4:1 – Aubameyang glänzt als Matchwinner

Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals. Mit 4:1 gewann die Klopp-Elf vor 37.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena gegen Drittligist Stuttgarter Kickers. Dabei avancierte Pierre-Emerick Aubameyang mit zwei Treffern und einem Assist zum schwattgelben Matchwinner. Die weiteren Tore für den BVB, bei dem Marco Reus überraschend sein Startelf-Comeback feierte, erzielten Henrikh Mkhitaryan und Neuzugang Adrian Ramos. Allerdings spiegelt das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wieder, denn der drittklassige Underdog bot dem deutschen Vizemeister über nahezu 80 Minuten einen Kampf auf Augenhöhe.


Mkhitaryans 1:0

Im Gegensatz zum drei Tage zuvor großartig herausgespielten 2:0-Sieg über Bayern München, hatte Borussia diesmal über die gesamte Spielzeit große Probleme im Spielaufbau und machte sich das Leben durch einfache und völlig unnötige Ballverluste selbst schwer. Das allerdings lag auch an den engagiert und aggressiv pressenden Gastgebern, die Dortmunds Defensivverbund mit schnellem Umschaltspiel ein ums andere Mal in große Turbulenzen stürzte.

Mitch Langerak, der Weidenfeller wie schon im Supercup-Finale im Dortmunder Tor vertrat, mußte einige Male bei Großchancen der Stuttgarter sein ganzes Können unter Beweis stellen. Zwar blitzte das so gefürchtete Kombinationsspiel des BVB zwischenzeitlich auf, doch fehlte es den finalen Pässen meistens an Timing und Genauigkeit.

Aubameyangs 2:0

Letztlich verdankte Borussia den am Ende doch noch standesgemäßen Sieg sowohl der individuellen Klasse einiger seiner Protagonisten als auch der schwachen Chancenverwertung der Kickers. Bis zu Aubameyangs fast schon erlösendem 3:1 in der 78. Minute schnupperten die drittklassigen Stuttgarter jedenfalls an der durchaus möglichen Sensation.

Neben Matchwinner Aubameyang konnten beim BVB lediglich Torhüter Langerak sowie Henrikh Mkhitaryan und mit Abstrichen auch Lukasz Piszczek (zwei Assists) überzeugen. Neuzugang Ramos zeigte sich zwar durchaus engagiert, blieb jedoch weitestgehend unauffällig. Sein Tor zum 4:1 dürfte aber helfen, den weiteren Integrationsprozess des Kolumbianers zu beschleunigen.

Ramos trifft zum 1:4

Neben dem Erreichen der nächsten Pokalrunde gab es für den BVB noch einen weiteren Grund zur Freude. Nur 71 Tage nach seiner im Länderspiel gegen Armenien erlittenen Syndesmosebandverletzung gab Marco Reus sein überraschend schnelles Comeback.

Logischerweise merkte man dem Nationalspieler sowohl Trainingsrückstand als auch fehlende Spielpraxis noch deutlich an. Aber im Hinblick auf den bevorstehenden Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen lieferte sein Startelf-Einsatz wichtige Erkenntnisse bezüglich des Fitnesszustands des Nationalspielers. Fazit: Test bestanden. Mit Marco Reus muß ab sofort wieder gerechnet werden.

In diesem Sinne verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen   –   NUR  DER  BVB  !!

(Fotos: kicker)

 

DIE STATISTIK

Stuttgarter Kickers: Redl – Leutenecker, Stein, Fennell, Baumgärtel – Halimi, Marchese, Braun – Müller, Soriano, Edwini-Bonsu – Soriano

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Jojic, Kirch – Aubameyang, Reus, Mkhitaryan – Ramos

Einwechselungen: 62. Calamata für Soriano, 81. Badiane für Müller – 57. Kehl für Reus, 83. Großkreutz für Mkhitaryan, 90.+1 Bender für Kirch

Tore: 0:1 Mkhitaryan (30., Piszczek), 0:2 Aubameyang (55.), 1:2 Edwini-Bonsu (60., Soriano), 1:3 Aubameyang (78., Piszczek), 1:4 Ramos (89., Aubameyang)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: – Mkhitaryan, Ramos

Zuschauer: 37.000

HIER SPRICHT KLOPPO

„Wir stehen am Ende der Vorbereitung, der Gegner ist schon mitten in der Saison. Der Supercup hat weder bei uns noch bei den Bayern ins Programm gepasst. Doch nächste Woche sind wir ein Stück weiter und auch frischer.

Miki und Auba sind herausragende Fußballer. Bei ihnen sieht man, dass eine Sommerpause und eine normale Vorbereitung gut tun. Auba hat unsere Spielweise gefressen, ist im Spiel gegen Ball stärker geworden und immer heiß auf Tore. Das 2:0 hat er überragend gemacht. Letzte Saison wäre ihm das wohl noch nicht gelungen. Manchmal muss man eben etwas länger lernen.

Marco ist seit anderthalb Wochen wieder im normalen Training. Irgendwann muss man anfangen, ihn in die Wettbewerbssituation zu bringen. Wenn du Marco trainieren siehst, musst du mit dem Klammerbeutel gebügelt sein, wenn du nicht darüber nachdenkst, ihn spielen zu lassen. Jetzt ist er 60 Minuten weiter. Das war eine ganz wichtige Belastung für ihn.“

 

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (2), Piszczek (3), Subotic (4), Sokratis (4), Durm (4), Kirch (3,5), Jojic (4,5), Aubameyang (2), Reus (3,5), Mkhitaryan (2,5),Ramos (4), Kehl (3), Großkreutz (-), Bender (-).

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4:0 – BVB-Gala mit Jojic-Traumdebut

Vier Tage nach dem 1:0-Pokal-Viertelfinalsieg in Frankfurt gewann der BVB auch das Bundesliga-Heimspiel gegen die Eintracht. Durch den auch in der Höhe verdienten 4:0-Erfolg festigte Borussia Dortmund den dritten Tabellenplatz und rückte bis auf zwei Punkte an Bayer Leverkusen heran, die am Abend den „Blauen“ aus der Nachbarstadt mit 1:2 unterlagen. Pierre-Emerick Aubameyang per Doppelpack sowie Robert Lewandowski und Debütant Milos Jojic erzielten die Dortmunder Treffer vor 80.100 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Westfalenstadion.


PERSONAL

Einfach nur stark! Aubameyang und Jojic (Foto: kicker)

Erstmals konnte Jürgen Klopp in einem aufeinanderfolgenden Pflichtspiel eine personell unveränderte Mannschaft aufs Feld schicken. Zu einer „Revanche“ im Privat-Duell zwischen Lewandowski und Frankfurts Zambrano kam es dennoch nicht. Eintracht-Coach Armin Veh ersparte seinem Innenverteidiger ein mögliches Spießrutenlaufen vor der „gelben Wand“. Zambrano stand gar nicht erst im Kader der Hessen.

SPIELVERLAUF

Der BVB gab von Beginn an Vollgas. Dortmund attackierte die Eintracht schon früh in deren Hälfte und erzeugte durch das daraus resultierende schnelle Umschaltspiel einen enormen Druck. Diesem konnten die Hessen dann auch nur bis zur 10. Minute standhalten. Einen Traumpaß von Mkhitaryan vollendete Aubameyang zum 1:0 für die Schwattgelben. Frankfurt versuchte danach, sich aus der weiterhin erdrückenden Umklammerung der Borussia zu befreien, verzeichnete aber im Aufbauspiel teilweise haarsträubende Ballverluste. Diese nutzte Dortmund zu einem beeindruckend aufgezogenen Powerplay, garniert mit von spielerischer Leichtigkeit gekennzeichneten Angriffen. Für das 2:0 nach 21 Minuten mußte allerdings eine Standard-Situation herhalten. Eine Mkhitaryan-Ecke prallte von Friedrichs Rücken direkt vor die Füße von Aubameyang. Der erneut stark auftrumpfende Gabuner vollstreckte mit seinem 13. Saisontreffer zur frühen Vorentscheidung. Zwar schaltete Borussia nun bis zur Halbzeit gleich mehrere Gänge zurück, behielt aber die Spielkontrolle und ließ keine gefährlichen Eintracht-Aktionen zu.

Aubameyangs 2:0 (Foto: kicker)

Wer in der Halbzeitpause noch am Dortmunder Sieg gezweifelt hatte, wurde bereits in der 47. Minute eines Besseren belehrt. Lewandowski verwandelte einen von Djakpa an ihm selbst verursachten Foulelfmeter humorlos sicher zum 3:0. Die Gegenwehr der geschockten Hessen war nun nahezu gebrochen und der BVB erspielte sich durch schnelle Konter der völlig kopflos vorgetragenen Frankfurter Angriffsversuche eigene hochkarätige Torchancen, die Schmelzer, Großkreutz und Aubameyang jedoch ungenutzt ließen.

Winter-Neuzugang Milos Jojic blieb es schließlich vorbehalten, mit dem 4:0 den Endstand herzustellen. Der 21jährige Serbe war in der 68. Minute für den starken Mkhitaryan eingewechselt worden und traf nur 17 Sekunden später (neuer Bundesliga-Rekord eines Debutanten) mit seinem ersten Ballkontakt. Zuvor war Großkreutz nach einem traumhaften Zuspiel von Lewandowski an Eintracht-Keeper Trapp gescheitert. Der Torhunger der Borussia war jedoch immer noch nicht gestillt. Doch Lewandowski und Großkreutz vergaben einen durchaus möglichen fünften Treffer. Letztlich waren die an diesem Tag restlos überforderten Gäste mit dem 0:4 noch gut bedient.

Zweikampf Weis gegen Kehl (Foto: kicker)

Wie schon in Bremen und im Pokalspiel am vergangenen Dienstag bot der BVB eine geschlossene Mannschaftsleistung. Kein Spieler fiel leistungsmäßig ab. Jedoch muß man auch diesmal zwei Spieler besonders hervorheben. Zum einen den auf seiner alten Position im linken offensiven Mittelfeld groß auftrumpfenden Kevin Großkreutz, zum anderen den erneut starken Pierre-Emerick Aubameyang.

„Uns Kevin“ unterstützte nicht nur den formverbesserten Marcel Schmelzer in der Defensive. Borussias Allzweckwaffe initiierte auch zahlreiche gefährliche Dortmunder Angriffe. Leider blieb ihm ein eigener Torerfolg trotz einiger guter Möglichkeiten verwehrt.

Der pfeilschnelle Aubameyang riss durch seine enorme Schnellgikeit immer wieder riesige Löcher in die linke Frankfurter Defensiv-Seite. Der Gabuner war von den Abwehrspielern der Hessen nie in den Griff zu bekommen. Zudem traf „Aubame“ nicht nur erneut doppelt, sondern zeigte sich auch im Defenivverhalten weiterhin stark verbessert. In der momentanen Form ist der Neuzugang des BVB jeden Cent seiner Ablösesumme wert.

Borussia hat endgültig zu alter Leichtigkeit und lange vermisstem Spielwitz zurückgefunden. Mit dem vierten Pflichtspielsieg in Folge beendete der BVB auch seine seit dem 1. November vergangenen Jahres anhaltende Negativserie von vier sieglosen Heimspielen. Außerdem bedeutete das 4:0 Jürgen Klopps 111. Bundesligasieg mit dem BVB. Damit löst Klopp den mittlerweile als Schweizer Nationaltrainer tätigen Ottmar Hitzfeld als Dortmunder Rekordhalter ab.

Die PK nach dem Spiel mit Jürgen Klopp (präsentiert von SportLiveDortmund)

DIE STATISTIK

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer – Sahin, Kehl – Aubameyang, Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski

Eintracht Frankfurt: Trapp – Jung, Madlung, Anderson, Djakpa – Russ, Lanig – Aigner, Meier, Weis – Rosenthal

Einwechselungen: 68. Jojic für Mkhitaryan, 71. Hofmann für Aubameyang, 81. Schieber für Aubameyang – 33. Kempf für Anderson, 54. Schröck für Weis, 73. Oczipka für Djakpa

Tore: 1:0 Aubameyang (10., Mkhitaryan), 2:0 Aubameyang (21., Friedrich), 3:0 Lewandowski (47., Foulelfmeter, Djakpa an Lewandowski), 4:0 Jojic (68., Großkreutz)

Schiedsrichter: Sippel (München)

Gelbe Karten: Sahin – Kempf, Russ, Schröck

Zuschauer: 80.100

HIER SPRICHT KLOPPO

Wir haben richtig stark gespielt, von der ersten Sekunde an waren wir so griffig, wie wir uns das vorgenommen hatten. Es war ein tolles Fußballspiel von uns, wir haben alle Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht, auch das passiert ja nicht in jedem Spiel. Wir hatten viele Balleroberungen, wir haben vor allem Frankfurts Diagonalbälle öfter verhindert und besser verteidigt als am Dienstag. Und wir sind dran geblieben nach unseren Toren. Wenn ich höre, daß ich heute den 111. Sieg mit dem BVB erringen konnte, denke ich auch an die Niederlagen. Wir haben zu Hause lange nicht gewonnen, es hätten jetzt auch schon 114 Siege sein können. Was soll ich sagen, ich habe ein tolles Trainerteam, Borussia Dortmund ist ein toller Verein. Und wir haben immer gute Mannschaften gehabt. Auch Ottmar hatte die, er hat die Bälle ja auch sicher nicht selbst rein geschossen.

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3), Piszczek (2,5), Sokratis (3), Friedrich (2,5), Schmelzer (2,5), Sahin (2,5), Kehl (3), Aubameyang (2), Mkhitaryan (2,5), Großkreutz (2), Lewandowski (2,5), Jojic (2,5), Hofmann (-), Schieber (-)

Aubameyang schießt BVB ins Pokal-Halbfinale

Borussia Dortmund steht im Halbfinale des DFB-Pokals 2014! Am Abend siegten unsere Jungs nach intensiven neunzig Minuten bei Eintracht Frankfurt mit 1:0 und zogen damit als erste Mannschaft in die Runde der letzten Vier ein. Das Tor des Tages vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena erzielte Pierre-Emerick Aubameyang in der 82. Minute nach einem Eckball von Henrikh Mkhitaryan.


PERSONAL

Wurde heftig attackiert: Lewandowski (hier mit Russ)

Borussia ohne Sieben! Hummels, Subotic, Gündogan, Blaszczykowski und Durm fielen ohnehin aus. Nach dem Bremen-Spiel quartierten sich auch Marco Reus und Sven Bender ins immer größer werdende BVB-Lazarett. Kevin Großkreutz besetzte die Reus-Position, Sebastian Kehl spielte für Bender als zweiter Sechser neben Sahin.

SPIELVERLAUF

In einem von Beginn an sehr intensiven Spiel mit vielen Zweikämpfen und Nickeligkeiten neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst. Frankfurt konnte das Spiel in der ersten halbe Stunde ausgeglichen gestalten. Beide Teams kamen kaum zu torgefährlichen Abschluß-Situationen. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde der BVB immer dominanter und nutzte mit schnellem Umschaltspiel die sich nun bietenden Räume immer häufiger. Insbesondere Aubameyang konnte so seine Schnelligkeit ausspielen und sorgte nun ein ums andere Mal für brenzlige Situationen vor dem Eintracht-Gehäuse.

Hier scheitert Aubameyang noch. Später wird er Matchwinner!

Im zweiten Abschnitt sahen die ca. 6.000 mitgereisten BVB-Fans eine optisch überlegene Eintracht, die immer wieder mit Seitenwechseln und Diagonalpässen versuchte, die Schwattgelben in Bedrängnis zu bringen. Doch Dortmund zeigte sich bis auf zwei Situationen sehr gut organisiert. Friedrich (großes Kompliment) und Sokratis waren eigentlich jederzeit Herr der Lage. Mit zunehmender Spieldauer wurde das Spiel aufgrund zahlreicher Unterbrechungen und der schauspielerischer Einlagen des unsäglichen Zambrano immer zerfahrener. Die Provokationen des Frankfurter Innenverteidigers schaukelten das knochenharte Duell mit dem dennoch starken Lewandowski zu einer Art Privatduell hoch. Zambrano konnte von Glück reden, daß er die neunzig Minuten ohne Platzverweis überstand. Ihm „droht“ am Samstag im Westfalenstadion ein herzlicher Empfang durch die BVB-Fans.

Als die Partie immer näher an die drohende Verlängerung rückte, schlug die Borussia dann eiskalt zu. Eine Mkhitaryan-Ecke verlängerte Sebastian Kehl zum am langen Pfosten postierten Aubameyang. Der Gabuner krönte seine gute Vorstellung dann mit dem vielumjubelten Tor des Tages und schoß den BVB ins Halbfinale des DFB-Pokals.

Duell des Tages: Zambrano/Lewandowski

Aus einer sehr geschlossen auftretenden Dortmunder Mannschaft, die diesmal keinen Ausfall zu beklagen hatte, muß man insbesondere Manuel Friedrich, Sebastian Kehl, Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang ein Sonderlob zollen. Friedrich gewinnt neben dem ohnehin immer sehr „cool“ agierenden Sokratis immer mehr an Sicherheit, Kehl entpuppte sich als effektiver Staubsauger und auch Initiator einiger gefährlicher Konter, der nimmermüde Mkhitaryan war defensiv und offensiv nicht „kleinzukriegen“ (auch wenn dem Armenier nicht alles gelang) und Aubameyang (auch defensiv diesmal stark) kam es entgegen, daß ihm das Spiel die Räume bot, die der Gabuner zum Ausspielen seiner Stärken so dringend benötigt.

Was in der Bundesliga nicht gelingen will, schafft Borussia im Pokal nun zum wiederholten Male. Die Schwattgelben sind auch nach der vierten Runde des diesjährigen Wettbewerbs noch ohne Gegentor. Die Borussen schienen nach dem Abpfiff wunschlos glücklich. Obwohl – einen Wunsch werden wohl alle haben, die mit dem BVB sympathisieren. Losglück in Form eines Heimspiels im Halbfinale! So oder so steht jedenfalls fest, daß es „nur“ noch einen einzigen Sieg braucht, um nach 2012 wieder ins Berliner Pokalfinale einzuziehen.

(Fotos: kicker)

DIE STATISTIK

Eintracht Frankfurt: Trapp – Jung, Zambrano, Madlung, Djakpa – Rode, Russ, Flum – Meier – Aigner, Kadlec

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer – Sahin, Kehl –Aubameyang, Mkhitaryan, Großkreutz – Lewandowski

Einwechselungen: 46. Rosenthal für Kadlec, 83. Weis für Flum – 90. Hofmann für Mkhitaryan, 90.+4 Schieber für Aubameyang

Tor: 0:1 Aubameyang (82., Kehl)

Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)

Gelbe Karten: Russ, Rode, Flum – Sokratis, Schmelzer

Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)

HIER SPRICHT KLOPPO

„Die erste Halbzeit war ganz klar unsere und wir haben 70 Minuten lang richtig gut gespielt. Leider hatten wir in den ersten 20 Minuten nach der Pause keine klare Linie mehr im Spiel. Da kam es auch zu vielen Unterbrechungen, die uns etwas aus dem Rhythmus gebracht haben. Frankfurt hat es aber auch sehr gut gemacht und ist selber zu Chancen gekommen. Wir haben sehr lange Standardsituationen trainiert, jetzt hat es direkt in zwei Spielen hintereinander geklappt. Das ist sehr wichtig. Wir wollten unbedingt ins Pokalhalbfinale, das hat man meiner Mannschaft angesehen.“

WEITERE STIMMEN

Michael Zorc:  „Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen  haben. Es war ein sehr schwieriges Spiel, auch wenn man unsere anhaltenden Personalprobleme betrachtet. Insgesamt gesehen hat die Mannschaft es sehr gut gemacht. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir eine Vielzahl an Chancen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu Beginn etwas die Linie verloren, das wurde später wieder besser. Pierre-Emerick Aubameyang scheint der Mann für die wichtigen Tore zu sein, jetzt trifft er sogar mit dem Kopf. Und auch Henrikh Mikhitaryan war heute sehr stark, er hat häufig für Entlastung gesorgt.“

Sebastian Kehl: „Die Situation war vor dem Spiel nicht einfach für uns. Wir wussten, dass es ein kampfbetontes Spiel werden würde, so ist es dann auch gekommen. Frankfurt war heiß, hat sehr offensiv gespielt. Darauf waren wir eingestellt. So haben sich für uns dann Räume ergeben, die zu vielen Chancen geführt haben. Leider verwerten wir nur eine davon. Insgesamt gesehen haben wir aber verdient gewonnen. Frankfurt macht es nicht schlecht, aber wir hatten die besseren Chancen. Wir sind sehr froh, dies war ein wichtiger Sieg.“

Pierre-Emerick Aubameyang: „Ich in sehr glücklich über mein Tor, denn wir mussten sehr hart dafür arbeiten. Es war ein schweres Spiel, daher können wir uns über den Sieg umso mehr freuen.  Wir haben eine sehr große Qualität im Kader, wenn wir zusammenrücken können wir auch in Zukunft noch viel erreichen. Wenn wir – so wie heute – mit dem Messer zwischen den Zähnen spielen und bis zum umfallen kämpfen, ist in allen Wettbewerben noch sehr viel für uns drin.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (3,5), Piszczek (3), Sokratis (3), Friedrich (2,5), Schmelzer (3), Sahin (3), Kehl (2,5), Aubameyang (2), Mkhitaryan (2,5), Großkreutz (3), Lewandowski (3), Hofmann (-), Schieber (-).

2:1 – Aubameyang sichert erlösenden Arbeitssieg

Im Auftaktspiel des 19. Bundesliga-Spieltags fand Borussia Dortmund in die Erfolgsspur zurück. Der Vizemeister beendete seine Negativserie und kam beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig zu einem „dreckigen“ 2:1-Arbeitssieg. Vor 25.540 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Hamburger Straße traf Pierre-Emerick Aubameyang doppelt und Mats Hummels gab nach zehnwöchiger Verletzungspause sein Comeback im Team von Jürgen Klopp. Damit verteidigte der BVB den 3. Platz, der am Saisonende das direkte Ticket für die nächste Champions-League-Saison bedeuten würde.

PERSONAL

Matchwinner: Aubameyang (Foto: kicker)

Gegenüber dem enttäuschenden 2:2 gegen Augsburg veränderte Jürgen Klopp seine Startformation auf zwei Positionen. Mats Hummels feierte nach zehnwöchiger Verletzungspause sein Comeback. Für ihn mußte Sebastian Kehl auf die Bank. Pierre-Emerick Aubameyang spielte für den verletzten Jakub Blaszczykowski.

SPIELVERLAUF

Braunschweig begann frech und selbstbewußt und überraschte den BVB, der in den ersten 30 Minuten kaum ins Spiel fand und im Mittelfeld keinen Zugriff bekam. Die Gastgeber kamen zu einigen gefährlichen Aktionen vor Weidenfellers Gehäuse, Borussias Defensive glich zunächst stellenweise einem Torso. Sahins direkter Freistoß nach einer guten halben Stunde war Dortmunds erste wirklich gefährliche Aktion. Davari hielt überragend, war aber in der 31.Minute machtlos, als Aubameyang einen Doppelpass zwischen Reus und Lewandowski zum Führungstor des BVB veredelte.

Im zweiten Abschnitt schien Borussia die Partie kontrollieren zu können. Reus scheiterte in der 48. Minute an Davari, doch kurze Zeit später gelang der Eintracht der Ausgleich. Kessel verwertete eine Ecke von Hochscheidt und nutzte dabei eine kurze Unachtsamkeit in der BVB-Deckung. Weidenfeller hatte keine Chance.

Dortmund mußte sich kurz schütteln, kam dann aber nach einem tollen Solo von Reus durch Aubameyangs zweiten Treffer zur erneuten Führung. Danach boten sich dem BVB zahlreiche erstklassige Chancen, um die Partie frühzeitig zu entscheiden. Doch Reus (68., 78., 80.), Lewandowski (75., 84.) und Mkhitaryan (89., Pfostenschuß) vergaben teilweise fahrlässig. Zwischenzeitlich verpasste Nielsen in der 85. Minute den Braunschweiger Ausgleich und Bicakcic köpfte in der Nachspielzeit an den Pfosten. Borussia feierte am Ende einen „dreckigen“ aber nicht unverdienten Arbeitssieg.

ANALYSE / MEINUNG

Zweikampf Dogan/Lewandowski (Foto: kicker)

Da war es wieder. Stellenweise blitzte das bis vor kurzem noch so atemberaubende Kurzpass- und Kombinationsspiel des BVB auf. Immer noch zu selten, letztlich aber entscheidend für Borussias knappen Arbeitssieg. Beide Treffer des BVB fielen nach schnell und schnörkellos vorgetragenen Angriffen der Klopp-Elf, in denen die Mannschaft endlich wieder zeigte, was eigentlich in ihr steckt.

Mit der Rückkehr von Mats Hummels gewann die Defensive zwar nicht entscheidend an Sicherheit, doch zeigte der Nationalspieler in einigen Situationen, wie wichtig allein seine Anwesenheit für die Mannschaft ist. Auch in der Spieleröffnung waren gute Ansätze zu erkennen, mit Vorstößen hielt sich Hummels aber noch merklich zurück. Verständlich nach einer so langen Pause.

Nebenmann Sokratis war in Zweikämpfen gewohnt kompromisslos und kaum zu überwinden, versuchte jedoch eigene Angriffe zu oft mit langen Bällen einzuleiten. Großkreutz spielte rechts absolut solide, während Schmelzer auf der Gegenseite noch immer meilenweit von der Form entfernt ist, die ihn zum Nationalverteidiger machte. „Schmelle“ war zu oft unentschlossen in der Defensive, seine Offensivaktionen wirkten nervös und blieben wirkungslos.

Im Mittelfeld wechselten sich Licht und Schatten ab wie ein außer Kontrolle geratener Ping-Pong-Ball. Sahin und Bender erledigten ihre Aufgaben als Staubsauger vor der Abwehr ab der 30. Minute sehr gut. Bis dahin jedoch fanden beide keinen Zugriff und konnten Braunschweigs stellenweise frech vorgetragene Angriffe in ihrer Entstehung so gut wie nie unterbinden. Mit zunehmender Spieldauer fand jedoch besonders Sahin defensiv besser ins Spiel, ohne jedoch entscheidende Impulse in der Offensive setzen zu können.

Das gelang auch Henrikh Mkhitaryan erneut viel zu selten. Zwar deutete der Armenier einmal mehr sein unbestritten großes Können an, konnte die bekannten Schwächen jedoch auch an diesem Abend nicht abstellen. Viel zu oft verpasste „Miki“ den richtigen Moment des Abspiels oder verzettelte sich in Einzelaktionen.

Großkreutz verfolgt Nielsen (Foto:kicker)

Besser machte es diesmal Marco Reus, der nicht nur an beiden Toren direkt beteiligt war. Auch sonst war der Nationalspieler ein Aktivposten, vergab aber leider erneut mehrere große Torchancen. Den krassen Gegensatz zu Reus personifizierte Pierre-Emerick Aubameyang. Der Gabuner tauchte eigentlich die kompletten neunzig Minuten unter, erzielte jedoch beide Tore. Somit wurde Aubameyang zu Dortmunds „unsichtbarem“ Matchwinner. Beeindruckend seine Kaltschnäuzigkeit und Coolness, mit der er Braunschweigs überragenden Keeper Davari aus spitzem Winkel zum 2:1 überwand.

 In vorderster Front beeindruckte Robert Lewandowski einmal mehr durch seine überragenden technischen Fähigkeiten und seinem Einsatz fürs Team. „Lewy“ war nahezu an allen Dortmunder Offensiv-Aktionen beteiligt und setzte seine nachrückenden Nebenleute oft hervorragend in Szene, zeigte aber wie schon in den letzten Spielen für ihn untypische Schwächen im Abschluß. 

FAZIT / AUSBLICK

Der „schmutzige“ Arbeitssieg könnte die Blockade in den Köpfen der Dortmunder Spieler lösen und ist ein wichtiges Erfolgserlebnis auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Stellenweise war in Braunschweig der „alte“ BVB zu bewundern. Immer wenn es den Schwattgelben gelang, ihr einst so gefürchtetes schnelles Umschalt- und Kombinationsspiel aufzuziehen, kam die Klopp-Elf zu gefährlichen Abschluß-Aktionen. Leider überwogen aber erneut wieder viele Ballverluste und Abspielfehler im Aufbau des BVB.  Diesmal aber hielten die Klopp-Schützlinge mit voller Leidenschaft dagegen und bekamen mit zunehmender Spieldauer immer mehr Zugriff aufs Braunschweiger Mittelfeld.

Aubameyang trifft zum 0:1 (Foto: kicker)

Beinahe wären der Borussia aber einmal mehr weitere zuletzt gezeigte Schwächen abermals zum Verhängnis geworden. Zum einen präsentierte sich die Defensive teilweise löchrig wie ein Schweizer Käse. Daß es bei nur einem Gegentor blieb, lag an der Abschlußschwäche der Eintracht und am sicheren und soliden Roman Weidenfeller. Zum anderen vergab der BVB zahlreiche hundertprozentige Torchancen und verpaßte wie schon so oft in dieser Saison eine frühzeitige Entscheidung. Auch an der präziseren Ausführung eigener Standardsituationen müssen die Schwattgelben dringend weiterhin intensiv arbeiten.

Insgesamt macht der Auftritt in Braunschweig aber Mut für die Zukunft. Der „Patient“ BVB scheint auf dem Weg der Besserung. Die Mannschaft steckte den Ausgleich der Gastgeber sofort weg, erzielte schnell die erneute Führung und drängte fortan entschlossen und zielstrebig auf die endgültige Entscheidung. Die blieb zwar aus, doch mit der Rückkehr zu aggressiverem Zweikampfverhalten (ab der 30. Minute) legte Borussia den Grundstein zum Weg aus der Krise.

Am kommenden Wochenende reisen die Schwattgelben erneut in den Norden. Mit Werder Bremen wartet ein Auswärtsgegner, dessen Spielweise dem BVB eigentlich in die Karten spielen müßte. Nach einer bevorstehenden konzentrierten Trainingswoche sollte Dortmund sich im Weserstadion erneut steigern können und den in Braunschweig eingeschlagenen sportlichen Konsolidierungskurs fortsetzen.

Bis dahin verbleibe ich mit schwattgelben Grüßen.  NUR DER BVB !!

DIE STATISTIK

Eintr. Braunschweig: Davari – Kessel, Bicakcic, Dogan, Reichel – Elabdellaoui, Theuerkauf, Boland, Hochscheidt – Nielsen, Ademi
Borussia Dortmund: Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Sahin, Bender –Aubameyang, Mkhitaryan, Reus – Lewandowski
Einwechselungen: 67. Bellarabi für Ademi, 73. Kumbela für Elabdellaoui, 78. Pfitzner für Boland – 83. Piszczek für Großkreutz, 90. Kehl für Bender, 90.+3 Ducksch für Mkhitaryan
Tore: 0:1 Aubameyang (31., Lewandowski), 1:1 Kessel (54., Ecke Hochscheidt), 1:2 Aubameyang (65., Reus)
Schiedsrichter: Fritz (Korb/Württ.)

Gelbe Karte: – Mkhitaryan
Zuschauer: 25.540 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Engagiert wie immer: Jürgen Klopp (Foto: kicker)

Jürgen Klopp: „Wir sind überglücklich über diesen Sieg, den wir uns brutal hart erkämpfen mussten. Wenn wir die Sicherheit haben, hauen wir die Bälle auch rein. Aber weil uns die Ergebnisse fehlten, fehlte eben auch die Sicherheit in unseren Abschlussaktionen.So viele dreckige Siege haben wir in unserer gemeinsamen Zeit in Dortmund noch nicht gehabt. Dieser war einer. Aber das lag auch daran, weil wir unsere Riesenchancen nicht verwertet haben. Wir hatten eine Fülle an Torchancen. Davari hat unfassbar gut gehalten. Am Ende haben wir zwei von unseren vielen Chancen rein gemacht. Braunschweig hat bemerkenswert stark Fußball gespielt, leidenschaftlich verteidigt. Wir haben die Braunschweiger Eckballvarianten vor dem Spiel thematisiert und den Spielern mehrfach gezeigt. Trotzdem rutscht der Ball durch und ist drin. Das 1:1 dreht die Atmosphäre im Stadion. Dann wird es hart. Wenn man nicht hundertprozentig in der Spur ist, muss man sich zurückkämpfen. Das geht auch über dreckige Siege. Weiter geht’s. Beide Tore waren sensationell gut herausgespielt. Es waren weitere Momente dabei, wo wir die Situationen überragend ausgespielt haben und nicht zu verteidigen waren. Leider haben wir zu wenige Chancen genutzt, und wenn man die Möglichkeiten auslässt, bleibt der Gegner am Leben. Und er kommt dann zurück. Wir haben dagegengehalten.

Roman Weidenfeller: „Es war ein schmutziger Sieg. Dass es kein gutes Spiel war, wissen wir auch. Aber auf diesen Sieg können wir aufbauen! Wir haben gewonnen, und das ist das Wichtigste. Braunschweig hat sich mit aller Macht gegen die Niederlage gestemmt. Wir haben noch einiges zu verbessern. Uns passiert immer noch der eine oder andere Lapsus oder Konzentrationsfehler. Daran müssen wir arbeiten.Mats Hummels Rückkehr ins Team war ganz wichtig. Er ist ein entscheidender Bestandteil unserer Mannschaft. Mit ihm konnten wir die Bälle viel besser von hinten herausspielen.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2,5), Großkreutz (3), Sokratis (3), Hummels (3), Schmelzer (4,5), Sahin (3), Bender (3,5), Aubameyang (3), Mkhitaryan (4), Reus (3), Lewandowski (2,5), Piszczek (-), Kehl (-), Ducksch (-).

Hummels heute vor Comeback

Wenn Borussia Dortmund bei Eintracht Braunschweig den 19. Bundesliga-Spieltag eröffnet, liegt eine turbulente Woche hinter den Schwattgelben. Nur ein Remis gegen Augsburg, die schwere Verletzung von Jakub Blaszczykowski, wuchernde und teils ausufernde Transfer-Spekulationen. Im Stadion an der Hamburger Straße muß sich der BVB nun zwingend auf das Wesentliche konzentrieren – und das heißt „Fußballspielen und möglichst gewinnen“.

In der Startelf? Mats Hummels

Beides ist den Schwattgelben zuletzt selten genug gelungen. Damit soll aber nun Schluß sein. Ohne den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, kann und darf das BVB-Ziel beim Aufsteiger und Tabellenschlußlicht aus Niedersachsen nur ein Sieg sein. Wie schwer dieses Unterfangen jedoch werden wird, demonstrierte Braunschweig in der Hinrunde. Im Westfalenstadion präsentierte sich die Lieberknecht-Elf als ein höchst unangenehmer und „grasfressender“ Gegner. Zur Erinnerung – erst in den Schlußminuten brachte seinerzeit „Joker“ Hofmann seinem BVB mit einem Tor und einem herausgeholten Elfmeter den knappen 2:1-Sieg.

Auch in Braunschweig dürfte es ähnlich „eng“ zugehen. Darum fordert und erwartet Jürgen Klopp von seiner Mannschaft die Rückbesinnung und Umsetzung alter Stärken. „Gegenpressing“ ist das Zauberwort und für Klopp das Mittel schlechthin, gegen einen tiefstehenden und abwartenden Gegner Chancen herauszuspielen. Diese dann auch zu nutzen und gleichzeitig Kompaktheit im Defensiv-Verbund herzustellen sind weitere Attribute, die für Dortmunds Chefcoach von elementarer Wichtigkeit sind.

Wie vor jedem Spiel stellt sich auch diesmal die Frage nach dem Personal, mit dem der BVB in die Erfolgsspur zurückkehren will. Mats Hummels könnte in Braunschweig sein Comeback feiern. Zehn Wochen ist es her, daß sich Hummels im Länderspiel in England einen knöchernen Bandabriss zuzog. Seitdem wird der Abwehrchef auch und vor allem als Spieleröffner im Dortmunder Gefüge schmerzlich vermisst. Entsprechend groß sind die Hoffnungen im Lager der Schwattgelben, daß Hummels bald endlich wieder mitwirken kann. Ob es schon für die Startelf in Braunschweig reicht, wird sich erst am Spieltag entscheiden.

Matchwinner im Hinspiel: Hofmann (Foto: kicker)

Die durch Blaszczykowskis schwere Verletzung vakant gewordene rechte Position in Dortmunds offensiver Dreier-Reihe könnte Jürgen Klopp sowohl mit Kevin Großkreutz als auch mit Jonas Hofmann oder Pierre-Emerick Aubameyang besetzen. Klopp scheint für das Gastspiel beim Aufsteiger Großkreutz oder Hofmann zu favorisieren. Aubameyang hat sich als Spieler entpuppt, der Platz und Raum benötigt, um seine Schnelligkeit ausspielen zu können. Diesen Platz und Raum dürfte er gegen einen kompakt und tiefstehenden Gegner wie Braunschweig kaum bekommen.

Die Statistik übrigens weist eine negative Dortmunder Bilanz bei Auftritten im Stadion an der Hamburger Straße aus. In 17 Auswärtsspielen konnte Borussia erst viermal gewinnen, dreimal entführte man einen Punkt aus Niedersachsen. Zeit also für eine statistische Schönheitsoperation.

Die PK zum Braunschweig-Spiel mit Jürgen Klopp (präsentiert von SportLiveDortmund)

Mein Tipp: Dortmund gewinnt mit 2:1.

Die möglichen Aufstellungen:

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Hummels (Bender), Sokratis, Schmelzer – Sahin, Bender (Kehl) – Großkreutz (Hofmann), Mkhitaryan, Reus – Lewandowski

EINTR: Davari – Elabdellaoui, Bicakcic, Dogan, Reichel – Theuerkauf, Pfitzner – Bellarabi, Nielsen, Boland – Ademi (Kumbela).

2:2 – Piszczek rettet BVB das Remis

BVB scheitert an Abschlußschwäche – Aubameyang/Piszczek treffen – Sarr erneut stark

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geschrieben von Markus Flügel

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In einem temporeichen und spannenden Bundesligaspiel trennten sich die TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund mit 2:2. Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim führten die Gastgeber bereits mit 2:0, bevor der BVB einmal mehr unter Beweis stellte, daß man die Schwattgelben nie abschreiben sollte. Aubameyang und Piszczek sorgten mit ihren Treffern für den Punktgewinn, mit dem die Borussia den dritten Platz zwar vorläufig sicherte – den Anschluß nach ganz oben jedoch zunächst verlor.


PERSONAL

Zweikampf Süle, Lewandowski (Foto: kicker)

Gegenüber dem 2:1-Sieg in Marseille veränderte Jürgen Klopp sein Team auf vier Positionen. Überraschend dabei vor allem der Einsatz von Mitch Langerak anstelle Roman Weidenfellers. Außerdem ersetzte Manuel Friedrich den gesperrten Sokratis. Großkreutz und Mkhitaryan erhielten eine schöpferische Pause. Für sie rotierten Piszczek und Aubameyang in die Dortmunder Startformation.

SPIELVERLAUF

Beide Teams setzten von Beginn an auf Offensive. Es entwickelte sich von der ersten Minute an ein offener Schlagabtausch. Dortmund setzte mit Reus´ Abseitstor in der 10. Minute die erste Duftmarke, nur sechs Minuten später vereitelte Volland eine weitere Chance des blonden Nationalspielers. Fast im Gegenzug jedoch die 1:0-Führung der Gastgeber. Einen unnötigen Ballverlust von Durm nutzte Kevin Volland zu einem schnellen Konter. Seinen feinen Paß in die Tiefe vollstreckte Schipplock eiskalt. In der Folgezeit bekam Hoffenheim durch ein sehr aggressives Zweikampfverhalten mehr und mehr Oberwasser. Polanski scheiterte in der 25. Minute mit einem Lattentreffer, Volland machte es in der 37. Minute besser. Die Vorarbeit von Rudy verwandelte der Spielführer der U21-Nationalmannschaft zum 2:0. Borussia fand jedoch schnell zurück ins Spiel und so gelang noch vor der Pause der wichtige Anschlußtreffer. Nach einem kapitalen Fehler von TSG-Keeper Grahl stocherte Lewandowski das Leder Richtung Hoffenheimer Tor, Aubameyang vollendete.

Schipplocks 1:0 (Foto: kicker)

Nach dem Wechsel kam der BVB immer besser ins Spiel und kombinierte teilweise sehr gefällig, ohne jedoch zunächst gefährliche Abschluss-Situationen herauszuspielen. Ausnahme ein Reus-Freistoß in der 57. Minute, der jedoch das Tor der Gastgeber weit verfehlte. Mit der Hereinnahme von Hofmann und Mkhitaryan sorgte BVB-Coach Jürgen Klopp dann für frischen Wind (66.). Der Armenier hätte mit seiner ersten Aktion fast für den Ausgleich gesorgt, schoß das Leder jedoch knapp am langen Eck vorbei. Kurz darauf dennoch das längst überfällige 2:2. Einen Kopfball von Piszczek (nach toller Sahin-Flanke) konnte Grahl noch abwehren, den Abpraller jedoch netzte der polnische Nationalspieler ein. Es schloss sich eine mit Höhepunkten auf beiden Seiten gespickte Schlußphase an, in der die Borussia durch Reus und Schieber (87. und 89.), Hoffenheim durch Volland (88.) den möglichen und verdienten Siegtreffer vergab.

ANALYSE / MEINUNG / FAZIT

Wieder einmal bewies der BVB eine Riesenmoral. Trotz der kräftezehrenden Partie in Marseille warf die erneut umformierte Elf der Schwattgelben alles in die Waagschale, was der Akku noch zu leisten imstande war. Und das war erstaunlich viel. Nach einem 0:2-Rückstand noch einmal so zurückzukommen wie die von zahlreichen englischen Wochen und permanenten personellen Rückschlägen gebeutelte Borussia, nötigt selbst neutralen Beobachtern großen Respekt ab. Vor dem Willen und dem Charakter dieser Mannschaft kann man einfach nur den Hut ziehen.

Aubameyang staubt zum 2:1 ab (Foto: kicker)

Daß es letztendlich nicht sogar zu einem durchaus verdienten Sieg im Kraichgau gereicht hat, ist zum einen der längst bekannten und diesmal erneut deutlich zu Tage getretenen Abschlußschwäche zuzuschreiben. Reus, Mkhitaryan, Lewandowski und Schieber vergaben allerbeste, teilweise hundertprozentige Torchancen.

Zum anderen lag es am diesmal nicht so kompakt wie gewohnt praktizierten und teilweise unkonzentrierten Defensivverhalten der gesamten Mannschaft. Diesem war es zuzuschreiben, daß die Schwattgelben mit 0:2 in Rückstand gerieten. Die offensiv bekanntlich sehr flexiblen und gedankenschnellen Hoffenheimer nutzten diese ungewohnte Schwäche der Borussia vor allem im ersten Durchgang eiskalt aus. Bis zu Aubameyangs wichtigem Anschlußtreffer hätte der BVB bereits deutlicher als 0:2 zurückliegen können.

Zweikampf Sahin, Rudy (Foto: kicker)

Eine aus Dortmunder Sicht sehr erfreuliche Erkenntnis brachte die Vorstellung von Lukas Piszczek. Der polnische Nationalspieler war neben seinem Landsmann Lewandowski stärkster und auffälligster Borusse. Piszczek ist definitiv auf dem Weg zu alter Klasse und darf zu Recht wieder als vollwertige Startelf-Option im schwattgelben Kader angesehen werden.

Neuzugang Manuel Friedrich wackelte dagegen erneut in der ein oder anderen Situation bedenklich. Beim Ex-Nationalspieler werden vor allem eklatante Tempodefizite immer offensichtlicher, die er zum Glück in der ein oder anderen Situation durch Routine und Stellungsspiel wettmachen konnte. Sein Nebenmann Marian Sarr lieferte dagegen nach seiner überzeugenden CL-Vorstellung in Marseille nun auch in der Bundesliga ein überzeugendes Debut ab. Der 18jährige sah zwar beim ersten Tor nicht gut aus und verlor das Laufduell mit Schipplock – zeigte sich ansonsten aber sehr zweikampfstark und abgeklärt.

Fazit: Wenn den großen Personalproblemen der Borussia etwas Positives abzugewinnen ist, dann die Erkenntnis, daß sich dadurch vor allem junge Spieler präsentieren und teilweise sogar etablieren konnten. Spieler wie Erik Durm, Marian Sarr und Jonas Hofmann hatte vor Wochen noch niemand so richtig auf dem Zettel. Mittlerweile gelten alle drei jedoch als vollwertige Alternativen zu den bewährten Stammkräften des BVB. Dazu hat Jürgen Klopp mit Koray Günter noch einen weiteren Rohdiamanten in der Hinterhand.

Piszczek-Jubel (Foto: RS)

Dank des gleichzeitigen Remis der Gladbacher in Mainz sicherte sich der BVB zunächst den dritten Tabellenplatz. Um auf diesem Rang auch in die Winterpause zu gehen, dürfte am kommenden Wochenende im letzten Hinrundenspiel ein Sieg gegen Hertha BSC jedoch unabdingbar sein. Der Zug nach „ganz oben“ ist für unsere Jungs zwar vorläufig abgefahren. Doch wenn ab dem 18. Spieltag bis auf Subotic der Kader nahezu komplett zur Verfügung steht, darf man der Rückrunde positiv entgegenblicken. Rang Zwei ist allemal noch möglich. Und schließlich ist Borussia auch im DFB-Pokal und der Champions League noch aussichtsreich vertreten.

In diesem Sinne verbleibe ich positiv. Außerdem gilt sowieso nur eines:  NUR  DER  BVB  !!

DIE STATISTIK

TSG Hoffenheim: Grahl – Beck, Süle, Vestergaard, Toljan – Rudy, Polanski – Volland, Roberto Firmino, Herdling – Schipplock

Borussia Dortmund: Langerak – Piszczek, Friedrich, Sarr, Durm – Sahin, Kehl – Blaszczykowski, Reus, Aubameyang – Lewandowski

Einwechselungen: 69. Salihovic für Schipplock, 71. Johnson für Herdling, 90.+1 Strobl für Rudy – 66. Hofmann und Mkhitaryan für Aubameyang und Blaszczykowski, 88. Schieber für Reus

Tore: 1:0 Schipplock (17., Firmino), 2:0 Volland (37., Rudy), 2:1 Aubameyang (44., Lewandowski), 2:2 Piszczek (67., Sahin)

Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Gelbe Karten: Volland, Polanski – Reus, Friedrich, Sahin

Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Jürgen Klopp: “ In der Kabine sieht es nicht nach einem gewonnen Punkt aus, sondern wie nach einer Niederlage.Ich habe meiner Mannschaft 95 Minuten lang angesehen, dass sie unbedingt gewinnen wollte. Bei beiden Gegentoren fehlte die nötige defensive Absicherung unserer eigenen Angriffe. Aber ich habe unglaublich tolle Momente im Spiel meiner Mannschaft gesehen. Wir waren immer gefährlich und haben enge Strafraumsituationen kreiert. Aber wir machen momentan die Bälle halt nicht rein. Somit fühlen sich im Moment die vergebenen Torchancen härter an als die insgesamt phantastische Leistung. Wir wären kein unverdienter Sieger gewesen, aber wir hätten auch verlieren können. Das sagt alles aus über dieses Spiel.“

Respektvoll: Gisdol, Klopp (Foto: kicker)

Markus Gisdol: „Ich muß meinen Hut vor Borussia ziehen. Ich habe gedacht, dass sie ab der 60. oder 70. Minute nachlassen würden, aber das war nicht der Fall. Wir haben gegen unser fußballerisches Vorbild einen Punkt geholt. und ein temporeiches, rasantes Spiel gesehen, in dem fast alles drin war. Es macht einfach Spaß, Jürgens Truppe zuzuschauen.“

Pierre-Emerick Aubameyang: „Es war ein unglaublich intensives Spiel. Hoffenheim war sehr stark, vor allem im Konterspiel. Wir haben gekämpft und bis zum Schluss alles versucht. Leider hat es nicht sollen sein. Trotzdem glaube ich, dass wir eine großartige Moral gezeigt haben. Eigentlich müssen wir dieses Spiel  gewinnen, auch wenn Hoffenheim natürlich ebenfalls gute Gelegenheiten gehabt hat. Aber wir hatten auch vor dem 0:1-Rückstand schon riesige Möglichkeiten. Für den Anschlusstreffer, den ich erziele, muss ich mich eigentlich beim Gegner bedanken. Das war ein Geschenk. Der Ball rollt dem Torwart durch die Beine, ich muss ihn dann nur noch über die Linie schieben.“

Jakub Blaszczykowski: „Wir hätten den Sieg heute verdient gehabt. Aber um so ein Spiel dann auch wirklich zu gewinnen, müssen wir unsere Chancen besser nutzen. Wir haben viel zu viele Möglichkeiten liegen lassen. Von daher bin ich nur bedingt zufrieden. Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen, weil wir den Rückstand noch aufgeholt haben. Alles in allem muss man aber sagen, dass wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen.“

Nuri Sahin: „Wenn man auswärts zwei Treffer erzielt, steht man normalerweise gut da. Wir bekommen aber schon in der ersten Halbzeit zwei total unnötige Gegentore. Gegen so einen Rückstand rennt man dann natürlich erstmal an. Wir hatten auch Chancen zur Genüge, um noch mehr Tore zu erzielen. Dass wir sie nicht nutzen, haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir – die ganze Mannschaft – müssen uns jetzt erst einmal finden, dann geht es auch wieder bergauf.“

MEINE BVB-NOTEN

Langerak (3), Piszczek (2), Friedrich (4), Sarr (2,5), Durm (3,5), Sahin (3), Kehl (3), Blaszczykowski (3,5), Reus (3,5), Aubameyang (3,5), Lewandowski (2), Hofmann (-), Mkhitaryan (-), Schieber (-).

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Lewandowski sichert 3:1-Arbeitssieg in Mainz

Klopps Taktik- und Personalpuzzle – Lewandowski zweimal eiskalt – Sokratis überragend

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geschrieben von Markus Flügel

Glückwunsch an unsere Jungs! Vier Tage nach dem CL-Triumph gegen Neapel hat Borussia Dortmund auch in der Bundesliga zurück in die Erfolgsspur gefunden. Der BVB kam beim FSV Mainz 05 zu einem zwar glanzlosen, aber kämpferisch überzeugenden 3:1-Arbeitssieg. Vor 34.000 Zuschauern in der Coface-Arena sicherten zwei Elfmeter von Robert Lewandowski die drei wichtigen Punkte für die Schwattgelben. Überragender Akteur war jedoch Borussias griechischer Abwehr-Riese Sokratis.


PERSONAL

Intensive Zweikämpfe: Marco Reus (Foto:kicker)

Die Gastgeber spielten in der gleichen Formation wie eine Woche zuvor beim 3:2-Sieg in Bremen. Jürgen Klopp veränderte seine Startelf nicht nur personell. Auch taktisch hatte sich der BVB-Coach etwas Besonderes einfallen lassen. Er stellte sein gewohntes 4-3-2-1-System auf das sogenannte „Tannenbaum-System“ um. Drei defensiv orientierte Mittelfeldspieler vor der Viererkette. Davor zwei offensive Außen und eine echte Spitze. Personell gab Lukasz Piszczek sein Startelf-Debut nach langer Verletzungspause. Großkreutz rückte dafür ins defensive Mittelfeld neben Blaszczykowski und Sven Bender. „Iron-Manni“ wurde in der Viererkette durch Manuel Friedrich ersetzt. Aubameyang übernahm Mkhitaryans Part, dem Klopp ebenso wie Sahin und Kehl eine schöpferische Pause gönnte.

SPIELVERLAUF

Borussia kam nur schwer ins Spiel und sah sich einem extrem aggressiven Pressing der Mainzer ausgesetzt. Die Tuchel-Elf bestimmte die erste halbe Stunde des Spiels, weil es ihr gelang, Dortmunder Angriffsversuche schon im Keime zu ersticken. Mainz hatte die klare Mittelfeld-Hoheit und kam durch Pospech, Okazaki und Soto zu gefährlichen Torchancen. Es dauerte bis zur 26.Minute, ehe der BVB durch Lewandowski erstmals in eine vielversprechende Abschlußsituation kam, die der Pole allerdings nicht nutzen konnte. Mainz nahm nun einiges an Tempo aus den eigenen Aktionen, der BVB kam besser ins Spiel – ohne jedoch Dominanz auszustrahlen. In der 33. Minute reagierte Klopp auf das offensichtliche Vakuum in der Kreativzentrale seiner Mannschaft und brachte Nuri Sahin für den ohnehin von muskulären Problemen geplagten Bender. Außer zwei Lattentreffern von Bell auf der einen und Aubameyang auf der anderen Seite ging es jedoch ohne weitere große Höhepunkte in die Pause.

Früher Wechsel: Sahin für Bender (foto:kicker)

Zur zweiten Halbzeit krempelte Klopp (zwangsläufig) die Mannschaft um. Mit der Hereinnahme von Mkhitaryan und Kehl kehrte der BVB-Coach auch taktisch zum bewährten 4-2-3-1 zurück. Reus und Blaszczykowski blieben leicht angeschlagen in der Kabine. Das Spiel machte dennoch zunächst weiterhin die Heimmannschaft. Choupo-Moting vergab in der 48.Minute in aussichtsreicher Position die mögliche Mainzer Führung. Danach plätscherte die Partie dahin. Beide Mannschaften neutralisierten sich in ihren intensiv geführten  Mittelfeldzweikämpfen gegenseitig. In der 70.Minute leitete Pierre-Emerick Aubameyang mit einem Wahnsinns-Freistoßtor zur Dortmunder Führung dann jedoch eine turbulente Schlussphase ein. Nach einem unnötigen Foul von Piszczek an Malli verwandelte Choupo-Moting den fälligen Strafstoß nur vier Minuten nach Borussias Führungstor zum verdienten Ausgleich. Die Schwattgelben zeigten sich jedoch keineswes geschockt und unterstrichen in der Schlussphase ihren Ruf als „Mentalitätsmonster“ eindrucksvoll. Erneut nur vier Minuten nach dem Mainzer Ausgleich verhinderte Elkin Soto mit einem Handspiel den zweiten Aubameyang-Treffer des Tages und wurde vom starken Schiedsrichter Aytekin folgerichtig des Feldes verwiesen. Lewandowski verwandelte den fälligen Strafstoß eiskalt zur Dortmunder Führung. Als dann Geis einen Freistoß der Gastgeber in der 83.Minute knapp an Weidenfellers Tor vorbeischoß, machte sich bei den 05ern sowohl Resignation als auch Kräfteverschleiß bemerkbar. Schließlich sorgte ein erneuter Lewandowski-Elfmeter (Karius an Durm) in der Nachspielzeit für den glücklichen, aber insgesamt nicht unverdienten 3:1-Sieg des BVB.

ANALYSE / MEINUNG /FAZIT

Überragender Sokratis (hier gegen Karius) (Foto:kicker)

Die Aufstellung und taktische Ausrichtung des BVB überraschte durchaus. Mit Piszczeks Startelf-Debut konnte man vor dem Anpfiff ebenso wenig rechnen wie mit der taktischen Marschroute, die Jürgen Klopp seiner Elf verordnet hatte. Seine Maßnahme, dem ein oder anderen Akteur eine Verschnaufpause zu gönnen, war durchaus verständlich und nachvollziehbar. Die Auswahl des Personals eher weniger. Da mit dem verletzten Hummels ohnehin ein wichtiger Aufbauspieler schmerzlich vermisst wird, entstand durch die gleichzeitige Herausnahme von Mkhitaryan und Sahin aus der Startelf ein großes Vakuum in der Dortmunder Kreativ-Zentrale. So kam Borussia in der ersten halben Stunde überhaupt nicht ins Spiel. Klopp korrigierte diesen mißglückten „Matchplan“ dann glücklicherweise mit der Hereinnahme von Sahin für den ohnehin angeschlagenen Bender.

Im Defensivverbund des BVB merkte man Lukasz Piszczek dessen lange Pause deutlich an. Der polnische Nationalspieler wirkte sowohl mit als auch ohne Ball noch sehr unsicher. Auch sein unnötiges Foulspiel an Malli, das zum Elfmeter für Mainz führte, kann man getrost der noch fehlenden Spielpraxis des rechten Außenverteidigers zuschreiben. Dennoch war sein Einsatz absolut richtig, denn nur durch Spiele kann „Pischu“ zu alter Klasse zurückfinden. Weiterer Unsicherheitsfaktor war erneut Manuel Friedrich. Der Neuzugang konnte sich gegenüber dem Bayern-Spiel zwar leicht steigern. Doch auch diesmal unterliefen dem Ex-Nationalspieler viele teils eklatante Abspiel- und Stellungsfehler.

Neben dem gewohnt starken Roman Weidenfeller war es vor allem dem überragenden Sokratis zu verdanken, daß es nicht schon früher im Dortmunder Kasten einschlug. Der griechische Nationalspieler bügelte ein ums andere Mal Fehler seiner Nebenleute aus und schaltete sich zwischendurch sogar noch wirkungsvoll ins Offensivspiel seiner Mannschaft ein. „Papa“ ist mit Leistungen wie dieser auf dem besten Weg zu einer echten Führungspersönlichkeit im schwattgelben Mannschaftsgefüge.

Zweikampf Piszczek / Okazaki (Foto:kicker)

Erstaunlich auch, wie selbstverständlich und schnell Kevin Großkreutz sich in seine neue taktische Aufgabe fand. Dortmunds Allzweckwaffe wies einmal mehr nach, warum er zurecht als solche bezeichnet wird. Zwar fehlte seinen Offensivaktionen meistens die nötige Durchschlagskraft, doch sein Kerngeschäft als Staubsauger im halblinken defensiven Mittelfeld erledigte der Dortmunder Jung absolut überzeugend. Im Gegensatz zu Blaszczykowski, dessen Probleme im neuen taktischen Konzept sich deutlich offenbarten. An „Kuba“ lief die Partie mehr oder weniger vorbei.

Die oben geübte sachliche Kritik muß trotz aller personeller Probleme erlaubt sein. Abschließend aber dennoch ein Kompliment an alle eingesetzten Akteure: kämpferisch überzeugte die komplette Mannschaft und trotzte durch eine insgesamt geschlossene Mannschaftsleistung den sich stets neu offenbarenden und entstehenden Schwierigkeiten.

Noch ein Wort zum zweiten Dortmunder Elfmeter. Als sich Mkhitaryan den Ball zur Ausführung des Strafstoßes schnappte, bekam der Armenier von Jürgen Klopp umgehend die unmissverständliche Anordnung, Lewandowski schießen zu lassen. Der Mimik und Gestik Mkhitaryans war eine gewisse Enttäuschung zu entnehmen. Jürgen Klopp stellte nach dem Spiel jedoch klar, daß er einfach nur wollte, „daß das Ding reingeht“. „Ich habe das mit Miki bereits besprochen. Alles ist gut“, so der BVB-Coach weiter.

AUSBLICK

Kollektiver Jubel über den 3:1-Sieg! (Foto:kicker)

Der BVB hält mit dem wichtigen Sieg in Mainz Anschluß an den Tabellen-Zweiten Bayer Leverkusen und kann am kommenden Samstag mit einem Heimsieg im direkten Aufeinandertreffen an den Rheinländern vorbeiziehen. Noch wichtiger war der „Dreier“ jedoch angesichts der immer näher rückenden Verfolger aus Mönchengladbach.

Wie sich die personelle Situation bis zum DFB-Pokalspiel in Saarbrücken am kommenden Dienstag entwickelt, muß man abwarten. Wenn nicht alles täuscht, werden im Ludwigspark jedoch neben den ohnehin vier Langzeitverletzten auch einige andere Akteure nicht einsatzbereit sein. Sowohl Bender als auch Sahin, Reus und „Kuba“ klagten während und nach dem Spiel in Mainz über muskuläre Probleme.

Wie immer Jürgen Klopp die neuen zu erwartenden Ausfälle auch zu kompensieren gedenkt – mit der richtigen Einstellung zu Spiel und Gegner kann der Sieger am Dienstagabend eigentlich nur Borussia Dortmund heißen. Das Spiel gegen den Drittligisten wird eindeutig „im Kopf“ entschieden. Der BVB wird den Traditionsklub und ehemaligen Bundesligisten nicht unterschätzen – allein schon aufgrund der mehr als angespannten Personalsituation.

Abschließend gilt wie immer – egal ob Sieg oder Niederlage – ohnehin ausschliesslich das Eine:

NUR  DER  BVB  !!

DIE STATISTIK

1. FSV Mainz 05: Karius – Pospech, Bell, Noveski, Park – Geis, Soto – Polter, Zimling, Müller – Okazaki

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Friedrich, Durm – Blaszczykowski, Bender, Großkreutz – Aubameyang, Lewandowski, Reus

Einwechselungen: 46. Choupo-Moting für Müller, 63. Malli für Zimling, 89. Saller für Polter – 32. Sahin für Bender, 46. Kehl und Mkhitaryan für Reus und Blaszczykowski

Tore: 0:1 Aubameyang (70., dir. Freistoß), 1:1 Choupo-Moting (74., Foulelfmeter, Piszczek an Malli), 1:2 Lewandowski (78., Handelfmeter, Soto), 1:3 Lewandowski (90.+4, Foulelfmeter, Karius an Durm)

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)

Rote Karte: Soto (77., Handspiel)

Gelbe Karte: Bell

Zuschauer: 34.000 (ausverkauft)

DIE STIMMEN ZUM SPIEL

Freunde seit über 20 Jahren: Klopp und Heidel (Foto:kicker)

Jürgen Klopp: Ich bin total glücklich über das Ergebnis und mit der Spielentwicklung aus total veränderten Situationen heraus. Das war eine ganz große kämpferische Leistung. Mehr habe ich nicht erwartet, mehr hätte der gut organisierte Gegner auch nicht zugelassen, weil er bissig und griffig war. Das hat richtig Qualität, was uns hier entgegengetreten ist. Dass es hier eng werden und der Gegner Möglichkeiten bekommen würde, das Spiel zu entscheiden, ist der Klasse von Mainz 05 geschuldet und war zu erwarten. An einem Sahnetag kann jeder, an einem schwierigen Tag  muss man das es erst einmal hinkriegen. Es war ein enges Spiel, das wir für uns entschieden haben. Wir haben zur Pause unser Wechselkontingent komplett erschöpft – das ist in dieser Saisonphase kein gutes Zeichen. Wir gewinnen mit einem Außenverteidiger, der sechs Monate lang nicht gespielt hat, und mit einem Innenverteidiger, der fast acht Monate komplett raus war. Ein Riesenkompliment an beide. Wir fahren glücklich nach Hause.

Lukasz Piszczek: „Ich glaube, man hat gesehen, dass es bei mir noch nicht ganz für komplette 90 Minuten reicht. Trotzdem bin ich natürlich zufrieden mit dem Sieg; die drei Punkte sind sehr wichtig. Es war ein Erfolg des Willens, denn Mainz hat ohne Ende gekämpft.

Pierre-Emerick Aubameyang: „Ich lege fast jeden Tag nach dem Training noch eine Extraschicht ein und übe zusammen mit Marco Reus Freistöße. Im Pokalspiel in München habe ich das erste Mal die Möglichkeit bekommen, einen Freistoß zu schießen, damals ging er noch an die Latte. Heute hat er dann perfekt gepasst, darüber freue ich mich natürlich riesig.“

Sven Bender: „Ich hatte muskuläre Probleme und bin deshalb ausgewechselt worden. Ich hatte kein gutes Gefühl während des Spiels. Wenn ich weitergespielt hätte, dann hätte es wohl irgendwann „peng“ gemacht und es wäre etwas Schlimmes passiert. Von daher war es sicherer für mich, das Spiel zu beenden.“

Zweikampf zwischen „Kuba“ und Elkin Soto (Foto:kicker)

Henrikh Mkhitaryan: „Das war ein sehr schwieriges Spiel, weil die Mainzer richtig gut gespielt und uns das Leben sehr schwer gemacht haben. Sie haben sehr kompakt gestanden und uns teilweise heftig unter Druck gesetzt. Das Wichtigste war, dass wir in der zweiten Halbzeit unser Spiel umgestellt haben. So konnten wir gewinnen, darüber sind wir sehr glücklich.“

Sebastian Kehl: „Die Mainzer haben es uns sehr, sehr schwer gemacht. Sie waren sehr aggressiv, haben gut verteidigt und ein sehr hohes Laufpensum abgespult. Dadurch haben sie uns alles abverlangt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber insgesamt besser und engagierter agiert, von daher haben wir am Ende wohl auch verdient gewonnen.“

Robert Lewandowski: „Es war kein einfaches Match. Wir haben auch nicht optimal gespielt. Am Ende zählen aber die drei Punkte. Nach so einem Spiel freut man sich darüber umso mehr.“

Manuel Friedrich: „Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Mein Timing und meine Antizipationsfähigkeiten sind schon fast wieder auf dem alten Level. Natürlich haben wir heute nach dem Spiel einiges zu analysieren, aber am Ende zählen hier die drei Punkte.“

MEINE BVB-NOTEN

Weidenfeller (2), Piszczek (4,5), Friedrich (4,5), Sokratis (1,5), Durm (3), Blaszczykowski (4), Bender (3,5), Großkreutz (3), Aubameyang (3), Reus (3,5), Lewandowski (2,5), Sahin (3,5), Mkhitaryan (3,5), Kehl (3,5).

Täglich aktuelle BVB-News auf meiner Facebook-Seite! Einfach mal vorbeischauen!