seinem langjährigen Weggefährten in dessen letztem Westfalenstadion-Einsatz nicht wenigstens ein paar Einsatz-Minuten gönnte und  ihn damit um den verdienten Szenen-Applaus brachte.

Abschließend bleibt festzuhalten, daß die Schwattgelben ihre schon während der Saison mehrfach nachgewiesene großartige Mentalität und Charakterstärke auch gegen Hoffenheim unter Beweis stellten. Die Lust am Spiel und der Wille zum Sieg war der Klopp-Elf auch in diesem sportlich relativ bedeutungslosen Duell mit den Kraichgauern jederzeit anzumerken – und fand seine Krönung zwischen der 29. und 34. Minute, als die Mannschaft den frühen Rückstand in einen vorentscheidenden 3:1-Vorsprung drehte. Durch den letztlich verdienten 3:2-Sieg bleibt Borussia Dortmund in der Erfolgsspur der letzten Wochen.

Die Pressekonferenz mit Jürgen Klopp nach dem Spiel gegen Hoffenheim (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Jojic, Sahin – Mkhitaryan, Reus, Großkreutz – Lewandowski

TSG Hoffenheim: Grahl – Johnson, Abraham, Süle, Beck – Elyounoussi, Strobl, Polanski, Rudy – Roberto Firmino, Volland

Einwechselungen: 76. Aubameyang für Reus, 81. Hofmann für Mkhitaryan, 90.+1 Schieber für Lewandowski – 54. Salihovic fürElyounoussi, 61. Gyau für Polanski, 85. Nazario für Strobl

Tore: 0:1 Roberto Firmino (5., Rudy), 1:1 Großkreutz (29., Jojic), 2:1 Mkhitaryan (31., Reus), 3:1 Piszczek (34., Freistoß Reus), 3:2 Süle (66.)

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)

Gelbe Karte: – Polanski

Zuschauer: 80.200 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Zweitletzter Spieltag, Abschiedszeremonien – der undankbarste Gegner, den man zu einem solchen Zeitpunkt in der Saison kriegen kann, ist Hoffenheim. Die lassen sich von einer Atmosphäre, wie wir sie haben, inspirieren, sind schnell, haben einen guten Plan und Lust auf Fußball. Alles, was einem da an Konzentration fehlt, musst du durch Laufen ausgleichen. So kam diese Anfangsphase zustande. Wir hatten Aktien am Gegentor und an der Großchance, da waren wir noch nicht richtig da. Danach waren wir geweckt und im Spiel, haben tollen Fußball gespielt. Die erste Halbzeit war sehr spektakulär, das hat den Leuten, denke ich, richtig Spaß gemacht. Dafür, dass der Druck weg war, war das heute herausragend gut und Werbung für den Fußball.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (4), Piszczek (3), Sokratis (2), Hummels (3), Schmelzer (3,5), Sahin (4), Jojic (3,5), Mkhitaryan (3), Reus (2,5), Großkreutz (2), Lewandowski (3,5), Hofmann (-), Aubameyang (-), Schieber (-).

Lewy und Friedrich sagen „Goodbye“

Rein tabellarisch hat das letzte Heimspiel der Saison für Borussia Dortmund keinerlei Bedeutung mehr. Die Vizemeisterschaft ist wasserdicht, die direkte Champions-League-Qualifikation sowieso. Aber dennoch wird sich am Samstag Nachmittag gegen die TSG Hoffenheim ein Hauch von Wehmut über dem einmal mehr ausverkauften Westfalenstadion breitmachen. Denn für zwei Borussen ist es definitiv das letzte Heimspiel im Dress des BVB.


Letztmals für den BVB im Westfalenstadion: Robert Lewandowski

Ob Manuel Friedrich gegen die Gisdol-Elf zur Startformation zählen wird, ist ungewiss. Sicher dürfte aber sein, daß Jürgen Klopp seinem langjährigen Weggefährten aus gemeinsamen Mainzer Tagen definitiv Einsatzzeit gönnen und dem Ex-Nationalspieler so seinen verdient würdevollen Abschied vom Dortmunder Publikum feiern lassen wird. Der seinerzeit vertragslose Friedrich wurde in einer Nacht- und Nebelaktion zum Ende der Vorrunde verpflichtet, als den Borussen die komplette Innenverteidigung ausfiel. Nach anfänglichen Schwierigkeiten steigerte sich der Routinier und konnte in seinen Rückrunden-Einsätzen durchaus überzeugen.

Noch emotionaler als für Friedrich dürfte allerdings der Abschied für Robert Lewandowski werden. Obwohl der polnische Mittelstürmer aufgrund seiner Introvertiertheit nie zum echten Publikumsliebling wurde, sind und bleiben seine sportlichen Verdienste für die Borussia unbestritten. Der 2010 als nahezu unbeschriebenes Blatt von Lech Posen zum BVB gewechselte Lewandowski reifte nach einem ersten relativ durchwachsenen Jahr unter der Führung von Jürgen Klopp zu einem absoluten Weltklasse-Stürmer. Mit den Schwattgelben errang „Lewy“ zweimal die  Deutsche Meisterschaft sowie je einmal den DFB-Pokal und den DFB-Supercup. Zudem ballerte der Pole die Borussia mit zehn Toren ins Champions-League-Finale 2013. Zweifellos hat Borussia Lewandowski einiges zu verdanken – allerdings gilt das auch andersrum. Ohne die Weitsicht und Geduld eines Jürgen Klopp wäre die sportliche Klasse des Polen vielleicht nie erkannt und dermaßen offensichtlich geworden.

Beiden scheidenden Akteuren steht jedoch die Krönung ihrer Dortmunder Zeit mit einem erfolgreichen  DFB-Pokalfinale am 17. Mai in Berlin möglicherweise erst noch bevor.

Die Wege trennen sich: Klopp und Friedrich

Gegen den „Angstgegner“ aus dem Kraichgau wird Jürgen Klopp nur auf einen „Mini-Kader“ zurückgreifen können. Zwar steht Marcel Schmelzer erstmals seit sechs Wochen wieder zur Verfügung. Dafür fehlen jedoch neben Subotic, Gündogan, Blaszczykowski, Bender, Kehl und Sarr mit Erik Durm und Oliver Kirch zwei Spieler, die zuletzt mit starker Form zu den Leistungsträgern der Borussia zählten.

Auf Spieler aus der U23 wird Klopp diesmal ganz bewußt verzichten, da sich Borussias „Unterbau“ im Abstiegskampf der dritten Liga befindet.

Rein statistisch gilt es für die Schwattgelben, die negative Gesamtbilanz gegen die wenig geliebten Hoffenheimer auszugleichen. In elf Duellen mit der TSG gelangen dem BVB lediglich drei Siege bei vier Remis und vier Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 14:15. Daheim ist die Bilanz mit einem Sieg und einer Niederlage bei drei Remis ausgeglichen. In schlechter Erinnerung bleibt vor allem das letzte Spiel der vergangenen Saison, als sich Hoffenheim mit einem 2:1-Sieg in Dortmund in letzter Sekunde in die Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten rettete und doch noch den lange nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt realisierte.

Die Pressekonferenz mit Jürgen Klopp zum Spiel gegen Hoffenheim (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp: 

Die Borussia bietet ihren Fans beim letzten Saison-Heimspiel eine Gala mit einem 4:1-Sieg.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Hummels, Großkreutz – Sahin – Aubameyang, Jojic, Reus, Mkhitaryan – Lewandowski.

1899: Grahl – Johnson, Abraham, Süle, Beck – Rudy, Polanski – Volland, Hertling, Salihovic – Firmino.

4:2 – Furioser BVB nicht zu stoppen

Borussia Dortmund hat sein Saisonziel in der Bundesliga erreicht. Am Nachmittag besiegte der BVB den FSV Mainz 05 mit 4:2 und machte damit die direkte Champions-League-Qualifikation perfekt. 80.500 Zuschauer im ausverkauften Westfalenstadion erlebten ein Offensivspektakel und einen offenen Schlagabtausch allererster Güte. Von Müdigkeit oder Erschöpfungszuständen zum Abschluß der fünften englischen Woche in Folge war bei den Schwattgelben nichts zu spüren. Milos Jojic, Robert Lewandowski, Lukasz Piszczek und Marco Reus erzielten die Treffer zum hochverdienten und furios herausgespielten Dortmunder Sieg gegen aufopferungsvoll kämpfende, letztlich aber chancenlose Mainzer.


Borussias 1:0 durch Jojics abgefälschten Schuß. (Foto: kicker)

PERSONAL

Jürgen Klopp änderte die siegreiche Mannschaft aus dem Pokalfight gegen Wolfsburg auf drei Positionen. Weidenfeller und Kehl fehlten leicht angeschlagen, Großkreutz bekam eine längst verdiente schöpferische Pause. Langerak, Kirch und Jojic rückten statt ihrer in die Startformation, die Klopp im altbewährten 4-2-3-1-System ausrichtete.

SPIELVERLAUF

Borussia begann wie die Feuerwehr. Mit schnellen Kombinationen schien der BVB die Gäste überrennen zu wollen. Bereits in der 3. Minute bewahrte der Pfosten die Mainzer nach einem Reus-Freistoß vor einem frühen Rückstand. Zwar versuchte die Tuchel-Elf mit recht harter Gangart die Borussen am Spielaufbau zu hindern, doch die wie entfesselt auftretenden Schwattgelben kamen in der 8. Minute zum 1:0. Einen Schuß von Jojic fälschte Kirch mit einem unabsichtlichen Handspiel unhaltbar für Karius ab. Auch danach Dortmund nicht zu stoppen. Mit teilweise furiosen Ballstafetten kam der BVB immer wieder zu gefährlichen Aktionen vor dem Gästetor. Mkhitaryans Schuß in der 12. Minute wurde von Noveski knapp neben das Tor abgefälscht. Mainz nur sporadisch mit Offensivaktionen, von denen eine in der 14. Minute jedoch zum überraschenden Ausgleich führte. Okazakis Schuß fälschte Hummels unerreichbar für Langerak ins eigene Tor ab.

Dortmund schüttelte sich kurz und spielte danach weiter groß auf. Einen Traumpaß von Sahin auf den rechts durchstartenden Mkhitaryan legte dieser quer zu Lewandowski. Der polnische Torjäger umkurvte Karius und schob mit seinem 18.Saisontor zum 2:1 für den BVB ein (18.). Mit hohem Tempo ging es bis zur Halbzeit weiter. Lewandowski und Reus (22. und 24.) scheiterten bei weiteren Gelegenheiten für Dortmund, Choupo-Moting (25.) und Malli (35.) taten es ihnen für Mainz gleich.

Kollektiver Jubel über Piszczeks 3:2 (Foto:Kicker)

Nach dem Wechsel wollte Dortmund die schnelle Entscheidung und startete ein regelrechtes Powerplay. Reus (48.) und Lewandowski (52.) scheiterten jedoch an Karius. Effektiver zeigten sich die Gäste. Okazaki erlief einen katastrophalen Sahin-Rückpaß und schob ihn am verdutzten Langerak vorbei zum 2:2 ins Tor der Borussia. Doch wie schon nach dem 1:1 ließ die Antwort der Schwattgelben auch diesmal nicht lange auf sich warten. Einen Freistoß von Marco Reus veredelte Lukasz Piszczek zur erneuten Dortmunder Führung. Mit dem Rücken zum Tor stehend beförderte der polnische Rechtsverteidiger das Leder ins Mainzer Gehäuse.

Die Gäste hatten dem nun folgenden Sturmlauf des BVB kaum noch etwas entgegenzusetzen. Zweimal scheiterte Lewandowski an Karius (63., 64.), bevor Okazaki einen Hummels-Kopfball von der Torlinie kratzte (67.). Mainz kam kaum noch zum Luftholen und geriet in puncto Torschüsse bis zur 75. Minute mit 7:21 (!!) in Rückstand. Das 4:2 lag mehr als in der Luft und in der 79. Minute war es dann endlich soweit. Nach einem Traumzuspiel von Reus umkurvte Lewandowski den starken Karius. Seinen strammen Schuß aus spitzem Winkel konnte Bungert nur per Handspiel stoppen und sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte der überragende Reus mit seinem 15. Saisontor zum 4:2 für den BVB. Der Wiederstand der Gäste war nun endgültig gebrochen und Dortmund kam in Überzahl durch den eingewechselten Aubameyang noch zu zwei hochkarätigen Chancen (86., 87.), die dieser jedoch ungenutzt ließ. Am Ende stand ein hochverdienter 4:2-Sieg einer spektakulär aufspielenden Borussia.

ANALYSE

Die Frage muß erlaubt sein: Woher nimmt der BVB diese Energie und Kraft? Trotz andauernder personeller Nackenschläge und zuletzt zwölf Spielen innerhalb von 36 Tagen präsentiert sich Borussia zum Saisonende in Gala-Form. Körperlich und mental befindet sich diese Mannschaft momentan auf absolutem Top-Niveau und spielt hochkarätige Gegner wie Madrid, Bayern München, Wolfsburg und auch die zuvor stark auftrumpfenden Mainzer in Grund und Boden.

Lewandowskis 2:1 für Borussia (Foto: kicker)

Der Schlüssel schlechthin zu dieser bemerkenswerten Verfassung der Dortmunder Mannschaft heißt Jürgen Klopp. Wen immer der Coach derzeit aufstellt und mit welchem System er seine Elf auch ausstattet – Klopp trifft mit seinen Entscheidungen permanent ins Schwarze. Zudem muß der von zahlreichen europäischen Top-Klubs umworbene Erfolgstrainer des BVB auch in puncto Training und Trainingssteuerung einiges richtig machen und gemacht haben. Denn statt, wie er selbst beteuert, auf der letzten Felge zu laufen, präsentiert sich sein ausgedünnter Kader zum Ende einer schwierigen Saison mental und physisch auf allerhöchstem Niveau.

Allen voran Marco Reus. Der Nationalspieler war nie so stark wie momentan. Reus ist der absolute Schlüsselspieler in der Offensive und hat in dem glänzend aufgelegten Mkhitaryan und dem nimmermüden Alleskönner Lewandowski zwei kongeniale Partner. Wenn diese drei aufs Gaspedal drücken, sind sie momentan kaum aufzuhalten.

Natürlich profitieren alle drei auch von Mats Hummels, der nach etlichen Verletzungsunterbechungen endlich zu absoluter körperlicher Fitness gefunden hat und sich mittlerweile in konstant starker Form präsentiert. Der Nationalverteidiger stopft Löcher, gewinnt Zweikämpfe, dirigiert lautstark, zeigt Präsenz und kurbelt die eigene Offensive mit großer Kreativität an. Hummels ist der uneingeschränkte Kopf, das Hirn der aktuellen Mannschaft.

Schlußpunkt: Reus´ Elfmeter zum 4:2 (Foto: kicker)

Dazu präsentieren sich Akteure aus der „zweiten Reihe“ wie Winter-Neuzugang Milos Jojic und Oliver Kirch als vollwertiger Ersatz für die etablierten, aber verletzten Langzeitausfälle. Besonders der junge Serbe beweist von Spiel zu Spiel deutlicher, daß er einen echten Faustpfand für die Zukunft der Schwattgelben darstellt. Klopp und Zorc scheinen in Jojic einmal mehr einen absoluten Rohdiamanten entdeckt zu haben. Routinier Kirch hingegen empfiehlt sich durch konstant starke Leistungen für eine scheinbar kurz bevorstehende Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags.

Zum absoluten Shooting-Star im Kader der Borussia könnte Erik Durm werden. Der für den verletzten Marcel Schmelzer ins kalte Wasser gewordene Jungspund hat über die gesamte Saison gesehen einen dermaßen starken und konstanten Eindruck als Linksverteidiger hinterlassen, daß ihn Lothar Matthäus jüngst als ernsthafte Option für Jogi Löws WM-Kader ins Gespräch brachte.

Beeindruckt von seinem Team: Jürgen Klopp (Foto: kicker)

Glückwunsch jedoch an die komplette Mannschaft und den Trainerstab zur vorzeitigen direkten Qualifikation für die neue Champions-League-Saison, die mit dem heutigen Sieg gegen Mainz perfekt gemacht wurde. Der Mannschaft bleiben nun erstmal sechs Tage Zeit zum Durchschnaufen, bevor es am 32. Spieltag zu Bayer Leverkusen geht. Dort will Borussia dringend erneut punkten, denn bis zum Abpfiff der Saison wollen die Schwattgelben unbedingt den zweiten Platz vor ihrem Revier-Nachbarn aus der verbotenen Stadt verteidigen.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, daß Borussia die derzeitige Form bis zum Pokalfinale am 17. Mai in Berlin konservieren kann. Dann steht einem erneuten Gewinn des DFB-Pokals gegen den Erzrivalen Bayern München nichts mehr im Wege.

Die Pressekonferenz mit Jürgen Klopp (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Sahin, Kirch – Jojic, Reus, Mkhitaryan – Lewandowski

1. FSV Mainz 05: Karius – Pospech, Bungert, Noveski, Junior Diaz – Geis – Bell, Malli, Moritz, Choupo-Moting – Okazaki

Einwechselungen: 80. Großkreutz für Mkhitaryan, 81. Hofmann für Jojic, 84. Aubameyang für Reus – 46. Saller und Parker für Bell und Moritz, 75. Koo für Malli

Tore: 1:0 Jojic (6.), 1:1 Okazaki (14., Junior Diaz), 2:1 Lewandowski (18., Mkhitaryan), 2:2 Okazaki (53.), 3:2 Piszczek (56., Freistoß Kirch), 4:2 Reus (79., Handelfmeter, Lewandowski)

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Rote Karte: 78. Bungert (Handspiel)

Gelbe Karten: Jojic – Okazaki

Zuschauer: 80.500 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Das war herausragend gut, was meine Truppe gemacht hat. Nichts war selbstverständlich heute. Zu allem, was zusammenkommen kann, hat heute auch noch die Sonne geschienen. Das ist für Fußballer nicht so toll. Dennoch hat meine Mannschaft den inneren Schweinhund ein für allemal besiegt. Sie ist aggressiv angelaufen, hat ein hohes Tempo gespielt. Das erleichtert mich total. Es war stark; dazu tolle Tore. Es hätte sogar das eine oder andere mehr sein können. Dennoch war das Spiel lange Zeit eng. Noch neun Punkte aus den letzten drei Spielen, und alles ist gut.“

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (3), Piszczek (3), Sokratis (2,5), Hummels (2,5), Durm (3), Sahin (3), Kirch (2,5), Jojic (2,5), Reus (1), Mkhitaryan (2), Lewandowski (2,5), Großkreutz (-), Hofmann (-), Aubameyang (-).

2:0 – BVB fährt nach Berlin!

Borussia Dortmund steht im Finale des DFB-Pokals. Die Treffer von Mkhitaryan und Lewandowski ebneten dem BVB beim 2:0-Sieg gegen einen starken VfL Wolfsburg den Weg nach Berlin. Vor 80.200 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion hatten die Schwattgelben an diesem Abend das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite, denn die Gäste aus Niedersachsen vergaben eine Vielzahl erstklassiger Torchancen. Dortmunds Final-Gegner wird am Mittwoch Abend zwischen Bayern München und dem 1.FC Kaiserslautern ermittelt. Für Borussia gab es doppelten Grund zur Freude. Denn im Vorfeld der Partie verlängerte Ilkay Gündogan seinen Vertrag beim BVB um ein Jahr bis 2016.

100 Tore für Borussia: Robert Lewandowski (Foto: kicker)

PERSONAL

Gegenüber dem überragenden 3:0-Sieg bei Bayern München stellte Jürgen Klopp seine Mannschaft auf drei Positionen um. Für Sahin, Aubameyang und Hofmann rotierten Jojic, Lewandowski und Piszczek in die Startelf. Taktisch richtete Klopp seine Elf erwartungsgemäß im zuletzt erfolgreichen 4-1-4-1-System mit nur einem „Sechser“ aus.

SPIELVERLAUF

Das Spiel begann erwartungsgemäß mit viel Tempo und Intensität. Wolfsburg versteckte sich nicht und nahm den offenen Schlagabtausch sofort an. Es entwickelte sich ein Spiel ohne taktisches Geplänkel mit Torchancen hüben wie drüben. Perisics Treffer in der 3.Minute wurde zurecht die Anerkennung verweigert. Der Kroate hatte seinen Ex-Teamkollegen Weidenfeller im Fünf-Meter-Raum klar behindert. In der 12. Minute die Führung für Dortmund. Mkhitaryan nahm einen Reus-Paß auf und zog vom rechten Strafraumeck unwiderstehlich nach innen. Sein platzierter Flachschuß landete unerreichbar für VfL-Keeper Grün in dessen unterem rechten Toreck. Danach fand der offene Schlagabtausch zweier spielfreudiger Teams seine Fortsetzung. Luiz Gustavo (18.) für Wolfsburg und Reus (17.)  für Dortmund scheiterten. Wolfsburg drängte nun immer vehementer auf den Ausgleich. In der 21.Minute scheiterte de Bruyne an Weidenfeller, anschließend vergab Olic (22.).

Erneut überragender Borusse: Mkhitaryan (Foto: kicker)

Dortmund dagegen agierte offensiv zwar gefällig, spielte seine schnellen Konter aber oft nicht entschlossen genug oder zu unkonzentriert aus. Die Gäste ihrerseits nutzten die teilweise zu große Sorglosigkeit der BVB-Defensive zu weiteren hochkarätigen Chancen. Malandas Kopfball klatschte in der 42. Minute an den Pfosten, den Nachschuß vergab de Bruyne. Im Gegenzug schlug Borussia dann eiskalt zu. Jojic steckte für den rechts freigelaufenen Reus durch. Dessen Zuspiel versenkte Lewandowski mit seinem 100. BVB-Pflichtspieltor zum vorentscheidenden 2:0 für die Schwattgelben.

Im zweiten Abschnitt überließ der BVB den Gästen die Initiative und verlegte sich aufs Kontern. Das Vorhaben ging zunächst auch auf. Großkreutz und Lewandowski (47.), erneut Lewandowski mit Pfostenschuß (49.) und Abseitstor (54.) verpaßten in dieser Phase die endgültige Entscheidung zugunsten der Borussia. Das Spiel katapultierte sich auf ein immens hohes Niveau, denn auch Wolfsburg kam immer wieder zu großen Möglichkeiten (Olic 56., zweimal Malanda 74. und 80.).

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Zu diesem Zeitpunkt beschränkte sich Dortmund bereits fast ausschließlich auf das Verteidigen des Zwei-Tore-Vorsprungs und lauerte auf gelegentliche Konter. Die Gelegenheiten dazu waren auch da, doch wurde dabei der Kräfteverschleiß der zurückliegenden englischen Wochen beim BVB immer offensichtlicher. Den Schlußpunkt unter Wolfsburgs Bemühungen, auf 1:2 zu verkürzen, setzte Luiz Gustavo mit seinem Pfostenschuß in der 82. Minute. Danach brachte Dortmund den Sieg mit Fortune und Geschick über die Zeit und zog zwar glücklich, aber nicht unverdient ins Berliner Pokalfinale ein.

Eiskalt: Lewandowskis 2:0 (Foto: kicker)

ANALYSE

Glückwunsch, Borussia. Mit einer erneuten Energie- und Willensleistung und dem nötigen Fortune zog der BVB (ohne jeden Gegentreffer) zum sechsten Mal ins DFB-Pokalfinale ein und wahrte somit die letzte Chance auf einen Titel in der aktuellen Saison. Die Tore des ersten Durchgangs erwiesen sich als extrem wertvoll, weil den Borussen die nunmehr fünf englischen Wochen in Folge mit zunehmender Spieldauer immer deutlicher anzumerken waren. Kompliment an die Gäste aus der VW-Stadt. Die Hecking-Elf imponierte mit einer couragierten und starken Leistung und scheiterte lediglich am fast inflationären Auslassen ihrer hochkarätigen Torchancen.

Beim BVB bildete eine geschlossene Mannschaftsleistung auch gegen Wolfsburg die Basis für den späteren Sieg. Wie schon gegen Madrid und in München profitierte das schwattgelbe Gesamtgebilde dabei von der individuellen Klasse einzelner Akteure.

Zweikampf Hummels / Olic (Foto: kicker)

So zog Henrikh Mkhitaryan erneut nahezu sämtliche Register seines riesigen Potentials. Der Armenier läuft momentan zu absoluter Top-Form auf und war mit seinem Führugnstor erneut der „Dosenöffner“ für Dortmunds Sieg. Wenn „Miki'“ den Turbo zündet, ist er mit fairen Mitteln kaum zu bremsen. Zudem gelingt es ihm immer häufiger, den richtigen Abspielmoment zu finden.

Mats Hummels entpuppte sich erneut nicht nur als Turm in der Defensive (85 % gewonnene Zweikämpfe) sondern schaltete sich immer wieder auch wirkungsvoll und blitzgescheit ins Angriffsspiel seiner Mannschaft ein. Der Innenverteidiger ist in absoluter Top-Form.

Milos Jojic findet sich immer besser ins Spiel des BVB ein und bestätigte gegen die „Wölfe“ seine tolle Form. Der junge Serbe fand in beeindruckender Art und Weise erneut die richtige Mischung aus blitzschnellem Umschaltspiel und ruhigem Spielaufbau und ist auf dem besten Wege, ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Schwattgelben zu werden.

Marco Reus war erneut an beiden Treffern maßgeblich beteiligt. Zwar lief sich der Nationalspieler einige Male in der Wolfsburger Abwehr fest, sorgte aber auch genauso oft für extreme Unruhe in der Defensive der Gäste.

Finalstimmung schon vorm Spiel: die Südtribüne

Last but not least – Robert Lewandowski. Der scheidende Torjäger beweist Spiel für Spiel nicht nur seine Wichtigkeit für das Team sondern auch, daß er gewillt ist, der Borussia zum Abschied mit seinen Treffern zu einem weiteren Titel zu verhelfen. Das vorentscheidende 2:0 gegen die Wölfe war Lewys 100. Pflichtspieltreffer für den BVB.

Durch das Hervorheben der obigen Protagonisten soll die Leistung aller anderen schwattgelben Akteure an diesem Abend nicht abgewertet oder kleingeredet werden. Sie alle trugen durch ihre Leistungen zu einem erneut starken Gesamtauftritt des Teams bei.

Am Samstag nun kann der BVB eines seiner Saisonziele perfekt machen. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen Mainz 05 wäre Borussia auch rechnerisch nicht mehr von einem direkten CL-Qualifikationsplatz zu verdrängen.

Abschließend ein weiterer Glückwunsch an den BVB, denn Ilkay Gündogan verlängerte im Vorfeld des Halbfinals gegen die „Wölfe“ seinen Vertrag bei den Schwattgelben bis 2016. Von dieser Vollzugsmeldung profitieren beide Seiten. Der Spieler hat eine weitere Saison Zeit, fit zu werden und zu alter Form zurückzufinden. Der Verein wiederum kann nur gewinnen. Denn im Falle eines Gündogan-Wechsels im Sommer 2015 ginge Borussia durch die verlängerte Laufzeit des Arbeitspapiers zumindest nicht leer aus und könnte für den Nationalspieler eine entsprechende Ablösesumme generieren.

Die PK mit Jürgen Klopp nach dem Spiel gegen die „Wölfe“ (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller  – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Kehl – Mkhitaryan, Jojic, Reus, Großkreutz – Lewandowski

VfL Wolfsburg: Grün – Träsch, Naldo, Knoche, Schäfer – Luiz Gustavo, Junior Malanda – de Bruyne, Arnold, Perisic – Olic

Einwechselungen: 72. Kirch für Mkhitaryan, 85. Aubameyang, 90.+3 Schieber für Reus – 63. Vieririnha für Arnold, 83. Caligiuri für Malanda

Tore: 1:0 Mkhitaryan (12., Reus), 2:0 Lewandowski (43., Reus).

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Gelbe Karten: Kehl, Aubameyang – Luiz Gustavo

Zuschauer: 80.200 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir haben den Finaleinzug geschafft, alles ist gut. Bei der Qualität, die Wolfsburg hat, ist es normal, dass es knapp wird. Die Jungs gehen jetzt fünf Mal hintereinander in den Rhythmus Samstag-Dienstag. Heute hat es zum ersten Mal eingeschlagen. Sie gehen auf der Felge. Wolfsburg ist immer drangeblieben, und wir haben unsere Konterchancen aufgrund von fehlender Frische eher durchschnittlich ausgespielt.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2,5), Piszczek (3,5), Sokratis (3), Hummels (2), Durm (3), Kehl (3), Mkhitaryan (1,5), Jojic (2,5), Reus (2,5), Großkreutz (3,5), Lewandowski (3), Kirch (-), Aubameyang (-), Schieber (-).