4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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2:2 – Piszczek rettet BVB das Remis

BVB scheitert an Abschlußschwäche – Aubameyang/Piszczek treffen – Sarr erneut stark

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geschrieben von Markus Flügel

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In einem temporeichen und spannenden Bundesligaspiel trennten sich die TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund mit 2:2. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim führten die Gastgeber bereits mit 2:0, bevor der BVB einmal mehr unter Beweis stellte, daß man die Schwattgelben nie abschreiben sollte. Aubameyang und Piszczek sorgten mit ihren Treffern für den Punktgewinn, mit dem die Borussia den dritten Platz zwar vorläufig sicherte – den Anschluß nach ganz oben jedoch zunächst verlor.


PERSONAL

Zweikampf Süle, Lewandowski (Foto: kicker)

Gegenüber dem 2:1-Sieg in Marseille veränderte Jürgen Klopp sein Team auf vier Positionen. Überraschend dabei vor allem der Einsatz von Mitch Langerak anstelle Roman Weidenfellers. Außerdem ersetzte Manuel Friedrich den gesperrten Sokratis. Großkreutz und Mkhitaryan erhielten eine schöpferische Pause. Für sie rotierten Piszczek und Aubameyang in die Dortmunder Startformation.

SPIELVERLAUF

Beide Teams setzten von Beginn an auf Offensive. Es entwickelte sich von der ersten Minute an ein offener Schlagabtausch. Dortmund setzte mit Reus´ Abseitstor in der 10. Minute die erste Duftmarke, nur sechs Minuten später vereitelte Volland eine weitere Chance des blonden Nationalspielers. Fast im Gegenzug jedoch die 1:0-Führung der Gastgeber. Einen unnötigen Ballverlust von Durm nutzte Kevin Volland zu einem schnellen Konter. Seinen feinen Paß in die Tiefe vollstreckte Schipplock eiskalt. In der Folgezeit bekam Hoffenheim durch ein sehr aggressives Zweikampfverhalten mehr und mehr Oberwasser. Polanski scheiterte in der 25. Minute mit einem Lattentreffer, Volland machte es in der 37. Minute besser. Die Vorarbeit von Rudy verwandelte der Spielführer der U21-Nationalmannschaft zum 2:0. Borussia fand jedoch schnell zurück ins Spiel und so gelang noch vor der Pause der wichtige Anschlußtreffer. Nach einem kapitalen Fehler von TSG-Keeper Grahl stocherte Lewandowski das Leder Richtung Hoffenheimer Tor, Aubameyang vollendete.

Schipplocks 1:0 (Foto: kicker)

Nach dem Wechsel kam der BVB immer besser ins Spiel und kombinierte teilweise sehr gefällig, ohne jedoch zunächst gefährliche Abschluss-Situationen herauszuspielen. Ausnahme ein Reus-Freistoß in der 57. Minute, der jedoch das Tor der Gastgeber weit verfehlte. Mit der Hereinnahme von Hofmann und Mkhitaryan sorgte BVB-Coach Jürgen Klopp dann für frischen Wind (66.). Der Armenier hätte mit seiner ersten Aktion fast für den Ausgleich gesorgt, schoß das Leder jedoch knapp am langen Eck vorbei. Kurz darauf dennoch das längst überfällige 2:2. Einen Kopfball von Piszczek (nach toller Sahin-Flanke) konnte Grahl noch abwehren, den Abpraller jedoch netzte der polnische Nationalspieler ein. Es schloss sich eine mit Höhepunkten auf beiden Seiten gespickte Schlußphase an, in der die Borussia durch Reus und Schieber (87. und 89.), Hoffenheim durch Volland (88.) den möglichen und verdienten Siegtreffer vergab.

ANALYSE / MEINUNG / FAZIT

Wieder einmal bewies der BVB eine Riesenmoral. Trotz der kräftezehrenden Partie in Marseille warf die erneut umformierte Elf der Schwattgelben alles in die Waagschale, was der Akku noch zu leisten imstande war. Und das war erstaunlich viel. Nach einem 0:2-Rückstand noch einmal so zurückzukommen wie die von zahlreichen englischen Wochen und permanenten personellen Rückschlägen gebeutelte Borussia, nötigt selbst neutralen Beobachtern großen Respekt ab. Vor dem Willen und dem Charakter dieser Mannschaft kann man einfach nur den Hut ziehen.

Aubameyang staubt zum 2:1 ab (Foto: kicker)

Daß es letztendlich nicht sogar zu einem durchaus verdienten Sieg im Kraichgau gereicht hat, ist zum einen der längst bekannten und diesmal erneut deutlich zu Tage getretenen Abschlußschwäche zuzuschreiben. Reus, Mkhitaryan, Lewandowski und Schieber vergaben allerbeste, teilweise hundertprozentige Torchancen.

Zum anderen lag es am diesmal nicht so kompakt wie gewohnt praktizierten und teilweise unkonzentrierten Defensivverhalten der gesamten Mannschaft. Diesem war es zuzuschreiben, daß die Schwattgelben mit 0:2 in Rückstand gerieten. Die offensiv bekanntlich sehr flexiblen und gedankenschnellen Hoffenheimer nutzten diese ungewohnte Schwäche der Borussia vor allem im ersten Durchgang eiskalt aus. Bis zu Aubameyangs wichtigem Anschlußtreffer hätte der BVB bereits deutlicher als 0:2 zurückliegen können.

Zweikampf Sahin, Rudy (Foto: kicker)

Eine aus Dortmunder Sicht sehr erfreuliche Erkenntnis brachte die Vorstellung von Lukas Piszczek. Der polnische Nationalspieler war neben seinem Landsmann Lewandowski stärkster und auffälligster Borusse. Piszczek ist definitiv auf dem Weg zu alter Klasse und darf zu Recht wieder als vollwertige Startelf-Option im schwattgelben Kader angesehen werden.

Neuzugang Manuel Friedrich wackelte dagegen erneut in der ein oder anderen Situation bedenklich. Beim Ex-Nationalspieler werden vor allem eklatante Tempodefizite immer offensichtlicher, die er zum Glück in der ein oder anderen Situation durch Routine und Stellungsspiel wettmachen konnte. Sein Nebenmann Marian Sarr lieferte dagegen nach seiner überzeugenden CL-Vorstellung in Marseille nun auch in der Bundesliga ein überzeugendes Debut ab. Der 18jährige sah zwar beim ersten Tor nicht gut aus und verlor das Laufduell mit Schipplock – zeigte sich ansonsten aber sehr zweikampfstark und abgeklärt.

Fazit: Wenn den großen Personalproblemen der Borussia etwas Positives abzugewinnen ist, dann die Erkenntnis, daß sich dadurch vor allem junge Spieler präsentieren und teilweise sogar etablieren konnten. Spieler wie Erik Durm, Marian Sarr und Jonas Hofmann hatte vor Wochen noch niemand so richtig auf dem Zettel. Mittlerweile gelten alle drei jedoch als vollwertige Alternativen zu den bewährten Stammkräften des BVB. Dazu hat Jürgen Klopp mit Koray Günter noch einen weiteren Rohdiamanten in der Hinterhand.

Piszczek-Jubel (Foto: RS)

Dank des gleichzeitigen Remis der Gladbacher in Mainz sicherte sich der BVB zunächst den dritten Tabellenplatz. Um auf diesem Rang auch in die Winterpause zu gehen, dürfte am kommenden Wochenende im letzten Hinrundenspiel ein Sieg gegen Hertha BSC jedoch unabdingbar sein. Der Zug nach „ganz oben“ ist für unsere Jungs zwar vorläufig abgefahren. Doch wenn ab dem 18. Spieltag bis auf Subotic der Kader nahezu komplett zur Verfügung steht, darf man der Rückrunde positiv entgegenblicken. Rang Zwei ist allemal noch möglich. Und schließlich ist Borussia auch im DFB-Pokal und der Champions League noch aussichtsreich vertreten.

In diesem Sinne verbleibe ich positiv. Außerdem gilt sowieso nur eines:  NUR  DER  BVB  !!

DIE STATISTIK

TSG Hoffenheim: Grahl – Beck, Süle, Vestergaard, Toljan – Rudy, Polanski – Volland, Roberto Firmino, Herdling – Schipplock

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Friedrich, Sarr, Durm – Sahin, Kehl – Blaszczykowski, Reus, Aubameyang – Lewandowski

Einwechselungen: 69. Salihovic für Schipplock, 71. Johnson für Herdling, 90.+1 Strobl für Rudy – 66. Hofmann und Mkhitaryan für Aubameyang und Blaszczykowski, 88. Schieber für Reus

Tore: 1:0 Schipplock (17., Firmino), 2:0 Volland (37., Rudy), 2:1 Aubameyang (44., Lewandowski), 2:2 Piszczek (67., Sahin)

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Gelbe Karten: Volland, Polanski – Reus, Friedrich, Sahin

Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Jürgen Klopp: “ In der Kabine sieht es nicht nach einem gewonnen Punkt aus, sondern wie nach einer Niederlage.Ich habe meiner Mannschaft 95 Minuten lang angesehen, dass sie unbedingt gewinnen wollte. Bei beiden Gegentoren fehlte die nötige defensive Absicherung unserer eigenen Angriffe. Aber ich habe unglaublich tolle Momente im Spiel meiner Mannschaft gesehen. Wir waren immer gefährlich und haben enge Strafraumsituationen kreiert. Aber wir machen momentan die Bälle halt nicht rein. Somit fühlen sich im Moment die vergebenen Torchancen härter an als die insgesamt phantastische Leistung. Wir wären kein unverdienter Sieger gewesen, aber wir hätten auch verlieren können. Das sagt alles aus über dieses Spiel.“

Respektvoll: Gisdol, Klopp (Foto: kicker)

Markus Gisdol: „Ich muß meinen Hut vor Borussia ziehen. Ich habe gedacht, dass sie ab der 60. oder 70. Minute nachlassen würden, aber das war nicht der Fall. Wir haben gegen unser fußballerisches Vorbild einen Punkt geholt. und ein temporeiches, rasantes Spiel gesehen, in dem fast alles drin war. Es macht einfach Spaß, Jürgens Truppe zuzuschauen.“

Pierre-Emerick Aubameyang: „Es war ein unglaublich intensives Spiel. Hoffenheim war sehr stark, vor allem im Konterspiel. Wir haben gekämpft und bis zum Schluss alles versucht. Leider hat es nicht sollen sein. Trotzdem glaube ich, dass wir eine großartige Moral gezeigt haben. Eigentlich müssen wir dieses Spiel  gewinnen, auch wenn Hoffenheim natürlich ebenfalls gute Gelegenheiten gehabt hat. Aber wir hatten auch vor dem 0:1-Rückstand schon riesige Möglichkeiten. Für den Anschlusstreffer, den ich erziele, muss ich mich eigentlich beim Gegner bedanken. Das war ein Geschenk. Der Ball rollt dem Torwart durch die Beine, ich muss ihn dann nur noch über die Linie schieben.“

Jakub Blaszczykowski: „Wir hätten den Sieg heute verdient gehabt. Aber um so ein Spiel dann auch wirklich zu gewinnen, müssen wir unsere Chancen besser nutzen. Wir haben viel zu viele Möglichkeiten liegen lassen. Von daher bin ich nur bedingt zufrieden. Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen, weil wir den Rückstand noch aufgeholt haben. Alles in allem muss man aber sagen, dass wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen.“

Nuri Sahin: „Wenn man auswärts zwei Treffer erzielt, steht man normalerweise gut da. Wir bekommen aber schon in der ersten Halbzeit zwei total unnötige Gegentore. Gegen so einen Rückstand rennt man dann natürlich erstmal an. Wir hatten auch Chancen zur Genüge, um noch mehr Tore zu erzielen. Dass wir sie nicht nutzen, haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir – die ganze Mannschaft – müssen uns jetzt erst einmal finden, dann geht es auch wieder bergauf.“

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (3), Piszczek (2), Friedrich (4), Sarr (2,5), Durm (3,5), Sahin (3), Kehl (3), Blaszczykowski (3,5), Reus (3,5), Aubameyang (3,5), Lewandowski (2), Hofmann (-), Mkhitaryan (-), Schieber (-).

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Lewandowski sichert 3:1-Arbeitssieg in Mainz

Klopps Taktik- und Personalpuzzle – Lewandowski zweimal eiskalt – Sokratis überragend

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geschrieben von Markus Flügel

Glückwunsch an unsere Jungs! Vier Tage nach dem CL-Triumph gegen Neapel hat Borussia Dortmund auch in der Bundesliga zurück in die Erfolgsspur gefunden. Der BVB kam beim FSV Mainz 05 zu einem zwar glanzlosen, aber kämpferisch überzeugenden 3:1-Arbeitssieg. Vor 34.000 Zuschauern in der Coface-Arena sicherten zwei Elfmeter von Robert Lewandowski die drei wichtigen Punkte für die Schwattgelben. Überragender Akteur war jedoch Borussias griechischer Abwehr-Riese Sokratis.


PERSONAL

Intensive Zweikämpfe: Marco Reus (Foto:kicker)

Die Gastgeber spielten in der gleichen Formation wie eine Woche zuvor beim 3:2-Sieg in Bremen. Jürgen Klopp veränderte seine Startelf nicht nur personell. Auch taktisch hatte sich der BVB-Coach etwas Besonderes einfallen lassen. Er stellte sein gewohntes 4-3-2-1-System auf das sogenannte „Tannenbaum-System“ um. Drei defensiv orientierte Mittelfeldspieler vor der Viererkette. Davor zwei offensive Außen und eine echte Spitze. Personell gab Lukasz Piszczek sein Startelf-Debut nach langer Verletzungspause. Großkreutz rückte dafür ins defensive Mittelfeld neben Blaszczykowski und Sven Bender. „Iron-Manni“ wurde in der Viererkette durch Manuel Friedrich ersetzt. Aubameyang übernahm Mkhitaryans Part, dem Klopp ebenso wie Sahin und Kehl eine schöpferische Pause gönnte.

SPIELVERLAUF

Borussia kam nur schwer ins Spiel und sah sich einem extrem aggressiven Pressing der Mainzer ausgesetzt. Die Tuchel-Elf bestimmte die erste halbe Stunde des Spiels, weil es ihr gelang, Dortmunder Angriffsversuche schon im Keime zu ersticken. Mainz hatte die klare Mittelfeld-Hoheit und kam durch Pospech, Okazaki und Soto zu gefährlichen Torchancen. Es dauerte bis zur 26.Minute, ehe der BVB durch Lewandowski erstmals in eine vielversprechende Abschlußsituation kam, die der Pole allerdings nicht nutzen konnte. Mainz nahm nun einiges an Tempo aus den eigenen Aktionen, der BVB kam besser ins Spiel – ohne jedoch Dominanz auszustrahlen. In der 33. Minute reagierte Klopp auf das offensichtliche Vakuum in der Kreativzentrale seiner Mannschaft und brachte Nuri Sahin für den ohnehin von muskulären Problemen geplagten Bender. Außer zwei Lattentreffern von Bell auf der einen und Aubameyang auf der anderen Seite ging es jedoch ohne weitere große Höhepunkte in die Pause.

Früher Wechsel: Sahin für Bender (foto:kicker)

Zur zweiten Halbzeit krempelte Klopp (zwangsläufig) die Mannschaft um. Mit der Hereinnahme von Mkhitaryan und Kehl kehrte der BVB-Coach auch taktisch zum bewährten 4-2-3-1 zurück. Reus und Blaszczykowski blieben leicht angeschlagen in der Kabine. Das Spiel machte dennoch zunächst weiterhin die Heimmannschaft. Choupo-Moting vergab in der 48.Minute in aussichtsreicher Position die mögliche Mainzer Führung. Danach plätscherte die Partie dahin. Beide Mannschaften neutralisierten sich in ihren intensiv geführten  Mittelfeldzweikämpfen gegenseitig. In der 70.Minute leitete Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Wahnsinns-Freistoßtor zur Dortmunder Führung dann jedoch eine turbulente Schlussphase ein. Nach einem unnötigen Foul von Piszczek an Malli verwandelte Choupo-Moting den fälligen Strafstoß nur vier Minuten nach Borussias Führungstor zum verdienten Ausgleich. Die Schwattgelben zeigten sich jedoch keineswes geschockt und unterstrichen in der Schlussphase ihren Ruf als „Mentalitätsmonster“ eindrucksvoll. Erneut nur vier Minuten nach dem Mainzer Ausgleich verhinderte Elkin Soto mit einem Handspiel den zweiten Aubameyang-Treffer des Tages und wurde vom starken Schiedsrichter Aytekin folgerichtig des Feldes verwiesen. Lewandowski verwandelte den fälligen Strafstoß eiskalt zur Dortmunder Führung. Als dann Geis einen Freistoß der Gastgeber in der 83.Minute knapp an Weidenfellers Tor vorbeischoß, machte sich bei den 05ern sowohl Resignation als auch Kräfteverschleiß bemerkbar. Schließlich sorgte ein erneuter Lewandowski-Elfmeter (Karius an Durm) in der Nachspielzeit für den glücklichen, aber insgesamt nicht unverdienten 3:1-Sieg des BVB.

ANALYSE / MEINUNG /FAZIT

Überragender Sokratis (hier gegen Karius) (Foto:kicker)

Die Aufstellung und taktische Ausrichtung des BVB überraschte durchaus. Mit Piszczeks Startelf-Debut konnte man vor dem Anpfiff ebenso wenig rechnen wie mit der taktischen Marschroute, die Jürgen Klopp seiner Elf verordnet hatte. Seine Maßnahme, dem ein oder anderen Akteur eine Verschnaufpause zu gönnen, war durchaus verständlich und nachvollziehbar. Die Auswahl des Personals eher weniger. Da mit dem verletzten Hummels ohnehin ein wichtiger Aufbauspieler schmerzlich vermisst wird, entstand durch die gleichzeitige Herausnahme von Mkhitaryan und Sahin aus der Startelf ein großes Vakuum in der Dortmunder Kreativ-Zentrale. So kam Borussia in der ersten halben Stunde überhaupt nicht ins Spiel. Klopp korrigierte diesen mißglückten „Matchplan“ dann glücklicherweise mit der Hereinnahme von Sahin für den ohnehin angeschlagenen Bender.

Im Defensivverbund des BVB merkte man Lukasz Piszczek dessen lange Pause deutlich an. Der polnische Nationalspieler wirkte sowohl mit als auch ohne Ball noch sehr unsicher. Auch sein unnötiges Foulspiel an Malli, das zum Elfmeter für Mainz führte, kann man getrost der noch fehlenden Spielpraxis des rechten Außenverteidigers zuschreiben. Dennoch war sein Einsatz absolut richtig, denn nur durch Spiele kann „Pischu“ zu alter Klasse zurückfinden. Weiterer Unsicherheitsfaktor war erneut Manuel Friedrich. Der Neuzugang konnte sich gegenüber dem Bayern-Spiel zwar leicht steigern. Doch auch diesmal unterliefen dem Ex-Nationalspieler viele teils eklatante Abspiel- und Stellungsfehler.

Neben dem gewohnt starken Roman Weidenfeller war es vor allem dem überragenden Sokratis zu verdanken, daß es nicht schon früher im Dortmunder Kasten einschlug. Der griechische Nationalspieler bügelte ein ums andere Mal Fehler seiner Nebenleute aus und schaltete sich zwischendurch sogar noch wirkungsvoll ins Offensivspiel seiner Mannschaft ein. „Papa“ ist mit Leistungen wie dieser auf dem besten Weg zu einer echten Führungspersönlichkeit im schwattgelben Mannschaftsgefüge.

Zweikampf Piszczek / Okazaki (Foto:kicker)

Erstaunlich auch, wie selbstverständlich und schnell Kevin Großkreutz sich in seine neue taktische Aufgabe fand. Dortmunds Allzweckwaffe wies einmal mehr nach, warum er zurecht als solche bezeichnet wird. Zwar fehlte seinen Offensivaktionen meistens die nötige Durchschlagskraft, doch sein Kerngeschäft als Staubsauger im halblinken defensiven Mittelfeld erledigte der Dortmunder Jung absolut überzeugend. Im Gegensatz zu Blaszczykowski, dessen Probleme im neuen taktischen Konzept sich deutlich offenbarten. An „Kuba“ lief die Partie mehr oder weniger vorbei.

Die oben geübte sachliche Kritik muß trotz aller personeller Probleme erlaubt sein. Abschließend aber dennoch ein Kompliment an alle eingesetzten Akteure: kämpferisch überzeugte die komplette Mannschaft und trotzte durch eine insgesamt geschlossene Mannschaftsleistung den sich stets neu offenbarenden und entstehenden Schwierigkeiten.

Noch ein Wort zum zweiten Dortmunder Elfmeter. Als sich Mkhitaryan den Ball zur Ausführung des Strafstoßes schnappte, bekam der Armenier von Jürgen Klopp umgehend die unmissverständliche Anordnung, Lewandowski schießen zu lassen. Der Mimik und Gestik Mkhitaryans war eine gewisse Enttäuschung zu entnehmen. Jürgen Klopp stellte nach dem Spiel jedoch klar, daß er einfach nur wollte, „daß das Ding reingeht“. „Ich habe das mit Miki bereits besprochen. Alles ist gut“, so der BVB-Coach weiter.

AUSBLICK

Kollektiver Jubel über den 3:1-Sieg! (Foto:kicker)

Der BVB hält mit dem wichtigen Sieg in Mainz Anschluß an den Tabellen-Zweiten Bayer Leverkusen und kann am kommenden Samstag mit einem Heimsieg im direkten Aufeinandertreffen an den Rheinländern vorbeiziehen. Noch wichtiger war der „Dreier“ jedoch angesichts der immer näher rückenden Verfolger aus Mönchengladbach.

Wie sich die personelle Situation bis zum DFB-Pokalspiel in Saarbrücken am kommenden Dienstag entwickelt, muß man abwarten. Wenn nicht alles täuscht, werden im Ludwigspark jedoch neben den ohnehin vier Langzeitverletzten auch einige andere Akteure nicht einsatzbereit sein. Sowohl Bender als auch Sahin, Reus und „Kuba“ klagten während und nach dem Spiel in Mainz über muskuläre Probleme.

Wie immer Jürgen Klopp die neuen zu erwartenden Ausfälle auch zu kompensieren gedenkt – mit der richtigen Einstellung zu Spiel und Gegner kann der Sieger am Dienstagabend eigentlich nur Borussia Dortmund heißen. Das Spiel gegen den Drittligisten wird eindeutig „im Kopf“ entschieden. Der BVB wird den Traditionsklub und ehemaligen Bundesligisten nicht unterschätzen – allein schon aufgrund der mehr als angespannten Personalsituation.

Abschließend gilt wie immer – egal ob Sieg oder Niederlage – ohnehin ausschliesslich das Eine:

NUR  DER  BVB  !!

DIE STATISTIK

1. FSV Mainz 05: Karius – Pospech, Bell, Noveski, Park – Geis, Soto – Polter, Zimling, Müller – Okazaki

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Friedrich, Durm – Blaszczykowski, Bender, Großkreutz – Aubameyang, Lewandowski, Reus

Einwechselungen: 46. Choupo-Moting für Müller, 63. Malli für Zimling, 89. Saller für Polter – 32. Sahin für Bender, 46. Kehl und Mkhitaryan für Reus und Blaszczykowski

Tore: 0:1 Aubameyang (70., dir. Freistoß), 1:1 Choupo-Moting (74., Foulelfmeter, Piszczek an Malli), 1:2 Lewandowski (78., Handelfmeter, Soto), 1:3 Lewandowski (90.+4, Foulelfmeter, Karius an Durm)

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)

Rote Karte: Soto (77., Handspiel)

Gelbe Karte: Bell

Zuschauer: 34.000 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Freunde seit über 20 Jahren: Klopp und Heidel (Foto:kicker)

Jürgen Klopp: Ich bin total glücklich über das Ergebnis und mit der Spielentwicklung aus total veränderten Situationen heraus. Das war eine ganz große kämpferische Leistung. Mehr habe ich nicht erwartet, mehr hätte der gut organisierte Gegner auch nicht zugelassen, weil er bissig und griffig war. Das hat richtig Qualität, was uns hier entgegengetreten ist. Dass es hier eng werden und der Gegner Möglichkeiten bekommen würde, das Spiel zu entscheiden, ist der Klasse von Mainz 05 geschuldet und war zu erwarten. An einem Sahnetag kann jeder, an einem schwierigen Tag  muss man das es erst einmal hinkriegen. Es war ein enges Spiel, das wir für uns entschieden haben. Wir haben zur Pause unser Wechselkontingent komplett erschöpft – das ist in dieser Saisonphase kein gutes Zeichen. Wir gewinnen mit einem Außenverteidiger, der sechs Monate lang nicht gespielt hat, und mit einem Innenverteidiger, der fast acht Monate komplett raus war. Ein Riesenkompliment an beide. Wir fahren glücklich nach Hause.

Lukasz Piszczek: „Ich glaube, man hat gesehen, dass es bei mir noch nicht ganz für komplette 90 Minuten reicht. Trotzdem bin ich natürlich zufrieden mit dem Sieg; die drei Punkte sind sehr wichtig. Es war ein Erfolg des Willens, denn Mainz hat ohne Ende gekämpft.

Pierre-Emerick Aubameyang: „Ich lege fast jeden Tag nach dem Training noch eine Extraschicht ein und übe zusammen mit Marco Reus Freistöße. Im Pokalspiel in München habe ich das erste Mal die Möglichkeit bekommen, einen Freistoß zu schießen, damals ging er noch an die Latte. Heute hat er dann perfekt gepasst, darüber freue ich mich natürlich riesig.“

Sven Bender: „Ich hatte muskuläre Probleme und bin deshalb ausgewechselt worden. Ich hatte kein gutes Gefühl während des Spiels. Wenn ich weitergespielt hätte, dann hätte es wohl irgendwann „peng“ gemacht und es wäre etwas Schlimmes passiert. Von daher war es sicherer für mich, das Spiel zu beenden.“

Zweikampf zwischen „Kuba“ und Elkin Soto (Foto:kicker)

Henrikh Mkhitaryan: „Das war ein sehr schwieriges Spiel, weil die Mainzer richtig gut gespielt und uns das Leben sehr schwer gemacht haben. Sie haben sehr kompakt gestanden und uns teilweise heftig unter Druck gesetzt. Das Wichtigste war, dass wir in der zweiten Halbzeit unser Spiel umgestellt haben. So konnten wir gewinnen, darüber sind wir sehr glücklich.“

Sebastian Kehl: „Die Mainzer haben es uns sehr, sehr schwer gemacht. Sie waren sehr aggressiv, haben gut verteidigt und ein sehr hohes Laufpensum abgespult. Dadurch haben sie uns alles abverlangt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber insgesamt besser und engagierter agiert, von daher haben wir am Ende wohl auch verdient gewonnen.“

Robert Lewandowski: „Es war kein einfaches Match. Wir haben auch nicht optimal gespielt. Am Ende zählen aber die drei Punkte. Nach so einem Spiel freut man sich darüber umso mehr.“

Manuel Friedrich: „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Mein Timing und meine Antizipationsfähigkeiten sind schon fast wieder auf dem alten Level. Natürlich haben wir heute nach dem Spiel einiges zu analysieren, aber am Ende zählen hier die drei Punkte.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2), Piszczek (4,5), Friedrich (4,5), Sokratis (1,5), Durm (3), Blaszczykowski (4), Bender (3,5), Großkreutz (3), Aubameyang (3), Reus (3,5), Lewandowski (2,5), Sahin (3,5), Mkhitaryan (3,5), Kehl (3,5).

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Welcome back, Lukasz!

geschrieben von Markus Flügel

So traurig das Giganten-Duell gegen Bayern München endete – es gab auch positive Aspekte für den BVB. Zum Beispiel das Comeback von Lukasz Piszczek. Der polnische Nationalspieler stand gegen die Bayern nach langer Zeit überraschend wieder im Kader der Schwattgelben. Kurz vor Schluß wurde Piszczek sogar eingewechselt und gab sein Saison-Debut. Die Zeit der Leiden ist für „Pischu“ hoffentlich nun endgültig vorbei.

„Pischu“ is back!

Seinen letzten Einsatz für die Schwattgelben bestritt Piszczek im Champions-League-Finale von London gegen Bayern München. Nun sein Comeback gegen denselben Gegner. Unmittelbar nach der Final-Niederlage im Mai hatte sich der Rechtsverteidiger an den Hüften operieren lassen, die ihn zuvor monatelang nur unter Schmerzen trainieren und spielen ließen. Folge: eine gut fünfmonatige Auszeit verbunden mit viel nervenzehrender Abstinenz vom Mannschaftstraining – und mit ebenso viel schweißtreibender Arbeit im Reha-Zentrum.

Mehr Zeit für die Familie habe er gehabt, sagte Piszczek mir gegenüber vor zwei Wochen in einem Interview. Und hob den wohl einzigen positiven Aspekt seiner „Auszeit“ hervor. Typisch für den Polen: immer optimistisch und positiv denkend. Immer bodenständig und kein bischen abgehoben. Ab sofort stellt „Pischu“ nun wieder eine willkommene Alternative und Defensiv-Option für Jürgen Klopp dar.

Mein Interview mit Piszczek

Dennoch ist Geduld gefragt. Die Sportlerweisheit, daß das Erreichen der alten Form genauso lange dauere wie die zuvor erlebte Auszeit, wird sich sicher auch bei Piszczek bewahrheiten. Dennoch sind alle im Dortmunder Kader froh, den charakterstarken Polen wieder „dabei“ zu haben.

Inwiefern Pischu in Klopps Überlegungen für die Neapel-Partie eine Rolle spielt, ist ungwiss. Ein Startelf-Einsatz kommt für Piszczek wahrscheinlich noch zu früh. Geduld und Fingerspitzengefühl sind hier von Klopp gefragt, der natürlich am besten einschätzen kann, wann, wo und wie lange er seinem Rückkehrer die notwendigen Einsatzzeiten zukommen lassen wird.

So oder so – alle in der großen BVB-Familie sind froh, daß „Pischu“ wieder da ist. In diesem Sinne auch von dieser Stelle: Welcome back, Lukasz!

Hier nochmals mein für borussen.tv geführtes Interview mit Piszczek vom 12.11.2013

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0:3 – BVB scheitert an eigener Abschlußschwäche

Im Giganten-Duell der Fußball-Bundesliga unterlag Borussia Dortmund dem großen Rivalen und Titelverteidiger Bayern München überraschend deutlich mit 0:3. Am Ende einer von Hiobsbotschaften geprägten Woche scheiterte der BVB dabei vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion vorrangig an der eigenen Abschlußschwäche. Die Bayern nutzten das eiskalt zu einem allerdings viel zu hohen Sieg aus und distanzierten ihren bis zu diesem Spieltag ärgsten Verfolger in der Tabelle auf sieben Punkte. Gleichzeitig bedeutete das 0:3 die erste Heimniederlage für den BVB in der laufenden Saison.

Luftkampf Friedrich, Robben (Foto: kicker)

 PERSONAL

Der BVB, ohne komplette Viererkette und Ilkay Gündogan, begann mit einer komplett neu gebildeten Abwehrreihe bestehend aus Großkreutz, Sokratis, Friedrich und Durm. Der kurzfristig nachverpflichtete Ex-Nationalspieler Manuel Friedrich gab dabei sein Debut im Trikot der Schwattgelben. Lukasz Piszczek stand ca. fünf Monate nach seiner Hüft-OP erstmals wieder im Kader des BVB. Den Bayern fehlten neben Ribery und Schweinsteiger noch Shaquiri, Pizarro und Badstuber. Der Ex-Borusse Mario Götze blieb ebenso zunächst auf der Bank wie Thiago. Guardiola begann mit Lahm auf der „Sechs“ und positionierte seinen Landsmann Javi Martinez überraschend im offensiven Mittelfeld.

SPIELVERLAUF

Borussia begann wie die Feuerwehr. Bereits nach drei Minuten die erste Großchance. Lewandowski konnte die Vorarbeit seines Landsmanns Blasczykowski jedoch nicht nutzen und semmelte aus kurzer Distanz über Neuers Tor. Danach tasteten sich beide Mannschaften mehr oder weniger ab. Bayern verschaffte sich durch viel Kurzpasspiel und lange Ballbesitzzeiten optische Vorteile, ohne den Dortmundern allerdings gefährlich werden zu können. Die neuformierte BVB-Abwehr stand den Umständen entsprechend zunächst sehr gut. Nach zwanzig Minuten gelang es Dortmund erstmals, mit mehreren Schußversuchen durch Reus und Kuba die Bayern-Abwehr zu fordern. Der BVB agierte nun mutiger im Offensivspiel. Nach 35 Minuten drehten die Münchner den Spieß wieder um und kamen nun ihrerseits durch Mandzukic und Müller zu den ersten beiden „Halbchancen“, scheiterten aaber an Roman Weidenfeller. Die größte Chance bot sich kurz vor der Pause erneut Mandzukic, doch der Kroate verpaßte eine flache Hereingabe von Robben nur knapp.

Gedankenschnell: Götzes 1:0 für Bayern (Foto:kicker)

Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Bayern mit viel Ballbesitz optisch überlegen, Borussia blieb durch schnelle Gegenangriffe brandgefährlich. Lewandowski verpaßte eine Bender-Flanke nur knapp (51.). Nach 55 Minuten verpasste Guardiola dem Spiel mit der Einwechslung von Mario Götze die entscheidende Wendung. Der Jungstar wurde erwartungsgemäß mit einem gellenden Pfeifkonzert an alter Wirkungsstätte empfangen. Kurz darauf kam mit Thiago die zweite millionenschwere Neuverpflichtung des Rekordmeisters. Und es kam, wie es kommen mußte. Nach 66 Minuten nutzte ausgerechnet Götze eine Unachtsamkeit in der BVB-Deckung und schloß eine Müller-Vorlage gedankenschnell und technisch perfekt zur Münchner Führung ab. Borussia antwortete mit teilweise wütenden Offensiv-Attacken. Mkhitaryan vergab dabei freistehend eine weitere Großchance (69.), Reus platzierten Schuß aus 16 Metern vereitelte Manuel Neuer mit einer großartigen Parade (73.) Kurz zuvor hatte Klopp alles riskiert und mit Aubameyang und Hofmann zwei weitere Offensivakteure gebracht. Als Thiago dann mit einem Traumpass den völlig frei an der Mittellinie lauernden Robben bediente und dieser nach einem Solo zum 2:0 einschoß, war eine Vorentscheidung gefallen. Zwar versuchte der BVB alles, dem Spiel noch eine Wendung zu geben, lief dabei jedoch in der 86. Minute in einen weiteren Konter der gnadenlos effizienten Bayern, den Müller zum viel zu hohen 3:0-Endstand abschloß.

FAZIT / MEINUNG / ANALYSE

Hitzköpfe: Mandzukic, Großkreutz

Wer das Ergebnis liest, könnte meinen, die Bayern hätten das Spiel im Westfalenstadion beherrscht und den heimischen BVB vorgeführt. Dem war jedoch nicht so. Borussia lieferte dem Rekordmeister einen großen Kampf und begegnete den Gästen gute siebzig Minuten auf Augenhöhe. Die neuformierte Abwehrreihe des BVB stand besser als erwartet und stellte mit ihrem neuen „Chef“ Sokratis den an diesem Abend stärksten Dortmunder. Manuel Friedrich fügte sich relativ gut ein. Doch merkte man dem Ex-Nationalspieler die fehlende Spielpraxis fast über die gesamte Spielzeit an (fast jeder Pass war ein Fehlpass). Großkreutz hatte Robben weitestgehend im Griff und Durm ließ Müller fast nie zur Entfaltung kommen. Beide Außenverteidiger schalteten sich nebenbei immer wieder wirkungsvoll ins Offensivspiel mit ein. Während Sven Bender als „defensiver Sechser“ das Zentrum gut dicht machte und dabei vom fleißigen Sahin aufopferungsvoll unterstützt wurde, gelangen dem Deutsch-Türken in der Offensive kaum überraschende oder gefährliche Aktionen. Sahins Passquote war unterirdisch. Das gilt leider auch für Mkhitaryan, der sich wie immer überragend in der Balleroberung präsentierte, ansonsten jedoch nahezu wirkungslos blieb. Borussias Spiel fehlte ganz offensichtlich ein Lenker. Das Fehlen von Hummels (und natürlich Gündogan) machte sich somit vor allem im Aufbauspiel bemerkbar. Auf den offensiven Außenpositionen machte Kuba seine Sache zunächst sehr gut, fiel aber mit zunehmender Spieldauer immer mehr ab. Sein Pendant auf links, Marco Reus, war für die Bayern-Abwehr ein ständiger Unruheherd. Der Nationalspieler blieb jedoch in seinen Abschlußbemühungen ebenso glücklos wie Robert Lewandowski in vorderster Front.

Der BVB scheiterte an diesem Abend überwiegend an der fehlenden Zielstrebigkeit und Entschlossenheit sowie der mangelnden Effektivität vor dem gegnerischen Tor. In den entscheidenden Momenten agierten die Schwattgelben zu umständlich, statt den direkten Torabschluß zu suchen und versäumten es schon in der ersten Halbzeit, dem Spiel mit einem Tor eine andere Richtung zu geben. Gegen andere Gegner mag das noch gutgehen – gegen einen FC Bayern mit dieser Qualität jedoch nicht. Dem Rekordmeister spielte die Führung durch Götze klar in die Karten, um der sich zwangsläufig entblößenden BVB-Defensive den endgültigen K.O. zu verpassen.

Weiteres Manko der Dortmunder – die vielen unerklärlich leichten Abspielfehler und Ballverluste im Umschaltspiel. Zum wiederholten Male in dieser Saison machten sich die Dortmunder damit das Leben selbst schwer und nahmen dadurch ihrem kräftezehrenden und teilweise zu untentschlossenem Gegenpressing  die sonst so große Wirkung.

Unbedingt erwähnenswert bleibt die durchgängig und über das Spielende hinaus großartige Unterstützung des Dortmunder Publikums. Während des gesamten Spiels waren die Zuschauer der von Trainer Klopp im Vorfeld geforderte 12. Mann. Die Fans spürten, daß die Mannschaft an diesem Abend alles gab, mit der zwangsweise neu formierten Aufstellung jedoch an Grenzen stieß. Und auch nach Spielschluß feierte „die Süd“ ihre Lieblinge mit minutenlangen Sprechchören und Ovationen.

AUSBLICK

Rassig: Dante und Lewandowski

In den nächsten Tagen ist Jürgen Klopp besonders als Psychologe gefragt. Ob und wie stark die dritte Pflichtspiel-Niederlage in Folge Spuren in den Köpfen der Spieler hinterlässt, bleibt abzuwarten. Im CL-Endspiel gegen den SSC Neapel am Dienstag muß der Trainer seine Abwehr jedoch auf jeden Fall erneut umbauen, da Manuel Friedrich für die Gruppenphase nicht spielberechtigt ist. Vielleicht kehrt mit Lukasz Piszczek dann sogar jener Mann in die Startelf zurück, der gegen die Bayern zehn Minuten vor Schluß sein Comeback im BVB-Dress feierte.

Vorrangiges Ziel muß es jedoch sein, den Kopf schnell freizubekommen. Viel Zeit bleibt bei diesem schwierigen Unterfangen allerdings nicht. Gegen die Italiener, die ihrerseits die eigene Generalprobe für das Duell mit dem BVB ebenfalls verloren (0:1 daheim gegen Parma), dürfte jedoch die Einstellung wichtiger sein als die Aufstellung. Kehrt Dortmund zu seinem schnörkellosen und entschlossenen Angriffsfußball zurück, stehen die Chancen auf einen dringend notwendigen Sieg des BVB nicht schlecht. Zwingend erforderlich ist dabei jedoch eine größere Effektivität vor dem gegnerischen Tor. Viele Chancen wird es gegen die Neapolitaner nämlich erfahrungsgemäß nicht geben.

Wie auch immer das Spiel gegen Neapel endet, bleibt eines jedoch unumstößlich und für immer bestehen: NUR  DER  BVB !!

Die Pressekonferenz nach dem Spiel (präsentiert von SportLive Dortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis, Friedrich, Durm – Sahin, Bender – Blaszczykowski, Mkhitaryan, Reus – Lewandowski

Bayern München: Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Alaba – Lahm – Robben, Martinez, Kroos, Müller – Mandzukic

Einwechselungen: 71. Hofmann und Aubameyang für Mkhitaryan und Blaszczykowski, 79. Piszczek für Bender – 56. Götze für Mandzukic, 64. Thiago für Boateng, 79. van Buyten für Rafinha

Tore: 0:1 Götze (66., Müller), 0:2 Robben (85., Thiago), 0:3 Müller (87., Lahm)

Chancenverhältnis: 5:4

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Gelbe Karten: Großkreutz, Mkhitaryan – Boateng, Rafinha, Mandzukic

Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Hatte Müller gut im Griff: Erik Durm

Hans-Joachim Watzke: „Bayern ist die beste Mannschaft in Europa. Auch wenn das Spiel hätte anders ausgehen können. Sie haben gewonnen, und sie haben verdient gewonnen. Dazu gratulieren wir natürlich.“

Jürgen Klopp: „Man hat gemerkt, dass die Bayern viel Respekt vor uns hatten. Sie haben viele lange Bälle gespielt, und wir haben nur sehr wenige Chancen zugelassen. Bis zum 0:1 hatten wir die größeren Torchancen, hatten dann die riesige Möglichkeit zum 1:1; da müssen wir einen machen, wenn wir was hinkriegen wollen in solch einem Spiel. Nach dem 0:2 haben wir etwas die Nerven verloren; wir dachten alle, dass es vorher ein Foul an Marco Reus war. Danach hatten die Bayern viel Raum. Nach dem zweiten Gegentreffer hat die Mannschaft einen richtigen Knick bekommen. An das ganz große Wunder haben wir dann nicht mehr geglaubt.“

Roman Weidenfeller: „Wir hatten mehr Chancen. Aber Spiele werden durch Tore entschieden. Und die machen wir nicht, wir sind nicht zielstrebig in den Aktionen. Die Höhe der Niederlage ist irrelevant. Was bitter ist, dass wir über 80 Minuten ein gutes Spiel gemacht haben.“

Sven Bender: „Ein richtig bitterer Abend. Wir hatten viele gute Torchancen und haben enorm schnell umgeschaltet.“

Pep Guardiola: „Wir sind zufrieden, haben gegen die beste Kontermannschaft der Welt gewonnen. Wenn wir sie laufen lassen, Blaszczykowski, Reus, Mkhitaryan, sind sie nicht zu stoppen. Die ersten 15 Minuten haben wir gut gespielt, dann 30 Minuten nicht mehr. In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich besser. Ich habe sehr großen Respekt vor Borussia Dortmund. Wir hatten Probleme im Mittelfeld. Mit Götze und Thiago haben wir das Spiel besser kontrolliert.“

Thomas Müller: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Nach dem 1:0 hat Dortmund trotzdem gute Möglichkeiten gehabt, da hat uns Manuel Neuer im Spiel gehalten.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3), Großkreutz (3), Sokratis (2), Friedrich (4,5), Durm (3), Bender (3), Sahin (4,5),  Blaszczykowski (3,5), Mkhitaryan (4,5), Reus (3), Lewandowski (3,5), Aubameyang (-), Hofmann (-), Piszczek (-).

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