4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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Supercup-Sieg: Borussia ist gerüstet!

Mit einem 2:0-Sieg über den Deutschen Meister und Erzrivalen Bayern München errang Borussia Dortmund zum fünften Mal den deutschen Supercup. Mkhitaryan und Aubameyang erzielten im ausverkauften Dortmunder Westfalenstadion die Treffer zum hochverdienten Sieg. Der BVB ist damit Rekordsieger in diesem in Deutschland eher stiefmütterlich behandelten Wettbewerb. Bedeutungsvoller als der errungene Titel dürfte für die Westfalen aber ohnehin der erlangte Prestigegewinn im Direktvergleich mit dem ewigen Rivalen von der Isar sein.

Nur drei Tage nach dem völlig verkorksten Auftritt an der legendären Anfield-Road, in dem Borussia dem englischen Vizemeister FC Liverpool klar und deutlich mit 0:4 unterlag, zeigte die Elf von Trainer Jürgen Klopp ihren Fans im ersten Pflichtspiel der neuen Saison ein ganz anderes Gesicht.

Jubel nach Mikis 1:0 (Foto: kicker)

Beide Teams mußten auf einige ihrer namhaftesten Akteure verzichten. Beim BVB fehlten neben den beiden Weltmeistern Hummels und Weidenfeller mit Gündogan, Reus, Sahin und Blaszykowski vier weitere potentielle Stammkräfte. Dazu saßen mit Großkreutz und Durm zwei Weltmeister bedingt durch ihren verspäteten Trainingseinstieg zunächst auf der Bank.

Bei den Gästen aus München fehlten im Gegenzug so namhafte Protagonisten wie Robben, Ribery, Thiago und Schweinsteiger. Der vom BVB zu den Bayern gewechselte Superstar Robert Lewandowski betrat seine ehemalige Wirkungsstätte erstmals nicht im schwarzgelben Trikot der Borussia.

ANALYSE

Jürgen Klopp beantwortete die Frage nach dem möglicherweise im BVB-Spiel entstandenen Lewandowski- Vakuum mit einem Systemwechsel. Borussias Coach ordnete seine Manschaft in einem ungewohnten 4-4-2-System mit Raute und zwei Sturmspitzen an. Ihrem typischen Spielstil, basierend auf Balleroberung und schnellem Umschaltspiel, blieben die Borussen dabei jedoch nach wie vor treu.

Dominierten die Bayern die Anfangsphase noch mit ihrem gewohnten und auf Ballsicherheit ausgerichteten Kurzpass-Spiel, fand der BVB mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie. Schon vor dem Seitenwechsel übernahm Dortmund die Initiative und kam zu der ein oder anderen guten Tormöglichkeit.

Jubel des Spidermans nach dem 2:0 (Foto: kicker)
Im zweiten Durchgang erspielte sich der BVB gar eine Torschuß-Statistik von 22:4 (!!). Besonders auffällig dabei der in jeder Hinsicht stark verbesserte Aubameyang, den Klopp als zweite Sturmspitze neben den italienischen Neuzugang Ciro Immobile positionierte. Letzterem fehlte zunächst trotz aller Bemühungen noch die Bindung zu seinen Mitspielern, später deutete der Millionen-Einkauf jedoch einige Male seine Klasse an.

 

Auch defensiv hinterließ der BVB einen zum jetzigen Zeitpunkt der Saison überraschend gefestigten Eindruck. Der griechische Nationalverteidiger Sokratis entpuppte sich dabei als überragender Akteur der Dortmunder Viererkette. Das direkte Duell mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Lewandowski gewann „Papa“ klar und deutlich. „Lewy“ hatte bei seiner Rückkehr ins Westfalenstadion lediglich eine einzige nennenswerte Aktion, als er freistehend am glänzend reagierenden Langerak scheiterte.

Zweikampf Immobile/Alaba (Foto: kicker)

Mit der Hereinnahme von Erik Durm für Marcel Schmelzer zu Beginn der zweiten Halbzeit machte Jürgen Klopp deutlich, dass die Position des linken Außenverteidigers in Bezug auf den Saisonstart die am meisten umkämpfte im Dortmunder Kader sein könnte. Momentan scheint „Platzhirsch“ Schmelzer aufgrund der komplett absolvierten Vobereitung leicht die Nase vor Weltmeister und Herausforderer Durm zu haben.

Positiv auch der Auftritt von Henrikh Mkhitaryan. Der Armenier sprühte nur so vor Spiel- und Einsatzfreude. Daß „Miki“ ein super Fußballer ist, stand schon in seinem ersten BVB-Jahr außerhalb jeder Diskussion. Gelingt es dem Mittelfeld-Akteur jetzt noch, diese Leistung konstant abzurufen, könnte Mkhitaryan zu einem der Top-Stars der neuen Saison werden.

Dieses Prädikat wird sich Oliver Kirch wahrscheinlich nicht mehr verdienen können. Aber der 31jährige Spätstarter überzeugte nach einer für seine Verhältnisse bärenstarken Rückrunde auch im ersten Pflichtspiel der neuen Saison. Allein mit der Startelf-Nominierung unterstrich Jürgen Klopp Kirchs extrem gestiegenen Stellenwert im Edel-Kader des BVB.

MEINUNG/KOMMENTAR

Der Sieg im Supercup-Finale beweist, daß mit Borussia Dortmund in der neuen Saison zu rechnen sein wird. Allerdings sollte der Erfolg gegen die Bayern dabei ebenso wenig überbewertet werden, wie die einige Tage zuvor erlittene 0:4-Klatsche in Liverpool.

 

Das Spiel gegen den Erzrivalen unterstrich jedoch die sowohl in Qualität als auch Quantität gestiegene Breite des Dortmunder Kaders. Wie bereits an anderer Stelle dieses Blogs ausführlich analysiert (siehe Artikel „Kader der unbegrenzten Möglichkeiten“), bietet das Aufgebot des BVB eine Vielzahl an personellen und taktischen Variationsmöglichkeiten.

Beruhigend wirkt sich dabei vor allem die gewonnene Erkenntnis aus, daß Borussia auch ohne ihren abgewanderten Superstar Robert Lewandowski durchaus in der Lage ist, attraktiven und erfolgreichen Offensiv-Fußball zu spielen. Daß dabei noch nicht alles Gold ist, was glänzt, liegt in der Natur der Sache.

Denn vor allem die externen Neuzugänge benötigen Geduld. Für sie gilt es zunächst, sich nicht nur an die sportlichen Abläufe auf dem grünen Rasen, sondern auch an das für sie ungewohnte und spezielle Umfeld des BVB zu gewöhnen.

Auch die internen Neuzugänge in Person der nach und nach zurückkehrenden Rekonvaleszenten wie Gündogan, Blaszykowski und Subotic benötigen Zeit, um durch individuelle und zielgerichtete Trainingsumfänge zu alter Klasse zurückzufinden.

Gelingt es Jürgen Klopp dann noch, seine verspätet und erst nach und nach ins Training eingestiegenen Weltmeister relativ zügig in ihren gewohnten Rhythmus zu bringen, steht einer erfolgreichen Saison des BVB nichts mehr im Wege.

Selbst ein dermaßen beispielloses Verletzungspech wie das der vergangenen Saison dürfte den BVB diesmal nicht bis ins Mark erschüttern. Zum Ende der vergangenen Hinrunde verspielte Borussia alle Chancen auf die Meisterschaft, als Jürgen Klopp auf die reihenweise ausfallenden Leistungsträger nicht mit entsprechend gleichwertigen Alternativen reagieren konnte.

Mit dem jetzigen Kader ist Borussia Dortmund definitiv in der Lage, bis zum Ende der Saison auf allen drei Hochzeiten gleichmäßig erfolgreich und attraktiv zu tanzen.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen.  NUR  DER  BVB  !!

Die PK nach dem Spiel mit Klopp und Guardiola (präsentiert von SportLiveDortmund):

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Sokratis, Ginter, Schmelzer (46. Durm) – Kehl – Kirch (84. Bender), Mkhitaryan – Hofmann – Aubameyang (63. Ramos), Immobile

FC Bayern München: Neuer – Boateng, Martinez (31. Dante), Alaba – Hojberg (59. Götze), Gaudino, Rode, Bernat – Müller (46. Lahm), Lewandowski, Shaqiri

Tore: 1:0 Mkhitaryan (23.), 2:0 Aubameyang (62., Piszczek)

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

Gelbe Karten: – Hojberg, Boateng, Lahm

Zuschauer: 80.667 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir haben ein ganz, ganz tolles Spiel gemacht für die Phase, in der wir uns befinden. Wir sind ganz bestimmt nicht der unverdiente Gewinner und jetzt Rekordsupercupgewinner. Es ging für uns auch darum, auf das zu reagieren, was in Liverpool war. Das hat uns nicht gefallen. Denn es war das krasse Gegenteil von dem, wie wir Fußball spielen wollen. Heute konnte ich unseren Fußball wiedererkennen.

Wir haben Raute gespielt und Hoffi auf der Zehn. So wie Bayern spielt, bedeutet dies, dass die beiden Spitzen sehr breit verteidigen müssen. Und der Zehner muss rausrücken, um Druck ausüben zu können. Das haben die Jungs gut gemacht, sehr gut gemacht.

Wir waren gegen den Ball extrem griffig, haben hoch und mutig verteidigt. Wir sind konzentriert und konsequent geblieben, haben unsere Möglichkeiten gehabt nach tollen Balleroberungen. Das erste Tor haben wir erzwungen und das zweite toll herausgespielt und vollendet. Das größte Problem in Spielen gegen Bayern München ist, sie nicht zu Torchancen kommen zu lassen. Das ist uns über einen langen Zeitraum gelungen, weil wir das sehr, sehr kompakt verteidigt haben. Damit bin ich total zufrieden.

Oli Kirch hat einen Schlag auf den Spann abbekommen. Dort ist ein kleiner Riss. Marcel Schmelzer hat Adduktorenprobleme. Das kann eng werden für Stuttgart. Sokratis läuft auch nicht rund.“

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (2,5), Sokratis (1), Ginter (3), Schmelzer (3), Kehl (3), Kirch (2,5), Mkhitaryan (2,5), Hofmann (3), Aubameyang (2), Immobile (3), Durm (3), Ramos (-), Bender (-).

Subotic: Comeback eines Musterprofis

Am vorigen Samstag war es endlich soweit. Beim Testspiel in Heidenheim kehrte Neven Subotic aktiv in den Spielbetrieb des BVB zurück. Nach ca. achtmonatiger Verletzungspause feierte Borussias Innenverteidiger sein Comeback im schwattgelben Dress. Nachdem der Serbe fast das komplette Programm beim Kurz-Trainingslager im Brixental ohne größere Beschwerden absolvieren konnte, hielt Jürgen Klopp die Zeit für gekommen, seinen Musterprofi zurück auf den grünen Rasen zu schicken. Eine gute Nachricht also nicht nur für Spieler und Trainer, sondern auch für die riesige Fangemeinde der Borussia.


Starkes Duo: Subotic/Hummels

Subotic hatte sich im November vergangenen Jahres beim Bundesligaspiel des BVB in Wolfsburg einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen und bildete bis dahin an der Seite von Mats Hummels eines der besten Verteidiger-Duos Europas. Sofort nach der erforderlichen Operation arbeitete der Abwehrspieler mit großem Ehrgeiz und noch größerem Willen an seinem Comeback.

Die schweißtreibende Schufterei abseits des grünen Rasens und getrennt von den Mannschaftskollegen hat sich für den 25jährigen Nationalspieler ausgezahlt. Unzählige Stunden durchlief Subotic die unvermeidliche und sowohl körperlich als auch mental kräftezehrende Odyssee durch Reha-Zentren und Krafträume. Sollten keine unvorhergesehenen Probleme oder Rückschläge am lädierten Knie auftreten, dürfte Subotic bis zum Bundesliga-Start „spielfit“ und endlich wieder vollständig einsatzbereit sein.

Persönliche Hilfe vor Ort

 

Trotz Reha-Stress und eng bemessener Freizeit kümmerte sich der BVB-Profi während seiner Abstinenz von der großen Fußball-Bühne weiter um sein „Projekt Wasser“. Mit seiner „Neven-Subotic-Stiftung“ versorgt Subotic Schulen in Äthiopien mit Toiletten und Wasserbrunnen. Selbst in Großteilen seines Urlaubs, den die meisten seiner Berufskollegen an den Badestränden dieser Welt verbringen, kümmert sich Neven persönlich und vor Ort um dieses Projekt.

Mit seinem Engagement für die Ärmsten der Armen will der Dortmunder benachteiligten Kindern helfen, deren Lebenschancen zu verbessern. Wenn Subotic über sein Projekt berichtet, glänzen und strahlen seine Augen. Durch seine regelmäßigen persönlichen Besuche vor Ort sind ihm diejenigen, für die er sich so sehr engagiert, noch mehr ans Herz gewachsen.

„Meine Motivation ist gewachsen und ich habe die Notwendigkeit des Handelns erkannt den Menschen, die es nicht so gut haben, zu helfen.“ (Neven Subotic)

(weitere Infos unter http://www.nevensuboticstiftung.de)

Fan-Nähe: Subotic in DO-City

 

Keine Frage. Mit Neven Subotic kehrt nicht nur ein Musterprofi, sondern auch ein „echter Typ“ und großartiger Mensch, auf den grünen Rasen zurück. Der serbische Nationalspieler erfreut sich aufgrund seines lockeren, stets freundlichen Auftretens sowie seiner gelebten Nähe zu den Fans größter Beliebtheit über Borussias Vereinsfarben hinaus.

Schön, daß Du zurück bist. Alles Gute, Neven!

In diesem Sinne – schwattgelbe Grüße.  NUR  DER  BVB !!

BVB: Kader der unbegrenzten Möglichkeiten?

Borussia Dortmund hat auf die ständigen Personal-Engpässe der vergangenen Saison reagiert und seinen Kader unter der Woche mit Nationalspieler und Weltmeister Matthias Ginter komplettiert. Mit dem Transfer des 20jährigen Defensiv-Allrounders sind die Personalplanungen des BVB nun abgeschlossen. Zwar betont Sportdirektor Michael Zorc, daß man den Markt weiter beobachte, jedoch keinen weiteren Transfer plane. Borussias Kader umfasst nun 25 absolute Top-Spieler. Nie war ein BVB-Aufgebot unter Jürgen Klopp dermaßen ausgewogen und qualitativ und quantitativ gleichermaßen breit aufgestellt wie das für die kommende Saison. Hat Borussia nun einen Kader der unbegrenzten Möglichkeiten?

Die Antwort lautet „Ja“. Denn dem BVB-Coach bieten sich zahlreiche nahezu gleichwertige Rotations- und Variationsmöglichkeiten – vor allem dürfte es dem Dortmunder Übungsleiter in Zukunft leichter fallen, auf  Verletzungen und sonstige Ausfälle zu reagieren. Zudem erhöht sich durch die hochwertigen Alternativen Klopps Handlungsspielraum während der Spiele. Je nach Spielstand bieten sich dem Borussen-Coach nun innerhalb der neunzig Minuten zahlreiche Optionen, um auf den jeweiligen Spielverlauf zu reagieren. Weiterer Vorteil: die Trainingsqualität wird durch den zu erwartenden Konkurrenzkampf deutlich erhöht.

Borussias Nr.1: Weidenfeller

Durch die extrem hohe Leistungsdichte dieses auch quantitativ üppigen Dortmunder Aufgebots, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sogenannten „unverzichtbaren“ Stammkräften wie Hummels oder Reus vor allem während der zahlreichen „englischen Wochen“ Verschnaufpausen und dringend notwendige Regenerationszeiten zu gönnen. Dadurch minimiert sich das Risiko, daß kleinere Blessuren wie in der Vergangenheit nur unzureichend auskuriert werden, sich anschließend verschlimmern und irgendwann schließlich zu langen Ausfallzeiten führen.

KADER-ANALYSE

Beim detaillierten Blick auf den schwattgelben Kader stellt man fest, daß nun sämtliche Positionen mindestens doppelt und vor allem hochwertig besetzt sind. Weiterer Trumpf des Dortmunder Aufgebots ist die Vielzahl an Spielern, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind. Allen voran natürlich „Allzweckwaffe“ Kevin Großkreutz.

Hoffnungsträger: Gündogan

Während bei den Torhütern alles beim alten bleibt (Weidenfeller Nr.1, Langerak als Vertreter), stehen Klopp beispielsweise als Innenverteidiger mit Hummels, Subotic, Sokratis und Ginter vier absolute Hochkaräter, allesamt Nationalspieler, zur Verfügung. Dazu gesellt sich mit Marian Sarr ein Rohdiamant, dem Klopp nun in aller Ruhe und ohne Zeitdruck den finalen Feinschliff verpaßen kann.

Auch die Außenverteidiger-Positionen sind doppelt und zudem namhaft mit vier Nationalspielern besetzt. Piszczek und Großkreutz rechts, Schmelzer und Durm links. Großkreutz könnte in Notsituationen auch links aushelfen, der etatmäßige Innenverteidiger Ginter gar auf beiden Seiten.

Im defensiven Mittelfeld ist die Auswahl für maximal zwei zu besetzende Positionen noch größer. Sahin, Gündogan und Jojic kommen für die kreative Hälfte der Doppel-Sechs in Betracht, Kehl, Kirch und Bender als Staubsauger für die eher defensiv ausgerichtete Hälfte. Eine weitere und somit die siebte Option stellt auch hier Matthias Ginter dar.

Im offensiven Mittelfeld liest es sich ähnlich prominent und qualitativ hochwertig. Blaszczykowski, Aubameyang, Hofmann, Großkreutz, Reus, Mkhitaryan und Ji gelten hier als erste Optionen – jedoch besteht für Klopp auch die Möglichkeit, mit Gündogan einen der etatmäßigen „Sechser“ auf der „Zehn“ hinter einer oder zwei Sturmspitzen zu positioneren. Das gleiche gilt für Jojic. Der Serbe kann neben seinem Part als „Sechser“ auch die offensiven Außenbahnen (oder je nach System die Halbpositionen) besetzen.

„Last but not least“ der Angriff. Die vorderste Front ist trotz der namhaften Zugänge von Ramos und Immobile die „große Unbekannte“ beim BVB. Nach Lewandowskis Abgang bleibt abzuwarten, wann (und ob überhaupt) die ohne Frage hoffnungsvollen „Neuen“ die riesige Lücke, die der Pole hinterlassen hat, zu schließen imstande sind. Möglicherweise wird sich die Statik des BVB-Spiels verändern, weil sowohl der Italiener als auch der Kolumbianer andere Spielertypen sind als ihr polnischer Vorgänger.

Lewandowski-Nachfolger: Ciro Immobile

Bleibt Klopp seinem System mit nur einer echten Sturmspitze treu, dürften sich Immobile und Ramos um den jeweiligen Startelf-Platz streiten. Ji und/oder Aubameyang gelten hier eher als „Notlösungen“. Ramos könnte zudem auch in der offensiv ausgerichteten Dreier-Reihe hinter Immobile agieren.

Auch ein Systemwechsel wäre unter den gegebenen Umständen vorstellbar. Bisher bevorzugte Klopp meistens das über Jahre bewährte BVB-typische 4-2-3-1-System. Zuweilen begann der Dortmunder Coach auch im 4-1-4-1-System mit nur einem Sechser. Da die Anzahl der qualitativ hochwertigen Sturm-Alternativen trotz „Lewy´s“ Abgang größer geworden ist, könnte es sein, daß Klopp zusätzlich ein 4-3-3 oder 4-4-2-System (mit Raute oder „flacher Vier“) einstudiert und bei Bedarf anwendet.

In der Kader-Analyse noch unberücksichtigt ist der ein oder andere Nachwuchs- oder U23-Spieler. Die Vergangenheit hat gezeigt, daß sich im Laufe einer Vorbereitung immer wieder das ein oder andere Talent in den Vordergrund spielt. Im Vorjahr war dies z. B. Erik Durm. Der damalige Nobody sorgte in Bundesliga und Champions-League für soviel Furore, daß er nur wenige Monate später sogar auf den WM-Zug aufsprang und mit der deutschen Mannschaft in Brasilien Weltmeister wurde.

KOMMENTAR/MEINUNG

Das neue Aufgebot der Borussia präsentiert sich sowohl quantitativ als auch qualititativ auf einem enorm hohen Niveau. Immer vorausgesetzt, daß der personelle Krankenstand nicht wieder ähnlich inflationäre Höhen wie in der vergangenen Saison erreicht, die Langzeitverletzten schnell wieder zu alter Form finden und die Neuzugänge zügig integriert werden.

Das Zusammenwachsen des Kaders und das Greifen wichtiger Automatismen wird Zeit und Geduld bei allen Beteiligten (inkl. der Fans) erfordern. Gerade zu Saisonbeginn könnte es aufgrund des terminlich unterschiedlichen Trainings-Einstiegs der WM-Teilnehmer zu einigen Stotterern im BVB-Getriebe kommen. Zudem werden Gündogan und Reus definitiv in den ersten Saisonspielen verletzungsbedingt noch fehlen.

Somit ist in der ersten Phase der neuen Spielzeit besonders wichtig (u. U. auch auf Kosten der spielerischen Qualität), daß in erster Linie die nackten Ergebnisse stimmen, um der Konkurrenz nicht schon frühzeitig hinterherhecheln zu müssen. Der spielerische Feinschliff mit den daraus resultierenden Automatismen sowie das Zusammenwachsen dieses Edel-Kaders dürfte sich ohnehin über die komplette Hinrunde ziehen.

Ich bin sehr gespannt auf die ersten wirklich ernsthaften Spiele unseres BVB und blicke der kommenden Saison mit viel Spannung, Vorfreude und Optimismus entgegen.

In diesem Sinne – schwattgelbe Grüße. NUR  DER  BVB !!

BVB: Start in eine schwierige Vorbereitung

Während die Fußball-WM in Brasilien in ihre entscheidende Phase tritt, hat bei den meisten Klubs der ersten und zweiten Bundesliga bereits die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Am gestrigen Samstag stieg auch Borussia Dortmund wieder ins Training ein. Beim Aufgalopp in die neue Spielzeit, in dessen Mittelpunkt der bei den Spielern „sehr beliebte“ Laktattest rückte, stand Borussias neuem Rekord-Trainer Jürgen Klopp (seit dem 01.07. im siebten BVB-Jahr) wegen des unterschiedlichen Einstiegs der WM-Teilnehmer allerdings nur ein Rumpf-Kader zur Verfügung. Marco Reus und Ilkay Gündogan fehlen verletzungsbedingt und sollen aller Voraussicht nach erst Mitte September in den Trainingsbetrieb einsteigen.

Zwei Trainingslager (08.-12.07. in Brixental/Kitzbüheler Alpen / 29.07. – 06.08. Bad Ragaz/Schweiz) bilden die Kernpunkte der Saisonvorbereitung der Schwattgelben, die mit dem Spiel der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde bei den Stuttgarter Kickers am 16.08. endet. Eingebettet in insgesamt acht Testspiele soll bis dahin die körperliche und taktische Basis für die kommende Spielzeit gelegt werden. Höhepunkte der sechswöchigen Vorbereitung sind das Testspiel beim FC Liverpool (10.08.) und das Supercup-Finale gegen Bayern München im heimischen Westfalenstadion (13.08.).

Die Saisonziele der Borussia sind noch nicht endgültig formuliert. Doch dürfte klar sein, daß die Schwattgelben in der Champions League erneut überwintern und im DFB-Pokal den Einzug ins Berliner Finale wiederholen wollen. In der Bundesliga soll für den BVB erneut eine Platzierung her, die den Verein direkt für die darauffolgende Champions-League-Saison qualifiziert – sprich Platz 1 bis 3.

Die größte Herausforderung für Jürgen Klopp in den kommenden Wochen besteht darin, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins Training einsteigenden WM-Teilnehmer rechtzeitig „spielfit“ zu bekommen. Zudem erhalten die deutschen WM-Akteure vier Wochen Urlaub und stehen Klopp sowohl für den Supercup als auch die erste Pokalrunde nicht zur Verfügung.

Außerdem gilt es, den Abgang des langjährigen Torjägers und Angriffsfixpunkts Robert Lewandowski zu kompensieren – eine echte Herkules-Aufgabe. In den vergangenen Jahren ist es dem BVB-Coach stets gelungen, die Verluste großer Leistungsträger wie Barrios, Kagawa und Götze wettzumachen. Die Lücke, die der polnische Weltklasse-Stürmer hinterläßt, dürfte jedoch nicht so einfach zu schließen sein – dafür war dessen sportlicher Wert als Mannschafts- und Teamplayer zu groß. Gut möglich, daß sich durch den Abgang Lewandowskis auch Borussias Spielstil ein wenig ändern wird.

Zwar hat Borussia für die neuen Offensiv-Kräfte Ciro Immobile (19 Mio./ FC Turin), Adrian Ramos (9 Mio. /Hertha BSC) und Dong-Won Ji (ablösefrei vom FC Augsburg) tief in die Schatulle gegriffen. Alle drei werden aber neben einer gewissen und völlig normalen Eingewöhnungsphase erst relativ spät ins Training der Borussia einsteigen, was sowohl ihre sportliche als auch menschliche Integration nicht gerade beschleunigt. Diesbezüglich ist Geduld im gesamten BVB-Umfeld gefragt. Fest verpflichtet wurde schließlich auch der bisher von Real Madrid lediglich ausgeliehene Nuri Sahin (7 Mio.).

Da auch Marco Reus, der die WM bekanntlich verletzungsbedingt verpaßte, erst im Laufe der Hinrunde wieder zur Verfügung steht, gestaltet sich die Formierung einer neuen Mannschaft (speziell der Offensive) und das Einüben von taktischen Abläufen und Automatismen in diesem Sommer extrem schwierig. Um dennoch einen dringend notwendigen erfolgreichen Saisonstart zu gewährleisten, wird Klopps Hauptaugenmerk ausschließlich darauf ausgerichtet sein, die bestmögliche Formation für das erste Bundesligaspiel zu finden. Am 23. August erwartet die Borussia im Westfalenstadion mit Bayer Leverkusen sofort einen ihrer größten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Die wichtigsten „Neuzugänge“ könnten diesmal ohnehin vielleicht sogar aus dem eigenen Lazarett kommen. Neven Subotic und Jakub Blaszczykowski fehlten der Mannschaft nahezu die komplette Rückrunde der abgelaufenen Saison, Ilkay Gündogan ist seit fast einem Jahr außer Gefecht. Auch und insbesondere durch die Rückkehr dieser drei Spieler wird sich in den nächsten Monaten eine Konkurrenzsituation entwickeln, die es so in Dortmund wohl noch nie gab. Alle drei Spieler heben das Qualitätsniveau des Dortmunder Kaders nochmals auf eine höhere Stufe und bieten Jürgen Klopp nahezu ein unerschöpfliches Reservoir an taktischen Variations- und personellen Rotationsmöglichkeiten. Aber besonders im Falle der Rekonvaleszenten gilt bezüglich ihres Leistungsvermögens das Geduldsprinzip.

Nicht mehr zum Kader gehören neben dem bereits erwähnten Robert Lewandowski auch die beiden Angreifer Julian Schieber und Marvin Ducksch. Schieber wurde für ca. 3 Mio. Euro zu Hertha BSC transferiert, während Ducksch auf Leihbasis zu Aufsteiger SC Paderborn wechselt. Der im vergangenen Herbst aufgrund der großen Verletzungsmisere verpflichtete Manuel Friedrich bricht seine Zelte in Dortmund ebenfalls ab.

Weitere Zu- und Abgänge sind nicht mehr geplant. Lediglich in die Personalie des Freiburger WM-Teilnehmers und Defensivspezialisten Matthias Ginter könnte bis zum Ende der Wechselperiode nochmal Bewegung kommen. Borussia und der Spieler sind sich über einen sofortigen Wechsel einig. Doch weigert sich der SC Freiburg momentan gegen diesen Transfer und pocht verständlicherweise auf Einhaltung des bestehenden Arbeitspapiers. Der BVB hat jedoch die Hoffnung auf ein sofortiges Zustandekommen des Transfers noch nicht aufgegeben, kann den Lauf der Dinge jedoch entspannt abwarten. Dringender oder sogar akuter Handlungsbedarf besteht im Defensivbereich der Borussen definitiv nicht

Eine genaue Analyse über die Breite und Qualität des Dortmunder Kaders sowie die verschiedenen personellen und taktischen Variationsmöglichkeiten, die sich Jürgen Klopp in der kommenden Saison bieten, folgt in den nächsten Tagen.

Borussias vorläufiger Kader für die neue Saison:

– Weidenfeller, Langerak

– Piszczek, Durm, Sokratis, Subotic, Hummels, Sarr, Schmelzer

– Kirch, Sahin, Jojic, Bender, Gündogan, Kehl

– Mkhitaryan, Reus, Aubameyang, Blaszczykowski, Hofmann, Großkreutz

– Immobile, Ramos, Ji.

In diesem Sinne…nur der BVB!

Mach´s gut, Lewy – Lewandowskis leiser Abschied

Es sollte sein letzter großer Auftritt im Trikot von Borussia Dortmund werden. Doch ausgerechnet das Finale des DFB-Pokals geriet für Robert Lewandowski zu einem traurigen Abend. Der polnische Weltklasse-Stürmer verlor nicht nur mit 0:2 n.V. gegen seinen neuen Arbeitgeber Bayern München. Vielmehr fand „Lewy“ – wie einige andere Borussen – im Berliner Olympiastadion nicht zu seiner Top-Form. Statt eines rauschenden Showdowns geriet die Abschiedsvorstellung des Polen somit zu einem eher leisen Schlußstrich unter seine vierjährige Zeit beim BVB.

Letztes BVB-Spiel für Lewy: Pokalfinale gegen Javi Martinez (Foto: kicker)

Zwei Jahre zuvor erlebte Lewandowski an gleicher Stelle eine Sternstunde. Bei Borussias 5:2-Finalsieg gegen die Bayern erzielte der Pole drei Treffer. Neben seiner Vier-Tore-Show im CL-Halbfinale 2013 gegen Real Madrid das wohl größte Spiel Lewandowskis im Trikot der Schwattgelben. Im Gedächtnis der Dortmunder Fans werden vor allem diese beiden Gala-Auftritte des Torjägers für immer haften  bleiben.

Lewandowskis Zeit beim BVB begann weniger berauschend. Als relativ unbeschriebenes Blatt wechselte „Lewy“ im Sommer 2010 nach intensivem Scouting und monatelangem Transferpoker von Lech Posen ins Ruhrgebiet. Beim BVB mußte sich der junge Stürmer zuächst mit der „Backup“-Rolle des seinerzeit etatmäßigen Mittelstürmers Lucas Barrios arrangieren. Lewandowskis erstes Jahr beim BVB verlief – trotz errungener Meisterschaft 2011 – eher durchwachsen. Die Öffentlichkeit verpaßte ihm schon den Spitznamen „Chancentod“ – doch Jürgen Klopp, sein Entdecker und Mentor, glaubte weiterhin an die außergewöhnlich großen Fähigkeiten des Polen und an dessen Durchbruch.

BL-Spiel gegen Hoffenheim: Bewegender Abschied von den Fans

Als sich Lucas Barrios in der Saison 2011/2012 eine langwierige Verletzung zuzog, schlug schließlich Lewandowskis große Stunde. Der Pole nutzte die Gunst des Augenblicks und avancierte zum Shootingstar des BVB. Mit spielstarken Auftritten und 22 Saisonstreffern verdrängte er seinen Konkurrenten aus Paraguay ins zweite Glied und holte mit Dortmund das erste „Double“ der Vereinsgeschichte. Mit dem oben bereits erwähnten Dreier-Pack beim 5:2 gegen Bayern München im Pokalfinale 2012 gelang Lewandowski der endgültige Durchbruch. Barrios brach danach seine Zelte im Ruhrgebiet ab.

In seinem dritten Jahr machte Lewandowski dann auch international auf sich aufmerksam. Neben überragenden Auftritten in Bundesliga und DFB-Pokal ballerte der Pole seine Borussia in der Champions-Leaguer mit zehn Treffern ins legendäre „deutsche Finale“ von Wembley gegen Bayern München. In der Bundesliga schraubte Lewandowski sein Saisonkonto auf 24 Treffer. Rekordmeister Bayern München wollte den noch bis 2014 an Borussia gebundenen Mittelstürmer daraufhin schon im Sommer 2013 an die Isar holen – scheiterte allerdings am strikten Veto des BVB, der auf Vertragserfüllung bestand und somit bewußt auf die Generierung einer hohen Ablösesumme verzichtete.

Klopp (hier nach dem Pokalfinale) formte Lewy zum Weltklasse-Stürmer.

Die konsequente Transfer-Verweigerung der Dortmunder Verantwortungsträger entpuppte sich als goldrichtig. Lewandowski spielte eine bärenstarke letzte Saison für den BVB und strafte alle Skeptiker Lügen, die dem Polen unterstellten, er werde aus Frust über den vorläufig geplatzten Transfer nicht mehr alles für den Erfolg der Schwattgelben in die Waagschale werfen. Lewy traf in der Champions League sechsmal und scheiterte mit Borussia erst im Viertelfinale denkbar knapp an Real Madrid. Außerdem sicherte sich Lewandowski mit 20 Treffern den Titel des Bundesliga-Torschützenkönigs und zog mit den Schwattgelben erneut ins Pokalfinale ein. Beim letzten Heimspiel gegen Hoffenheim würdigten die Fans die Verdienste des scheidenden Torjägers und bereiteten „Lewy“ einen emotionalen und gebührenden Abschied.

Moment für die Ewigkeit: Lewy´s Viererpack gegen Real Madrid

In 131 Bundesligaspielen schlug Lewandowski 74mal zu – eine überragende Quote. Und auch wenn sein letzter Auftritt im Berliner Pokalfinale nicht von Erfolg gekrönt war und sich Lewys Wunsch nach einem letzten Titel mit Borussia nicht erfüllte – der Pole geht als einer der ganz großen Stürmer in die Historie des BVB ein. Wenn demnächst die Frage nach einem der besten Dortmunder Angreifer aller Zeiten gestellt wird, dürfte Lewandowski in einem Atemzug mit schwattgelben Legenden wie Lothar Emmerich, Manfred Burgsmüller und Stephane Chapuisat genannt werden.

In diesem Sinne von dieser Stelle ein aufrichtiger Dank an Robert Lewandowski für vier tolle Jahre beim BVB und für die persönliche Zukunft alles Gute. Mach´s gut, Lewy!

BVB um den Sieg betrogen!

Um eines von vornherein klar zu sagen. Bayern München war beim Pokalfinale in Berlin am Ende um einen Tick stärker als unsere schwattgelben Jungs. Aber die Frage muß erlaubt sein: wie wäre das Spiel verlaufen, wenn Schiedsrichter Florian Meyer in der 64. Minute dem klar regulären Treffer von Mats Hummels nicht die Anerkennung verweigert hätte? Antwort: es hätte wohl keine Verlängerung gegeben, Dortmund wäre jetzt höchstwahrscheinlich Pokalsieger und ausgerechnet jenen Akteuren der Bayern, die sich unter Gurdiola über zu wenig Einsatzzeiten beklagen, wären die schmerzhaften Wadenkrämpfe erspart geblieben.

Schlüsselszene: Dante klärt Hummels Kopfball hinter der Linie

So bleibt, wie schon nach dem letztjährigen Champions-League-Finale, erneut die bittere Erkenntnis, daß Borussia Dortmund in Berlin weniger am Gegner aus München, als vielmehr an den folgenschweren Fehlentscheidungen des jeweiligen Schiedsrichters gescheitert ist. Denn in Berlin sorgte nicht nur der nicht anerkannte Hummels-Treffer für empörtes Entsetzen.

Der von den Medien als neuer „BVB-Schreck“ gefeierte Arjen Robben hätte zum Zeitpunkt seines Treffers zum 1:0, ähnlich wie Vorlagengeber Boateng, gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Für seine plumpe und unverschämt offensichtliche „Schwalbe“ im Dortmunder Strafraum sah der „fliegende Holländer“ zwar die gelbe Karte. Es hätte allerdings Gelb-Rot und somit Platzverweis sein müssen. Schiedsrichter Meyer versäumte es nämlich, dem Niederländer bereits in der ersten Halbzeit  wegen zweier klarer taktischer Fouls die regeltechnisch dafür vorgesehene Verwarnung auszusprechen.

Weidenfeller empört über Robbens Schwalbe

Dasselbe gilt für Robbens Teamkamerad Jerome Boateng. Und auch Javi Martinez verließ in nahezu jedem Zweikampf den Weg der in den Fußball-Regeln vorgeschriebenen Legalität.

Auf einen langen und ausschweifenden Spielbericht und die daran anschließende Analyse verzichte ich diesmal bewußt. Das Pokalfinale war ein intensiver Abnutzungskampf zweier äußerst diszipliniert agierender Mannschaften auf Augenhöhe. Ein Fest für Taktikfreaks – nicht jedoch für Feinschmecker abwechslungsreicher Offensivspektakel. Lange Zeit ohne große Höhepunkte und eben relativ unspektakulär.

Ein Finale mit einem überragenden und auf absolutem Weltklasse-Niveau agierenden Mats Hummels, mit einem bärenstarken Roman Weidenfeller, mit einer aufopferungsvoll kämpfenden und geschlossen diszipliniert auftretenden Mannschaft. Mit einem Robert Lewandowski, der in seinem letzten Spiel im BVB-Dress nicht wie gewohnt zur Entfaltung kam. Mit einem nimmermüden Marco Reus, der permanent versuchte, für offensive Akzente zu sorgen.

Letztlich reichte es für unsere Jungs nicht zum vierten Pokalsieg. Erstens aus oben bereits angesprochenen Gründen. Zweitens natürlich auch, weil unserem BVB am Ende der kräftezehrenden 120 Minuten Konzentrations-Fehler (Großkreutz vor dem 1:0) unterliefen, die die Bayern eiskalt zur späten Entscheidung nutzen konnten.

Allerdings fehlte es dem Dortmunder Spiel an diesem denkwürdigen Abend auch an offensivem Durchsetzungsvermögen. Zudem konnte das von gegnerischen Mannschaften so gefürchtete Pressing und Umschaltspiel vom BVB nicht wie gewohnt umgesetzt werden. Gelangen den Schwattgelben  Balleroberungen, verlor man das Leder zu schnell wieder oder setzte in oft sogar unbedrängten Situationen – zur Freude der Bayern-Defensive – auf langgeschlagene Bälle.

Am Ende macht sich ob der bitteren 0:2-Niederlage großer Frust in der schwattgelben Fußball-Seele breit. Dabei schmerzt nicht mal so sehr die Niederlage als solche. Ehrliche Anerkennung für den Gegner, wenn dieser verdient gegen den BVB die Oberhand behielt,  wurde von dieser Stelle aus schon mehrfach ausgesprochen. Vielmehr erzeugt die Art und Weise des Zustandekommens durch krasse Fehlentscheidungen der „Unparteiischen“ Frust und Empörung.

Robben gegen Hummels

Und dennoch überwiegt einen Tag nach dem Berliner Finale der Stolz auf diesen Verein und diese Dortmunder Mannschaft. Borussia hat eine Saison, geprägt von Nackenschlägen und großen personellen Problemen, in einer einzigartigen und beeindruckenden Art und Weise  bewältigt. Daraus sollte man Selbstvertrauen und Optimismus für die Zukunft ziehen. Denn irgendwann wird Ausdauer und der unerschütterliche Glaube an die eigene Stärke auch wieder belohnt. Und irgendwann ist der BVB wieder so stark, daß selbst zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen schwattgelbe Titel und Triumphe nicht mehr verhindern können.

In diesem Sinne! Nur der BVB!

(Fotos: kicker)

Jürgen Klopps Analyse der Schlüsselszene, des nicht gegebenen Tores von Mats Hummels.

 DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Jojic, Sahin – Mkhitaryan, Reus, Großkreutz – Lewandowski

Bayern München: Neuer – Boateng, Martinez, Dante – Hojbjerg, Lahm, Kroos, Rafinha – Müller, Götze – Robben

Einwechselungen: 60. Kirch für Mkhitaryan, 83. Aubameyang für Jojic, 110. Hofmann für Großkreutz – 31. Ribery für Lahm, 102. van Buyten für Hojbjerg, 109. Pizarro für Ribery

Tore: 0:1 Robben (107., Boateng), 0:2 Müller (120.+3, Pizarro)

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)

Gelbe Karten: – Kroos, Hojbjerg, Boateng, van Buyten, Robben

Zuschauer: 76.197 (ausverkauft)

 

HIER SPRICHT KLOPPO

(Auszüge aus Klopps Bankettrede nach dem Finale)

„Das Leben ist eine Ansammlung von Versuchen. Wenn man immer nur das machen würde, was zu 100 Prozent gelingt, wie langweilig wäre das denn? Das, was wir heute Abend gemacht haben, war eine Art Versuch, erneut einen Titel zu  gewinnen. Das hat leider nicht geklappt. Wir haben uns trotzdem als Verein und als Gemeinschaft präsentiert, wie es außergewöhnlicher nicht geht.

Wir alle wissen, wie das Spiel ausgegangen wäre, wie es gestanden hätte, wenn das Tor gezählt hätte. 1:0 für uns. Die Bayern haben sich Wadenkrämpfe rausgedrückt, haben irgendwie auf Zeit gespielt – und wir haben alles versucht, was ging.

Wenn heute Abend nur einer zu mir sagt ‚Schade‘, dem haue ich stumm das Glas aus der Hand. Wir kommen definitiv wieder. Diese Mannschaft ist so charakterstark. Egal, wer uns weggenommen wird, wir holen neue Jungs dazu. Macht euch keine Gedanken!“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (1,5), Piszczek (4), Sokratis (2), Hummels (1), Schmelzer (4), Sahin (4), Jojic (3,5), Mkhitaryan (4,5), Reus (3,5), Großkreutz (3,5), Lewandowski (3,5), Kirch (3), Aubameyang (3,5), Hofmann (-).