4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

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„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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WM-Aus für Marco Reus

Es ist der traurige Höhepunkt einer echten Dortmunder Seuchen-Saison. Kurz vorm Abflug der Nationalmannschaft nach Brasilien verletzte sich Marco Reus beim 6:1-Testspielsieg gegen Armenien und fällt damit für die WM aus. Die DFB-Ärzte diagnostizierten beim BVB-Star einen Teilriss des Syndesmosebandes. Reus wird ca. sechs bis sieben Wochen ausfallen. Für den Dortmunder nominierte Bundestrainer Löw Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua nach.

Bitteres WM-Aus kurz vorm Abflug: Marco Reus (Foto: kicker)

Borussia Dortmund und die Nationalmannschaft – irgendwie lastet ein kleiner „Fluch“ auf dieser Beziehung. Denn mit Marco Reus fällt bereits der dritte für die WM fest eingeplante BVB-Spieler verletzt aus. Zuvor hatte es bereits Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer erwischt.

Gündogan bestritt seit seiner Auswechslung wegen Rückenproblemen beim Länderspiel gegen Paraguay im vergangenen September kein Fußball-Spiel mehr und arbeitet seitdem intensiv an seinem Comeback. Zwar versuchte Dortmunds Taktgeber einige Male, wieder am Trainingsbetrieb des BVB teilzunehmen. Doch mußte der Mittelfeldspieler immer wieder herbe und bittere Rückschläge hinnehmen. Wann – und ob überhaupt – der Dortmunder Weltklassemann sein Comeback feiern kann, steht nach wie vor in den Sternen.

WM-Aus: Gündogan

Vereinskamerad Schmelzer nahm am WM-Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol teil, konnte dort aber aufgrund seiner Verletzung so gut wie gar nicht trainieren und fiel schließlich dem Rotstift des Bundestrainers zum Opfer. Für „Schmelle“ war das WM-Aus besonders bitter, gehörte der Linksverteidiger doch seit der Euro 2012 zu Löws festem Stammpersonal.

Nun also Marco Reus. Die Offensiv-Rakete von Borussia Dortmund zählte zu den großen Hoffnungsträgern der deutschen Mannschaft. Experten trauten dem blonden Borussen zu, einer der großen Stars dieser WM zu werden. Dies hat sich jedoch seit gestern Abend auf bitterste Art und Weise erledigt.

BVB bei „96“ unter Druck

Drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions-League steht Borussia Dortmund beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96 vor einer hohen Bundesliga-Hürde. Trotz der immer prekärer anmutenden Personalsituation wollen (und müssen) die Schwattgelben bei den heimstarken „96ern“ um jeden Preis punkten – möglichst dreifach. Denn nur drei Tage später steht mit dem Revierschlager gegen Schalke 04 bereits der nächste Kracher ins Haus.

Fällt vier Wochen aus: Marcel Schmelzer

„Jürgen Klopp kann aus dem Vollen schöpfen!“ So würde meine Traumschlagzeile für den Vorbericht eines BVB-Pflichtspiels lauten. Daraus wird jedoch – zumindest in dieser Saison – nichts mehr. Im Gegenteil. Vom ersten Spieltag an zieht sich eine ebenso rätselhaft wie dramatisch anmutende Verletzungsmisere wie ein roter Faden durch die komplette Saison. Besonders eklatant daran, daß sich fast jede Verletzung meistens als so schwerwiegend herausstellt, daß der betroffene Spieler nicht für ein oder zwei Spiele, sondern eher wochen- oder gar monatelang ausfällt. Auch vorm richtungsweisenden Spiel bei Hannover 96 hat sich die Lage im BVB-Lazarett nicht entspannt, sondern verschärft.

Zu den ohnehin für diese Saison nicht oder nur noch minimal einsatzfähigen Akteuren wie Subotic, Blaszczykowski, Gündogan und Bender gesellte sich im CL-Spiel gegen Zenit St. Petersburg mit Marcel Schmelzer der nächste Leistungsträger und Nationalspieler. „Schmelle“ wird dem BVB mindestens vier Wochen (und somit möglicherweise in zehn Spielen) fehlen. Und auch hinter dem Einsatz von Marco Reus, der seit Wochen über muskuläre Probleme klagt, steht vor dem Gastspiel in der niedersächsischen Landeshauptstadt nach wie vor ein Fragezeichen.

Die Anfangsformation, die Jürgen Klopp bei den Niedersachsen aufs Feld schicken wird, ergibt sich somit quasi von allein. In der Viererkette wird Erik Durm Schmelzers Platz einnehmen. Der U21-Nationalspieler hat im bisherigen Saisonverlauf bewiesen, daß er eine gleichwertige Alternative zum verletzten Nationalspieler darstellt. In der offensiven Dreier-Reihe dürfte der seit Wochen chronisch unter seinen Möglichkeiten agierende Aubameyang weiterhin die rechte Position besetzen. Mkhitaryan kehrt nach abgesessener Gelbsperre ins Team zurück, links bleibt Kevin Großkreutz erste Wahl. Sollte Reus zur Verfügung stehen, müßte Aubameyang auf die Bank. „Uns Kevin“ würde dann für den Gabuner auf die rechte Seite wechseln.

Einsatz noch fraglich: Marco Reus

Hannovers Coach Tayfun Korkut muß gegen den BVB auf den gelbgesperrten Andreasen ebenso verzichten, wie auf die beiden verletzten Stürmer Diouf und Sobiech. Besonderes Augenmerk werden die Borussen auf Leonardo Bittencourt werfen. Der 20jährige wechselte zu Saisonbeginn vom BVB nach Niedersachsen und sorgt im Dress der Hannoveraner für Furore. Bereits jetzt gilt es als sehr wahrscheinlich, daß der BVB 2015 von der vertraglich fixierten Rückkaufsoption Gebrauch machen und „Leo“ zurück ins Revier holen wird.

Da Borussia Dortmund unbedingt als Tabellen-Zweiter ins Derby gegen „die Blauen“ gehen will, ist ein Sieg bei „96“ eigentlich Pflicht. Denn die Nachbarn aus der „verbotenen Stadt“ rangieren nur ein Pünktchen hinter den Schwattgelben und werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen „Heim-Dreier“ gegen Schlußlicht Eintracht Braunschweig verbuchen.

Das Hinspiel im Westfalenstadion gewann der BVB durch ein Elfmeter-Tor von Marco Reus hauchdünn mit 1:0. Kein Schwattgelber hätte etwas dagegen, wenn die Borussia dieses Ergebnis wiederholen könnte. Jedenfalls sind die Duelle mit Hannover 96 Spiele mit eingebauter Tor-Garantie. In sämtlichen 45 bisherigen Bundesliga-Duellen gab es nie ein 0:0. Die Bilanz im Niedersachsen-Stadion ist fast ausgeglichen. Der BVB siegte bisher achtmal, siebenmal gab es ein Remis, siebenmal behielt „96“ die Oberhand.

Die PK mit Jürgen Klopp zum Spiel in Hannover (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp: Borussia Dortmund gewinnt mit 3:2.

Die möglichen Aufstellungen:

H96: Zieler – Sakai, Hoffmann, Schulz, Pocognoli – Schmiedebach, Sane – Stindl, Huszti, Bittencourt – Rudnevs.

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Sahin, Kehl – Aubameyang (Reus), Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski.

1:2 – Engagierter BVB ideenlos und ohne Fortune

Zähneknirschend und unglücklich, am Ende aber nicht unverdient, mußte Borussia Dortmund am Nachmittag gegen den Namensvetter vom Niederrhein vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion in eine 1:2-Niederlage einwilligen. In einem temporeichen und intensiven, spielerisch jedoch nur auf mäßigem Niveau ausgetragenen Spiel des 25. Spieltags, vergab der BVB gegen Borussia Mönchengladbach die große Chance, sich entscheidend vom 4. Platz abzusetzen – bleibt aber weiter auf Platz 2. Für die Elf von Lucien Favre bedeutete das Ergebnis das Ende einer Serie von zuletzt neun sieglosen Bundesligaspielen. Das 1:2 war Dortmunds erste Heimniederlage gegen Gladbach seit 1998.


Luftduell Arango / Lewandowski (Foto: kicker)

PERSONAL

Während die Gäste bis auf Oscar Wendt mit ihrem kompletten Kader antreten konnten, mußte Jürgen Klopp neben den Langzeitverletzten Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Bender weiterhin auch auf Marco Reus (muskuläre Probleme) sowie den gelbgesperrten Henrikh Mkhitaryan verzichten. Für ihn rückte Jonas Hofmann in die Mannschaft und kam somit zu seinem ersten Startelfeinsatz. Ggenüber dem 1:0-Sieg in Freiburg kehrte Robert Lewandowski ins Team zurück und verdrängte Julian Schieber auf die Bank.

SPIELVERLAUF

Die Gäste machten dem BVB von Beginn an das Leben schwer und ließen Dortmund mit frühem und hohem Gegenpressing nicht ins Spiel kommen. Die Ballgewinne nutzte Gladbach zu schnellen und gefährlichen Angriffen und stellte zunächst die spielerisch bessere Mannschaft. Dortmund agierte fehlerhaft und kam zunächst kaum zu nennenswerten Abschlußmöglichkeiten gegen die dicht gestaffelten und defensiv gut organisierten Gäste. Mitte der ersten Halbzeit fand der BVB dann besser ins Spiel und kam durch ein Hummels-Solo (23. Minute) und einen Aluminium-Treffer von Aubameyang (29.) zu seinen größten Möglichkeiten.

Wirkt überspielt: Nuri Sahin (Foto: kicker)

Gladbach wirkte dennoch entschlossener und ballsicherer, aggressiver in den Zweikämpfen und vor allem mit weniger Fehlern im Offensivspiel. Mitten in die überlegene Dortmunder Phase schlugen die „Fohlen“ dann eiskalt zu. Eine flache Hereingabe von Herrmann nutzte Raffael und überwand den verdutzten Weidenfeller aus kurzer Distanz. Der BVB zeigte sich geschockt und lief kurze Zeit später völlig kopflos in den nächsten Konter der Gladbacher. Von Arango und erneut Herrmann hervorragend freigespielt, düpierte Kruse Verteidiger Piszczek und den völlig unnötig aus dem Tor eilenden Weidenfeller zum 0:2.

Nach dem Wechsel nahm die Partie an Intensität und Tempo zu. Dortmund wirkte engagierter und entschlossener, fand aber gegen die nun tief gestaffelten Gladbacher kaum wirksame Mittel. In den letzten Aktionen vorm gegnerischen Tor fehlten dem BVB Genauigkeit und Ideen. Dennoch hatten Großkreutz und Aubameyang in der 56. Minute zwei gute Möglichkeiten zum Anschlußtreffer. Zwingender jedoch waren die Gladbacher Chancen durch Kruse und Hermann (53. und 60.).

Die nun immer wütender attackierenden Dortmunder drängten aber zunehmend auf das 1:2. Lewandowski scheiterte dabei in der 66. Minute am überragend reagierenden ter Stegen. Kurz darauf mußte der bereits verwarnte Nordtveit nach Foul am eingewechselten Ducksch mit Ampelkarte vom Platz, während Schiedsrichter Aytekin den Gastgebern im Anschluß einen Strafstoß verwehrte, als Daems einen Schuß des kurz zuvor eingewechselten Ducksch mit Hand und Brust blockte (74.). Dortmund drückte nun immer stärker und kam in der 77. Minute durch den eingewechselten Jojic zum längst fälligen Anschlußtreffer. In der hektischen Schlußphase agierte der BVB zwar sehr engagiert – aber nach wie vor kopflos. Zudem verweigerte Aytekin einem Treffer von Ducksch (nach angeblichem Foul Lewandowskis an ter Stegen) die Anerkennung (88.) und schickte den protestierenden BVB-Coach Klopp kurz darauf auf die Tribüne. Die Gäste brachten das 2:1 dann letztlich glücklich über die Zeit.

Zweikampf Herrmann / Großkreutz (Foto: kicker)

Auch wenn Dortmund in nahezu sämtlichen statistischen Werten die Nase vorn hatte, war Gladbachs Sieg insgesamt glücklich – aber nicht unverdient. Die Favre-Elf gewann schlußendlich aufgrund der höheren Effektivität sowie  der größeren Zielstrebigkeit und Entschlossenheit. Dem oft zu zögerlichen und zaudernden BVB fehlte es zunächst an Esprit und Ideen, später dann an Klarheit und Genauigkeit in den Aktionen sowie auch am nötigen Fortune.

Die zwingendste Phase der Dortmunder begann mit den Einwechslungen von Jojic und Ducksch, die dem Spiel der Klopp-Elf sichtlich gut taten. Besonders Ducksch entpuppte sich als permanenter Unruheherd für Gladbachs Abwehr, die zuvor gegen die zwar engagierten aber ideen- und kopflos sowie ohne Überraschungsmomente agierenden Dortmunder kaum vor ernsthafte Probleme gestellt wurde.

Dem BVB merkte man das Fehlen von Reus und Mkhitaryan deutlich an. Der Ausfall der beiden torgefährlichen und technisch herausragenden Offensivkräfte war an diesem Tag gegen gut organisierte Gäste nicht zu kompensieren. Aus dem „hinteren“ Kreativzentrum (Sahin, Kehl) kam einfach zu wenig „Brauchbares“, während Hofmann in der offensiven Zentrale ein durchaus gutes Spiel ablieferte. Da Dortmund auch über die Außenpositionen (Piszczek/Aubameyang rechts, Schmelzer/Großkreutz links) kaum Gefahr entwickeln konnte und aus den hinteren Reihen teilweise mit zu vielen langen Bällen agierte, hatte die Gäste-Defensive oft leichtes Spiel gegen den in vorderster Front zu häufig auf sich allein gestellten Lewandowski.

Knapp vorbei, Weidenfeller im Glück (Foto: kicker)

Allerdings brachte dieser gebrauchte Nachmittag durchaus auch positive Erkenntnisse. So konnte sich neben dem bereits erwähnten Hofmann auch die eingewechselten Jojic und Ducksch für weitere Einsätze empfehlen. Besonders Marvin Ducksch machte nachdrücklich auf sich aufmerksam und bewies, daß er im BVB-Kader eine absolut vollwertige Alternative darstellt. Das gleiche gilt für Milos Jojic, dem nicht nur sein zweiter Bundesliga-Treffer gelang. Der Serbe stellte unter Beweis, daß es an der Zeit wäre, langsam auch mal von Beginn an eine Chance zu erhalten – zumal Nuri Sahin mittlerweile auf dem Zahnfleisch läuft. Der Deutsch-Türke wirkte erneut überspielt und braucht dringend eine schöpferische Pause. Anders Aubameyang – der Gabuner trat einmal mehr kaum in Erscheinung und gibt mit seinen oft viel zu leblosen Auftritten nach wie vor einige Rätsel auf.

Für den BVB gilt es nun, das Ergebnis möglichst schnell aus den Köpfen zu bekommen. Die kommenden Wochen haben es in sich und schon am Mittwoch wartet mit Zenit St.Petersburg im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League der nächste hochkarätige Gegner auf die Klopp-Elf. Am kommenden Samstag tritt Borussia in Hannover an, während es am Dienstag darauf im Westfalenstadion zum Derby gegen „die Blauen“ aus der verbotenen Stadt kommt.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Kehl, Sahin – Aubameyang, Hofmann, Großkreutz – Lewandowski

Bor. Mönchengladbach: ter Stegen – Korb, Stranzl, Dominguez, Daems – Nordtveit, Kramer – Herrmann, Arango – Kruse, Raffael

Einwechselungen: 63. Jojic für Kehl, 67. Ducksch für Piszczek, 82. Schieber für Aubameyang – 75. Marx für Kruse, 79. Rupp für Herrmann, 89. Brouwers für Raffael

Tore: 0:1 Raffael (31., Herrmann), 0:2 Kruse (40., Arango), 1:2 Jojic (77.)

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)

Gelb-Rote Karte: Nordtveit (69., wiederholtes Foulspiekl)

Gelbe Karte: Lewandowski

Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)

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Wir haben nicht so viel falsch gemacht, als dass es zur Pause hätte 0:2 stehen müssen. Wir haben in der ersten Halbzeit drei entscheidende Zweikämpfe verloren, und in der einen oder anderen Szene hat uns die letzte Konsequenz gefehlt. In der Kabine waren wir zur Halbzeit sehr positiv und hatten das Gefühl, dass wir da noch einiges regeln können. Natürlich sind uns einige Bälle durchgerutscht, es gab ein paar Ungenauigkeiten, und dann wirst du auch unruhiger. Aber es gab den Moment, wo wir gemerkt haben, da ist Zug drin. Und da waren wir im Spiel. Ich bin bereit, vor allem intern, immer Kritik zu üben, wenn es angebracht ist. Aber heute war das nicht der Fall.

Der vierte Offizielle hat mich hochgeschickt. Ich weiß, was ich gesagt habe, es gab eine Situation, da habe ich mich zu ihm umgedreht und ihm gesagt, da pfeifst du jetzt nicht. Mehr war nicht. Ich bin oft zu Recht bestraft worden, diesmal war nichts. Für so etwas kann man mich nicht wegschicken. Da läuft die 93. Minute, 80.000 Menschen sind aufgebracht, und man soll total die Ruhe bewahren? Mir sind alle Hände gebunden, aber mehr war wirklich nicht

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (4), Piszczek (5), Sokratis (3), Hummels (3), Schmelzer (4,5), Sahin (5), Kehl (4,5), Aubameyang (5), Hofmann (3), Großkreutz (4,5), Lewandowski (4), Jojic (3), Ducksch (2,5), Schieber (-).

BVB: „Big Points“ im Borussen-Duell?

Mit dem kommenden Gegner hat Borussia Dortmund noch eine Rechnung offen. In einem der besten Auswärtsspiele scheiterte der BVB im Hinspiel bei Borussia Mönchengladbach an der eigenen Abschlußschwäche und mußte in eine bittere 0:2-Niederlage einwilligen. Am Samstagnachmittag können die Schwattgelben diese Rechnung nicht nur begleichen. Vielmehr könnte die Elf von Jürgen Klopp mit einem Sieg gegen die „Fohlen“ vom Niederrhein den Abstand auf Platz vier auf sieben Punkte vergrößern und somit einen absoluten „Big Point“ im Kampf um die direkte CL-Qualifikation landen. Denn Konkurrent Bayer Leverkusen steht bei Bayern München vor der höchsten Auswärtshürde, die die Bundesliga momentan zu bieten hat.

Zweikampf Kruse / Sahin (Foto: Spox)

Mit welcher Aufstellung Jürgen Klopp diese durchaus anspruchsvolle Heim-Aufgabe angehen wird, steht momentan noch in den Sternen. Neben den Langzeitverletzten fehlen dem BVB-Coach mit Henrikh Mkhitaryan und Marco Reus zwei weitere absolute Leistungsträger. „Miki“ sitzt gegen die „Fohlen“ seine Sperre nach Erhalt der fünften gelben Karte ab, Reus laborierte auch in den letzten Tagen weiterhin an scheinbar sehr hartnäckigen muskulären Problemen. Das Mitwirken des zuletzt an einer Kreuzbanddehnung leidenden Robert Lewandowski ist da zwar etwas wahrscheinlicher, aber ebenfalls noch nicht sicher.

Angesichts der bevorstehenden „heißen Saisonphase“ mit möglicherweise bis zu sieben „englischen Wochen“ in Folge, dürfte Klopp in der Personalie Lewandowski kein Risiko eingehen und den polnischen Goalgetter nur im Falle dessen absoluter Fitness einsetzen. Sollte der Pole nicht einsatzfähig sein, wird die Besetzung der vier Offensivpositionen zu einem echten Puzzle für den BVB-Coach. Denn obwohl sein Kader dann sehr ausgedünnt erscheint, würden sich Klopp noch einige vielversprechende Varianten für die Startelf anbieten.

Mit Großkreutz, Aubameyang, Hofmann, Jojic, Schieber und Ducksch stünden dem Fußball-Lehrer dann immerhin noch sechs Akteure für vier Offensiv-Positionen zur Verfügung.

Kruse contra Großkreutz (Foto: stern)

Der Gegner aus Mönchengladbach, immerhin Tabellendritter nach der Hinrunde, kommt als Außenseiter ins Westfalenstadion. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre, der in den letzten Tagen seinen Vertrag am Niederrhein bis 2017 verlängerte, kommt mit einem lange nicht erlebten Negativlauf ins Ruhrgebiet. Seit neun Spielen wartet BMG auf einen Sieg und rutschte seit Rückrundenstart auf Rang Acht der Bundesliga-Tabelle ab. So gesehen müßen die Gladbacher in Dortmund unbedingt punkten, um den Kontakt zu der für einen europäischen Startplatz in Frage kommenden Tabellenregion nicht endgültig abreißen zu lassen. Personell kann Lucien Favre im Gegensatz zu Jürgen Klopp nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich der Schwede Oscar Wendt steht nicht zur Verfügung.

Der Blick auf die Statistik unterstreicht die obigen Eindrücke und rückt den BVB in die klare Favoritenrolle. In den letzten zwölf BL-Spielen im Westfalenstadion siegten die Schwattgelben zehnmal (davon zuletzt sieben Mal in Folge), zweimal gab es ein Remis. Von den insgesamt 41 bisherigen Duellen beider Teams mit Dortmunder Heimvorteil gewann Gladbacher zehnmal bei zwölf Remis. Neunzehnmal behielt der BVB im „Tempel“ die Oberhand.

Die PK mit Jürgen Klopp vor dem Gladbach-Spiel (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp: Dortmund gewinnt 2:0.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Sahin, Kehl – Aubameyang, Lewandowski (Hofmann), Großkreutz – Schieber (Lewandowski).

BMG: ter Stegen – Korb, Jantschke, Stranzl, Daems – Kramer, Xhaka – Herrmann, Arango – Raffael, Kruse.

4:2 – Spektakulärer BVB deklassiert Zenit

Mit einem wahren Turbo-Start zog Borussia Dortmund im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League Zenit St. Petersburg bereits früh den Zahn. Nach nur fünf Minuten führten die Schwattgelben vor 15.000 Zuschauern im Stadion Petrovski mit 2:0 und ebneten damit im Eiltempo den Weg zu einem hochverdienten 4:2-Sieg. Dadurch hat sich der BVB eine hervorragende Ausgangssituation für das Rückspiel im Westfalenstadion geschaffen und die Tür zum Viertelfinale weit aufgestoßen.


Harmonierten prächtig: Reus und Großkreutz (Foto: kicker)

PERSONAL

Dem BVB fehlten mit Bender, Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Hummels fünf Akteure aus dem letztjährigen CL-Finale. Auf Mats Hummels, der zwar am Abschlußtraining teilnahm, verzichtete Jürgen Klopp vorsichtshalber. Der Coach wollte beim Nationalspieler das Risiko eines zu frühen Einsatzes nicht eingehen. Gegenüber der Partie beim HSV rückten Kehl für den für zehn Wochen ausfallenden Bender und Reus für den in Hamburg völlig indisponierten Aubameyang in die Startelf.

SPIELVERLAUF

Dortmund war sofort anzumerken, daß man die Schmach von Hamburg vergessen machen wollte. Bereits nach fünf Minuten war die Partie vorentschieden, denn der BVB legte von Beginn an den Turbo ein und überrannte die völlig verdutzt wirkenden Gastgeber. Mkhitaryan (4.) und Reus (5.) veredelten zwei lehrbuchhafte Angriffe. Beim 0:1 nahm Reus eine Hacken-Vorlage von Lewandowski zum Anlass, in den Strafraum der Gäste einzudringen. Trotz Bedrängnis kam der Ball zu Mkhitaryan, der zur Dortmunder Führung einnetzte. Vertauschte Rollen dann beim 0:2. Mkhitaryan paßt von rechts zu Großkreutz, dessen „Ableger“ Reus zur frühen Vorentscheidung eiskalt vollstreckte.

Zenit erholte sich bis zur Pause nicht von diesem Schock und mußte den Gästen die komplette erste Halbzeit überlassen. Dortmund dominierte in allen Belangen, konnte das Ergebnis aber zunächst nicht ausbauen.

Mkhitaryans Führungstor zum 0:1 (Foto: kicker)

Nach dem Wechsel wieder ein Turbo-Start der Klopp-Elf, diesmal jedoch ohne zählbaren Erfolg. Zenit hielt nun mit aggressiverer Zweikampfführung und entschlosseneren Offensiv-Aktionen deutlich besser dagegen als im ersten Durchgang und wurde belohnt. Nach einem unnötigen Ballverlust von Sokratis entwickelte sich eine unübersichtliche Situation im BVB-Strafraum. Shatov nutzte die allgemeine Verwirrung aus und brachte seine Mannschaft auf 1:2 heran (57. Minute). Doch Dortmund blieb eine Antwort nicht lange schuldig. Nur vier Minuten später schloß Lewandowski einen Konter nach toller Piszczek-Vorarbeit zum 1:3 ab (61. Minute).

Danach schaltete Borussia einen Gang zurück. Dadurch kam Zenit erneut stärker auf und durch Hulks zweifelhaften Foulelfmeter zum neuerlichen Anschlußtor (69. Minute). Duplizität der Ereignisse: Wie nach dem Gegentor zum 1:2 reagierte der BVB erneut eiskalt und kam durch den  überragenden Lewandowski zum 2:4 (71.). Wie schon bei „Mikis“ Führungstor hatte der neben dem polnischen Torjäger überragende Marco Reus die herrliche Vorarbeit geleistet.

Überragender Doppelpacker: Lewandowski (Foto: kicker)

Im Anschluß spielte Borussia einige gute Kontermöglichkeiten nicht mehr präzise genug aus und versäumte es, den klaren Vorsprung weiter auszubauen. Die Gastgeber waren letztendlich mit dem 2:4 gut bedient, während der BVB mit einem Bein im Viertelfinale der Champions League steht.

Welch eine Steigerung des BVB im Gegensatz zur Blamage vom Wochenende. Die Schwattgelben waren gegenüber dem blutleeren und emotionslosen Auftritt beim HSV nicht wiederzuerkennen. Von Beginn an stimmten Einstellung und Körpersprache. Dortmund suchte förmlich die Zweikämpfe und erstickte Zenit durch aggressives hohes Gegenpressing. Das daraus resultierende schnelle Umschaltspiel überforderte die russischen Gastgeber vollends. Zwar fehlte dem ein oder anderen schnellen Angriff die Präzision beim letzten Pass. Dennoch muß man den Borussen ein Riesenkompliment für eine geschlossene Mannschaftsleistung machen, in der niemand leistungsmäßig abfiel – aus der jedoch mit Reus (drei direkte Torbeteiligungen) und Lewandowski (mit Doppelpack) zwei Spieler herausragten.

Die im zweiten Abschnitt teilweise auftretenden Nachlässigkeiten im Defensivverbund, hervorgerufen durch zu viele unnötige Ballverluste und nicht klar genug ausgespielte Konter (Passquote des BVB nur bei 61 %), fielen an diesem Abend dank der extrem starken eigenen Offensive nicht sonderlich ins Gewicht. Gegen Top-Teams allerdings könnten diese „tödlich“ sein und müssen zukünftig unbedingt auf ein Minimum reduziert werden.

Schmelzer hatte Hulk im Griff (Foto: kicker)

Dennoch war der Auftritt in St. Petersburg eines der besten Spiele des BVB in dieser Saison. Berücksichtigt man, daß fünf sehr wichtige Spieler dem BVB gar nicht zur Verfügung stehen/standen, kann man sich ausmalen, welch überragendes Potential in dieser Mannschaft steckt. Daß man dieses nicht in jedem Spiel abrufen kann, ist völlig klar. Doch der Auftritt in St. Petersburg hat deutlich gezeigt, daß Borussia nur sehr schwer zu schlagen ist, wenn die Mannschaft lediglich Grundtugenden wie aggressives Zweikampfverhalten und Leidenschaft auf den Rasen bringt.

Der Auftritt in der russischen Millionen-Metropole hat jedenfalls Mut gemacht für die bevorstehenden Aufgaben in allen Wettbwerben.

DIE STATISTIK

Zenit St. Petersburg: Lodygin – Anyukov, Neto, Lombaerts, Criscito – Fayzulin, Witsel – Hulk, Shatov, Arshavin – Rondon

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer – Sahin, Kehl – Reus, Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski

Einwechselungen: 15. Tymoshchuk für Arshavin, 83. Smolnikov für Anyukov, 84. Kerzhakov für Fayzulin – 70. Aubameyang für Mkhitaryan, 87. Hofmann für Reus, 90.+1 Durm für Großkreutz

Tore: 0:1 Mkhitaryan (4., Reus), 0:2 Reus (5., Großkreutz), 1:2 Shatov (57., Rondon), 1:3 Lewandowski (61., Piszczek), 2:3 Hulk (69., Foulelfmeter, Piszczek an Fayzulin), 2:4 Lewandowski (71., Reus)

Schiedsrichter: Collum (SCO)

Gelbe Karten: Anyukov – Piszczek

Zuschauer: 15.000

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Es war leicht auf die Niederlage gegen den HSV zu reagieren, denn meine Mannschaft besitzt Charakter. Wir haben uns in Hamburg nicht zu 100% auf das Spiel eingelassen und insgesamt zu wenig Fußball gespielt. Wir waren nicht zielstrebig, haben die Gegentore in den falschen Momenten kassiert und selbst keine Treffer erzielt. Darauf musste es eine Reaktion von uns geben. Die haben wir heute eindrucksvoll gezeigt. Mir war klar, dass es diese geben würde. Das Spiel meiner Mannschaft war nah am Optimum. In Sachen Pressing und Gegenpressing war das eine Lehrveranstaltung von uns. Wir haben gegen einen hochtalentierten Gegner gespielt, dem die ganze Zeit anzusehen war, dass er Fußball spielen wollte. Bis zum Ende des Spiels hat St. Petersburg kaum lange Bälle geschlagen, hat immer versucht spielerische Lösungen zu finden. Da haben wir toll dagegengehalten. Wir haben fantastisch in den Räumen agiert und so sensationelle Momente entstehen lassen. St. Petersburg war gefährlich, besonders wenn Hulk am Ball war. Deswegen mussten wir uns richtig reinwerfen. Wir haben auf beide Gegentore jeweils genau die richtige Reaktion gezeigt. Insgesamt gesehen ist das ein sehr schöner Abend für uns, aber wir stehen noch nicht im Viertelfinale. Wir haben im Rückspiel noch ein hartes Stück Arbeit vor uns.

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3), Piszczek (2), Friedrich (2,5), Sokratis (2), Schmelzer (3), Sahin (2,5), Kehl (3), Großkreutz (2,5), Mkhitaryan (2,5), Reus (1), Lewandowski (1), Aubameyang (-), Hofmann (-), Durm (-).

Mit Offensivwucht gegen „Slomka-Effekt“

Bestätigt sich das Sprichwort „Neue Besen kehren gut“, dann könnte Borussia Dortmund im Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV eine böse Überraschung erleben. Denn der norddeutsche Traditionsverein hat sich nach der 2:4-Klatsche in Braunschweig von Trainer Bert van Marwijk getrennt und mit Mirko Slomka umgehend einen neuen Chefcoach installiert. Doch trotz des Trainerwechsels glauben auch neutrale Beobachter nicht an eine Überraschung im Duell des Vorletzten gegen den Tabellendritten.

Jürgen Klopp und Mirko Slomka

Zu groß scheint die sportliche Schere zwischen beiden Mannschaften, gemessen an den Ergebnissen der bisherigen vier Rückrunden-Spiele. Da stehen für die dem Abstieg entgegen taumelnden Hamburger null Punkte und 2:13 Tore zu Buche. Dazu kommt die 0:5-Pokalklatsche zuhause gegen Bayern München. Der BVB dagegen erreichte mit einem 1:0-Sieg in Frankfurt das Pokalhalbfinale und sammelte mit drei Siegen und einem Remis zehn Bundesliga-Punkte.

Selbst die Fantasie der größten Optimisten in Reihen der HSV-Sympathisanten reicht nicht aus, um sich vorstellen zu können, wie die zuletzt teilweise stümperhafte Defensive der Norddetuschen der Angriffswucht des Vizemeisters gewachsen sein könnte. Und dennoch – so tat es auch BVB-Coach Jürgen Klopp im Vorfeld kund – richtet sich Borussia auf eine kampfbetonte und intensive Partie ein. Der BVB steht nicht unter Verdacht, irgendeinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Und somit scheint es neben dem erhofften „Slomka-Effekt“ nur einen Grund geben zu können, der dem HSV Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis lässt: wenn sich die Schwattgelben durch das Auslassen ihrer Torchancen selbst um den Erfolg bringen.

Lewandowski trifft beim 6:2 im Hinspiel

Daß definitiv Tore fallen werden, dafür spricht allein schon die Statistik. In den bisher 93 Bundesliga-Duellen zwischen beiden Teams fielen 337 Tore. Keine andere Paarung der Bundesliga-Historie kann mehr Treffer vorweisen. Im Hinspiel bot der BVB eine Gala-Vorstellung und zerlegte den HSV beim 6:2 in seine zerbröselnden Einzelteile. In Hamburg dagegen konnte Borussia elfmal gewinnen, 22mal behielt der HSV die Oberhand, 13 Partien endeten remis. Kleine Statistik am Rande: seit Jürgen Klopps Amtsantritt beim BVB am 1. Juli 2008 ist Mirko Slomka der ZEHNTE Trainer der Hamburger.

Auch die personelle Situation des BVB entspannt sich rechtzeitig zum Start der englischen Wochen. Marco Reus und Mats Hummels konnten bereits wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Beide kommen für die Startelf wahrscheinlich noch nicht in Frage, werden aber voraussichtlich im Kader stehen. Der ebenfalls zuletzt fehlende Sven Bender dagegen könnte für Sebastian Kehl in die Anfangself der Dortmunder rutschen. Auf der Verletztenliste der Borussia stehen somit „nur“ noch die Langzeitausfälle Subotic, Blaszczykowski und Gündogan.

Wie immer auch die Dortmunder Startformation aussehen wird. Letztlich entscheidet allein die Einstellung der Mannschaft über den Ausgang des Spiels. Ein möglichst früher Führungstreffer des BVB könnte die durch den Trainerwechsel aufkommenden Hoffnungen der Gastgeber auf Besserung schon im Keime ersticken. Sollte der Borussia ein solcher gelingen, scheint auch ein erneuter Kantersieg durchaus vorstellbar.

Die Pressekonferenz zum HSV-Spiel wird präsentiert von SportLiveDortmund

Mein Tip: Der BVB gewinnt mit 4:1.

Die möglichen Startformationen:

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Friedrich, Schmelzer – Sahin, Bender – Aubameyang, Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski.

HSV: Adler – Diekmeier, Djourou, Rajkovic, Jansen – Rincon, Westermann, Arslan – Calhanoglu, Illicevic – Lasogga.