4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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BVB um den Sieg betrogen!

Um eines von vornherein klar zu sagen. Bayern München war beim Pokalfinale in Berlin am Ende um einen Tick stärker als unsere schwattgelben Jungs. Aber die Frage muß erlaubt sein: wie wäre das Spiel verlaufen, wenn Schiedsrichter Florian Meyer in der 64. Minute dem klar regulären Treffer von Mats Hummels nicht die Anerkennung verweigert hätte? Antwort: es hätte wohl keine Verlängerung gegeben, Dortmund wäre jetzt höchstwahrscheinlich Pokalsieger und ausgerechnet jenen Akteuren der Bayern, die sich unter Gurdiola über zu wenig Einsatzzeiten beklagen, wären die schmerzhaften Wadenkrämpfe erspart geblieben.

Schlüsselszene: Dante klärt Hummels Kopfball hinter der Linie

So bleibt, wie schon nach dem letztjährigen Champions-League-Finale, erneut die bittere Erkenntnis, daß Borussia Dortmund in Berlin weniger am Gegner aus München, als vielmehr an den folgenschweren Fehlentscheidungen des jeweiligen Schiedsrichters gescheitert ist. Denn in Berlin sorgte nicht nur der nicht anerkannte Hummels-Treffer für empörtes Entsetzen.

Der von den Medien als neuer „BVB-Schreck“ gefeierte Arjen Robben hätte zum Zeitpunkt seines Treffers zum 1:0, ähnlich wie Vorlagengeber Boateng, gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Für seine plumpe und unverschämt offensichtliche „Schwalbe“ im Dortmunder Strafraum sah der „fliegende Holländer“ zwar die gelbe Karte. Es hätte allerdings Gelb-Rot und somit Platzverweis sein müssen. Schiedsrichter Meyer versäumte es nämlich, dem Niederländer bereits in der ersten Halbzeit  wegen zweier klarer taktischer Fouls die regeltechnisch dafür vorgesehene Verwarnung auszusprechen.

Weidenfeller empört über Robbens Schwalbe

Dasselbe gilt für Robbens Teamkamerad Jerome Boateng. Und auch Javi Martinez verließ in nahezu jedem Zweikampf den Weg der in den Fußball-Regeln vorgeschriebenen Legalität.

Auf einen langen und ausschweifenden Spielbericht und die daran anschließende Analyse verzichte ich diesmal bewußt. Das Pokalfinale war ein intensiver Abnutzungskampf zweier äußerst diszipliniert agierender Mannschaften auf Augenhöhe. Ein Fest für Taktikfreaks – nicht jedoch für Feinschmecker abwechslungsreicher Offensivspektakel. Lange Zeit ohne große Höhepunkte und eben relativ unspektakulär.

Ein Finale mit einem überragenden und auf absolutem Weltklasse-Niveau agierenden Mats Hummels, mit einem bärenstarken Roman Weidenfeller, mit einer aufopferungsvoll kämpfenden und geschlossen diszipliniert auftretenden Mannschaft. Mit einem Robert Lewandowski, der in seinem letzten Spiel im BVB-Dress nicht wie gewohnt zur Entfaltung kam. Mit einem nimmermüden Marco Reus, der permanent versuchte, für offensive Akzente zu sorgen.

Letztlich reichte es für unsere Jungs nicht zum vierten Pokalsieg. Erstens aus oben bereits angesprochenen Gründen. Zweitens natürlich auch, weil unserem BVB am Ende der kräftezehrenden 120 Minuten Konzentrations-Fehler (Großkreutz vor dem 1:0) unterliefen, die die Bayern eiskalt zur späten Entscheidung nutzen konnten.

Allerdings fehlte es dem Dortmunder Spiel an diesem denkwürdigen Abend auch an offensivem Durchsetzungsvermögen. Zudem konnte das von gegnerischen Mannschaften so gefürchtete Pressing und Umschaltspiel vom BVB nicht wie gewohnt umgesetzt werden. Gelangen den Schwattgelben  Balleroberungen, verlor man das Leder zu schnell wieder oder setzte in oft sogar unbedrängten Situationen – zur Freude der Bayern-Defensive – auf langgeschlagene Bälle.

Am Ende macht sich ob der bitteren 0:2-Niederlage großer Frust in der schwattgelben Fußball-Seele breit. Dabei schmerzt nicht mal so sehr die Niederlage als solche. Ehrliche Anerkennung für den Gegner, wenn dieser verdient gegen den BVB die Oberhand behielt,  wurde von dieser Stelle aus schon mehrfach ausgesprochen. Vielmehr erzeugt die Art und Weise des Zustandekommens durch krasse Fehlentscheidungen der „Unparteiischen“ Frust und Empörung.

Robben gegen Hummels

Und dennoch überwiegt einen Tag nach dem Berliner Finale der Stolz auf diesen Verein und diese Dortmunder Mannschaft. Borussia hat eine Saison, geprägt von Nackenschlägen und großen personellen Problemen, in einer einzigartigen und beeindruckenden Art und Weise  bewältigt. Daraus sollte man Selbstvertrauen und Optimismus für die Zukunft ziehen. Denn irgendwann wird Ausdauer und der unerschütterliche Glaube an die eigene Stärke auch wieder belohnt. Und irgendwann ist der BVB wieder so stark, daß selbst zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen schwattgelbe Titel und Triumphe nicht mehr verhindern können.

In diesem Sinne! Nur der BVB!

(Fotos: kicker)

Jürgen Klopps Analyse der Schlüsselszene, des nicht gegebenen Tores von Mats Hummels.

 DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Jojic, Sahin – Mkhitaryan, Reus, Großkreutz – Lewandowski

Bayern München: Neuer – Boateng, Martinez, Dante – Hojbjerg, Lahm, Kroos, Rafinha – Müller, Götze – Robben

Einwechselungen: 60. Kirch für Mkhitaryan, 83. Aubameyang für Jojic, 110. Hofmann für Großkreutz – 31. Ribery für Lahm, 102. van Buyten für Hojbjerg, 109. Pizarro für Ribery

Tore: 0:1 Robben (107., Boateng), 0:2 Müller (120.+3, Pizarro)

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)

Gelbe Karten: – Kroos, Hojbjerg, Boateng, van Buyten, Robben

Zuschauer: 76.197 (ausverkauft)

 

HIER SPRICHT KLOPPO

(Auszüge aus Klopps Bankettrede nach dem Finale)

„Das Leben ist eine Ansammlung von Versuchen. Wenn man immer nur das machen würde, was zu 100 Prozent gelingt, wie langweilig wäre das denn? Das, was wir heute Abend gemacht haben, war eine Art Versuch, erneut einen Titel zu  gewinnen. Das hat leider nicht geklappt. Wir haben uns trotzdem als Verein und als Gemeinschaft präsentiert, wie es außergewöhnlicher nicht geht.

Wir alle wissen, wie das Spiel ausgegangen wäre, wie es gestanden hätte, wenn das Tor gezählt hätte. 1:0 für uns. Die Bayern haben sich Wadenkrämpfe rausgedrückt, haben irgendwie auf Zeit gespielt – und wir haben alles versucht, was ging.

Wenn heute Abend nur einer zu mir sagt ‚Schade‘, dem haue ich stumm das Glas aus der Hand. Wir kommen definitiv wieder. Diese Mannschaft ist so charakterstark. Egal, wer uns weggenommen wird, wir holen neue Jungs dazu. Macht euch keine Gedanken!“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (1,5), Piszczek (4), Sokratis (2), Hummels (1), Schmelzer (4), Sahin (4), Jojic (3,5), Mkhitaryan (4,5), Reus (3,5), Großkreutz (3,5), Lewandowski (3,5), Kirch (3), Aubameyang (3,5), Hofmann (-).

BVB ist heiß auf den „Pott“

Der Zeitpunkt des Showdowns ist gekommen. Am Samstag abend treffen im Berliner Olympiastadion mit Borussia Dortmund und Bayern München die beiden nationalen Top-Teams im Finale um den DFB-Pokal aufeinander. 13 Spieler aus Jogi Löws vorläufigem WM-Kader tummeln sich auf dem Rasen, 76.000 Zuschauer bilden einen gebührenden Rahmen, 189 Länder sind live zugeschaltet, 802 Medienvertreter  akkreditiert. Für die zahlreichen öffentlichen und privaten Public Viewings zeigt sich – so die Prognosen –  der Wettergott von seiner besten Seite. Es ist also alles angerichtet für ein echtes Fußball-Fest.


Ein letztes Mal für Schwattgelb: Robert Lewandowski

Aufgrund der typisch hohen eigenen Erwartungshaltung stehen die Bayern unter großem Druck. Eine Saison „nur“ mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft zu beenden, entspricht nicht dem Anspruchsdenken des Rekordmeisters und -pokalsiegers. Das „Double“ sollte es da schon sein. Auch wenn sich beide Teams sportlich momentan auf Augenhöhe begegnen, liegt der psychologische Vorteil somit auf Seiten des im diesjährigen Wettbewerb noch gegentorlosen BVB. Und auch die Formkurve der vergangenen Wochen spricht klar für die Westfalen. So sehen es scheinbar auch die Leser des „kicker“, die Borussia Dortmund in einer Umfrage mit 75 % aller Stimmen für das Finale favorisieren.

Der Umfrage entsprechend – und somit ungewohnt kleinlaut – äußerten sich die Bayern im Vorfeld zum bevorstehenden prestigeträchtigen Duell mit ihrem Erzrivalen, der sich anders als andere Teams in der Vergangenheit, partout nicht abschütteln lassen will. Die sonst so stark dosierten Giftpfeile blieben diesmal (allerdings beiderseits) fast vollständig aus. Thomas Müller sieht im neuen Pokalsieger, auch wenn er BVB heißen sollte, gar die momentan beste deutsche Vereinsmannschaft. Sein Teamkollege Franck Ribery mag nur bei einem Triumph seiner Farben von einer sehr guten Saison sprechen – andernfalls von einer „eher nicht guten“.

Kein Wiedersehen in Berlin: Mandzukic, Sokratis

Die Borussen jedenfalls sind heiß auf die Bayern und mehr als gewillt, den Triumph aus 2012 zu wiederholen. Damals gelang den Dortmundern ein beeindruckender 5:2-Erfolg, bei dem Robert Lewandowski einen Dreier-Pack schnürte. Und „Lewy“ dürfte diesmal besonders motiviert sein, denn der Pole will sich in seinem letzten Spiel im schwattgelben Trikot mit dem Gewinn des DFB-Pokals von den BVB-Fans verabschieden. Gegen seinen neuen Arbeitgeber. Wäre es nicht ohnehin ums Prinzip gegangen, so könnte sich die klare Verweigerung des BVB, mit Lewandowski ihren Weltklassestürmer schon vergangenen Sommer zum FC Bayern wechseln zu lassen, besonders im morgigen DFB-Pokalfinale nochmals richtig auszahlen.

Da Fußballer zu Aberglauben neigen, übernimmt Borussia die Abläufe zur Vorbereitung aufs Finale quasi eins zu eins aus dem Jahr 2012. „Wir machen alles so wie damals“, bestätigte Sportdirektor Michael Zorc. Das gilt auch für die Unterkunft. Wie 2012 residiert der BVB im noblen Schloßhotel Grunewald, dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft aus Tagen der WM 2006.

Die Startformation, mit der Jürgen Klopp das Finale angehen wird, ergibt sich quasi von allein. Zwar ist der BVB-Coach immer für eine Überraschung gut. Doch ist das Finale zu bedeutend, als daß Kloppo einen möglichen Triumph durch personelle Vabanque-Spiele gefährden würde. Somit scheint lediglich die Besetzung der Sechser-Position(en) völlig offen. Vertraut Klopp eher der jugendlichen Unbekümmertheit eines Milos Jojic oder der großen Erfahrung und Routine seines Kapitäns Sebastian Kehl? Vertraut er eher dem zuletzt überspielt wirkenden Nuri Sahin oder dem in der Rückrunde sehr präsenten Oliver Kirch?

Fest steht leider, daß Borussia auf seinen etatmäßigen Reservekeeper verzichten muß. Für Mitch Langerak, der sich eine Kreuzband-Dehnung zuzog, sitzt mit Zlatan Alomerovic der Stammkeeper der U23 als Weidenfeller-Ersatz auf der BVB-Bank. Außerdem fehlen der Borussia weiterhin die Langzeitverletzten Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Bender.

Klopps Kollege Guardiola verzichtet dagegen freiwillig und völlig überraschend auf seinen Top-Torjäger Mario Mandzukic. Der Kroate flog nicht mit nach Berlin. Die Gründe für diese Maßnahme wollte Guardiola nicht weiter erörtern. Allerdings sorgt der Coach mit dieser Personalie für neue Unruhe im Bayern-Umfeld und öffnet wild wuchernden Spekulationen Tür und Tor. Neben dem Kroaten fehlen dem Rekordmeister der langzeitverletzte Holger Badstuber sowie Bastian Schweinsteiger und Thiago Alcantara.

Spannend – und für den Spielausgang entscheidend – wird zu beobachten sein, welche der beiden aufeinanderprallenden Spielphilosophien sich durchsetzt. Klopps aggressives Pressing mit extrem schnellem Umschaltspiel oder Guardiolas bis zum Exzess praktizierter und auf eigenen Ballbesitz ausgerichteter Matchplan.

Über mangelnde Unterstützung kann sich Borussia wie gewohnt nicht beklagen. 50.000 BVB-Fans in Berlin sowie zig Tausende in der heimischen Westfalenhalle und der Dortmunder City bilden ein einzigartiges schwattgelbes Band der Sympathie und Begeisterung. Auf der Welle dieses unbezahlbar wichtigen Faustpfands sollen die Borussen zum vierten Gewinn des DFB-Pokals getragen werden. Als gutes Omen könnte man deuten, daß es nun schon jubiläumsverdächtige 25 Jahre her ist, daß der BVB mit einem 4:1-Finalsieg in Berlin gegen Werder Bremen eine bis heute anhaltende Phase der Begeisterung und Euphorie rund um Borussia Dortmund begründete.

Mein Tipp:

Borussia gewinnt mit 3:1. Robert Lewandowski verabschiedet sich mit zwei Toren und dem Gewinn des DFB-Pokals vom BVB.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Sahin (Kirch), Jojic (Kehl) – Mkhitaryan, Reus, Großkreutz – Lewandowski.

BAYERN: Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Alaba – Javi Martinez, Lahm – Robben, Kroos, Ribery (Götze) – Müller.

SCHIEDSRICHTER: Florian Meyer (Burgdorf)

Kommentar: „Echte Liebe“ schlägt „Mia san mia“

Die nationale Saison steuert ihrem Höhepunkt entgegen. DFB-Pokalfinale Borussia Dortmund gegen Bayern München. Das Duell der beiden besten deutschen Fußball-Teams zieht Millionen Fans in seinen Bann. „Echte Liebe“ und „Wir sind Fußball“ gegen „Mia san mia“. Fußball mit Herz gegen nüchternen Rasen-Schach. Tik-Tak-Tor gegen Tiki-Taka. Ein echter Favorit ist nicht wirklich auszumachen – aber der Trend spricht eindeutig für Schwattgelb. Und nicht nur der.


Noch vor einigen Wochen wäre Bayern als klarer Favorit in dieses „Finale Grande“ gegangen. Doch seit Pep Guardiola den entscheidenden Fehler beging und die Bundesliga nach dem Titelgewinn für beendet erklärte, schaltete der Rekordmeister in den „Sparmodus“. Konzentration und Spannung gingen verloren, die Mannschaft geriet aus dem Rhythmus und taumelte auf der Suche nach dem „Reset-Knopf“ von einer peinlichen Vorstellung in die nächste (0:1 Augsburg, 0:3 Dortmund, 0:1 und 0:4 Madrid).

Konträr dazu stieg beim BVB die Formkurve an. Als Schlüsselerlebnis auf dem Weg zu alter Stärke entpuppte sich Dortmunds 2:0-Gala-Auftritt gegen Real Madrid. Trotz des Ausscheidens fand Borussia gegen die „Königlichen“ zu alter Aggressivität und Spielfreude zurück. Die Schwattgelben siegten danach u.a. noch 3:0 in München und verloren kein Spiel mehr. Der Trend ist also klar Dortmunds „friend“.

Auch der psychologische Vorteil spricht für den BVB. Im Falle einer Niederlage könnte man Borussias Saison aufgrund zahlreicher Nackenschläge und personeller Probleme immer noch als durchaus gut bezeichnen. Die Bayern dagegen müssten sich unbequeme Fragen gefallen lassen. Im bajuwarischen Vereinsmotto „Mia san mia“ spiegelt sich nun mal das eigene selbstherrliche Anspruchsdenken wieder, welches sich bei Niederlagen als echter Boomerang (oder Eigentor?) entpuppt.

Neben Trend und Psychologie werden Tagesform und Spielglück das Pokalfinale entscheiden. Die Stimmung in beiden Lagern erinnert jedenfalls ein wenig an das Endspiel 2012. Auch damals traf eine Borussia mit breiter Brust auf einen verunsicherten FC Bayern. Das Ende ist bekannt. Lewandowski schnürte einen Dreier-Pack. Dortmund demütigte die Bayern mit 5:2. Diesmal wird es zwar etwas knapper. Aber „EchteLiebe“ ist einfach stärker als „Mia san mia“. Darum wird der neue DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund heißen.

Vorbericht und letzte Infos zum Finale ab Freitag abend in diesem Blog

2:0 – BVB fährt nach Berlin!

Borussia Dortmund steht im Finale des DFB-Pokals. Die Treffer von Mkhitaryan und Lewandowski ebneten dem BVB beim 2:0-Sieg gegen einen starken VfL Wolfsburg den Weg nach Berlin. Vor 80.200 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion hatten die Schwattgelben an diesem Abend das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite, denn die Gäste aus Niedersachsen vergaben eine Vielzahl erstklassiger Torchancen. Dortmunds Final-Gegner wird am Mittwoch Abend zwischen Bayern München und dem 1.FC Kaiserslautern ermittelt. Für Borussia gab es doppelten Grund zur Freude. Denn im Vorfeld der Partie verlängerte Ilkay Gündogan seinen Vertrag beim BVB um ein Jahr bis 2016.

100 Tore für Borussia: Robert Lewandowski (Foto: kicker)

PERSONAL

Gegenüber dem überragenden 3:0-Sieg bei Bayern München stellte Jürgen Klopp seine Mannschaft auf drei Positionen um. Für Sahin, Aubameyang und Hofmann rotierten Jojic, Lewandowski und Piszczek in die Startelf. Taktisch richtete Klopp seine Elf erwartungsgemäß im zuletzt erfolgreichen 4-1-4-1-System mit nur einem „Sechser“ aus.

SPIELVERLAUF

Das Spiel begann erwartungsgemäß mit viel Tempo und Intensität. Wolfsburg versteckte sich nicht und nahm den offenen Schlagabtausch sofort an. Es entwickelte sich ein Spiel ohne taktisches Geplänkel mit Torchancen hüben wie drüben. Perisics Treffer in der 3.Minute wurde zurecht die Anerkennung verweigert. Der Kroate hatte seinen Ex-Teamkollegen Weidenfeller im Fünf-Meter-Raum klar behindert. In der 12. Minute die Führung für Dortmund. Mkhitaryan nahm einen Reus-Paß auf und zog vom rechten Strafraumeck unwiderstehlich nach innen. Sein platzierter Flachschuß landete unerreichbar für VfL-Keeper Grün in dessen unterem rechten Toreck. Danach fand der offene Schlagabtausch zweier spielfreudiger Teams seine Fortsetzung. Luiz Gustavo (18.) für Wolfsburg und Reus (17.)  für Dortmund scheiterten. Wolfsburg drängte nun immer vehementer auf den Ausgleich. In der 21.Minute scheiterte de Bruyne an Weidenfeller, anschließend vergab Olic (22.).

Erneut überragender Borusse: Mkhitaryan (Foto: kicker)

Dortmund dagegen agierte offensiv zwar gefällig, spielte seine schnellen Konter aber oft nicht entschlossen genug oder zu unkonzentriert aus. Die Gäste ihrerseits nutzten die teilweise zu große Sorglosigkeit der BVB-Defensive zu weiteren hochkarätigen Chancen. Malandas Kopfball klatschte in der 42. Minute an den Pfosten, den Nachschuß vergab de Bruyne. Im Gegenzug schlug Borussia dann eiskalt zu. Jojic steckte für den rechts freigelaufenen Reus durch. Dessen Zuspiel versenkte Lewandowski mit seinem 100. BVB-Pflichtspieltor zum vorentscheidenden 2:0 für die Schwattgelben.

Im zweiten Abschnitt überließ der BVB den Gästen die Initiative und verlegte sich aufs Kontern. Das Vorhaben ging zunächst auch auf. Großkreutz und Lewandowski (47.), erneut Lewandowski mit Pfostenschuß (49.) und Abseitstor (54.) verpaßten in dieser Phase die endgültige Entscheidung zugunsten der Borussia. Das Spiel katapultierte sich auf ein immens hohes Niveau, denn auch Wolfsburg kam immer wieder zu großen Möglichkeiten (Olic 56., zweimal Malanda 74. und 80.).

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Zu diesem Zeitpunkt beschränkte sich Dortmund bereits fast ausschließlich auf das Verteidigen des Zwei-Tore-Vorsprungs und lauerte auf gelegentliche Konter. Die Gelegenheiten dazu waren auch da, doch wurde dabei der Kräfteverschleiß der zurückliegenden englischen Wochen beim BVB immer offensichtlicher. Den Schlußpunkt unter Wolfsburgs Bemühungen, auf 1:2 zu verkürzen, setzte Luiz Gustavo mit seinem Pfostenschuß in der 82. Minute. Danach brachte Dortmund den Sieg mit Fortune und Geschick über die Zeit und zog zwar glücklich, aber nicht unverdient ins Berliner Pokalfinale ein.

Eiskalt: Lewandowskis 2:0 (Foto: kicker)

ANALYSE

Glückwunsch, Borussia. Mit einer erneuten Energie- und Willensleistung und dem nötigen Fortune zog der BVB (ohne jeden Gegentreffer) zum sechsten Mal ins DFB-Pokalfinale ein und wahrte somit die letzte Chance auf einen Titel in der aktuellen Saison. Die Tore des ersten Durchgangs erwiesen sich als extrem wertvoll, weil den Borussen die nunmehr fünf englischen Wochen in Folge mit zunehmender Spieldauer immer deutlicher anzumerken waren. Kompliment an die Gäste aus der VW-Stadt. Die Hecking-Elf imponierte mit einer couragierten und starken Leistung und scheiterte lediglich am fast inflationären Auslassen ihrer hochkarätigen Torchancen.

Beim BVB bildete eine geschlossene Mannschaftsleistung auch gegen Wolfsburg die Basis für den späteren Sieg. Wie schon gegen Madrid und in München profitierte das schwattgelbe Gesamtgebilde dabei von der individuellen Klasse einzelner Akteure.

Zweikampf Hummels / Olic (Foto: kicker)

So zog Henrikh Mkhitaryan erneut nahezu sämtliche Register seines riesigen Potentials. Der Armenier läuft momentan zu absoluter Top-Form auf und war mit seinem Führugnstor erneut der „Dosenöffner“ für Dortmunds Sieg. Wenn „Miki'“ den Turbo zündet, ist er mit fairen Mitteln kaum zu bremsen. Zudem gelingt es ihm immer häufiger, den richtigen Abspielmoment zu finden.

Mats Hummels entpuppte sich erneut nicht nur als Turm in der Defensive (85 % gewonnene Zweikämpfe) sondern schaltete sich immer wieder auch wirkungsvoll und blitzgescheit ins Angriffsspiel seiner Mannschaft ein. Der Innenverteidiger ist in absoluter Top-Form.

Milos Jojic findet sich immer besser ins Spiel des BVB ein und bestätigte gegen die „Wölfe“ seine tolle Form. Der junge Serbe fand in beeindruckender Art und Weise erneut die richtige Mischung aus blitzschnellem Umschaltspiel und ruhigem Spielaufbau und ist auf dem besten Wege, ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Schwattgelben zu werden.

Marco Reus war erneut an beiden Treffern maßgeblich beteiligt. Zwar lief sich der Nationalspieler einige Male in der Wolfsburger Abwehr fest, sorgte aber auch genauso oft für extreme Unruhe in der Defensive der Gäste.

Finalstimmung schon vorm Spiel: die Südtribüne

Last but not least – Robert Lewandowski. Der scheidende Torjäger beweist Spiel für Spiel nicht nur seine Wichtigkeit für das Team sondern auch, daß er gewillt ist, der Borussia zum Abschied mit seinen Treffern zu einem weiteren Titel zu verhelfen. Das vorentscheidende 2:0 gegen die Wölfe war Lewys 100. Pflichtspieltreffer für den BVB.

Durch das Hervorheben der obigen Protagonisten soll die Leistung aller anderen schwattgelben Akteure an diesem Abend nicht abgewertet oder kleingeredet werden. Sie alle trugen durch ihre Leistungen zu einem erneut starken Gesamtauftritt des Teams bei.

Am Samstag nun kann der BVB eines seiner Saisonziele perfekt machen. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen Mainz 05 wäre Borussia auch rechnerisch nicht mehr von einem direkten CL-Qualifikationsplatz zu verdrängen.

Abschließend ein weiterer Glückwunsch an den BVB, denn Ilkay Gündogan verlängerte im Vorfeld des Halbfinals gegen die „Wölfe“ seinen Vertrag bei den Schwattgelben bis 2016. Von dieser Vollzugsmeldung profitieren beide Seiten. Der Spieler hat eine weitere Saison Zeit, fit zu werden und zu alter Form zurückzufinden. Der Verein wiederum kann nur gewinnen. Denn im Falle eines Gündogan-Wechsels im Sommer 2015 ginge Borussia durch die verlängerte Laufzeit des Arbeitspapiers zumindest nicht leer aus und könnte für den Nationalspieler eine entsprechende Ablösesumme generieren.

Die PK mit Jürgen Klopp nach dem Spiel gegen die „Wölfe“ (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller  – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Kehl – Mkhitaryan, Jojic, Reus, Großkreutz – Lewandowski

VfL Wolfsburg: Grün – Träsch, Naldo, Knoche, Schäfer – Luiz Gustavo, Junior Malanda – de Bruyne, Arnold, Perisic – Olic

Einwechselungen: 72. Kirch für Mkhitaryan, 85. Aubameyang, 90.+3 Schieber für Reus – 63. Vieririnha für Arnold, 83. Caligiuri für Malanda

Tore: 1:0 Mkhitaryan (12., Reus), 2:0 Lewandowski (43., Reus).

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Gelbe Karten: Kehl, Aubameyang – Luiz Gustavo

Zuschauer: 80.200 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir haben den Finaleinzug geschafft, alles ist gut. Bei der Qualität, die Wolfsburg hat, ist es normal, dass es knapp wird. Die Jungs gehen jetzt fünf Mal hintereinander in den Rhythmus Samstag-Dienstag. Heute hat es zum ersten Mal eingeschlagen. Sie gehen auf der Felge. Wolfsburg ist immer drangeblieben, und wir haben unsere Konterchancen aufgrund von fehlender Frische eher durchschnittlich ausgespielt.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2,5), Piszczek (3,5), Sokratis (3), Hummels (2), Durm (3), Kehl (3), Mkhitaryan (1,5), Jojic (2,5), Reus (2,5), Großkreutz (3,5), Lewandowski (3), Kirch (-), Aubameyang (-), Schieber (-).

„Wölfe“ besiegen – Berlin rocken!

Rudelbildung im Westfalenstadion! Auf der Jagd nach dem goldenen DFB-Pokal begibt sich Borussia Dortmund im Halbfinale am Dienstag Abend im Westfalenstadion auf die Spur der „Wölfe“. Nur zehn Tage nach dem mühevollen und mit einer großen Willensleistung erzwungenen 2:1-Sieg trifft der BVB erneut auf Dieter Heckings VfL Wolfsburg und will mit einem Sieg gegen die Niedersachsen das Ticket fürs Finale in Berlin buchen. Dort könnte der BVB seine letzte verbliebene Titelchance wahrnehmen und würde aller Voraussicht nach auf Bayern München treffen. Der Rekordmeister empfängt am Mittwoch Abend daheim den Zweitligisten 1.FC Kaiserslautern.

Schlüssel-Duell: Mkhitaryan, Luiz Gustavo (Foto: kicker)

Gegen Wolfsburg kann Jürgen Klopp aller Voraussicht nach bis auf die fünf Langzeitverletzten, von denen sich Marcel Schmelzer wieder im Training befindet, auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Gegenüber dem überragenden 3:0-Sieg gegen die Bayern vom vergangenen Wochenende wird eine Prognose bezüglich der Startaufstellung somit zu einem Lotteriespiel. Wahrscheinlich aber wird Dortmunds Coach erneut einen System-Wechsel von 4-2-3-1 auf ein 4-1-4-1 vornehmen. Mit nur einem nominellen Sechser gelang den Borussen zuletzt der Umschwung gegen den VfL und auch das beeindruckende 2:0 gegen Real Madrid.

Dem VfL Wolfsburg fehlen mit Torhüter Benaglio, Linksverteidiger Rodriguez und Mittelstürmer Bas Dost zwar drei wichtige Stammkräfte.Doch ist der Kader der „Wölfe“ mittlerweile qualitativ und quantitativ so breit besetzt, daß Coach Dieter Hecking solche Ausfälle fast mühelos kompensieren kann. Für die Profis des VW-Klubs wäre der Sprung ins Endspiel die erste Teilnahme an einem DFB-Pokalfinale.

Klopp, Hecking (Foto: kicker)

Für die Borussia läutet der Pokalfight die letzte englische Woche der Saison ein. Ein Grund mehr für die Schwattgelben, nochmal alles „rauszuhauen“. Im bisherigen Verlauf der Pokal-Saison blieb der BVB ohne Gegentor. Gelingt dies der Klopp-Elf erneut, steht einer Neuauflage des Berliner Endspiels gegen die Bayern nichts mehr im Wege. Es wäre das dritte Pokalfinale zwischen beiden Teams innerhalb der letzten sechs Jahre. 2008 unterlagen die Borussen im letzten Spiel unter Thomas Doll noch unglücklich mit 1:2. Vier Jahre später machte der BVB unter Jürgen Klopp mit einem fulminanten 5:2-Sieg das erste „Double“ der Vereinsgeschichte perfekt.

Die PK mit Jürgen Klopp vor dem Spiel gegen Wolfsburg (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp:

Borussia gewinnt mit 3:1 und zieht ins Berliner Pokalfinale ein.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Durm – Kehl (Sahin) – Mkhitaryan, Jojic, Reus, Großkreutz – Lewandowski.

VfL: Grün – Träsch, Naldo, Knoche, Schäfer – Luiz Gustavo, Junior Malanda – de Bruyne, Arnold, Perisic – Olic.

Aubameyang schießt BVB ins Pokal-Halbfinale

Borussia Dortmund steht im Halbfinale des DFB-Pokals 2014! Am Abend siegten unsere Jungs nach intensiven neunzig Minuten bei Eintracht Frankfurt mit 1:0 und zogen damit als erste Mannschaft in die Runde der letzten Vier ein. Das Tor des Tages vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena erzielte Pierre-Emerick Aubameyang in der 82. Minute nach einem Eckball von Henrikh Mkhitaryan.


PERSONAL

Wurde heftig attackiert: Lewandowski (hier mit Russ)

Borussia ohne Sieben! Hummels, Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Durm fielen ohnehin aus. Nach dem Bremen-Spiel quartierten sich auch Marco Reus und Sven Bender ins immer größer werdende BVB-Lazarett. Kevin Großkreutz besetzte die Reus-Position, Sebastian Kehl spielte für Bender als zweiter Sechser neben Sahin.

SPIELVERLAUF

In einem von Beginn an sehr intensiven Spiel mit vielen Zweikämpfen und Nickeligkeiten neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst. Frankfurt konnte das Spiel in der ersten halbe Stunde ausgeglichen gestalten. Beide Teams kamen kaum zu torgefährlichen Abschluß-Situationen. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde der BVB immer dominanter und nutzte mit schnellem Umschaltspiel die sich nun bietenden Räume immer häufiger. Insbesondere Aubameyang konnte so seine Schnelligkeit ausspielen und sorgte nun ein ums andere Mal für brenzlige Situationen vor dem Eintracht-Gehäuse.

Hier scheitert Aubameyang noch. Später wird er Matchwinner!

Im zweiten Abschnitt sahen die ca. 6.000 mitgereisten BVB-Fans eine optisch überlegene Eintracht, die immer wieder mit Seitenwechseln und Diagonalpässen versuchte, die Schwattgelben in Bedrängnis zu bringen. Doch Dortmund zeigte sich bis auf zwei Situationen sehr gut organisiert. Friedrich (großes Kompliment) und Sokratis waren eigentlich jederzeit Herr der Lage. Mit zunehmender Spieldauer wurde das Spiel aufgrund zahlreicher Unterbrechungen und der schauspielerischer Einlagen des unsäglichen Zambrano immer zerfahrener. Die Provokationen des Frankfurter Innenverteidigers schaukelten das knochenharte Duell mit dem dennoch starken Lewandowski zu einer Art Privatduell hoch. Zambrano konnte von Glück reden, daß er die neunzig Minuten ohne Platzverweis überstand. Ihm „droht“ am Samstag im Westfalenstadion ein herzlicher Empfang durch die BVB-Fans.

Als die Partie immer näher an die drohende Verlängerung rückte, schlug die Borussia dann eiskalt zu. Eine Mkhitaryan-Ecke verlängerte Sebastian Kehl zum am langen Pfosten postierten Aubameyang. Der Gabuner krönte seine gute Vorstellung dann mit dem vielumjubelten Tor des Tages und schoß den BVB ins Halbfinale des DFB-Pokals.

Duell des Tages: Zambrano/Lewandowski

Aus einer sehr geschlossen auftretenden Dortmunder Mannschaft, die diesmal keinen Ausfall zu beklagen hatte, muß man insbesondere Manuel Friedrich, Sebastian Kehl, Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang ein Sonderlob zollen. Friedrich gewinnt neben dem ohnehin immer sehr „cool“ agierenden Sokratis immer mehr an Sicherheit, Kehl entpuppte sich als effektiver Staubsauger und auch Initiator einiger gefährlicher Konter, der nimmermüde Mkhitaryan war defensiv und offensiv nicht „kleinzukriegen“ (auch wenn dem Armenier nicht alles gelang) und Aubameyang (auch defensiv diesmal stark) kam es entgegen, daß ihm das Spiel die Räume bot, die der Gabuner zum Ausspielen seiner Stärken so dringend benötigt.

Was in der Bundesliga nicht gelingen will, schafft Borussia im Pokal nun zum wiederholten Male. Die Schwattgelben sind auch nach der vierten Runde des diesjährigen Wettbewerbs noch ohne Gegentor. Die Borussen schienen nach dem Abpfiff wunschlos glücklich. Obwohl – einen Wunsch werden wohl alle haben, die mit dem BVB sympathisieren. Losglück in Form eines Heimspiels im Halbfinale! So oder so steht jedenfalls fest, daß es „nur“ noch einen einzigen Sieg braucht, um nach 2012 wieder ins Berliner Pokalfinale einzuziehen.

(Fotos: kicker)

DIE STATISTIK

Eintracht Frankfurt: Trapp – Jung, Zambrano, Madlung, Djakpa – Rode, Russ, Flum – Meier – Aigner, Kadlec

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer – Sahin, Kehl –Aubameyang, Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski

Einwechselungen: 46. Rosenthal für Kadlec, 83. Weis für Flum – 90. Hofmann für Mkhitaryan, 90.+4 Schieber für Aubameyang

Tor: 0:1 Aubameyang (82., Kehl)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)

Gelbe Karten: Russ, Rode, Flum – Sokratis, Schmelzer

Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Die erste Halbzeit war ganz klar unsere und wir haben 70 Minuten lang richtig gut gespielt. Leider hatten wir in den ersten 20 Minuten nach der Pause keine klare Linie mehr im Spiel. Da kam es auch zu vielen Unterbrechungen, die uns etwas aus dem Rhythmus gebracht haben. Frankfurt hat es aber auch sehr gut gemacht und ist selber zu Chancen gekommen. Wir haben sehr lange Standardsituationen trainiert, jetzt hat es direkt in zwei Spielen hintereinander geklappt. Das ist sehr wichtig. Wir wollten unbedingt ins Pokalhalbfinale, das hat man meiner Mannschaft angesehen.“

WEITERE STIMMEN

Michael Zorc:  „Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen  haben. Es war ein sehr schwieriges Spiel, auch wenn man unsere anhaltenden Personalprobleme betrachtet. Insgesamt gesehen hat die Mannschaft es sehr gut gemacht. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir eine Vielzahl an Chancen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu Beginn etwas die Linie verloren, das wurde später wieder besser. Pierre-Emerick Aubameyang scheint der Mann für die wichtigen Tore zu sein, jetzt trifft er sogar mit dem Kopf. Und auch Henrikh Mikhitaryan war heute sehr stark, er hat häufig für Entlastung gesorgt.“

Sebastian Kehl: „Die Situation war vor dem Spiel nicht einfach für uns. Wir wussten, dass es ein kampfbetontes Spiel werden würde, so ist es dann auch gekommen. Frankfurt war heiß, hat sehr offensiv gespielt. Darauf waren wir eingestellt. So haben sich für uns dann Räume ergeben, die zu vielen Chancen geführt haben. Leider verwerten wir nur eine davon. Insgesamt gesehen haben wir aber verdient gewonnen. Frankfurt macht es nicht schlecht, aber wir hatten die besseren Chancen. Wir sind sehr froh, dies war ein wichtiger Sieg.“

Pierre-Emerick Aubameyang: „Ich in sehr glücklich über mein Tor, denn wir mussten sehr hart dafür arbeiten. Es war ein schweres Spiel, daher können wir uns über den Sieg umso mehr freuen.  Wir haben eine sehr große Qualität im Kader, wenn wir zusammenrücken können wir auch in Zukunft noch viel erreichen. Wenn wir – so wie heute – mit dem Messer zwischen den Zähnen spielen und bis zum umfallen kämpfen, ist in allen Wettbewerben noch sehr viel für uns drin.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3,5), Piszczek (3), Sokratis (3), Friedrich (2,5), Schmelzer (3), Sahin (3), Kehl (2,5), Aubameyang (2), Mkhitaryan (2,5), Großkreutz (3), Lewandowski (3), Hofmann (-), Schieber (-).