4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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2:2 – Piszczek rettet BVB das Remis

BVB scheitert an Abschlußschwäche – Aubameyang/Piszczek treffen – Sarr erneut stark

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geschrieben von Markus Flügel

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In einem temporeichen und spannenden Bundesligaspiel trennten sich die TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund mit 2:2. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim führten die Gastgeber bereits mit 2:0, bevor der BVB einmal mehr unter Beweis stellte, daß man die Schwattgelben nie abschreiben sollte. Aubameyang und Piszczek sorgten mit ihren Treffern für den Punktgewinn, mit dem die Borussia den dritten Platz zwar vorläufig sicherte – den Anschluß nach ganz oben jedoch zunächst verlor.


PERSONAL

Zweikampf Süle, Lewandowski (Foto: kicker)

Gegenüber dem 2:1-Sieg in Marseille veränderte Jürgen Klopp sein Team auf vier Positionen. Überraschend dabei vor allem der Einsatz von Mitch Langerak anstelle Roman Weidenfellers. Außerdem ersetzte Manuel Friedrich den gesperrten Sokratis. Großkreutz und Mkhitaryan erhielten eine schöpferische Pause. Für sie rotierten Piszczek und Aubameyang in die Dortmunder Startformation.

SPIELVERLAUF

Beide Teams setzten von Beginn an auf Offensive. Es entwickelte sich von der ersten Minute an ein offener Schlagabtausch. Dortmund setzte mit Reus´ Abseitstor in der 10. Minute die erste Duftmarke, nur sechs Minuten später vereitelte Volland eine weitere Chance des blonden Nationalspielers. Fast im Gegenzug jedoch die 1:0-Führung der Gastgeber. Einen unnötigen Ballverlust von Durm nutzte Kevin Volland zu einem schnellen Konter. Seinen feinen Paß in die Tiefe vollstreckte Schipplock eiskalt. In der Folgezeit bekam Hoffenheim durch ein sehr aggressives Zweikampfverhalten mehr und mehr Oberwasser. Polanski scheiterte in der 25. Minute mit einem Lattentreffer, Volland machte es in der 37. Minute besser. Die Vorarbeit von Rudy verwandelte der Spielführer der U21-Nationalmannschaft zum 2:0. Borussia fand jedoch schnell zurück ins Spiel und so gelang noch vor der Pause der wichtige Anschlußtreffer. Nach einem kapitalen Fehler von TSG-Keeper Grahl stocherte Lewandowski das Leder Richtung Hoffenheimer Tor, Aubameyang vollendete.

Schipplocks 1:0 (Foto: kicker)

Nach dem Wechsel kam der BVB immer besser ins Spiel und kombinierte teilweise sehr gefällig, ohne jedoch zunächst gefährliche Abschluss-Situationen herauszuspielen. Ausnahme ein Reus-Freistoß in der 57. Minute, der jedoch das Tor der Gastgeber weit verfehlte. Mit der Hereinnahme von Hofmann und Mkhitaryan sorgte BVB-Coach Jürgen Klopp dann für frischen Wind (66.). Der Armenier hätte mit seiner ersten Aktion fast für den Ausgleich gesorgt, schoß das Leder jedoch knapp am langen Eck vorbei. Kurz darauf dennoch das längst überfällige 2:2. Einen Kopfball von Piszczek (nach toller Sahin-Flanke) konnte Grahl noch abwehren, den Abpraller jedoch netzte der polnische Nationalspieler ein. Es schloss sich eine mit Höhepunkten auf beiden Seiten gespickte Schlußphase an, in der die Borussia durch Reus und Schieber (87. und 89.), Hoffenheim durch Volland (88.) den möglichen und verdienten Siegtreffer vergab.

ANALYSE / MEINUNG / FAZIT

Wieder einmal bewies der BVB eine Riesenmoral. Trotz der kräftezehrenden Partie in Marseille warf die erneut umformierte Elf der Schwattgelben alles in die Waagschale, was der Akku noch zu leisten imstande war. Und das war erstaunlich viel. Nach einem 0:2-Rückstand noch einmal so zurückzukommen wie die von zahlreichen englischen Wochen und permanenten personellen Rückschlägen gebeutelte Borussia, nötigt selbst neutralen Beobachtern großen Respekt ab. Vor dem Willen und dem Charakter dieser Mannschaft kann man einfach nur den Hut ziehen.

Aubameyang staubt zum 2:1 ab (Foto: kicker)

Daß es letztendlich nicht sogar zu einem durchaus verdienten Sieg im Kraichgau gereicht hat, ist zum einen der längst bekannten und diesmal erneut deutlich zu Tage getretenen Abschlußschwäche zuzuschreiben. Reus, Mkhitaryan, Lewandowski und Schieber vergaben allerbeste, teilweise hundertprozentige Torchancen.

Zum anderen lag es am diesmal nicht so kompakt wie gewohnt praktizierten und teilweise unkonzentrierten Defensivverhalten der gesamten Mannschaft. Diesem war es zuzuschreiben, daß die Schwattgelben mit 0:2 in Rückstand gerieten. Die offensiv bekanntlich sehr flexiblen und gedankenschnellen Hoffenheimer nutzten diese ungewohnte Schwäche der Borussia vor allem im ersten Durchgang eiskalt aus. Bis zu Aubameyangs wichtigem Anschlußtreffer hätte der BVB bereits deutlicher als 0:2 zurückliegen können.

Zweikampf Sahin, Rudy (Foto: kicker)

Eine aus Dortmunder Sicht sehr erfreuliche Erkenntnis brachte die Vorstellung von Lukas Piszczek. Der polnische Nationalspieler war neben seinem Landsmann Lewandowski stärkster und auffälligster Borusse. Piszczek ist definitiv auf dem Weg zu alter Klasse und darf zu Recht wieder als vollwertige Startelf-Option im schwattgelben Kader angesehen werden.

Neuzugang Manuel Friedrich wackelte dagegen erneut in der ein oder anderen Situation bedenklich. Beim Ex-Nationalspieler werden vor allem eklatante Tempodefizite immer offensichtlicher, die er zum Glück in der ein oder anderen Situation durch Routine und Stellungsspiel wettmachen konnte. Sein Nebenmann Marian Sarr lieferte dagegen nach seiner überzeugenden CL-Vorstellung in Marseille nun auch in der Bundesliga ein überzeugendes Debut ab. Der 18jährige sah zwar beim ersten Tor nicht gut aus und verlor das Laufduell mit Schipplock – zeigte sich ansonsten aber sehr zweikampfstark und abgeklärt.

Fazit: Wenn den großen Personalproblemen der Borussia etwas Positives abzugewinnen ist, dann die Erkenntnis, daß sich dadurch vor allem junge Spieler präsentieren und teilweise sogar etablieren konnten. Spieler wie Erik Durm, Marian Sarr und Jonas Hofmann hatte vor Wochen noch niemand so richtig auf dem Zettel. Mittlerweile gelten alle drei jedoch als vollwertige Alternativen zu den bewährten Stammkräften des BVB. Dazu hat Jürgen Klopp mit Koray Günter noch einen weiteren Rohdiamanten in der Hinterhand.

Piszczek-Jubel (Foto: RS)

Dank des gleichzeitigen Remis der Gladbacher in Mainz sicherte sich der BVB zunächst den dritten Tabellenplatz. Um auf diesem Rang auch in die Winterpause zu gehen, dürfte am kommenden Wochenende im letzten Hinrundenspiel ein Sieg gegen Hertha BSC jedoch unabdingbar sein. Der Zug nach „ganz oben“ ist für unsere Jungs zwar vorläufig abgefahren. Doch wenn ab dem 18. Spieltag bis auf Subotic der Kader nahezu komplett zur Verfügung steht, darf man der Rückrunde positiv entgegenblicken. Rang Zwei ist allemal noch möglich. Und schließlich ist Borussia auch im DFB-Pokal und der Champions League noch aussichtsreich vertreten.

In diesem Sinne verbleibe ich positiv. Außerdem gilt sowieso nur eines:  NUR  DER  BVB  !!

DIE STATISTIK

TSG Hoffenheim: Grahl – Beck, Süle, Vestergaard, Toljan – Rudy, Polanski – Volland, Roberto Firmino, Herdling – Schipplock

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Friedrich, Sarr, Durm – Sahin, Kehl – Blaszczykowski, Reus, Aubameyang – Lewandowski

Einwechselungen: 69. Salihovic für Schipplock, 71. Johnson für Herdling, 90.+1 Strobl für Rudy – 66. Hofmann und Mkhitaryan für Aubameyang und Blaszczykowski, 88. Schieber für Reus

Tore: 1:0 Schipplock (17., Firmino), 2:0 Volland (37., Rudy), 2:1 Aubameyang (44., Lewandowski), 2:2 Piszczek (67., Sahin)

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Gelbe Karten: Volland, Polanski – Reus, Friedrich, Sahin

Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Jürgen Klopp: “ In der Kabine sieht es nicht nach einem gewonnen Punkt aus, sondern wie nach einer Niederlage.Ich habe meiner Mannschaft 95 Minuten lang angesehen, dass sie unbedingt gewinnen wollte. Bei beiden Gegentoren fehlte die nötige defensive Absicherung unserer eigenen Angriffe. Aber ich habe unglaublich tolle Momente im Spiel meiner Mannschaft gesehen. Wir waren immer gefährlich und haben enge Strafraumsituationen kreiert. Aber wir machen momentan die Bälle halt nicht rein. Somit fühlen sich im Moment die vergebenen Torchancen härter an als die insgesamt phantastische Leistung. Wir wären kein unverdienter Sieger gewesen, aber wir hätten auch verlieren können. Das sagt alles aus über dieses Spiel.“

Respektvoll: Gisdol, Klopp (Foto: kicker)

Markus Gisdol: „Ich muß meinen Hut vor Borussia ziehen. Ich habe gedacht, dass sie ab der 60. oder 70. Minute nachlassen würden, aber das war nicht der Fall. Wir haben gegen unser fußballerisches Vorbild einen Punkt geholt. und ein temporeiches, rasantes Spiel gesehen, in dem fast alles drin war. Es macht einfach Spaß, Jürgens Truppe zuzuschauen.“

Pierre-Emerick Aubameyang: „Es war ein unglaublich intensives Spiel. Hoffenheim war sehr stark, vor allem im Konterspiel. Wir haben gekämpft und bis zum Schluss alles versucht. Leider hat es nicht sollen sein. Trotzdem glaube ich, dass wir eine großartige Moral gezeigt haben. Eigentlich müssen wir dieses Spiel  gewinnen, auch wenn Hoffenheim natürlich ebenfalls gute Gelegenheiten gehabt hat. Aber wir hatten auch vor dem 0:1-Rückstand schon riesige Möglichkeiten. Für den Anschlusstreffer, den ich erziele, muss ich mich eigentlich beim Gegner bedanken. Das war ein Geschenk. Der Ball rollt dem Torwart durch die Beine, ich muss ihn dann nur noch über die Linie schieben.“

Jakub Blaszczykowski: „Wir hätten den Sieg heute verdient gehabt. Aber um so ein Spiel dann auch wirklich zu gewinnen, müssen wir unsere Chancen besser nutzen. Wir haben viel zu viele Möglichkeiten liegen lassen. Von daher bin ich nur bedingt zufrieden. Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen, weil wir den Rückstand noch aufgeholt haben. Alles in allem muss man aber sagen, dass wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen.“

Nuri Sahin: „Wenn man auswärts zwei Treffer erzielt, steht man normalerweise gut da. Wir bekommen aber schon in der ersten Halbzeit zwei total unnötige Gegentore. Gegen so einen Rückstand rennt man dann natürlich erstmal an. Wir hatten auch Chancen zur Genüge, um noch mehr Tore zu erzielen. Dass wir sie nicht nutzen, haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir – die ganze Mannschaft – müssen uns jetzt erst einmal finden, dann geht es auch wieder bergauf.“

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (3), Piszczek (2), Friedrich (4), Sarr (2,5), Durm (3,5), Sahin (3), Kehl (3), Blaszczykowski (3,5), Reus (3,5), Aubameyang (3,5), Lewandowski (2), Hofmann (-), Mkhitaryan (-), Schieber (-).

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