4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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WM-Aus für Marco Reus

Es ist der traurige Höhepunkt einer echten Dortmunder Seuchen-Saison. Kurz vorm Abflug der Nationalmannschaft nach Brasilien verletzte sich Marco Reus beim 6:1-Testspielsieg gegen Armenien und fällt damit für die WM aus. Die DFB-Ärzte diagnostizierten beim BVB-Star einen Teilriss des Syndesmosebandes. Reus wird ca. sechs bis sieben Wochen ausfallen. Für den Dortmunder nominierte Bundestrainer Löw Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua nach.

Bitteres WM-Aus kurz vorm Abflug: Marco Reus (Foto: kicker)

Borussia Dortmund und die Nationalmannschaft – irgendwie lastet ein kleiner „Fluch“ auf dieser Beziehung. Denn mit Marco Reus fällt bereits der dritte für die WM fest eingeplante BVB-Spieler verletzt aus. Zuvor hatte es bereits Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer erwischt.

Gündogan bestritt seit seiner Auswechslung wegen Rückenproblemen beim Länderspiel gegen Paraguay im vergangenen September kein Fußball-Spiel mehr und arbeitet seitdem intensiv an seinem Comeback. Zwar versuchte Dortmunds Taktgeber einige Male, wieder am Trainingsbetrieb des BVB teilzunehmen. Doch mußte der Mittelfeldspieler immer wieder herbe und bittere Rückschläge hinnehmen. Wann – und ob überhaupt – der Dortmunder Weltklassemann sein Comeback feiern kann, steht nach wie vor in den Sternen.

WM-Aus: Gündogan

Vereinskamerad Schmelzer nahm am WM-Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol teil, konnte dort aber aufgrund seiner Verletzung so gut wie gar nicht trainieren und fiel schließlich dem Rotstift des Bundestrainers zum Opfer. Für „Schmelle“ war das WM-Aus besonders bitter, gehörte der Linksverteidiger doch seit der Euro 2012 zu Löws festem Stammpersonal.

Nun also Marco Reus. Die Offensiv-Rakete von Borussia Dortmund zählte zu den großen Hoffnungsträgern der deutschen Mannschaft. Experten trauten dem blonden Borussen zu, einer der großen Stars dieser WM zu werden. Dies hat sich jedoch seit gestern Abend auf bitterste Art und Weise erledigt.

4:0 – BVB und Lewy bereit fürs Finale

71 Punkte, Vizemeister, Ruhrpott-Meister – Borussia Dortmund hat mit dem 4:0-Sieg bei Hertha BSC am 34. Spieltag der Bundesliga alle vor der Saison gesetzten Ziele erreicht. Vor 76.197 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion ballerten sich die Schwattgelben schon mal für das bevorstehende Pokalfinale gegen Bayern München warm. Einer stand dabei besonders im Mittelpunkt: Robert Lewandowski traf in seinem letzten Bundesligaspiel für den BVB zweimal und sicherte sich damit die so heiß ersehnte Torjägerkanone. Henrikh Mkhitaryan und Milos Jojic erzielten die weiteren Treffer für die Borussia.


Torschützenkönig 2013/14: Robert Lewandowski (Foto: kicker)

PERSONAL

Gegenüber dem Sieg gegen Hoffenheim veränderte Jürgen Klopp seine Startformation lediglich auf einer Position. Manuel Friedrich kam zu seinem letzten Bundesliga-Spiel für den BVB und erhielt somit nochmal Gelegenheit, sich durch gewonnene Spielpraxis als mögliche Option für das Pokalfinale gegen Bayern München anzubieten. Der vor allem in der Rückrunde stark beanspruchte Sokratis bekam gleichzeitig eine Verschnaufpause.

SPIELVERLAUF

Es war keineswegs ein Sommerkick, den beide Teams ihren Fans in einem für die Tabelle eher belanglosen letzten Saisonspiel boten. In einer temporeichen Anfangsphase mit beiderseits schnell vorgetragenen Angriffen kamen beide Mannschaften zu guten Torchancen. Die größte bot sich Herthas Wagner, dessen Kopfball Nuri Sahin für den bereits geschlagenen Weidenfeller auf der Linie klären konnte (5. Minute). Dortmund spielte bis zum gegnerischen Strafraum sehr gefällig. Lediglich der finale Pass wollte zunächst nicht gelingen. Die Gastgeber agierten ähnlich wie der BVB – auch ihre Angriffsversuche endeten spätestens am Dortmunder Strafraum.

Nachdem beide Mannschaften zwischenzeitlich das Tempo aus dem Spiel nahmen, drehte der BVB kurz vor der Halbzeit noch einmal auf. Der knapp im Abseits stehende Lewandowski vollstreckte mit seinem 19. Saisontor eiskalt zur Dortmunder Führung (41.), nachdem Hummels ihn mustergültig freigespielt hatte.Kurz darauf eine Doppelchance für den emsigen Reus, die dieser aber nicht nutzen konnte. Besser machte es da Milos Jojic in der 44. Minute. Der junge Serbe schlenzte das Leder zu seinem vierten Saisontor von halbrechts ins lange Eck.

Immer stärker: Milos Jojic (Foto: kicker)

Nach dem Wechsel löste Oliver Kirch den kraft- und ideenlos wirkenden Sahin ab. Und Borussia kam durch den starken, aber diesmal im Abschluß glücklosen Reus zur nächsten hochkarätigen Chance (47.). Nachdem auch Jojic in der 49. Minute das 3:0 verpaßte, verflachte die Partie. Borussia überließ Hertha nun das Geschehen und beschränkte sich darauf, den Vorsprung zu verwalten. Hertha kam lediglich durch einen Ndjeng-Freistoß (64.) und einen Ramos-Kopfball (69.) zu gefährlichen Aktionen.

Zum Ende der Partie zog Borussia nochmal das Tempo an. Und wurde prompt mit dem 3:0 belohnt. Lewandowski versenkte mit seinem 20. Saisontor einen direkten Freistoß aus 18 Metern im linken Torwinkel des Hertha-Gehäuses (80.). Und nur zwei Minuten später setzte Henrikh Mkhitaryan nach einem Querschläger Aubameyangs mit seinem neunten Saisontreffer den Schlußpunkt unter einen hochverdienten Sieg des BVB.

ANALYSE

Borussia setzte die Vorgaben ihres Trainers bemerkenswert konsequent um und präsentierte sich beim Bundesliga-Saisonausklang durchaus bemüht und keineswegs demotiviert. Mit dem deutlichen 4:0-Sieg blieb der BVB in der Erfolgsspur und unterstrich einmal mehr seine derzeit beeindruckende Spätform.

Zwar unterliefen den Schwattgelben einige Konzentrationsfehler und auch die defensive Zweikampfführung war nicht hundertprozentig konsequent – aber das dürfte niemanden ernsthaft verwundern. Schließlich ging es zum einen tabellarisch um nichts mehr. Zum anderen wollten alle Borussen das Risiko einer Verletzung im Hinblick aufs bevorstehende Pokalfinale minimieren.

Zweikampf Reus / Hosogai (Foto: kicker)

Dennoch zuckten wohl alle, die mit dem BVB sympathisieren, in der 70. Minute zusammen. Nach einem Zweikampf mit Herthas Sandro Wagner mußte Marco Reus mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz. Zuvor hatte sich bereits Mats Hummels vorsorglich auswechseln lassen. Und auch Friedrich und Sokratis zogen sich kleinere Blessuren zu. Alle vier dürften aber bis zum Pokalfinale wieder zur Verfügung stehen.

Bemerkenswert einmal mehr der Auftritt von Milos Jojic. Es ist schon beeindruckend, wie schnell sich der junge Serbe an das hohe Bundesliga-Niveau gewöhnt hat und sich mittlerweile zu einem fast schon unverzichtbaren Aktivposten des Dortmunder Spiels entwickelt hat. Nicht von ungefähr gelang Jojic mit einem wunderschönen Treffer bereits sein viertes Saisontor.

Abschließend ein herzlicher Glückwunsch an Robert Lewandowski. Der Musterprofi veredelte seine starke Saison mit zwei Treffern in seinem letzten Bundesligaspiel für den BVB und sicherte sich den Gewinn der  imageträchtigen Torjägerkanone. Lewy ist somit nach Lothar Emmerich und Marcio Amoroso der dritte Borusse, dem dieses Kunststück gelang. Dortmunds Verantwortliche haben alles richtig gemacht, als sie dem Polen vor der Saison einen vorzeitigen Wechsel zum FC Bayern untersagten und dabei bewußt auf eine hohe Ablösesumme verzichteten.

Ab sofort gilt die volle Konzentration dem 17. Mai. Dann will Borussia eine bisher ganz starke Saison  mit dem vierten Gewinn des DFB-Pokals gegen Bayern München krönen. Erinnerungen an das Jahr 2012 werden wach, als der BVB den Rekordmeister in Berlin mit 5:2 demütigte. Ganz Dortmund fiebert nun sieben Tage lang dem absoluten Saison-Höhepunkt entgegen.

DIE STATISTIK

Hertha BSC: Kraft – Ndjeng, Langkamp, Brooks, Pekarik – Hosogai, Kobiashvili – Skjelbred, Mukhtar, Schulz – Wagner

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Hummels, Schmelzer – Jojic, Sahin – Mkhitaryan, Reus, Großkreutz – Lewandowski

Einwechselungen: 34. van den Bergh für Skjelbred, 58. Niemeyer für Langkamp, 64. Ramos für Kobiashvili – 46. Kirch für Sahin, 56. Sokratis für Hummels, 70. Aubameyang für Reus

Tore: 0:1 Lewandowski (41., Hummels), 0:2 Jojic (44.), 0:3 Lewandowski (80., dir. Freistoß), 0:4 Mkhitaryan (82., Aubameyang)

Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)

Gelbe Karten: Schulz, Wagner

Zuschauer: 76.197 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Ich fand das Spiel extrem schwer, weil der Rasen viel zu trocken war. Das ist gefährlich für die Spieler und schlecht für den Fußball. Ansonsten war ich mit dem Spiel meiner Mannschaft hochzufrieden. Wir haben verdient und auch ziemlich hoch gewonnen, weil wir motiviert waren, die 71 Punkte zu schnappen. Das ist die drittbeste Ausbeute in der Bundesligageschichte von Borussia Dortmund. Und dazu haben wir, unter tatkräftiger Mithilfe seiner Mitspieler, Robert Lewandowski noch zum Torschützenkönig machen können. Von daher ist es ein perfekter Tag.

Nuri Sahin hat eine muskuläre Geschichte. Das ist nicht so günstig. Deshalb haben wir ihn in der Halbzeitpause raus genommen. Die anderen drei haben Schläge abbekommen. Das aber dürfte kein größeres Problem bedeuten für kommenden Samstag.

Von den 8.000 Freistößen, die Lewy im Training geschossen hat, waren maximal zwei drin. Kein Witz. Auf den letzten Drücker nimmt er auch noch diese Qualität mit.

Zweikommairgendwas Millionen Euro an Ablöse sind eine Menge Geld, aber im Fußball kann man sie noch als Schnäppchen bezeichnen. Milos Jojic ist ein Riesentalent, das auf mehreren Positionen im Mittelfeld spielen kann. Dass er torgefährlich ist, hat man vom ersten Moment an gemerkt. Ein toller Junger, der sich prima eingefügt hat.

Wenn man in dieses Stadion hier einläuft und weiß, dass man nächste Woche schon wieder da ist, dann begleiten einen ein paar Gedanken. Ansonsten aber hat das Pokalfinale mit dem heutigen Spiel nichts zu tun gehabt.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2), Piszczek (3,5), Hummels (2), Friedrich (3), Schmelzer (3), Sahin (3,5), Joljic (2,5), Mkhitaryan (3), Reus (2,5), Großkreutz (2,5), Lewandowski (2), Kirch (3), Sokratis (3), Aubameyang (-).

Klopps Forderung: 70-Punkte-Marke knacken

Für neutrale Beobachter mag das letzte Bundesligaspiel des BVB bei Hertha BSC Berlin ein Spiel um die „Goldene Ananas“ sein. Für Jürgen Klopp ist es das jedoch keineswegs. Dortmunds Coach erwartet von seiner Mannschaft einen Sieg beim Aufsteiger, um die 70-Punkte-Marke in der Bundesliga zu knacken. Mit dieser Forderung unterstreicht der BVB-Coach seinen Anspruch, jedes Spiel – und sei es scheinbar noch so bedeutungslos – unbedingt gewinnen zu wollen. Zudem will sich Borussia für die unglückliche 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel revanchieren und eine gelungene Generalprobe fürs Pokalfinale gegen Bayern München feiern.

Will 71 Punkte: Jürgen Klopp

„Ich will die 71 Punkte“, unterstrich Jürgen Klopp während der PK zum Hertha-Spiel nochmal deutlich die Erwartungen an seine Schwattgelben. Dortmunds Trainer verfolgt mit dieser Forderung zwei Ziele: zum einen soll die Konzentration für das Pokalfinale aufrecht erhalten werden. Zum anderen will Klopp die zuletzt eingeschlagene stabile Erfolgsspur kurz vor dem Saisonhöhepunkt nicht mehr verlassen.

Im Mittelpunkt des öffentlichen und des medialen Interesses dürfte am Samstagnachmittag jedoch die Frage stehen, ob es Robert Lewandowski in seinem letzten Bundesligaspiel für den BVB gelingt, sich mit einem oder mehreren Treffern die begehrte Torjägerkanone zu holen und den individuell durchaus bedeutsamen Titel des Torschützenkönigs zu ergattern.

Für seinen scheidenden Torjäger weicht Klopp dabei ausnahmsweise von seinem Grundsatz, den Mannschaftserfolg immer über den eines einzelnen Spielers zu stellen, ab. Die „Stallorder“ des BVB-Coaches lautet: Sollte der Borussia ein Strafstoß zugesprochen werden, erhält Lewandowski diesmal den Vortritt gegenüber dem eigentlich gesetzten Elfmeter-Schützen Marco Reus. Was allerdings passiert, sollten im Falle eines Falles beide Spieler im Torjäger-Ranking gleichauf liegen, ließ Klopp offen.

An die Adresse des zukünftigen BVB-Stürmers Adrian Ramos, der sich mit 16 Treffern ebenfalls noch Hoffnungen auf die Torjäger-Krone macht, sendete Klopp – allerdings augenzwinkernd – mahnende Worte. „Sollte Adrian dreimal treffen, wäre ich ziemlich sauer auf ihn.“

Stallorder: Reus übergibt den „Elfmeter-Stab“ an Lewandowski

Was den schwattgelben Personalstand für den Saison-Ausklang betrifft, scheint das Spiel für Sven Bender nach auskurierter Verletzung zu früh zu kommen. Es würde schlicht und einfach auch keinen Sinn machen, den Nationalspieler dem unnötigen Risiko eines eventuellen  Rückschlags auszusetzen. Oliver Kirch nach Virusinfekt und Sebastian Kehl nach auskuriertem Muskelfaserriß stehen dagegen wieder zur Verfügung.

Um für das Pokalfinale möglichst viele Akteure mit Spielrhythmus optional zur Verfügung zu haben, ließ Klopp durchklingen, all denen zu Spielpraxis verhelfen zu wollen, die zuletzt gar nicht oder nur sporadisch zum Einsatz kamen. So dürften sich vor allem Jonas Hofmann, Pierre-Emerick Aubameyang, Sebastian Kehl und Manuel Friedrich gute Chancen ausrechnen, in Berlin mindestens eine Halbzeit zum Zuge zu kommen.

Rein statistisch kommt es am Samstagnachmittag zum 27. Bundesliga-Duell beider Klubs in der Bundeshauptstadt. Siebenmal gelang dem BVB dabei ein Sieg, siebenmal ein Remis. Zwölfmal behielt Hertha daheim gegen die Borussia die Oberhand.

Die PK mit Jürgen Klopp zum Spiel bei Hertha BSC (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp: Borussia revanchiert sich für die Hinspielniederlage mit einem 3:1-Sieg.

Die möglichen Aufstellungen:

HERTHA: Kraft – Pekarik, Langkamp, Brooks, van den Bergh – Hosogai, Kobiashvili – Allagui, Skjelbred, Ben-Hatira – Ramos.

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis (Friedrich), Hummels, Schmelzer – Jojic (Kirch), Sahin (Kehl) – Mkhitaryan (Aubameyang), Reus, Großkreutz (Hofmann) – Lewandowski.

Löw nominiert BVB-Sixpack

Der Bundestrainer hat sich entschieden. Mit der Bekanntgabe des vorläufigen 30köpfigen WM-Kaders läutete der Bundestrainer die erste heiße Phase für die WM 2014 ein. Dabei baut der Bundes-Jogi auf einen Block aus Spielern von Bayern München und Borussia Dortmund. Sieben Bayern und sechs Dortmunder bilden das Gros des Aufgebots, das Jogi Löw nach dem Länderspiel gegen Polen auf 26 und nach dem WM-Trainingslager am 2. Juni nochmals auf 23 Spieler reduzieren wird. Das schwattgelbe „Sixpack“ hat dabei sehr gute Chancen, zum endgültigen Kader zu gehören und bei der WM in Brasilien dabei zu sein.

Kader-Überraschung: Erik Durm

Am überraschendsten kam die Nominierung sicherlich für Erik Durm. Während sowohl Roman Weidenfeller als auch Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Kevin Großkreutz und Marco Reus mit ihrer Nominierung rechnen durften, kommt die Berufung des 21jährigen Shootingstars durchaus unerwartet. Zwar hatten sich viele „Experten“ (u.a. Lothar Matthäus) im Vorfeld der Kader-Bekanntgabe für den jungen Dortmunder stark gemacht  – doch wer den Bundestrainer kennt, weiß, daß sich dieser nur wenig um solche Ratschläge schert.

Nach derzeitigem Stand der Dinge scheint Durm gar bessere Karten bezüglich einer WM-Teilnahme zu besitzen als Marcel Schmelzer. Zwar ist durchaus denkbar, daß Löw beide BVB-Linksverteidiger mit nach Brasilien nimmt – doch könnte das von der Personalie Sami Khedira abhängen.

Sollte der Real-Madrid-Star nach langer Verletzung in den Tagen des DFB-Trainingslagers Fitness und Form nachweisen und zum endgültigen 23-Mann-Kader zählen, gilt es als wahrscheinlich, daß Joachim Löw seinen Kapitän Philipp Lahm als Außenverteidiger einplanen und einen der anderen Außenverteidiger aus dem Aufgebot streichen wird. Momentan könnte Löw den jungen Durm aufgrund dessen körperlicher Fitness und der zuletzt gezeigten Form gegenüber Schmelzer favorisieren. Für „Schmelle“ spricht dagegen nach wie vor seine mittlerweile große internationale Erfahrung.

Nominiert: Kevin Großkreutz

Alle anderen Borussen gelten als sichere Kader-Mitglieder der deutschen Elite-Auswahl am Zuckerhut. Aufgrund seiner Vielseitigkeit winkt dabei dem von Löw lange ignorierten Kevin Großkreutz gar ein Platz in der Startformation – entweder als Rechtsverteidiger für den je nach taktischer Ausrichtung auf der Sechs agierenden Lahm oder sogar als ernsthafte Option für die Position des Linksverteidigers.

In der Startelf des ersten Gruppenspiels gegen Portugal sollten definitiv Mats Hummels als einer von zwei Innenverteidigern sowie Marco Reus auf einer der vier Offensiv-Positionen stehen. Dagegen dürfte die Stunde von Roman Weidenfeller nur dann schlagen, wenn sich der als Nummer eins gesetzte Manuel Neuer verletzt oder aufgrund einer Sperre ausfallen sollte.

Feste Größe: Marco Reus

Joachim Löw wird seine BVB-Kandidaten sowohl im letzten Bundesligaspiel bei Hertha BSC als auch im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München ganz genau beobachten. Somit bekommt das Duell am 17. Mai  mit dem süddeutschen Rekordmeister für sechs Borussen eine zusätzliche Note unter dem Motto „Schaulaufen für Jogi“.

Zwei andere Borussen, die lange Zeit als sichere WM-Teilnehmer galten, dürften dem Turnier in Südamerika mit großer Wehmut entgegensehen. Auf den seit zehn Monaten aufgrund ständig anhaltender Rückenprobleme ausfallenden Ilkay Gündogan verzichtet Löw nur schweren Herzens. Dem Lenker und Strategen des Dortmunder Spiels hätte wohl ein Stammplatz im deutschen Team gewunken.

 

Wackelkandidat? Marcel Schmelzer

Und auch für Sven Bender platzte nach langer Verletzungspause der Traum von der WM-Teilnahme. „Iron Manni“ besaß im Gegensatz zu seinem bei Bayer Leverkusen spielenden Zwillingsbruder Lars zwar nur Außenseiter-Chancen im Kampf um die Kader-Plätze. Doch seinen Platz kampflos einem anderen überlassen zu müssen, entspricht so gar nicht dem Anspruchsdenken der Kämpfernatur des als Zuverlässigkeit in Person geltenden Dortmunder „Staubsaugers“.

Zum Glück gilt sowohl für Gündogan als auch für Bender – beide sind noch jung und besitzen mehr als nur die Perspektive, bei den nächsten Turnieren für Deutschland am Ball zu sein.

Die Kadernominierung – präsentiert vom hr fernsehen

2:2 – „Rolls Reus“ erneut überragend

In einem über weite Strecken hochklassigen Bundesligaspiel trennten sich mit Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund zwei Top-Teams der Liga leistungsgerecht 2:2 unentschieden. Die jeweilige Führung der Gastgeber durch Lars Bender und Gonzalo Castro konnte der BVB durch Oliver Kirch und Marco Reus zweimal egalisieren. Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften Bay-Arena lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch auf teilweise hohem Niveau.

Verschworener „Haufen“: Borussia vor dem Anpfiff (Foto:kicker)

PERSONAL

Gegenüber dem 4:2 gegen Mainz kehrte der wiedergenesene Weidenfeller für Langerak zwischen die Dortmunder Pfosten zurück. Anstelle des verletzten Erik Durm vertraute BVB-Coach Jürgen Klopp bei der Besetzung der Linksverteidiger-Position auf seine Allzweckwaffe Kevin Großkreutz.

SPIELVERLAUF

Beide Teams begegneten sich mit hochstehenden Abwehrreihen und frühem Pressing und somit in ähnlicher taktischer Ausrichtung. Mit der ersten Torchance gingen die Gastgeber in der 7. Minute in Führung. Einen von Weidenfeller an die Latte gelenkten Kießling-Abpraller netzte Lars Bender geistesgegenwärtig per Kopf zum 1:0 für Bayer ein. Borussia zeigte sich allerdings keineswegs geschockt und kam in der 12. und 13. Minute durch Mkhitaryan zu zwei guten Gelegenheiten, die der Armenier jedoch nicht nutzen konnte. Der verdiente Ausgleich für die Schwattgelben nach 29 Minuten. Einen von halblinks wie immer mit viel Schnitt und Präzision von Reus geschlagenen Freistoß verlängerte Oliver Kirch mit dem Hinterkopf in die lange Ecke des von Leno gehüteten Leverkusener Tores. Eine Kopie des Piszczek-Treffers gegen Mainz aus der Vorwoche.

Der offene und intensiv geführte Schlagabtausch setzte sich in der Folgezeit fort und mündete nach 35 Minuten in Leverkusens erneute Führung. Eine gefühlvolle Hereingabe von Brandt köpfte Gonzalo Castro aus halblinkem spitzem Winkel unhaltbar für Weidenfeller zum 2:1 ein. Aber auch der erneute Rückstand hinterließ keine Schockstarre beim BVB, denn bereits in der 39. Minute besorgte Reus per Strafstoß das 2:2. Hilbert hatte zuvor eine Jojic-Flanke im Zweikampf mit Lewandowski mit einem klaren Handspiel geklärt. Nur eine Minute später verpaßte der einmal mehr überragende Marco Reus, seine Mannschaft mit 3:2 in Führung zu bringen.

Vollgas-Coaching: Jürgen Klopp (Foto: kicker)

Nach dem Seitenwechsel begannen beide Teams personell und auch in ihrer Spielanlage unverändert. Kießling (46. und 60.) ließ zwei Möglichkeiten ungenutzt, Son traf in der 68. Minute nur das Außennnetz und Brandt scheiterte freistehend am grandios reagierenden Weidenfeller (72.). Borussia zeigte sich spielerisch gegen die sich in der Folgezeit immer weiter zurückziehenden Leverkusener zwar überlegen, konnte sich aber kaum noch gefährliche Tormöglichkeiten herausarbeiten. Einzig durch einen Reus-Freistoß in der 79. Minute, den Hummels knapp verpaßte, konnte der BVB das Tor der Gastgeber nochmals ernsthaft in Bedrängnis bringen.

Ansonsten neutralisierten sich beide Teams bereits im Mittelfeld. Boenisch bot sich in der Nachspielzeit nochmal die Möglichkeit zum Siegtreffer für Bayer, doch der Außenverteidiger vergab aus spitzem Winkel. So blieb es beim letzlich gerechten Unentschieden zwischen zwei an diesem Nachmittag gleich starken Teams.

Leverkusens 1:0 durch L.Bender (Foto: kicker)

ANALYSE

Zwar trumpfte Borussia nicht so brillant und furios wie in den Spielen der letzten Wochen auf, bestach aber dennoch durch einen Mix aus Leidenschaft, taktischer Disziplin und im ersten Durchgang auch spielerischer Finesse.

Aus einer wie gewohnt geschlossenen Mannschaft ragte einmal mehr Marco Reus heraus. Der Nationalspieler war nicht nur an beiden Toren seines Teams direkt beteiligt. Vielmehr lief fast jeder Angriff über „Woodyinho“. Wo immer der blonde Wirbelwind auch auftauchte, verursachte er durch seine furiosen Aktionen Unruhe in der Leverkusener Defensive. Reus sprühte nur so vor Spielfreude und sorgte mit seinen blitzgescheiten Pässen und stets gefährlichen Dribblings für permante Überraschungsmomente im Offensivspiel des BVB. Nicht zu vergessen seine Standards, bei denen vor dem Tor der Gastgeber stets „Alarmstufe Rot“ ausgerufen wurde.

Überdurchschnittlich einmal mehr auch der Auftritt von Oliver Kirch. Der 31jährige Blondschopf war nicht nur wegen seines Ausgleichstreffers zum 1:1 neben Reus der auffälligste Borusse. Kirch stopfte mehrmals Löcher im Mittelfeld-Zentrum und sorgte in der Vorwärtsbewegung für spielerische Akzente. Fast alle Aktionen des Routiniers hatten Hand und Fuß. Kirch verlieh dem Aufbauspiel des BVB Struktur, auch wenn seinen Offensiv-Aktionen in manchen Umschaltmomenten die Schnelligkeit fehlte – was Mitte der zweiten Hälfte zu einem kurzen Disput mit Jürgen Klopp führte.

Kirchs Ausgleich zum 1:1 (Foto: kicker)

Erwähnenswert, weil äußerst selten: Robert Lewandowski kam gegen Leverkusens Innenverteidiger-Duo Spahic und Toprak kaum zur Geltung. Zwar bemühte sich der polnische Nationalspieler wie gewohnt und schaffte auch immer wieder Räume für die nachrückenden Mannschaftskollegen. Doch Lewy wollte an diesem Nachmittag irgendwie nichts gelingen. Aber kein Vorwurf an Borussias Goalgetter, der sich in zahlreichen nickeligen Zweikämpfen mit Spahic und Toprak extrem aufrieb.

Mit dem Punkt in Leverkusen setzten die Schwattgelben ihren positiven Lauf der vergangenen Wochen fort und untermauerten ihren Anspruch auf Platz Zwei. In den beiden noch ausstehenden Saisonspielen gegen Hoffenheim und bei Hertha BSC könnte der BVB sein Punktekonto auf starke 71 Zähler ausbauen und eine von vielen Nackenschlägen geprägte Bundesliga-Saison zu einem mehr als positiven Ende bringen.

DIE STATISTIK

Bayer Leverkusen: Leno – Hilbert, Toprak, Spahic, Boenisch – Bender, Can – Brandt, Castro, Son – Kießling

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Großkreutz – Sahin, Kirch – Jojic, Reus, Mkhitaryan – Lewandowski

Einwechselungen: 81. Rolfes und Öztunali für Castro und Brandt, 84. Derdiyok für Kießling – 75. Aubameyang für Mkhitaryan, 82. Hofmann für Jojic, 90. Schieber für Lewandowski.

Tore: 1:0 L. Bender (7., Kießling), 1:1 Kirch (29., Freistoß Reus), 2:1 Castro (35., Brandt), 2:2 Reus (39., Handelfmeter, Hilbert)

Schiedsrichter: Perl (Pullach)

Gelbe Karten: Spahic – Lewandowski

Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

Ein Punkt in Leverkusen ist für Borussia Dortmund immer noch ein Erfolg, und das wird auch noch eine Zeitlang so bleiben. Und wie er zustande gekommen ist, war gut. Wir waren voller Spielfreude und hatten richtig Bock auf Fußball, haben die Kugel laufen lassen. Leider haben wir dem Gegner damit auch ein bisschen in die Karten gespielt. Nach Ballverlust mussten wir weite Wege zurück in die Defensive gehen, die richtig weh getan haben. Die beiden Gegentreffer hätten wir besser verteidigen können. Beim zweiten wollte einer von uns auf Abseits stellen. Wir haben aber auf beide Gegentore gut reagiert, weiter Fußball gespielt und ein tolles Standard-Tor – ähnlich wie am vergangenen Wochenende gegen Mainz – zum 1:1 erzielt.

Die zweite Halbzeit war ein bisschen offener, weil wir ungeduldiger wurden in unseren Aktionen. Wir waren zwar immer noch gut, aber nicht mehr herausragend. So ist es ein verdienter Punkt für beide Mannschaften.

Marco Reus ist in einer sehr guten Verfassung, und das hilft uns, Spiele zu gewinnen. Neben seinem großartigen Talent bringt er die Bereitschaft zum Arbeiten mit ein. Marco hat unsere Spielweise maximalst verinnerlicht. Es macht ihm Spaß, gegen die Kugel zu arbeiten, weil es ihm auch viele Dinge erleichtert. Er hätte auch ein zweites Tor erzielen können, wenn er vielleicht an Leno vorbeigelaufen wäre, aber er wollte den Ball durchstecken.

Für uns ist wichtig, dass wir erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit wieder eine komplette Trainingswoche hatten, in der wir auch an taktischen Dingen arbeiten konnten. Dafür nutzen wir die letzten drei Wochen vor dem alles entscheidenden Spiel in Berlin. Dabei müssen wir hoffen, dass sich niemand weh tut. Aber das kann man nicht verhindern, indem man sie nicht mehr aufstellt. Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit in Leverkusen, werden wir die weiteren Spiele gewinnen und können mit breiter Brust ins Finale gehen.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2), Piszczek (3,5), Sokratis (2,5), Hummels (2,5), Großkreutz (3,5), Kirch (2), Sahin (4), Jojic (3), Reus (1,5), Mkhitaryan (3,5), Lewandowski (4), Aubameyang (-), Hofmann (-), Schieber (-).

4:2 – Furioser BVB nicht zu stoppen

Borussia Dortmund hat sein Saisonziel in der Bundesliga erreicht. Am Nachmittag besiegte der BVB den FSV Mainz 05 mit 4:2 und machte damit die direkte Champions-League-Qualifikation perfekt. 80.500 Zuschauer im ausverkauften Westfalenstadion erlebten ein Offensivspektakel und einen offenen Schlagabtausch allererster Güte. Von Müdigkeit oder Erschöpfungszuständen zum Abschluß der fünften englischen Woche in Folge war bei den Schwattgelben nichts zu spüren. Milos Jojic, Robert Lewandowski, Lukasz Piszczek und Marco Reus erzielten die Treffer zum hochverdienten und furios herausgespielten Dortmunder Sieg gegen aufopferungsvoll kämpfende, letztlich aber chancenlose Mainzer.


Borussias 1:0 durch Jojics abgefälschten Schuß. (Foto: kicker)

PERSONAL

Jürgen Klopp änderte die siegreiche Mannschaft aus dem Pokalfight gegen Wolfsburg auf drei Positionen. Weidenfeller und Kehl fehlten leicht angeschlagen, Großkreutz bekam eine längst verdiente schöpferische Pause. Langerak, Kirch und Jojic rückten statt ihrer in die Startformation, die Klopp im altbewährten 4-2-3-1-System ausrichtete.

SPIELVERLAUF

Borussia begann wie die Feuerwehr. Mit schnellen Kombinationen schien der BVB die Gäste überrennen zu wollen. Bereits in der 3. Minute bewahrte der Pfosten die Mainzer nach einem Reus-Freistoß vor einem frühen Rückstand. Zwar versuchte die Tuchel-Elf mit recht harter Gangart die Borussen am Spielaufbau zu hindern, doch die wie entfesselt auftretenden Schwattgelben kamen in der 8. Minute zum 1:0. Einen Schuß von Jojic fälschte Kirch mit einem unabsichtlichen Handspiel unhaltbar für Karius ab. Auch danach Dortmund nicht zu stoppen. Mit teilweise furiosen Ballstafetten kam der BVB immer wieder zu gefährlichen Aktionen vor dem Gästetor. Mkhitaryans Schuß in der 12. Minute wurde von Noveski knapp neben das Tor abgefälscht. Mainz nur sporadisch mit Offensivaktionen, von denen eine in der 14. Minute jedoch zum überraschenden Ausgleich führte. Okazakis Schuß fälschte Hummels unerreichbar für Langerak ins eigene Tor ab.

Dortmund schüttelte sich kurz und spielte danach weiter groß auf. Einen Traumpaß von Sahin auf den rechts durchstartenden Mkhitaryan legte dieser quer zu Lewandowski. Der polnische Torjäger umkurvte Karius und schob mit seinem 18.Saisontor zum 2:1 für den BVB ein (18.). Mit hohem Tempo ging es bis zur Halbzeit weiter. Lewandowski und Reus (22. und 24.) scheiterten bei weiteren Gelegenheiten für Dortmund, Choupo-Moting (25.) und Malli (35.) taten es ihnen für Mainz gleich.

Kollektiver Jubel über Piszczeks 3:2 (Foto:Kicker)

Nach dem Wechsel wollte Dortmund die schnelle Entscheidung und startete ein regelrechtes Powerplay. Reus (48.) und Lewandowski (52.) scheiterten jedoch an Karius. Effektiver zeigten sich die Gäste. Okazaki erlief einen katastrophalen Sahin-Rückpaß und schob ihn am verdutzten Langerak vorbei zum 2:2 ins Tor der Borussia. Doch wie schon nach dem 1:1 ließ die Antwort der Schwattgelben auch diesmal nicht lange auf sich warten. Einen Freistoß von Marco Reus veredelte Lukasz Piszczek zur erneuten Dortmunder Führung. Mit dem Rücken zum Tor stehend beförderte der polnische Rechtsverteidiger das Leder ins Mainzer Gehäuse.

Die Gäste hatten dem nun folgenden Sturmlauf des BVB kaum noch etwas entgegenzusetzen. Zweimal scheiterte Lewandowski an Karius (63., 64.), bevor Okazaki einen Hummels-Kopfball von der Torlinie kratzte (67.). Mainz kam kaum noch zum Luftholen und geriet in puncto Torschüsse bis zur 75. Minute mit 7:21 (!!) in Rückstand. Das 4:2 lag mehr als in der Luft und in der 79. Minute war es dann endlich soweit. Nach einem Traumzuspiel von Reus umkurvte Lewandowski den starken Karius. Seinen strammen Schuß aus spitzem Winkel konnte Bungert nur per Handspiel stoppen und sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte der überragende Reus mit seinem 15. Saisontor zum 4:2 für den BVB. Der Wiederstand der Gäste war nun endgültig gebrochen und Dortmund kam in Überzahl durch den eingewechselten Aubameyang noch zu zwei hochkarätigen Chancen (86., 87.), die dieser jedoch ungenutzt ließ. Am Ende stand ein hochverdienter 4:2-Sieg einer spektakulär aufspielenden Borussia.

ANALYSE

Die Frage muß erlaubt sein: Woher nimmt der BVB diese Energie und Kraft? Trotz andauernder personeller Nackenschläge und zuletzt zwölf Spielen innerhalb von 36 Tagen präsentiert sich Borussia zum Saisonende in Gala-Form. Körperlich und mental befindet sich diese Mannschaft momentan auf absolutem Top-Niveau und spielt hochkarätige Gegner wie Madrid, Bayern München, Wolfsburg und auch die zuvor stark auftrumpfenden Mainzer in Grund und Boden.

Lewandowskis 2:1 für Borussia (Foto: kicker)

Der Schlüssel schlechthin zu dieser bemerkenswerten Verfassung der Dortmunder Mannschaft heißt Jürgen Klopp. Wen immer der Coach derzeit aufstellt und mit welchem System er seine Elf auch ausstattet – Klopp trifft mit seinen Entscheidungen permanent ins Schwarze. Zudem muß der von zahlreichen europäischen Top-Klubs umworbene Erfolgstrainer des BVB auch in puncto Training und Trainingssteuerung einiges richtig machen und gemacht haben. Denn statt, wie er selbst beteuert, auf der letzten Felge zu laufen, präsentiert sich sein ausgedünnter Kader zum Ende einer schwierigen Saison mental und physisch auf allerhöchstem Niveau.

Allen voran Marco Reus. Der Nationalspieler war nie so stark wie momentan. Reus ist der absolute Schlüsselspieler in der Offensive und hat in dem glänzend aufgelegten Mkhitaryan und dem nimmermüden Alleskönner Lewandowski zwei kongeniale Partner. Wenn diese drei aufs Gaspedal drücken, sind sie momentan kaum aufzuhalten.

Natürlich profitieren alle drei auch von Mats Hummels, der nach etlichen Verletzungsunterbechungen endlich zu absoluter körperlicher Fitness gefunden hat und sich mittlerweile in konstant starker Form präsentiert. Der Nationalverteidiger stopft Löcher, gewinnt Zweikämpfe, dirigiert lautstark, zeigt Präsenz und kurbelt die eigene Offensive mit großer Kreativität an. Hummels ist der uneingeschränkte Kopf, das Hirn der aktuellen Mannschaft.

Schlußpunkt: Reus´ Elfmeter zum 4:2 (Foto: kicker)

Dazu präsentieren sich Akteure aus der „zweiten Reihe“ wie Winter-Neuzugang Milos Jojic und Oliver Kirch als vollwertiger Ersatz für die etablierten, aber verletzten Langzeitausfälle. Besonders der junge Serbe beweist von Spiel zu Spiel deutlicher, daß er einen echten Faustpfand für die Zukunft der Schwattgelben darstellt. Klopp und Zorc scheinen in Jojic einmal mehr einen absoluten Rohdiamanten entdeckt zu haben. Routinier Kirch hingegen empfiehlt sich durch konstant starke Leistungen für eine scheinbar kurz bevorstehende Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags.

Zum absoluten Shooting-Star im Kader der Borussia könnte Erik Durm werden. Der für den verletzten Marcel Schmelzer ins kalte Wasser gewordene Jungspund hat über die gesamte Saison gesehen einen dermaßen starken und konstanten Eindruck als Linksverteidiger hinterlassen, daß ihn Lothar Matthäus jüngst als ernsthafte Option für Jogi Löws WM-Kader ins Gespräch brachte.

Beeindruckt von seinem Team: Jürgen Klopp (Foto: kicker)

Glückwunsch jedoch an die komplette Mannschaft und den Trainerstab zur vorzeitigen direkten Qualifikation für die neue Champions-League-Saison, die mit dem heutigen Sieg gegen Mainz perfekt gemacht wurde. Der Mannschaft bleiben nun erstmal sechs Tage Zeit zum Durchschnaufen, bevor es am 32. Spieltag zu Bayer Leverkusen geht. Dort will Borussia dringend erneut punkten, denn bis zum Abpfiff der Saison wollen die Schwattgelben unbedingt den zweiten Platz vor ihrem Revier-Nachbarn aus der verbotenen Stadt verteidigen.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, daß Borussia die derzeitige Form bis zum Pokalfinale am 17. Mai in Berlin konservieren kann. Dann steht einem erneuten Gewinn des DFB-Pokals gegen den Erzrivalen Bayern München nichts mehr im Wege.

Die Pressekonferenz mit Jürgen Klopp (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Sahin, Kirch – Jojic, Reus, Mkhitaryan – Lewandowski

1. FSV Mainz 05: Karius – Pospech, Bungert, Noveski, Junior Diaz – Geis – Bell, Malli, Moritz, Choupo-Moting – Okazaki

Einwechselungen: 80. Großkreutz für Mkhitaryan, 81. Hofmann für Jojic, 84. Aubameyang für Reus – 46. Saller und Parker für Bell und Moritz, 75. Koo für Malli

Tore: 1:0 Jojic (6.), 1:1 Okazaki (14., Junior Diaz), 2:1 Lewandowski (18., Mkhitaryan), 2:2 Okazaki (53.), 3:2 Piszczek (56., Freistoß Kirch), 4:2 Reus (79., Handelfmeter, Lewandowski)

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Rote Karte: 78. Bungert (Handspiel)

Gelbe Karten: Jojic – Okazaki

Zuschauer: 80.500 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Das war herausragend gut, was meine Truppe gemacht hat. Nichts war selbstverständlich heute. Zu allem, was zusammenkommen kann, hat heute auch noch die Sonne geschienen. Das ist für Fußballer nicht so toll. Dennoch hat meine Mannschaft den inneren Schweinhund ein für allemal besiegt. Sie ist aggressiv angelaufen, hat ein hohes Tempo gespielt. Das erleichtert mich total. Es war stark; dazu tolle Tore. Es hätte sogar das eine oder andere mehr sein können. Dennoch war das Spiel lange Zeit eng. Noch neun Punkte aus den letzten drei Spielen, und alles ist gut.“

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (3), Piszczek (3), Sokratis (2,5), Hummels (2,5), Durm (3), Sahin (3), Kirch (2,5), Jojic (2,5), Reus (1), Mkhitaryan (2), Lewandowski (2,5), Großkreutz (-), Hofmann (-), Aubameyang (-).