0:3 – BVB scheitert an eigener Abschlußschwäche

Im Giganten-Duell der Fußball-Bundesliga unterlag Borussia Dortmund dem großen Rivalen und Titelverteidiger Bayern München überraschend deutlich mit 0:3. Am Ende einer von Hiobsbotschaften geprägten Woche scheiterte der BVB dabei vor 80.645 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion vorrangig an der eigenen Abschlußschwäche. Die Bayern nutzten das eiskalt zu einem allerdings viel zu hohen Sieg aus und distanzierten ihren bis zu diesem Spieltag ärgsten Verfolger in der Tabelle auf sieben Punkte. Gleichzeitig bedeutete das 0:3 die erste Heimniederlage für den BVB in der laufenden Saison.

Luftkampf Friedrich, Robben (Foto: kicker)

 PERSONAL

Der BVB, ohne komplette Viererkette und Ilkay Gündogan, begann mit einer komplett neu gebildeten Abwehrreihe bestehend aus Großkreutz, Sokratis, Friedrich und Durm. Der kurzfristig nachverpflichtete Ex-Nationalspieler Manuel Friedrich gab dabei sein Debut im Trikot der Schwattgelben. Lukasz Piszczek stand ca. fünf Monate nach seiner Hüft-OP erstmals wieder im Kader des BVB. Den Bayern fehlten neben Ribery und Schweinsteiger noch Shaquiri, Pizarro und Badstuber. Der Ex-Borusse Mario Götze blieb ebenso zunächst auf der Bank wie Thiago. Guardiola begann mit Lahm auf der „Sechs“ und positionierte seinen Landsmann Javi Martinez überraschend im offensiven Mittelfeld.

SPIELVERLAUF

Borussia begann wie die Feuerwehr. Bereits nach drei Minuten die erste Großchance. Lewandowski konnte die Vorarbeit seines Landsmanns Blasczykowski jedoch nicht nutzen und semmelte aus kurzer Distanz über Neuers Tor. Danach tasteten sich beide Mannschaften mehr oder weniger ab. Bayern verschaffte sich durch viel Kurzpasspiel und lange Ballbesitzzeiten optische Vorteile, ohne den Dortmundern allerdings gefährlich werden zu können. Die neuformierte BVB-Abwehr stand den Umständen entsprechend zunächst sehr gut. Nach zwanzig Minuten gelang es Dortmund erstmals, mit mehreren Schußversuchen durch Reus und Kuba die Bayern-Abwehr zu fordern. Der BVB agierte nun mutiger im Offensivspiel. Nach 35 Minuten drehten die Münchner den Spieß wieder um und kamen nun ihrerseits durch Mandzukic und Müller zu den ersten beiden „Halbchancen“, scheiterten aaber an Roman Weidenfeller. Die größte Chance bot sich kurz vor der Pause erneut Mandzukic, doch der Kroate verpaßte eine flache Hereingabe von Robben nur knapp.

Gedankenschnell: Götzes 1:0 für Bayern (Foto:kicker)

Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Bayern mit viel Ballbesitz optisch überlegen, Borussia blieb durch schnelle Gegenangriffe brandgefährlich. Lewandowski verpaßte eine Bender-Flanke nur knapp (51.). Nach 55 Minuten verpasste Guardiola dem Spiel mit der Einwechslung von Mario Götze die entscheidende Wendung. Der Jungstar wurde erwartungsgemäß mit einem gellenden Pfeifkonzert an alter Wirkungsstätte empfangen. Kurz darauf kam mit Thiago die zweite millionenschwere Neuverpflichtung des Rekordmeisters. Und es kam, wie es kommen mußte. Nach 66 Minuten nutzte ausgerechnet Götze eine Unachtsamkeit in der BVB-Deckung und schloß eine Müller-Vorlage gedankenschnell und technisch perfekt zur Münchner Führung ab. Borussia antwortete mit teilweise wütenden Offensiv-Attacken. Mkhitaryan vergab dabei freistehend eine weitere Großchance (69.), Reus platzierten Schuß aus 16 Metern vereitelte Manuel Neuer mit einer großartigen Parade (73.) Kurz zuvor hatte Klopp alles riskiert und mit Aubameyang und Hofmann zwei weitere Offensivakteure gebracht. Als Thiago dann mit einem Traumpass den völlig frei an der Mittellinie lauernden Robben bediente und dieser nach einem Solo zum 2:0 einschoß, war eine Vorentscheidung gefallen. Zwar versuchte der BVB alles, dem Spiel noch eine Wendung zu geben, lief dabei jedoch in der 86. Minute in einen weiteren Konter der gnadenlos effizienten Bayern, den Müller zum viel zu hohen 3:0-Endstand abschloß.

FAZIT / MEINUNG / ANALYSE

Hitzköpfe: Mandzukic, Großkreutz

Wer das Ergebnis liest, könnte meinen, die Bayern hätten das Spiel im Westfalenstadion beherrscht und den heimischen BVB vorgeführt. Dem war jedoch nicht so. Borussia lieferte dem Rekordmeister einen großen Kampf und begegnete den Gästen gute siebzig Minuten auf Augenhöhe. Die neuformierte Abwehrreihe des BVB stand besser als erwartet und stellte mit ihrem neuen „Chef“ Sokratis den an diesem Abend stärksten Dortmunder. Manuel Friedrich fügte sich relativ gut ein. Doch merkte man dem Ex-Nationalspieler die fehlende Spielpraxis fast über die gesamte Spielzeit an (fast jeder Pass war ein Fehlpass). Großkreutz hatte Robben weitestgehend im Griff und Durm ließ Müller fast nie zur Entfaltung kommen. Beide Außenverteidiger schalteten sich nebenbei immer wieder wirkungsvoll ins Offensivspiel mit ein. Während Sven Bender als „defensiver Sechser“ das Zentrum gut dicht machte und dabei vom fleißigen Sahin aufopferungsvoll unterstützt wurde, gelangen dem Deutsch-Türken in der Offensive kaum überraschende oder gefährliche Aktionen. Sahins Passquote war unterirdisch. Das gilt leider auch für Mkhitaryan, der sich wie immer überragend in der Balleroberung präsentierte, ansonsten jedoch nahezu wirkungslos blieb. Borussias Spiel fehlte ganz offensichtlich ein Lenker. Das Fehlen von Hummels (und natürlich Gündogan) machte sich somit vor allem im Aufbauspiel bemerkbar. Auf den offensiven Außenpositionen machte Kuba seine Sache zunächst sehr gut, fiel aber mit zunehmender Spieldauer immer mehr ab. Sein Pendant auf links, Marco Reus, war für die Bayern-Abwehr ein ständiger Unruheherd. Der Nationalspieler blieb jedoch in seinen Abschlußbemühungen ebenso glücklos wie Robert Lewandowski in vorderster Front.

Der BVB scheiterte an diesem Abend überwiegend an der fehlenden Zielstrebigkeit und Entschlossenheit sowie der mangelnden Effektivität vor dem gegnerischen Tor. In den entscheidenden Momenten agierten die Schwattgelben zu umständlich, statt den direkten Torabschluß zu suchen und versäumten es schon in der ersten Halbzeit, dem Spiel mit einem Tor eine andere Richtung zu geben. Gegen andere Gegner mag das noch gutgehen – gegen einen FC Bayern mit dieser Qualität jedoch nicht. Dem Rekordmeister spielte die Führung durch Götze klar in die Karten, um der sich zwangsläufig entblößenden BVB-Defensive den endgültigen K.O. zu verpassen.

Weiteres Manko der Dortmunder – die vielen unerklärlich leichten Abspielfehler und Ballverluste im Umschaltspiel. Zum wiederholten Male in dieser Saison machten sich die Dortmunder damit das Leben selbst schwer und nahmen dadurch ihrem kräftezehrenden und teilweise zu untentschlossenem Gegenpressing  die sonst so große Wirkung.

Unbedingt erwähnenswert bleibt die durchgängig und über das Spielende hinaus großartige Unterstützung des Dortmunder Publikums. Während des gesamten Spiels waren die Zuschauer der von Trainer Klopp im Vorfeld geforderte 12. Mann. Die Fans spürten, daß die Mannschaft an diesem Abend alles gab, mit der zwangsweise neu formierten Aufstellung jedoch an Grenzen stieß. Und auch nach Spielschluß feierte „die Süd“ ihre Lieblinge mit minutenlangen Sprechchören und Ovationen.

AUSBLICK

Rassig: Dante und Lewandowski

In den nächsten Tagen ist Jürgen Klopp besonders als Psychologe gefragt. Ob und wie stark die dritte Pflichtspiel-Niederlage in Folge Spuren in den Köpfen der Spieler hinterlässt, bleibt abzuwarten. Im CL-Endspiel gegen den SSC Neapel am Dienstag muß der Trainer seine Abwehr jedoch auf jeden Fall erneut umbauen, da Manuel Friedrich für die Gruppenphase nicht spielberechtigt ist. Vielleicht kehrt mit Lukasz Piszczek dann sogar jener Mann in die Startelf zurück, der gegen die Bayern zehn Minuten vor Schluß sein Comeback im BVB-Dress feierte.

Vorrangiges Ziel muß es jedoch sein, den Kopf schnell freizubekommen. Viel Zeit bleibt bei diesem schwierigen Unterfangen allerdings nicht. Gegen die Italiener, die ihrerseits die eigene Generalprobe für das Duell mit dem BVB ebenfalls verloren (0:1 daheim gegen Parma), dürfte jedoch die Einstellung wichtiger sein als die Aufstellung. Kehrt Dortmund zu seinem schnörkellosen und entschlossenen Angriffsfußball zurück, stehen die Chancen auf einen dringend notwendigen Sieg des BVB nicht schlecht. Zwingend erforderlich ist dabei jedoch eine größere Effektivität vor dem gegnerischen Tor. Viele Chancen wird es gegen die Neapolitaner nämlich erfahrungsgemäß nicht geben.

Wie auch immer das Spiel gegen Neapel endet, bleibt eines jedoch unumstößlich und für immer bestehen: NUR  DER  BVB !!

Die Pressekonferenz nach dem Spiel (präsentiert von SportLive Dortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis, Friedrich, Durm – Sahin, Bender – Blaszczykowski, Mkhitaryan, Reus – Lewandowski

Bayern München: Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Alaba – Lahm – Robben, Martinez, Kroos, Müller – Mandzukic

Einwechselungen: 71. Hofmann und Aubameyang für Mkhitaryan und Blaszczykowski, 79. Piszczek für Bender – 56. Götze für Mandzukic, 64. Thiago für Boateng, 79. van Buyten für Rafinha

Tore: 0:1 Götze (66., Müller), 0:2 Robben (85., Thiago), 0:3 Müller (87., Lahm)

Chancenverhältnis: 5:4

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Gelbe Karten: Großkreutz, Mkhitaryan – Boateng, Rafinha, Mandzukic

Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Hatte Müller gut im Griff: Erik Durm

Hans-Joachim Watzke: „Bayern ist die beste Mannschaft in Europa. Auch wenn das Spiel hätte anders ausgehen können. Sie haben gewonnen, und sie haben verdient gewonnen. Dazu gratulieren wir natürlich.“

Jürgen Klopp: „Man hat gemerkt, dass die Bayern viel Respekt vor uns hatten. Sie haben viele lange Bälle gespielt, und wir haben nur sehr wenige Chancen zugelassen. Bis zum 0:1 hatten wir die größeren Torchancen, hatten dann die riesige Möglichkeit zum 1:1; da müssen wir einen machen, wenn wir was hinkriegen wollen in solch einem Spiel. Nach dem 0:2 haben wir etwas die Nerven verloren; wir dachten alle, dass es vorher ein Foul an Marco Reus war. Danach hatten die Bayern viel Raum. Nach dem zweiten Gegentreffer hat die Mannschaft einen richtigen Knick bekommen. An das ganz große Wunder haben wir dann nicht mehr geglaubt.“

Roman Weidenfeller: „Wir hatten mehr Chancen. Aber Spiele werden durch Tore entschieden. Und die machen wir nicht, wir sind nicht zielstrebig in den Aktionen. Die Höhe der Niederlage ist irrelevant. Was bitter ist, dass wir über 80 Minuten ein gutes Spiel gemacht haben.“

Sven Bender: „Ein richtig bitterer Abend. Wir hatten viele gute Torchancen und haben enorm schnell umgeschaltet.“

Pep Guardiola: „Wir sind zufrieden, haben gegen die beste Kontermannschaft der Welt gewonnen. Wenn wir sie laufen lassen, Blaszczykowski, Reus, Mkhitaryan, sind sie nicht zu stoppen. Die ersten 15 Minuten haben wir gut gespielt, dann 30 Minuten nicht mehr. In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich besser. Ich habe sehr großen Respekt vor Borussia Dortmund. Wir hatten Probleme im Mittelfeld. Mit Götze und Thiago haben wir das Spiel besser kontrolliert.“

Thomas Müller: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Nach dem 1:0 hat Dortmund trotzdem gute Möglichkeiten gehabt, da hat uns Manuel Neuer im Spiel gehalten.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3), Großkreutz (3), Sokratis (2), Friedrich (4,5), Durm (3), Bender (3), Sahin (4,5),  Blaszczykowski (3,5), Mkhitaryan (4,5), Reus (3), Lewandowski (3,5), Aubameyang (-), Hofmann (-), Piszczek (-).

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Klopps Appell an die „BVB-Familie“

geschrieben von Markus Flügel

Trotz großer Personalsorgen geht Borussia Dortmund voller Optimismus und Zuversicht in den Mega-Knaller gegen Triple-Sieger Bayern München. 80.645 Zuschauer im seit Wochen ausverkauften Westfalenstadion sowie über 200 Länder weltweit werden die Neuauflage des Champions-League-Finales von Wembley live vor Ort oder am Bildschirm verfolgen. Dabei setzt BVB-Coach Jürgen Klopp diesmal nicht nur auf die Stärke seiner Spieler, sondern appelliert an die gesamte „BVB-Familie“, gemeinsam mit der Mannschaft Großes zu vollbringen.


Duell der Trainer-Schwergewichte: Klopp vs. Guardiola

Die Ausfall-Liste der Schwattgelben war zwar zwischenzeitlich schon umfangreicher, doch noch nie traf es dabei so massiv einen einzigen Mannschaftsteil. Mit Piszczek, Subotic, Hummels und Schmelzer fehlt der Borussia die komplette Abwehr des CL-Finales von London. Dazu gesellt sich mit Ilkay Gündogan der „spiritus rector“ des BVB-Spiels. Der Nationalspieler und eigentliche Taktgeber im Dortmunder Mittelfeld fehlt bereits nahezu die komplette Hinrunde und hofft, Jürgen Klopp ab Januar wieder zur Verfügung stehen zu können.

Aufgrund dieser dramatischen Personalentwicklung der letzten Tage, mußten sich Mannschaft und Verantwortliche der Schwattgelben einen Tag „schütteln“. Die Schockstarre saß zunächst tief – doch seit Donnerstag herrscht im Dortmunder Lager eine Mischung aus Trotz und Optimismus vor. Zwar verwies Jürgen Klopp darauf, daß „Bayern übrigens genauso viele Verletzte“ habe, dies aber besser kompensieren könne. Genau aus diesem Grund reagierte der BVB am Mittwoch mit der Verpflichtung des vereinslosen Ex-Nationalspielers Manuel Friedrich als zusätzlicher Defensiv-Option auf das plötzliche und unerwartet große Vakuum im Defensiv-Bereich. Friedrich, der mit Klopp bereits in Mainz erfolgreich zusammenarbeitete, fehlt zwar die Spielpraxis – doch ist er allein aufgrund seiner Erfahrung allemal eine echte Alternative in den Gedankenspielen des BVB-Coaches. Dem FC Bayern übrigens wird Franck Ribery ebenso fehlen wie Bastian Schweinsteiger sowie die Langzeitverletzten Holger Badstuber und Claudio Pizarro.

Klopp baut auf die Hilfe der Fans!

Bei all den Personaldebatten gerät die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ fast schon zur Nebensache. Mit Mario Götze kehrt ein Spieler an seine alte Wirkungsstätte zurück, der beim Großteil der BVB-Fans chronisch schlechte Laune verursacht. Diese verübeln dem Jungstar weniger den Wechsel als solches, als  vielmehr die Art und Weise des Zustandekommens des Transfers. Kurz vor Bekanntgabe seines Wechsels zum FC Bayern hatte Götze noch vollmundig schwattgelbe Treue- und Liebesschwüre abgelegt. Die Fans fühlten und fühlen sich noch immer von ihrem einstigen Liebling „verraten“ und hintergangen. Man muß  wahrlich kein Prophet sein, um Götze einen ungemütlichen Abend vorauszusagen. Zwar werden alle Dortmunder Verantwortlichen nicht müde, ihren Anhang zu Fairness gegenüber Götze aufzurufen – doch sitzt der Stachel aus Wut und Enttäuschung zu tief in der schwattgelben Fan-Seele, als daß diese Bitte auch nur ansatzweise auf Gehör stoßen könnte.

Erstmals gegen schwattgelb: Mario Götze

Nicht zuletzt darum appellierte Jürgen Klopp in der PK zum Spiel vehement an „jeden, der schwarz-gelb denkt und fühlt“, alle Kräfte zu bündeln und sich ausschliesslich auf das Wesentliche – sprich das Spiel – zu konzentrieren. „Jeder, der für Samstag ein Ticket gelöst hat, hat Einfluß auf den Ausgang des Spiels.“ Klopps Kontrahent Guardiola sprach in der Parallel-PK in München voller Respekt über den BVB und seinen Trainer. Der Katalane bezeichnete die Borussia als „in ihrem Umschaltspiel beste Mannschaft der Welt“ und Jürgen Klopp „als einen der weltbesten Trainer“. Nur mit viel Mut könne sein FC Bayern beim BVB bestehen. „Ohne Mut haben wir in Dortmund keine Chance“, so der Bayern-Coach weiter.

BVB-Faustpfand: die gelbe Wand!

Die Ausgangssituation zwischen dem „angeschlagenen Herausforderer“ BVB und dem Titelverteidiger von der Isar jedenfalls ist sonnenklar. Sollte es den Bayern gelingen, erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder ein Bundesliga-Spiel gegen Dortmund zu gewinnen, scheint den Münchnern der Titel bereits jetzt nicht mehr zu nehmen. Auch wenn dies alle Beteiligten (außer Aki Watzke) anders sehen und dementieren, wären sieben Punkte Rückstand für den BVB aufgrund der unbeschreiblichen Konstanz der Münchner ein zu „dickes Brett“.

Aber schon immer war es eine große Stärke dieser BVB-Mannschaft, in besonders schwierigen Situationen über sich hinauszuwachsen. Warum also nicht auch morgen abend gegen die Bayern mit einem Sieg den Abstand auf einen Punkt verkürzen? Dortmund steht zwar buchstäblich mit dem Rücken zur Wand – weiß allerdings die  „GELBE Wand“ hinter sich. Die Südtribüne kann am Samstagabend, besonders wenn es nicht gut für Schwattgelb laufen sollte, zu einem spielentscheidenden Faktor werden. Es wäre nicht das erste Mal, daß die 25.000 Zuschauer fassende größte Stehplatz-Tribüne Europas, den Jungs auf dem Rasen den entscheidenden Kick verpassen würde. Denn allen Hiobsbotschaften der vergangenen Tage zum Trotz, wissen besonders die Kicker in schwattgelb:

„…am Ende der dunklen Gasse, erstrahlt die gelbe Wand…“ 

In diesem Sinne: Auf geht´s, Jungs! Gemeinsam werden wir die Bayern schlagen!

Mein Tipp:

Der  GESAMTE  BVB  rückt noch enger als gewöhnlich zusammen und gewinnt mit 2:1!

Die wahrscheinliche Aufstellung des BVB:

Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis, Bender (Friedrich), Durm – Kehl (Bender), Sahin – Blaszczykowski, Mkhitaryan, Reus – Lewandowski.

Die wahrscheinliche Aufstellung der Bayern:

Neuer – Lahm, Boateng, Dante, Alaba – Thiago – Müller, Götze, Kroos, Robben – Mandzukic.

Die Klopp-PK zum Bayern-Spiel (präsentiert von SportLive Dortmund)

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„Jetzt erst Recht“ statt Schockstarre

Vor dem Bundesliga-Knaller gegen Bayern München und dem „Gruppen-Endspiel“ der Champions League gegen den SSC Neapel wollen die Hiobsbotschaften für Borussia Dortmund nicht abreißen. Nach dem Kreuzbandriss von Neven Subotic fallen vor den richtungsweisenden Wochen der Saison nun auch Mats Hummels und Marcel Schmelzer für längere Zeit aus.

Nachdem ganz Dortmund am Mittwoch in einer Art Schockstarre die schlechten Nachrichten verarbeiten mußte, werden ab heute die Ärmel hochgekrempelt. Wie sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke so treffend: „Im Ruhrgebiet sind wir es gewohnt, in schwierigen Situationen noch enger zusammenzurücken.“

Mit der Verpflichtung des vertragslosen 34jährigen Manuel Friedrich reagierte der BVB mit einer Sofortmaßnahme auf den Ausfall der kompletten Stamm-Viererkette. Der frühere Nationalspieler ist ablösefrei und sehr erfahren. Inwiefern seine derzeitige Leistungsfähigkeit reicht, der Borussia sofort weiterzuhelfen, ist aber sehr ungewiss. Zudem ist Friedrich für die Gruppenspiele der CL nicht spielberechtigt. Klopp müßte seine verbliebene Abwehrreihe also regelmäßig umbauen.

Kennen sich aus Mainz: Jürgen Klopp, Manuel Friedrich

Weitere Alternative für die Position des Innenverteidigers wäre Sven Bender. Für ihn könnte der wiedergenesene Sebastian Kehl neben Nuri Sahin auf die Position des zweiten „Sechsers“ rücken.

Die beiden Nachwuchsspieler Koray Günter und Marian Sarr stehen ebenfalls „Gewehr bei Fuß“. Allerdings fehlt Günter die Spielpraxis, da ihn immer wieder kleinere Verletzungen in seiner Entwicklung zurückwerfen. Marian Sarr konnte in den bisherigen Einsätzen in der U23 nicht restlos überzeugen. Zudem sollen beide behutsam an die Profi-Mannschaft herangeführt werden. Sie gegen Bayern und Neapel in einer extremen Druck-Situation ins kalte Wasser zu werfen birgt die Gefahr, sie vorzeitig zu „verheizen“.

Sollte der ebenfalls angeschlagene Erik Durm bis zum Samstag einsatzfähig sein, wird er Schmelzers Position links in der Viererkette übernehmen. Sollte jedoch auch der U21-Nationalspieler nicht zur Verfügung stehen, bleibt Klopp nichts anderes übrig, als die komplette Abwehrreihe umzubauen. Blaszczykowski könnte dann rechts, Großkreutz links verteidigen.

Meine Abwehrformation „mit Durm“:          Großkreutz, Sokratis, Bender, Durm

Meine Abwehrformation „ohne Durm“:       Blaszczykowski, Sokratis, Bender, Großkreutz

Erst 2014 wieder am Ball: Mats Hummels

Wie auch immer sich Jürgen Klopp entscheiden wird. Durch die lange Ausfall-Liste des BVB steigt der Druck auf die Bayern. Die ohnehin sehr ausgeprägte Erwartungshaltung im Umfeld des Rekordmeisters erwartet jetzt erst Recht einen Bayern-Sieg im Westfalenstadion. Wer jedoch die jüngere Vergangenheit und die lange Historie des BVB kennt, weiß, daß diese Mannschaft und dieser Verein immer dann besondere Kräfte entwickelt, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht.

Die erste Schockstarre wird einem „Jetzt-erst-Recht-Gefühl“ weichen. Die Südtribüne ist ein weiterer Faustpfand für den BVB. Mit Unterstützung der Fans ist der Borussia nach wie vor alles zuzutrauen.

„…am Ende der dunklen Gasse, erstrahlt die gelbe Wand…“

Am Ende gilt wie immer:  NUR  DER  BVB !!

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Giganten-Special (2) – BVB und Bayern im Teamcheck

geschrieben von Markus Flügel

Der Tag des großen Spiels rückt immer näher. Das Fieber steigt. Nach der kleinen Zeitreise im Giganten-Special (1) widme ich mich diesmal den beiden aktuellen Mannschaften des BVB und des FC Bayern. Markus` BVB-Blog vergleicht die beiden Teams. Ein Kadervergleich ist in diesem Fall irrelevant, weil der Kader des FC Bayern an Breite und Ausgeglichenheit nicht nur national seinesgleichen sucht. Insofern bezieht sich mein Vergleich ausschliesslich auf die zu erwartenden Startformationen beider Teams. Und da siehts für den BVB gar nicht schlecht aus.

Beim nachfolgenden Team-Vergleich lege ich die beiden wahrscheinlichen Startformationen zugrunde, die sich natürlich bis zum Samstag noch ändern können.

BVB:

Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Bender, Sahin – Blaszczykowski, Mkhitaryan, Reus – Lewandowski.

Bayern:

Neuer – Rafinha, Boateng, Dante, Alaba – Lahm – Robben, Müller, Kroos, Ribery – Mandzukic.

TORHÜTER

Mittlerweile gibt es vor allem unter neutralen Fußball-Fans und Experten nicht wenige, die Roman Weidenfeller auf eine Stufe mit Manuel Neuer oder gar eine darüber stellen. Und das völlig zu Recht. Weidenfeller ist der in den letzten Jahren mit Abstand konstanteste deutsche Keeper, sowohl national als auch international. Dem BVB-Keeper unterlaufen im Gegensatz zu seinem Münchner Kontrahenten erheblich weniger Patzer. Neuer-Fans führen dies auf die oft vorherrschende Beschäftigungslosigkeit des Bayern-Keepers zurück. Doch leidet auch Weidenfeller in den meisten Spielen unter diesem Zustand. Außerdem strahlt Weidenfeller erheblich mehr Ruhe aus, als der oft „zappelig“ wirkende Neuer. Der Bayern-Keeper ist zweifellos der bessere Fußballer. Doch das Kerngeschäft eines Torhüters ist und bleibt nunmal das Parieren von gegnerischen Torchancen. In Eins-gegen-Eins-Situationen stellen übrigens beide absolute Weltklasse dar. Alle statistischen Werte der letzten Jahre sehen den Dortmunder zudem eindeutig im Vorteil gegenüber Löws Nummer 1. Neuer lebt in hohem Maße vom auch in weiten Teilen der Presse vorherrschenden Bayern-Bonus. Hypothetisch, aber meiner Meinung nach ganz klar: wäre Neuer noch in Diensten von Schalke und Weidenfeller im Bayern-Tor, wäre Letzterer längst auch bei Löw eindeutig die Nummer 1. Aber zum Glück ist es so wie es ist. Denn mit „Weide“ hat Dortmund den momentan besten deutschen Keeper zwischen den Pfosten.

Vorteil – wenn auch nur knapp – für Dortmund!

AUSSENVERTEIDIGER

Schlüsselduell: Großkreutz, Ribery

Das Duell der Linksverteidiger geht klar zu Gunsten des FC Bayern. David Alaba ist einer der Top-Spieler Europas auf dieser Position. Der Österreicher hat sich innerhalb weniger Monate zu einem Spieler der internationalen Extraklasse entwickelt. Alaba findet stets die richtige Balance zwischen Erledigung seiner Defensivaufgaben und gefährlichen Offensivaktionen. Seine Flanken sind brandgefährlich. Zudem gilt Alaba als äußerst fairer Spieler. Dortmunds Marcel Schmelzer gilt als Laufwunder mit Pferdelunge und profitiert von seinem unbändigen Einsatzwillen und seiner Stärke in den Defensivzweikämpfen. Offensiv hat „Schmelle“ jedoch eindeutig Steigerungspotential.

Auf der rechten Seite ist Kevin Großkreutz von einer Notlösung längst zu einem Rechtsverteidiger auf allerhöchstem Niveau geworden. Mittlerweile gilt der „Dortmunder Jung“ gar wieder als ernsthafte Alternative für Jogi Löws WM-Kader und hat in Oliver Kahn und Lothar Matthäus prominente Fürsprecher. Großkreutz hat den kurz vor seinem Comeback stehenden Lukasz Piszczek mehr als gut vertreten. Den Dortmunder zeichnen neben seinem unbändigen Willen und der unglaublichen Laufstärke vor allem Spielintelligenz und starkes Zweikampfverhalten aus. Bayerns Rafinha gilt dagegen als nickelig. Der Brasilianer bedient sich in der Bearbeitung seiner Gegenspieler oft Mitteln, die über das erlaubte Maß hinausgehen. Zudem fehlt es seinen nur selten vorgetragenen Offensivaktionen meistens an der nötigen Genauigkeit und Entschlossenheit. Weiteres Plus von Großkreutz ist seine Variabilität. Der Dortmunder kann auf nahezu allen Positionen – mit Ausnahme der Torhüterposition – risikolos und ohne Bedenken eingesetzt werden.

Vorteil: links für Bayern, rechts für Dortmund. Also remis!

INNENVERTEIDIGUNG

Internationale Klasse: Sokratis

Hier enden beide „Duelle“ unentschieden. Sokratis und Boateng bewegen sich genauso auf gleichwertigem Niveau wie Dante und Hummels. Der griechische Nationalspieler gilt als eisenharter aber fairer Spieler, der zudem in seiner Außenwirkung extrem abgeklärt daherkommt. Bayerns Boateng hat sich in den letzten Monaten zu einem internationalen Klasse-Mann entwickelt, der zu Recht mittlerweile auch in der Nationalmannschaft als gesetzt gilt. Beiden Spielern fehlt es noch an Initiative und Ideen in der Spieleröffnung, gegen den Mann verkörpern sie jedoch internationale Klasse.

Dante und Hummels sind die eindeutigen „Chefs“ ihrer jeweiligen Abwehrformation. Der Brasilianer wirkt im Bayern-Verbund mit seiner Ruhe und Abgeklärtheit wie ein Fels in der Brandung. Hummels` Stärken liegen im Antizipieren und dem frühen Erkennen von gefährlichen Situationen, die dem Dortmunder meist den entscheidenden Vorteil im Zweikampf verschaffen. Beide Akteure sind extrem kopfballstark und somit auch bei eigenen Standardsituationen echte Waffen im gegnerischen Strafraum. In der Spieleröffnung beschränkt sich Dante meistens auf den „sicheren“ Ball zum am nächsten postierten Mitspieler. Hummels dagegen agiert risikoreicher und marschiert öfter mit Ball in die gegnerische Hälfte oder eröffnet eigene Angriffe mit meist zentimetergenau geschlagenen langen Bällen auf die schnellen Dortmunder Offensivakteure.

Vorteil: Fehlanzeige. Beide Duelle enden remis!

DEFENSIVES MITTELFELD

Abräumer: Sven Bender

Zu vergleichen sind hier Lahm und Bender sowie Sahin und Kroos. Zwar agiert der FC Bayern momentan offiziell nur mit einem Sechser, doch läßt sich einer der vier offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler immer wieder auf die „Sechs“ fallen, wenn sich Lahm mit ins Offensivspiel einschaltet oder der Gegner in Ballbesitz ist. Bei der oben angenommenen Startformation wäre Kroos derjenige, der seinem Kapitän bei Offensivvorstößen den Rücken freihält.

Der Vergleich Bender/Lahm geht klar zugunsten des Bayern-Kapitäns. Über dessen Stärken noch irgendwelche Wort zu verlieren, ist völlig unangemessen – da jedem bekannt. Lahm verkörpert auch im defensiven Mittelfeld absolute Weltklasse. Sven Bender ist für den BVB dennoch ein extrem wichtiger Spieler, der immer wieder durch seine Zweikampf- und Laufstärke, aber auch durch das Vorausahnen von Spielsituationen sich anbahnende Gefahrensituationen gar nicht erst zuläßt und schon im Keime erstickt.

Sahin und Kroos spielen dagegen auf einem Level. Nach Gündogans Ausfall brauchte Sahin eine gewisse Anlaufzeit, hat sich mittlerweile aber auf der strategisch wichtigen Position des kreativen Sechsers im Dortmunder Mittelfeld etabliert. Zwar erscheint Kroos in seinen Offensivaktionen aufgrund seiner außergewöhnlichen Technik, Spielübersicht und Torgefährlichkeit gegenüber dem Türken im Vorteil. Dies gleicht Sahin jedoch durch sein erheblich besseres Verhalten in defensiven Zweikämpfen aus.

Vorteil insgesamt: knapp für Bayern!

OFFENSIVES MITTELFELD

Blaszczykowski/Robben – Mkhitaryan/Müller – Reus/Ribery lauten hier die zu vergleichenden Pärchen.

Remis endet das Duell zwischen „Kuba“ und Robben. Zwar hat der Holländer eindeutige technische Vorteile und ist von beiden der torgefährlichere Spieler. Doch Blaszczykowski ist in Zweikampfstärke, Defensivarbeit und Laufstärke im Vorteil. Zudem hat der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft aufgrund seiner Dynamik durchaus auch Stärken in der Offensive.

Im Vergleich Mkhitaryan und Thomas Müller ist der Münchner im Vorteil. Einen Spieler wie Müller wünscht sich jede Mannschaft. Der Nationalspieler hat kaum Schwächen, ist torgefährlich und extrem variabel. Zudem zeichnet sich Müller durch extreme Laufbereitschaft und Unberechenbarkeit in seinen Aktionen aus. Dortmunds Neuzugang Mkhitaryan verkörpert zwar internationale Klasse, ist bisher aber den endgültigen Beweis seiner Klasse noch schuldig geblieben. Dem Armenier fehlt noch die Konstanz in seinen Leistungen. Das aber ist nach vier Monaten Eingewöhnungszeit in neuem Verein und neuer Kultur durchaus normal. Daß „Miki“ auch Spiele allein entscheiden kann, hat er bereits bewiesen. Weltklasse sind defintiv seine Balleroberungen, die er sich jedoch noch zu oft durch dann folgende schlampige Abspiele selbst wieder „kaputt“ macht.

BVB-Flügelzange: Reus und „Kuba“

Bleiben noch Marco Reus und Franck Ribery. Der Franzose trägt zurecht den Titel „Europas Fußballer des Jahres“ und verkörpert in der Offensive absolute Weltklasse. Ebenso wie bei Philipp Lahm muß man über Riberys Klasse keine großen Worte verlieren. Dennoch hat der Franzose Schwächen im Defensivverhalten und ist ein echter Heißsporn, der sich sehr leicht provozieren läßt und somit oftmals am Rande eines Platzverweises wandelt. Marco Reus ist vielleicht einen Tick torgefährlicher als Ribery, steht jedoch in puncto Dribblings auf engstem Raum hinter dem Franzosen hintenan. Dagegen hat Reus widerum Vorteile im Defensivverhalten. Mittlerweile hat der Ex-Gladbacher das Dortmunder Pressing verinnerlicht und geht auch in der Defensive weite und wirkungsvolle Wege. Was die Vielseitigkeit angeht, endet dieses Duell ebenfalls remis. Sowohl Reus als auch Ribery sind sowohl auf allen offensiven Mittelfeldpositionen als auch im Angriff einsetzbar.

Vorteil: knapp für Bayern (Thomas Müller sei Dank!)

ANGRIFF

Das Duell Lewandowski gegen Mandzukic geht an den (Noch-) Dortmunder. Lewandowski verkörpert absolute Weltklasse. Echte Schwächen sind beim polnischen Nationalspieler nicht auszumachen. Der Borusse gilt als kompletter Stürmer. Zwar kratzt auch Mandzukic am Prädikat „Weltklasse“, doch gilt der Kroate als reiner „Stoßstürmer“. Lewandowski dagegen ist erheblich variabler, läßt sich schon mal fallen und weicht auf die Flügel aus. Zudem ist der Pole auch in der Rückwärtsbewegung absolut vorbildlich. Unschlagbar ist seine Ballbehauptung bei hohen Anspielen, meistens gegen mehrere Gegenspieler. Zudem hat „Lewy“ Vorteile bei Dribblings auf engstem Raum. Und auch in Sachen Vielseitigkeit liegt der Pole vor seinem Kontrahenten aus München. Lewandowski kann auch hinter den Spitzen auf der „Zehn“ spielen, was er zu Zeiten eines Lucas Barrios oft genug bewiesen hat. Vorteil für Mandzukic dagegen in Sachen Effektivität. Der Münchner gilt vor dem Tor als eiskalt, während sein Dortmunder Pendant schon mal die ein oder andere „Hundertprozentige“ liegen läßt. Alles in allem jedoch gewinnt Lewandowski den Vergleich mit Bayerns Sturmführer.

Vorteil: knapp für Dortmund!

Absolute Weltklasse: Lewandowski

FAZIT

Der Vergleich der Startformationen endet remis. Für den Samstagabend wäre das für den BVB definitiv zu wenig. Doch spricht ein nicht zu unterschätzender Aspekt für einen Erfolg der Borussia. Und das ist der 12. Mann. Die Südtribüne ist das Faustpfand des BVB, besonders in knappen und engen Spielen – und besonders gegen Gegner wie Bayern München. Die 25.000 Zuschauer fassende „gelbe Wand“ wirkt auf die Heim-Elf wie ein Aufputschmittel. Sie setzt letzte Kräfte frei, beflügelt den Willen der eigenen Mannschaft, auch ein eventuell schon verloren geglaubtes Spiel noch zu drehen.

Borussias 12.Mann: die legendäre Südtribüne

Beim Vergleich der beiden Teams habe ich versucht, mit der für ein solches Unterfangen notwendigen Objektivität vorzugehen. Natürlich wird es hier, ebenso wie z.B. bei den Aufstellungen der deutschen Nationalmannschaft, tausende anderer Meinungen und Einschätzungen – vor allem aus Bayern-Sicht – geben. Und vielleicht werden meine obigen Einschätzungen am Samstagabend auch ad absurdum geführt. Doch genau das ist es doch, was den Fußball so spannend und interessant macht. Jedenfalls freue ich mich wie Millionen anderer Fußball-Fans auf ein echtes sportliches Highlight, wenn am Samstag abend das Giganten-Duell im Westfalenstadion angepfiffen wird. Zweifellos treffen dort die beiden besten deutschen Mannschaften aufeinander. Und auch wenn der BVB momentan in der Champions League aufgrund der eindeutig schwierigeren Gruppe nicht die Souveränität der Bayern an den Tag legt, gelten beide Mannschaften auch europaweit zu den absoluten Top-Teams.

In diesem Sinne – auf ein spannendes und aufregendes Match am Samstag! Trotzdem gilt natürlich wie immer an dieser Stelle einzig und allein: NUR  DER  BVB !!

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Giganten-Special(1) – Die großen Duelle BVB – FC Bayern

geschrieben von Markus Flügel

In wenigen Tagen kommt es in der Fußball-Bundesliga zum Duell der Giganten. Die Neuauflage des Champions League-Finales zwischen Borussia Dortmund und Bayern München zieht Millionen Fußball-Fans weltweit in ihren Bann. Das Spiel wird in über 200 Länder übertragen. In der Vergangenheit gab es unzählige große Spiele zwischen beiden Teams. Markus BVB-Blog blickt auf eingie historische und unvergessene Duelle zwischen beiden Teams zurück.


Lothar Emmerich

Saison 1965/66

Am 16.Oktober 1965 kommt es im Stadion an der Grünwalder Straße in München zum ersten Bundesliga-Duell zwischen beiden Vereinen. Der BVB besiegt den Aufsteiger Bayern München mit 2:0. Die Tore vor 44.000 Zuschauern erzielt Reinhold Wosab per Doppelschlag. Das Rückspiel in Dortmund entscheidet der BVB nach Toren der „terrible twins“ Emmerich (2) und Held mit 3:0 für sich.

Saison 1967/68

40.000 Zuschauer in der Kampfbahn „Rote Erde“ erleben am 4.Spieltag einen 6:3-Sieg der Schwattgelben gegen die mittlerweile in der Bundesliga renommierten Münchner. Lothar Emmerich erzielt dabei drei Treffer. Reinhold Wosab, Rudi Assauer und Stan Libuda machen den Sechser-Pack komplett.

Saison 1971/72

Eine schwarze Stunde in der Dortmunder Vereinsgeschichte ereignet sich am 27.11.1971. Der BVB unterliegt beim FC Bayern mit sage und schreibe 1:11. Am Ende der Saison steigt Borussia sang- und klanglos aus der Bundesliga ab. Das letzte Bundesliga-Heimspiel in der Kampfbahn „Rote Erde“ findet am 33.Spieltag ebenfalls gegen Bayern München statt. Dortmund unterliegt mit 0:1 und verabschiedet sich für vier Jahre aus dem Fußball-Oberhaus.

Erwin Kostedde

Saison 1976/77

Im Westfalenstadion trifft Aufsteiger Borussia Dortmund am 8.Spieltag auf den dreimaligen Europacup-Sieger Bayern München. Die mit Weltstars wie Beckenbauer, Müller, K.-H.Rummenigge und Maier gespickte Bayern-Elf erreicht mit Mühe und Not ein schmeichelhaftes Remis bei den wie entfesselt auftretenden Dortmundern. Vor 54.000 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion beeindruckt der von Otto Rehhagel glänzend eingestellte Aufsteiger mit für damalige Verhältnisse begeisterndem Tempo- und Offensivfußball. Erwin Kostedde, Hans-Werner Hartl und Wolfgang Vöge schießen die Tore für den BVB.

Im Rückspiel kommt es für die Bayern noch heftiger. Der BVB siegt im Münchner Olympiastadion mit 2:1. Die Tore erzielen Lothar Huber und erneut Erwin Kostedde.

Saison 1982/83

Ein unvergessliches Spiel bietet sich den 54.000 Zuschauern am 21.Mai 1983. Am 32. Spieltag der Saison 82/83 liefern sich Borussia und die Bayern einen offenen Schlagabtausch allererster Güte. Marcel Raducanu mit zwei Zaubertoren sowie Manni Burgsmüller und Erdal Keser erzielen die Dortmunder Treffer beim 4:4. Am Saisonende verpaßt Borussia mit dem siebten Platz nur knapp die Teilnahme am UEFA-Cup.

DFB-Supercup 1989

Am Betzenberg in Kaiserslautern begegnen sich Meister Bayern München und Pokalsieger Borussia Dortmund. Der BVB, noch euphorisiert vom Berliner Pokaltriumph gegen Werder Bremen, bietet den favorisierten Bayern mehr als Paroli. Horst Köppels neu formierte Mannschaft gewinnt ein denkwürdiges und packendes Spiel mit 4:3. Das neue Sturmduo Wegmann/Driller stürzt die mit vier späteren Weltmeistern besetzte Bayern-Defensive von einer Verlegenheit in die andere. Zweimal gehen die Bayern in Führung – doch Günter Breitzke gleicht zweimal aus. „Kobra“ Wegmann und ein gewisser Andy Möller schießen den BVB anschließend zum vielumjubelten ersten Supercup-Gewinn der Schwattgelben.

Stephane Chapuisat

Champions League 1997/98

Im Viertelfinale der Champions League kommt es zum deutsch-deutschen Duell zwischen Titelverteidiger Borussia Dortmund und den Bayern. Der BVB setzt sich nach einem 0:0 in München schließlich mit einem 1:0-Heimsieg durch und zieht erneut ins Halbfinale der Königsklasse ein. Stephane Chapuisat zerstört mit seinem goldenen Tor alle Ambitionen der Münchner auf eine Rückkehr auf Europas Fußball-Thron. Der BVB trifft schließlich im Halbfinale auf Real Madrid und scheidet gegen den späteren Titelträger aus.

DFB-Pokal-Finale 2008

Im einem der letzten Spiele unter der Regie von Thomas Doll unterliegt Außenseiter Borussia Dortmund den haushoch favorisierten Bayern im Berliner Olympiastadion denkbar knapp mit 1:2, bietet den Süddeutschen aber einen großen Kampf. Der BVB ist über die gesamte Spielzeit ein gleichwertiger Gegner und hat die Münchner am Rand einer Niederlage. Mladen Petric gleicht in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit die Bayern-Führung durch Luca Toni aus und zwingt die Münchner in die Verlängerung. Dort gelingt dem Italiener dann aber das entscheidende Tor zum letztlich glücklichen Pokalsieg der Bayern. Später wird Hans-Joachim Watzke dieses verlorene Finale als „erstes Lebenszeichen des BVB nach der Fast-Pleite“ bezeichnen. Nach der Saison trennt sich Borussia von Thomas Doll und verpflichtet Jürgen Klopp als neuen Trainer.

Bayern-Schreck: Lucas Barrios

Saison 2010/2011

Wie ein ICE rast Borussia Dortmund durch diese Bundesliga-Saison. Dem von hohem Tempo und großer Spielfreude bestimmtem Spielstil des BVB muß sich auch Bayern München zweimal beugen. Im Westfalenstadion unterliegt die Startruppe von Louis van Gaal nach Toren von Sahin und Barrios mit 0:2, in München triumphiert der BVB mit 3:1. Mats Hummels und erneut Sahin und Barrios versenken den „Stern des Südens“ in dessen eigener Arena. Was niemand vor der Saison auch nur in Ansätzen erwartet hatte, wird schließlich wahr. Der BVB entzaubert den Top-Favoriten aus dem Süden und wird völlig überraschend Deutscher Meister.

Saison 2011/2012

Mit den beiden 1:0-Siegen in der Bundesliga legt Borussia den Grundstein zur Titelverteidigung und zur achten Deutschen Meisterschaft. In München besorgt Mario Götze den Siegtreffer für den BVB, in Dortmund besiegelt Robert Lewandowski mit seinem goldenen Tor das erneute Scheitern der Bayern. Beide Spiele sind hart umkämpft, das Rückspiel in Dortmund jedoch ist ein wahrer Krimi. Als Roman Weidenfeller den von Arjen Robben geschossenen Elfmeter pariert, ist der Weg frei für den vierten Bundesliga-Sieg der Borussia gegen die Münchner in Folge. Noch ahnt aber niemand, was sich nur wenige Wochen später im Berliner Olympiastadion abspielen sollte….

Im Pokalfinale kommt es nämlich zum dritten Aufeinander-Treffen der beiden Schwergewichte des deutschen Fußballs. Und Borussia gelingt im Berliner Olympiastadion das schier Unglaubliche. Mit 5:2 zerlegen die Westfalen das Star-Ensemble von Jupp Heynckes und holen erstmals in der Vereinsgeschichte das „Double“ an den heimischen Borsigplatz. Als Philipp Lahm nach Spielschluß in die Schreibblöcke der Journalisten diktiert, daß die bessere Mannschaft verloren habe, hat er diese Meinung nicht nur exklusiv – ganz Deutschland schüttelt ob dieser überheblichen Sichtweise des Nationalspielers nur noch den Kopf. Robert Lewandowski erzielt im Berliner Finale drei Treffer, Shinji Kagawa und Mats Hummels treffen je einmal.

Champions League Finale 2013

Nachdem sich der direkte Vergleich zwischen dem BVB und Bayern München in den letzten Jahren peus a peus zum nationalen Gipfeltreffen entwickelt hatte, treffen nun beide Teams im Londoner Wembley-Stadion im Kampf um Europas Fußball-Krone aufeinander. Aufgrund der überzeugenden Bundesliga-Saison des FC Bayern gingen die Münchner leicht favorisiert ins Finale der Königsklasse. Doch das deutsche Finale entwickelt sich zu einem Duell auf absoluter Augenhöhe. Zwar ist der 2:1-Sieg der Bayern letztendlich nicht unverdient, doch bietet Borussia dem großen Rivalen eine echte Schlacht und vergißt, die bärenstarke erste Halbzeit mit dem Führungstor zu veredeln. Bayerns 1:0 durch Mandzukic egalisiert Gündogan per Foulelfmeter. Robbens Tor kurz vor Schluß besiegelt jedoch die Niederlage der Schwattgelben. Für Gesprächsstoff sorgen anschließend zwei Spielsituationen, in denen dem BVB zwei klare Elfmeter verweigert wurden. Trotz der Niederlage meldet sich Borussia Dortmund nur wenige Jahre nach der Fast-Pleite zurück in der absoluten Spitze des europäischen Vereinsfußballs.

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