4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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Subotic: Comeback eines Musterprofis

Am vorigen Samstag war es endlich soweit. Beim Testspiel in Heidenheim kehrte Neven Subotic aktiv in den Spielbetrieb des BVB zurück. Nach ca. achtmonatiger Verletzungspause feierte Borussias Innenverteidiger sein Comeback im schwattgelben Dress. Nachdem der Serbe fast das komplette Programm beim Kurz-Trainingslager im Brixental ohne größere Beschwerden absolvieren konnte, hielt Jürgen Klopp die Zeit für gekommen, seinen Musterprofi zurück auf den grünen Rasen zu schicken. Eine gute Nachricht also nicht nur für Spieler und Trainer, sondern auch für die riesige Fangemeinde der Borussia.


Starkes Duo: Subotic/Hummels

Subotic hatte sich im November vergangenen Jahres beim Bundesligaspiel des BVB in Wolfsburg einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen und bildete bis dahin an der Seite von Mats Hummels eines der besten Verteidiger-Duos Europas. Sofort nach der erforderlichen Operation arbeitete der Abwehrspieler mit großem Ehrgeiz und noch größerem Willen an seinem Comeback.

Die schweißtreibende Schufterei abseits des grünen Rasens und getrennt von den Mannschaftskollegen hat sich für den 25jährigen Nationalspieler ausgezahlt. Unzählige Stunden durchlief Subotic die unvermeidliche und sowohl körperlich als auch mental kräftezehrende Odyssee durch Reha-Zentren und Krafträume. Sollten keine unvorhergesehenen Probleme oder Rückschläge am lädierten Knie auftreten, dürfte Subotic bis zum Bundesliga-Start „spielfit“ und endlich wieder vollständig einsatzbereit sein.

Persönliche Hilfe vor Ort

 

Trotz Reha-Stress und eng bemessener Freizeit kümmerte sich der BVB-Profi während seiner Abstinenz von der großen Fußball-Bühne weiter um sein „Projekt Wasser“. Mit seiner „Neven-Subotic-Stiftung“ versorgt Subotic Schulen in Äthiopien mit Toiletten und Wasserbrunnen. Selbst in Großteilen seines Urlaubs, den die meisten seiner Berufskollegen an den Badestränden dieser Welt verbringen, kümmert sich Neven persönlich und vor Ort um dieses Projekt.

Mit seinem Engagement für die Ärmsten der Armen will der Dortmunder benachteiligten Kindern helfen, deren Lebenschancen zu verbessern. Wenn Subotic über sein Projekt berichtet, glänzen und strahlen seine Augen. Durch seine regelmäßigen persönlichen Besuche vor Ort sind ihm diejenigen, für die er sich so sehr engagiert, noch mehr ans Herz gewachsen.

„Meine Motivation ist gewachsen und ich habe die Notwendigkeit des Handelns erkannt den Menschen, die es nicht so gut haben, zu helfen.“ (Neven Subotic)

(weitere Infos unter http://www.nevensuboticstiftung.de)

Fan-Nähe: Subotic in DO-City

 

Keine Frage. Mit Neven Subotic kehrt nicht nur ein Musterprofi, sondern auch ein „echter Typ“ und großartiger Mensch, auf den grünen Rasen zurück. Der serbische Nationalspieler erfreut sich aufgrund seines lockeren, stets freundlichen Auftretens sowie seiner gelebten Nähe zu den Fans größter Beliebtheit über Borussias Vereinsfarben hinaus.

Schön, daß Du zurück bist. Alles Gute, Neven!

In diesem Sinne – schwattgelbe Grüße.  NUR  DER  BVB !!

BVB: Kader der unbegrenzten Möglichkeiten?

Borussia Dortmund hat auf die ständigen Personal-Engpässe der vergangenen Saison reagiert und seinen Kader unter der Woche mit Nationalspieler und Weltmeister Matthias Ginter komplettiert. Mit dem Transfer des 20jährigen Defensiv-Allrounders sind die Personalplanungen des BVB nun abgeschlossen. Zwar betont Sportdirektor Michael Zorc, daß man den Markt weiter beobachte, jedoch keinen weiteren Transfer plane. Borussias Kader umfasst nun 25 absolute Top-Spieler. Nie war ein BVB-Aufgebot unter Jürgen Klopp dermaßen ausgewogen und qualitativ und quantitativ gleichermaßen breit aufgestellt wie das für die kommende Saison. Hat Borussia nun einen Kader der unbegrenzten Möglichkeiten?

Die Antwort lautet „Ja“. Denn dem BVB-Coach bieten sich zahlreiche nahezu gleichwertige Rotations- und Variationsmöglichkeiten – vor allem dürfte es dem Dortmunder Übungsleiter in Zukunft leichter fallen, auf  Verletzungen und sonstige Ausfälle zu reagieren. Zudem erhöht sich durch die hochwertigen Alternativen Klopps Handlungsspielraum während der Spiele. Je nach Spielstand bieten sich dem Borussen-Coach nun innerhalb der neunzig Minuten zahlreiche Optionen, um auf den jeweiligen Spielverlauf zu reagieren. Weiterer Vorteil: die Trainingsqualität wird durch den zu erwartenden Konkurrenzkampf deutlich erhöht.

Borussias Nr.1: Weidenfeller

Durch die extrem hohe Leistungsdichte dieses auch quantitativ üppigen Dortmunder Aufgebots, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sogenannten „unverzichtbaren“ Stammkräften wie Hummels oder Reus vor allem während der zahlreichen „englischen Wochen“ Verschnaufpausen und dringend notwendige Regenerationszeiten zu gönnen. Dadurch minimiert sich das Risiko, daß kleinere Blessuren wie in der Vergangenheit nur unzureichend auskuriert werden, sich anschließend verschlimmern und irgendwann schließlich zu langen Ausfallzeiten führen.

KADER-ANALYSE

Beim detaillierten Blick auf den schwattgelben Kader stellt man fest, daß nun sämtliche Positionen mindestens doppelt und vor allem hochwertig besetzt sind. Weiterer Trumpf des Dortmunder Aufgebots ist die Vielzahl an Spielern, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind. Allen voran natürlich „Allzweckwaffe“ Kevin Großkreutz.

Hoffnungsträger: Gündogan

Während bei den Torhütern alles beim alten bleibt (Weidenfeller Nr.1, Langerak als Vertreter), stehen Klopp beispielsweise als Innenverteidiger mit Hummels, Subotic, Sokratis und Ginter vier absolute Hochkaräter, allesamt Nationalspieler, zur Verfügung. Dazu gesellt sich mit Marian Sarr ein Rohdiamant, dem Klopp nun in aller Ruhe und ohne Zeitdruck den finalen Feinschliff verpaßen kann.

Auch die Außenverteidiger-Positionen sind doppelt und zudem namhaft mit vier Nationalspielern besetzt. Piszczek und Großkreutz rechts, Schmelzer und Durm links. Großkreutz könnte in Notsituationen auch links aushelfen, der etatmäßige Innenverteidiger Ginter gar auf beiden Seiten.

Im defensiven Mittelfeld ist die Auswahl für maximal zwei zu besetzende Positionen noch größer. Sahin, Gündogan und Jojic kommen für die kreative Hälfte der Doppel-Sechs in Betracht, Kehl, Kirch und Bender als Staubsauger für die eher defensiv ausgerichtete Hälfte. Eine weitere und somit die siebte Option stellt auch hier Matthias Ginter dar.

Im offensiven Mittelfeld liest es sich ähnlich prominent und qualitativ hochwertig. Blaszczykowski, Aubameyang, Hofmann, Großkreutz, Reus, Mkhitaryan und Ji gelten hier als erste Optionen – jedoch besteht für Klopp auch die Möglichkeit, mit Gündogan einen der etatmäßigen „Sechser“ auf der „Zehn“ hinter einer oder zwei Sturmspitzen zu positioneren. Das gleiche gilt für Jojic. Der Serbe kann neben seinem Part als „Sechser“ auch die offensiven Außenbahnen (oder je nach System die Halbpositionen) besetzen.

„Last but not least“ der Angriff. Die vorderste Front ist trotz der namhaften Zugänge von Ramos und Immobile die „große Unbekannte“ beim BVB. Nach Lewandowskis Abgang bleibt abzuwarten, wann (und ob überhaupt) die ohne Frage hoffnungsvollen „Neuen“ die riesige Lücke, die der Pole hinterlassen hat, zu schließen imstande sind. Möglicherweise wird sich die Statik des BVB-Spiels verändern, weil sowohl der Italiener als auch der Kolumbianer andere Spielertypen sind als ihr polnischer Vorgänger.

Lewandowski-Nachfolger: Ciro Immobile

Bleibt Klopp seinem System mit nur einer echten Sturmspitze treu, dürften sich Immobile und Ramos um den jeweiligen Startelf-Platz streiten. Ji und/oder Aubameyang gelten hier eher als „Notlösungen“. Ramos könnte zudem auch in der offensiv ausgerichteten Dreier-Reihe hinter Immobile agieren.

Auch ein Systemwechsel wäre unter den gegebenen Umständen vorstellbar. Bisher bevorzugte Klopp meistens das über Jahre bewährte BVB-typische 4-2-3-1-System. Zuweilen begann der Dortmunder Coach auch im 4-1-4-1-System mit nur einem Sechser. Da die Anzahl der qualitativ hochwertigen Sturm-Alternativen trotz „Lewy´s“ Abgang größer geworden ist, könnte es sein, daß Klopp zusätzlich ein 4-3-3 oder 4-4-2-System (mit Raute oder „flacher Vier“) einstudiert und bei Bedarf anwendet.

In der Kader-Analyse noch unberücksichtigt ist der ein oder andere Nachwuchs- oder U23-Spieler. Die Vergangenheit hat gezeigt, daß sich im Laufe einer Vorbereitung immer wieder das ein oder andere Talent in den Vordergrund spielt. Im Vorjahr war dies z. B. Erik Durm. Der damalige Nobody sorgte in Bundesliga und Champions-League für soviel Furore, daß er nur wenige Monate später sogar auf den WM-Zug aufsprang und mit der deutschen Mannschaft in Brasilien Weltmeister wurde.

KOMMENTAR/MEINUNG

Das neue Aufgebot der Borussia präsentiert sich sowohl quantitativ als auch qualititativ auf einem enorm hohen Niveau. Immer vorausgesetzt, daß der personelle Krankenstand nicht wieder ähnlich inflationäre Höhen wie in der vergangenen Saison erreicht, die Langzeitverletzten schnell wieder zu alter Form finden und die Neuzugänge zügig integriert werden.

Das Zusammenwachsen des Kaders und das Greifen wichtiger Automatismen wird Zeit und Geduld bei allen Beteiligten (inkl. der Fans) erfordern. Gerade zu Saisonbeginn könnte es aufgrund des terminlich unterschiedlichen Trainings-Einstiegs der WM-Teilnehmer zu einigen Stotterern im BVB-Getriebe kommen. Zudem werden Gündogan und Reus definitiv in den ersten Saisonspielen verletzungsbedingt noch fehlen.

Somit ist in der ersten Phase der neuen Spielzeit besonders wichtig (u. U. auch auf Kosten der spielerischen Qualität), daß in erster Linie die nackten Ergebnisse stimmen, um der Konkurrenz nicht schon frühzeitig hinterherhecheln zu müssen. Der spielerische Feinschliff mit den daraus resultierenden Automatismen sowie das Zusammenwachsen dieses Edel-Kaders dürfte sich ohnehin über die komplette Hinrunde ziehen.

Ich bin sehr gespannt auf die ersten wirklich ernsthaften Spiele unseres BVB und blicke der kommenden Saison mit viel Spannung, Vorfreude und Optimismus entgegen.

In diesem Sinne – schwattgelbe Grüße. NUR  DER  BVB !!

BVB: Start in eine schwierige Vorbereitung

Während die Fußball-WM in Brasilien in ihre entscheidende Phase tritt, hat bei den meisten Klubs der ersten und zweiten Bundesliga bereits die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Am gestrigen Samstag stieg auch Borussia Dortmund wieder ins Training ein. Beim Aufgalopp in die neue Spielzeit, in dessen Mittelpunkt der bei den Spielern „sehr beliebte“ Laktattest rückte, stand Borussias neuem Rekord-Trainer Jürgen Klopp (seit dem 01.07. im siebten BVB-Jahr) wegen des unterschiedlichen Einstiegs der WM-Teilnehmer allerdings nur ein Rumpf-Kader zur Verfügung. Marco Reus und Ilkay Gündogan fehlen verletzungsbedingt und sollen aller Voraussicht nach erst Mitte September in den Trainingsbetrieb einsteigen.

Zwei Trainingslager (08.-12.07. in Brixental/Kitzbüheler Alpen / 29.07. – 06.08. Bad Ragaz/Schweiz) bilden die Kernpunkte der Saisonvorbereitung der Schwattgelben, die mit dem Spiel der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde bei den Stuttgarter Kickers am 16.08. endet. Eingebettet in insgesamt acht Testspiele soll bis dahin die körperliche und taktische Basis für die kommende Spielzeit gelegt werden. Höhepunkte der sechswöchigen Vorbereitung sind das Testspiel beim FC Liverpool (10.08.) und das Supercup-Finale gegen Bayern München im heimischen Westfalenstadion (13.08.).

Die Saisonziele der Borussia sind noch nicht endgültig formuliert. Doch dürfte klar sein, daß die Schwattgelben in der Champions League erneut überwintern und im DFB-Pokal den Einzug ins Berliner Finale wiederholen wollen. In der Bundesliga soll für den BVB erneut eine Platzierung her, die den Verein direkt für die darauffolgende Champions-League-Saison qualifiziert – sprich Platz 1 bis 3.

Die größte Herausforderung für Jürgen Klopp in den kommenden Wochen besteht darin, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins Training einsteigenden WM-Teilnehmer rechtzeitig „spielfit“ zu bekommen. Zudem erhalten die deutschen WM-Akteure vier Wochen Urlaub und stehen Klopp sowohl für den Supercup als auch die erste Pokalrunde nicht zur Verfügung.

Außerdem gilt es, den Abgang des langjährigen Torjägers und Angriffsfixpunkts Robert Lewandowski zu kompensieren – eine echte Herkules-Aufgabe. In den vergangenen Jahren ist es dem BVB-Coach stets gelungen, die Verluste großer Leistungsträger wie Barrios, Kagawa und Götze wettzumachen. Die Lücke, die der polnische Weltklasse-Stürmer hinterläßt, dürfte jedoch nicht so einfach zu schließen sein – dafür war dessen sportlicher Wert als Mannschafts- und Teamplayer zu groß. Gut möglich, daß sich durch den Abgang Lewandowskis auch Borussias Spielstil ein wenig ändern wird.

Zwar hat Borussia für die neuen Offensiv-Kräfte Ciro Immobile (19 Mio./ FC Turin), Adrian Ramos (9 Mio. /Hertha BSC) und Dong-Won Ji (ablösefrei vom FC Augsburg) tief in die Schatulle gegriffen. Alle drei werden aber neben einer gewissen und völlig normalen Eingewöhnungsphase erst relativ spät ins Training der Borussia einsteigen, was sowohl ihre sportliche als auch menschliche Integration nicht gerade beschleunigt. Diesbezüglich ist Geduld im gesamten BVB-Umfeld gefragt. Fest verpflichtet wurde schließlich auch der bisher von Real Madrid lediglich ausgeliehene Nuri Sahin (7 Mio.).

Da auch Marco Reus, der die WM bekanntlich verletzungsbedingt verpaßte, erst im Laufe der Hinrunde wieder zur Verfügung steht, gestaltet sich die Formierung einer neuen Mannschaft (speziell der Offensive) und das Einüben von taktischen Abläufen und Automatismen in diesem Sommer extrem schwierig. Um dennoch einen dringend notwendigen erfolgreichen Saisonstart zu gewährleisten, wird Klopps Hauptaugenmerk ausschließlich darauf ausgerichtet sein, die bestmögliche Formation für das erste Bundesligaspiel zu finden. Am 23. August erwartet die Borussia im Westfalenstadion mit Bayer Leverkusen sofort einen ihrer größten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Die wichtigsten „Neuzugänge“ könnten diesmal ohnehin vielleicht sogar aus dem eigenen Lazarett kommen. Neven Subotic und Jakub Blaszczykowski fehlten der Mannschaft nahezu die komplette Rückrunde der abgelaufenen Saison, Ilkay Gündogan ist seit fast einem Jahr außer Gefecht. Auch und insbesondere durch die Rückkehr dieser drei Spieler wird sich in den nächsten Monaten eine Konkurrenzsituation entwickeln, die es so in Dortmund wohl noch nie gab. Alle drei Spieler heben das Qualitätsniveau des Dortmunder Kaders nochmals auf eine höhere Stufe und bieten Jürgen Klopp nahezu ein unerschöpfliches Reservoir an taktischen Variations- und personellen Rotationsmöglichkeiten. Aber besonders im Falle der Rekonvaleszenten gilt bezüglich ihres Leistungsvermögens das Geduldsprinzip.

Nicht mehr zum Kader gehören neben dem bereits erwähnten Robert Lewandowski auch die beiden Angreifer Julian Schieber und Marvin Ducksch. Schieber wurde für ca. 3 Mio. Euro zu Hertha BSC transferiert, während Ducksch auf Leihbasis zu Aufsteiger SC Paderborn wechselt. Der im vergangenen Herbst aufgrund der großen Verletzungsmisere verpflichtete Manuel Friedrich bricht seine Zelte in Dortmund ebenfalls ab.

Weitere Zu- und Abgänge sind nicht mehr geplant. Lediglich in die Personalie des Freiburger WM-Teilnehmers und Defensivspezialisten Matthias Ginter könnte bis zum Ende der Wechselperiode nochmal Bewegung kommen. Borussia und der Spieler sind sich über einen sofortigen Wechsel einig. Doch weigert sich der SC Freiburg momentan gegen diesen Transfer und pocht verständlicherweise auf Einhaltung des bestehenden Arbeitspapiers. Der BVB hat jedoch die Hoffnung auf ein sofortiges Zustandekommen des Transfers noch nicht aufgegeben, kann den Lauf der Dinge jedoch entspannt abwarten. Dringender oder sogar akuter Handlungsbedarf besteht im Defensivbereich der Borussen definitiv nicht

Eine genaue Analyse über die Breite und Qualität des Dortmunder Kaders sowie die verschiedenen personellen und taktischen Variationsmöglichkeiten, die sich Jürgen Klopp in der kommenden Saison bieten, folgt in den nächsten Tagen.

Borussias vorläufiger Kader für die neue Saison:

– Weidenfeller, Langerak

– Piszczek, Durm, Sokratis, Subotic, Hummels, Sarr, Schmelzer

– Kirch, Sahin, Jojic, Bender, Gündogan, Kehl

– Mkhitaryan, Reus, Aubameyang, Blaszczykowski, Hofmann, Großkreutz

– Immobile, Ramos, Ji.

In diesem Sinne…nur der BVB!

BVB bei „96“ unter Druck

Drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions-League steht Borussia Dortmund beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96 vor einer hohen Bundesliga-Hürde. Trotz der immer prekärer anmutenden Personalsituation wollen (und müssen) die Schwattgelben bei den heimstarken „96ern“ um jeden Preis punkten – möglichst dreifach. Denn nur drei Tage später steht mit dem Revierschlager gegen Schalke 04 bereits der nächste Kracher ins Haus.

Fällt vier Wochen aus: Marcel Schmelzer

„Jürgen Klopp kann aus dem Vollen schöpfen!“ So würde meine Traumschlagzeile für den Vorbericht eines BVB-Pflichtspiels lauten. Daraus wird jedoch – zumindest in dieser Saison – nichts mehr. Im Gegenteil. Vom ersten Spieltag an zieht sich eine ebenso rätselhaft wie dramatisch anmutende Verletzungsmisere wie ein roter Faden durch die komplette Saison. Besonders eklatant daran, daß sich fast jede Verletzung meistens als so schwerwiegend herausstellt, daß der betroffene Spieler nicht für ein oder zwei Spiele, sondern eher wochen- oder gar monatelang ausfällt. Auch vorm richtungsweisenden Spiel bei Hannover 96 hat sich die Lage im BVB-Lazarett nicht entspannt, sondern verschärft.

Zu den ohnehin für diese Saison nicht oder nur noch minimal einsatzfähigen Akteuren wie Subotic, Blaszczykowski, Gündogan und Bender gesellte sich im CL-Spiel gegen Zenit St. Petersburg mit Marcel Schmelzer der nächste Leistungsträger und Nationalspieler. „Schmelle“ wird dem BVB mindestens vier Wochen (und somit möglicherweise in zehn Spielen) fehlen. Und auch hinter dem Einsatz von Marco Reus, der seit Wochen über muskuläre Probleme klagt, steht vor dem Gastspiel in der niedersächsischen Landeshauptstadt nach wie vor ein Fragezeichen.

Die Anfangsformation, die Jürgen Klopp bei den Niedersachsen aufs Feld schicken wird, ergibt sich somit quasi von allein. In der Viererkette wird Erik Durm Schmelzers Platz einnehmen. Der U21-Nationalspieler hat im bisherigen Saisonverlauf bewiesen, daß er eine gleichwertige Alternative zum verletzten Nationalspieler darstellt. In der offensiven Dreier-Reihe dürfte der seit Wochen chronisch unter seinen Möglichkeiten agierende Aubameyang weiterhin die rechte Position besetzen. Mkhitaryan kehrt nach abgesessener Gelbsperre ins Team zurück, links bleibt Kevin Großkreutz erste Wahl. Sollte Reus zur Verfügung stehen, müßte Aubameyang auf die Bank. „Uns Kevin“ würde dann für den Gabuner auf die rechte Seite wechseln.

Einsatz noch fraglich: Marco Reus

Hannovers Coach Tayfun Korkut muß gegen den BVB auf den gelbgesperrten Andreasen ebenso verzichten, wie auf die beiden verletzten Stürmer Diouf und Sobiech. Besonderes Augenmerk werden die Borussen auf Leonardo Bittencourt werfen. Der 20jährige wechselte zu Saisonbeginn vom BVB nach Niedersachsen und sorgt im Dress der Hannoveraner für Furore. Bereits jetzt gilt es als sehr wahrscheinlich, daß der BVB 2015 von der vertraglich fixierten Rückkaufsoption Gebrauch machen und „Leo“ zurück ins Revier holen wird.

Da Borussia Dortmund unbedingt als Tabellen-Zweiter ins Derby gegen „die Blauen“ gehen will, ist ein Sieg bei „96“ eigentlich Pflicht. Denn die Nachbarn aus der „verbotenen Stadt“ rangieren nur ein Pünktchen hinter den Schwattgelben und werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen „Heim-Dreier“ gegen Schlußlicht Eintracht Braunschweig verbuchen.

Das Hinspiel im Westfalenstadion gewann der BVB durch ein Elfmeter-Tor von Marco Reus hauchdünn mit 1:0. Kein Schwattgelber hätte etwas dagegen, wenn die Borussia dieses Ergebnis wiederholen könnte. Jedenfalls sind die Duelle mit Hannover 96 Spiele mit eingebauter Tor-Garantie. In sämtlichen 45 bisherigen Bundesliga-Duellen gab es nie ein 0:0. Die Bilanz im Niedersachsen-Stadion ist fast ausgeglichen. Der BVB siegte bisher achtmal, siebenmal gab es ein Remis, siebenmal behielt „96“ die Oberhand.

Die PK mit Jürgen Klopp zum Spiel in Hannover (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp: Borussia Dortmund gewinnt mit 3:2.

Die möglichen Aufstellungen:

H96: Zieler – Sakai, Hoffmann, Schulz, Pocognoli – Schmiedebach, Sane – Stindl, Huszti, Bittencourt – Rudnevs.

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Sahin, Kehl – Aubameyang (Reus), Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski.

1:2 – Engagierter BVB ideenlos und ohne Fortune

Zähneknirschend und unglücklich, am Ende aber nicht unverdient, mußte Borussia Dortmund am Nachmittag gegen den Namensvetter vom Niederrhein vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion in eine 1:2-Niederlage einwilligen. In einem temporeichen und intensiven, spielerisch jedoch nur auf mäßigem Niveau ausgetragenen Spiel des 25. Spieltags, vergab der BVB gegen Borussia Mönchengladbach die große Chance, sich entscheidend vom 4. Platz abzusetzen – bleibt aber weiter auf Platz 2. Für die Elf von Lucien Favre bedeutete das Ergebnis das Ende einer Serie von zuletzt neun sieglosen Bundesligaspielen. Das 1:2 war Dortmunds erste Heimniederlage gegen Gladbach seit 1998.


Luftduell Arango / Lewandowski (Foto: kicker)

PERSONAL

Während die Gäste bis auf Oscar Wendt mit ihrem kompletten Kader antreten konnten, mußte Jürgen Klopp neben den Langzeitverletzten Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Bender weiterhin auch auf Marco Reus (muskuläre Probleme) sowie den gelbgesperrten Henrikh Mkhitaryan verzichten. Für ihn rückte Jonas Hofmann in die Mannschaft und kam somit zu seinem ersten Startelfeinsatz. Ggenüber dem 1:0-Sieg in Freiburg kehrte Robert Lewandowski ins Team zurück und verdrängte Julian Schieber auf die Bank.

SPIELVERLAUF

Die Gäste machten dem BVB von Beginn an das Leben schwer und ließen Dortmund mit frühem und hohem Gegenpressing nicht ins Spiel kommen. Die Ballgewinne nutzte Gladbach zu schnellen und gefährlichen Angriffen und stellte zunächst die spielerisch bessere Mannschaft. Dortmund agierte fehlerhaft und kam zunächst kaum zu nennenswerten Abschlußmöglichkeiten gegen die dicht gestaffelten und defensiv gut organisierten Gäste. Mitte der ersten Halbzeit fand der BVB dann besser ins Spiel und kam durch ein Hummels-Solo (23. Minute) und einen Aluminium-Treffer von Aubameyang (29.) zu seinen größten Möglichkeiten.

Wirkt überspielt: Nuri Sahin (Foto: kicker)

Gladbach wirkte dennoch entschlossener und ballsicherer, aggressiver in den Zweikämpfen und vor allem mit weniger Fehlern im Offensivspiel. Mitten in die überlegene Dortmunder Phase schlugen die „Fohlen“ dann eiskalt zu. Eine flache Hereingabe von Herrmann nutzte Raffael und überwand den verdutzten Weidenfeller aus kurzer Distanz. Der BVB zeigte sich geschockt und lief kurze Zeit später völlig kopflos in den nächsten Konter der Gladbacher. Von Arango und erneut Herrmann hervorragend freigespielt, düpierte Kruse Verteidiger Piszczek und den völlig unnötig aus dem Tor eilenden Weidenfeller zum 0:2.

Nach dem Wechsel nahm die Partie an Intensität und Tempo zu. Dortmund wirkte engagierter und entschlossener, fand aber gegen die nun tief gestaffelten Gladbacher kaum wirksame Mittel. In den letzten Aktionen vorm gegnerischen Tor fehlten dem BVB Genauigkeit und Ideen. Dennoch hatten Großkreutz und Aubameyang in der 56. Minute zwei gute Möglichkeiten zum Anschlußtreffer. Zwingender jedoch waren die Gladbacher Chancen durch Kruse und Hermann (53. und 60.).

Die nun immer wütender attackierenden Dortmunder drängten aber zunehmend auf das 1:2. Lewandowski scheiterte dabei in der 66. Minute am überragend reagierenden ter Stegen. Kurz darauf mußte der bereits verwarnte Nordtveit nach Foul am eingewechselten Ducksch mit Ampelkarte vom Platz, während Schiedsrichter Aytekin den Gastgebern im Anschluß einen Strafstoß verwehrte, als Daems einen Schuß des kurz zuvor eingewechselten Ducksch mit Hand und Brust blockte (74.). Dortmund drückte nun immer stärker und kam in der 77. Minute durch den eingewechselten Jojic zum längst fälligen Anschlußtreffer. In der hektischen Schlußphase agierte der BVB zwar sehr engagiert – aber nach wie vor kopflos. Zudem verweigerte Aytekin einem Treffer von Ducksch (nach angeblichem Foul Lewandowskis an ter Stegen) die Anerkennung (88.) und schickte den protestierenden BVB-Coach Klopp kurz darauf auf die Tribüne. Die Gäste brachten das 2:1 dann letztlich glücklich über die Zeit.

Zweikampf Herrmann / Großkreutz (Foto: kicker)

Auch wenn Dortmund in nahezu sämtlichen statistischen Werten die Nase vorn hatte, war Gladbachs Sieg insgesamt glücklich – aber nicht unverdient. Die Favre-Elf gewann schlußendlich aufgrund der höheren Effektivität sowie  der größeren Zielstrebigkeit und Entschlossenheit. Dem oft zu zögerlichen und zaudernden BVB fehlte es zunächst an Esprit und Ideen, später dann an Klarheit und Genauigkeit in den Aktionen sowie auch am nötigen Fortune.

Die zwingendste Phase der Dortmunder begann mit den Einwechslungen von Jojic und Ducksch, die dem Spiel der Klopp-Elf sichtlich gut taten. Besonders Ducksch entpuppte sich als permanenter Unruheherd für Gladbachs Abwehr, die zuvor gegen die zwar engagierten aber ideen- und kopflos sowie ohne Überraschungsmomente agierenden Dortmunder kaum vor ernsthafte Probleme gestellt wurde.

Dem BVB merkte man das Fehlen von Reus und Mkhitaryan deutlich an. Der Ausfall der beiden torgefährlichen und technisch herausragenden Offensivkräfte war an diesem Tag gegen gut organisierte Gäste nicht zu kompensieren. Aus dem „hinteren“ Kreativzentrum (Sahin, Kehl) kam einfach zu wenig „Brauchbares“, während Hofmann in der offensiven Zentrale ein durchaus gutes Spiel ablieferte. Da Dortmund auch über die Außenpositionen (Piszczek/Aubameyang rechts, Schmelzer/Großkreutz links) kaum Gefahr entwickeln konnte und aus den hinteren Reihen teilweise mit zu vielen langen Bällen agierte, hatte die Gäste-Defensive oft leichtes Spiel gegen den in vorderster Front zu häufig auf sich allein gestellten Lewandowski.

Knapp vorbei, Weidenfeller im Glück (Foto: kicker)

Allerdings brachte dieser gebrauchte Nachmittag durchaus auch positive Erkenntnisse. So konnte sich neben dem bereits erwähnten Hofmann auch die eingewechselten Jojic und Ducksch für weitere Einsätze empfehlen. Besonders Marvin Ducksch machte nachdrücklich auf sich aufmerksam und bewies, daß er im BVB-Kader eine absolut vollwertige Alternative darstellt. Das gleiche gilt für Milos Jojic, dem nicht nur sein zweiter Bundesliga-Treffer gelang. Der Serbe stellte unter Beweis, daß es an der Zeit wäre, langsam auch mal von Beginn an eine Chance zu erhalten – zumal Nuri Sahin mittlerweile auf dem Zahnfleisch läuft. Der Deutsch-Türke wirkte erneut überspielt und braucht dringend eine schöpferische Pause. Anders Aubameyang – der Gabuner trat einmal mehr kaum in Erscheinung und gibt mit seinen oft viel zu leblosen Auftritten nach wie vor einige Rätsel auf.

Für den BVB gilt es nun, das Ergebnis möglichst schnell aus den Köpfen zu bekommen. Die kommenden Wochen haben es in sich und schon am Mittwoch wartet mit Zenit St.Petersburg im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League der nächste hochkarätige Gegner auf die Klopp-Elf. Am kommenden Samstag tritt Borussia in Hannover an, während es am Dienstag darauf im Westfalenstadion zum Derby gegen „die Blauen“ aus der verbotenen Stadt kommt.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Kehl, Sahin – Aubameyang, Hofmann, Großkreutz – Lewandowski

Bor. Mönchengladbach: ter Stegen – Korb, Stranzl, Dominguez, Daems – Nordtveit, Kramer – Herrmann, Arango – Kruse, Raffael

Einwechselungen: 63. Jojic für Kehl, 67. Ducksch für Piszczek, 82. Schieber für Aubameyang – 75. Marx für Kruse, 79. Rupp für Herrmann, 89. Brouwers für Raffael

Tore: 0:1 Raffael (31., Herrmann), 0:2 Kruse (40., Arango), 1:2 Jojic (77.)

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)

Gelb-Rote Karte: Nordtveit (69., wiederholtes Foulspiekl)

Gelbe Karte: Lewandowski

Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

Wir haben nicht so viel falsch gemacht, als dass es zur Pause hätte 0:2 stehen müssen. Wir haben in der ersten Halbzeit drei entscheidende Zweikämpfe verloren, und in der einen oder anderen Szene hat uns die letzte Konsequenz gefehlt. In der Kabine waren wir zur Halbzeit sehr positiv und hatten das Gefühl, dass wir da noch einiges regeln können. Natürlich sind uns einige Bälle durchgerutscht, es gab ein paar Ungenauigkeiten, und dann wirst du auch unruhiger. Aber es gab den Moment, wo wir gemerkt haben, da ist Zug drin. Und da waren wir im Spiel. Ich bin bereit, vor allem intern, immer Kritik zu üben, wenn es angebracht ist. Aber heute war das nicht der Fall.

Der vierte Offizielle hat mich hochgeschickt. Ich weiß, was ich gesagt habe, es gab eine Situation, da habe ich mich zu ihm umgedreht und ihm gesagt, da pfeifst du jetzt nicht. Mehr war nicht. Ich bin oft zu Recht bestraft worden, diesmal war nichts. Für so etwas kann man mich nicht wegschicken. Da läuft die 93. Minute, 80.000 Menschen sind aufgebracht, und man soll total die Ruhe bewahren? Mir sind alle Hände gebunden, aber mehr war wirklich nicht

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (4), Piszczek (5), Sokratis (3), Hummels (3), Schmelzer (4,5), Sahin (5), Kehl (4,5), Aubameyang (5), Hofmann (3), Großkreutz (4,5), Lewandowski (4), Jojic (3), Ducksch (2,5), Schieber (-).

BVB: „Big Points“ im Borussen-Duell?

Mit dem kommenden Gegner hat Borussia Dortmund noch eine Rechnung offen. In einem der besten Auswärtsspiele scheiterte der BVB im Hinspiel bei Borussia Mönchengladbach an der eigenen Abschlußschwäche und mußte in eine bittere 0:2-Niederlage einwilligen. Am Samstagnachmittag können die Schwattgelben diese Rechnung nicht nur begleichen. Vielmehr könnte die Elf von Jürgen Klopp mit einem Sieg gegen die „Fohlen“ vom Niederrhein den Abstand auf Platz vier auf sieben Punkte vergrößern und somit einen absoluten „Big Point“ im Kampf um die direkte CL-Qualifikation landen. Denn Konkurrent Bayer Leverkusen steht bei Bayern München vor der höchsten Auswärtshürde, die die Bundesliga momentan zu bieten hat.

Zweikampf Kruse / Sahin (Foto: Spox)

Mit welcher Aufstellung Jürgen Klopp diese durchaus anspruchsvolle Heim-Aufgabe angehen wird, steht momentan noch in den Sternen. Neben den Langzeitverletzten fehlen dem BVB-Coach mit Henrikh Mkhitaryan und Marco Reus zwei weitere absolute Leistungsträger. „Miki“ sitzt gegen die „Fohlen“ seine Sperre nach Erhalt der fünften gelben Karte ab, Reus laborierte auch in den letzten Tagen weiterhin an scheinbar sehr hartnäckigen muskulären Problemen. Das Mitwirken des zuletzt an einer Kreuzbanddehnung leidenden Robert Lewandowski ist da zwar etwas wahrscheinlicher, aber ebenfalls noch nicht sicher.

Angesichts der bevorstehenden „heißen Saisonphase“ mit möglicherweise bis zu sieben „englischen Wochen“ in Folge, dürfte Klopp in der Personalie Lewandowski kein Risiko eingehen und den polnischen Goalgetter nur im Falle dessen absoluter Fitness einsetzen. Sollte der Pole nicht einsatzfähig sein, wird die Besetzung der vier Offensivpositionen zu einem echten Puzzle für den BVB-Coach. Denn obwohl sein Kader dann sehr ausgedünnt erscheint, würden sich Klopp noch einige vielversprechende Varianten für die Startelf anbieten.

Mit Großkreutz, Aubameyang, Hofmann, Jojic, Schieber und Ducksch stünden dem Fußball-Lehrer dann immerhin noch sechs Akteure für vier Offensiv-Positionen zur Verfügung.

Kruse contra Großkreutz (Foto: stern)

Der Gegner aus Mönchengladbach, immerhin Tabellendritter nach der Hinrunde, kommt als Außenseiter ins Westfalenstadion. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre, der in den letzten Tagen seinen Vertrag am Niederrhein bis 2017 verlängerte, kommt mit einem lange nicht erlebten Negativlauf ins Ruhrgebiet. Seit neun Spielen wartet BMG auf einen Sieg und rutschte seit Rückrundenstart auf Rang Acht der Bundesliga-Tabelle ab. So gesehen müßen die Gladbacher in Dortmund unbedingt punkten, um den Kontakt zu der für einen europäischen Startplatz in Frage kommenden Tabellenregion nicht endgültig abreißen zu lassen. Personell kann Lucien Favre im Gegensatz zu Jürgen Klopp nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich der Schwede Oscar Wendt steht nicht zur Verfügung.

Der Blick auf die Statistik unterstreicht die obigen Eindrücke und rückt den BVB in die klare Favoritenrolle. In den letzten zwölf BL-Spielen im Westfalenstadion siegten die Schwattgelben zehnmal (davon zuletzt sieben Mal in Folge), zweimal gab es ein Remis. Von den insgesamt 41 bisherigen Duellen beider Teams mit Dortmunder Heimvorteil gewann Gladbacher zehnmal bei zwölf Remis. Neunzehnmal behielt der BVB im „Tempel“ die Oberhand.

Die PK mit Jürgen Klopp vor dem Gladbach-Spiel (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp: Dortmund gewinnt 2:0.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Sahin, Kehl – Aubameyang, Lewandowski (Hofmann), Großkreutz – Schieber (Lewandowski).

BMG: ter Stegen – Korb, Jantschke, Stranzl, Daems – Kramer, Xhaka – Herrmann, Arango – Raffael, Kruse.