Vor 50 Jahren – Borussias magische Nacht!

04.12.1963: BVB zerlegt Weltpokalsieger Benfica Lissabon – Legendäre Nacht in der „Roten Erde“

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geschrieben von Markus Flügel

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Heute vor genau 50 Jahren, am 04. Dezember 1963, erlebten 42.000 Zuschauer in der ausverkauften Kampfbahn „Rote Erde“ eine magische Fußball-Nacht. Im Rückspiel des Achtelfinals im Europapokal der Landesmeister empfing der Deutsche Meister Borussia Dortmund den portugiesischen Titelträger Benfica Lissabon. Die Elf um den dunkelhäutigen Superstar Eusebio galt seinerzeit als beste Mannschaft der Welt und hatte das Hinspiel gegen unsere Schwattgelben knapp mit 2:1 gewonnen. Das Rückspiel in Dortmund ging in die Fußball-Geschichte ein…


Mit einem 4:2 und 3:1 gegen den norwegischen Vertreter Lyn Oslo hatte sich der BVB für das Achtelfinale im Landesmeister-Cup qualifiziert. Und als die Auslosung der Borussia ausgerechnet Benfica Lissabon bescherte, schlug man in Fußball-Deutschland vor Entsetzen die Hände vors Gesicht. Die Portugiesen, seinerzeit als beste Vereinsmannschaft der Welt geltend und amtierender Weltpokalsieger, würden für Dortmund die Endstation bedeuten. Daran zweifelte so gut wie niemand.

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Doch bereits im Hinspiel in der portugiesischen Landeshauptstadt schlug sich der Deutsche Meister besser als erwartet. Nur mit sehr viel Mühe behielt Benfica die Oberhand. Reinhold Wosab gelang der damals als eminent wichtig eingeschätzte Auswärtstreffer für den BVB und mit Hans Tilkowski hatte Dortmund an diesem Abend den besten Spieler auf dem Platz in seinen Reihen. Mit viel Glück, so ist es überliefert, traute man den Westfalen anschließend einen knappen und hauchdünnen Sieg im Rückspiel und somit im günstigsten Fall das Erreichen des Viertelfinals zu. Aber nur, auch das ist überliefert, wenn der „Til“ (Hans Tilkowski) nochmal einen solchen Weltklasse-Tag erwischen würde.

Am 4. Dezember 1963 war es dann soweit. 42.000 Zuschauer drängten sich in die restlos ausverkaufte Kampfbahn „Rote Erde“. Und sie erlebten ein Fußballspiel, das bis heute als eines der besten und spektakulärsten gilt, das je eine Mannschaft für Borussia Dortmund bestritten hat. Mit sage und schreibe 5:0 fegte der BVB die als haushohe Favoriten gehandelten Portugiesen aus dem Stadion. Borussia spielte sich in einen regelrechten Rausch und zerlegte Benfica in seine Einzelteile. Der Wucht und Eleganz des Dortmunder Angriffswirbels hatten die Mannen um die Weltstars Eusebio und Coluna nichts entgegenzusetzen. Überragender Borusse an diesem bis heute unvergessenen Abend war Franz Brungs. Der Dortmunder Mittelstürmer erzielte drei Tore und hatte seitdem den Spitznamen „Goldköpfchen“ weg. Friedhelm „Timo“ Konietzka und Reinhold Wosab erzielten die beiden restlichen Treffer für den BVB. Und in Anspielung auf Tilkowskis Torwartkünste hätte man an diesem Abend gar keinen Keeper – schon gar keinen überragenden – gebraucht, so überlegen zeigte sich Dortmund dem amtierenden Weltpokalsieger.

Die nationale und internationale Presse feierte tags darauf den BVB fast enthusiastisch. Spätestens seit diesem denkwürdigen Abend in der „Roten Erde“ hatten sich die Schwattgelben aus dem Ruhrgebiet auch international einen Namen gemacht. Zwar war für die Borussen im Halbfinale gegen Inter Mailand Endstation (im Viertelfinale eliminierte man den tschechischen Vertreter Dukla Prag), doch der BVB war in aller Munde. Zwei Jahre später krönte Borussia Dortmund die „goldenen 60er“ mit dem 2:1-Sieg im Europacup-Finale von Glasgow gegen den FC Liverpool. Doch das ist eine andere Geschichte…

Borussia Dortmund:

Tilkowski, W.Burgsmüller, Redder, D.Kurrat, Geisler, Sturm, Wosab, A.Schmidt, Brungs, Konietzka, Emmerich.

Trainer: Eppenhoff

Darum gilt bis heute und für immer:   NUR  DER  BVB !!!

Giganten-Special(1) – Die großen Duelle BVB – FC Bayern

geschrieben von Markus Flügel

In wenigen Tagen kommt es in der Fußball-Bundesliga zum Duell der Giganten. Die Neuauflage des Champions League-Finales zwischen Borussia Dortmund und Bayern München zieht Millionen Fußball-Fans weltweit in ihren Bann. Das Spiel wird in über 200 Länder übertragen. In der Vergangenheit gab es unzählige große Spiele zwischen beiden Teams. Markus BVB-Blog blickt auf eingie historische und unvergessene Duelle zwischen beiden Teams zurück.


Lothar Emmerich

Saison 1965/66

Am 16.Oktober 1965 kommt es im Stadion an der Grünwalder Straße in München zum ersten Bundesliga-Duell zwischen beiden Vereinen. Der BVB besiegt den Aufsteiger Bayern München mit 2:0. Die Tore vor 44.000 Zuschauern erzielt Reinhold Wosab per Doppelschlag. Das Rückspiel in Dortmund entscheidet der BVB nach Toren der „terrible twins“ Emmerich (2) und Held mit 3:0 für sich.

Saison 1967/68

40.000 Zuschauer in der Kampfbahn „Rote Erde“ erleben am 4.Spieltag einen 6:3-Sieg der Schwattgelben gegen die mittlerweile in der Bundesliga renommierten Münchner. Lothar Emmerich erzielt dabei drei Treffer. Reinhold Wosab, Rudi Assauer und Stan Libuda machen den Sechser-Pack komplett.

Saison 1971/72

Eine schwarze Stunde in der Dortmunder Vereinsgeschichte ereignet sich am 27.11.1971. Der BVB unterliegt beim FC Bayern mit sage und schreibe 1:11. Am Ende der Saison steigt Borussia sang- und klanglos aus der Bundesliga ab. Das letzte Bundesliga-Heimspiel in der Kampfbahn „Rote Erde“ findet am 33.Spieltag ebenfalls gegen Bayern München statt. Dortmund unterliegt mit 0:1 und verabschiedet sich für vier Jahre aus dem Fußball-Oberhaus.

Erwin Kostedde

Saison 1976/77

Im Westfalenstadion trifft Aufsteiger Borussia Dortmund am 8.Spieltag auf den dreimaligen Europacup-Sieger Bayern München. Die mit Weltstars wie Beckenbauer, Müller, K.-H.Rummenigge und Maier gespickte Bayern-Elf erreicht mit Mühe und Not ein schmeichelhaftes Remis bei den wie entfesselt auftretenden Dortmundern. Vor 54.000 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion beeindruckt der von Otto Rehhagel glänzend eingestellte Aufsteiger mit für damalige Verhältnisse begeisterndem Tempo- und Offensivfußball. Erwin Kostedde, Hans-Werner Hartl und Wolfgang Vöge schießen die Tore für den BVB.

Im Rückspiel kommt es für die Bayern noch heftiger. Der BVB siegt im Münchner Olympiastadion mit 2:1. Die Tore erzielen Lothar Huber und erneut Erwin Kostedde.

Saison 1982/83

Ein unvergessliches Spiel bietet sich den 54.000 Zuschauern am 21.Mai 1983. Am 32. Spieltag der Saison 82/83 liefern sich Borussia und die Bayern einen offenen Schlagabtausch allererster Güte. Marcel Raducanu mit zwei Zaubertoren sowie Manni Burgsmüller und Erdal Keser erzielen die Dortmunder Treffer beim 4:4. Am Saisonende verpaßt Borussia mit dem siebten Platz nur knapp die Teilnahme am UEFA-Cup.

DFB-Supercup 1989

Am Betzenberg in Kaiserslautern begegnen sich Meister Bayern München und Pokalsieger Borussia Dortmund. Der BVB, noch euphorisiert vom Berliner Pokaltriumph gegen Werder Bremen, bietet den favorisierten Bayern mehr als Paroli. Horst Köppels neu formierte Mannschaft gewinnt ein denkwürdiges und packendes Spiel mit 4:3. Das neue Sturmduo Wegmann/Driller stürzt die mit vier späteren Weltmeistern besetzte Bayern-Defensive von einer Verlegenheit in die andere. Zweimal gehen die Bayern in Führung – doch Günter Breitzke gleicht zweimal aus. „Kobra“ Wegmann und ein gewisser Andy Möller schießen den BVB anschließend zum vielumjubelten ersten Supercup-Gewinn der Schwattgelben.

Stephane Chapuisat

Champions League 1997/98

Im Viertelfinale der Champions League kommt es zum deutsch-deutschen Duell zwischen Titelverteidiger Borussia Dortmund und den Bayern. Der BVB setzt sich nach einem 0:0 in München schließlich mit einem 1:0-Heimsieg durch und zieht erneut ins Halbfinale der Königsklasse ein. Stephane Chapuisat zerstört mit seinem goldenen Tor alle Ambitionen der Münchner auf eine Rückkehr auf Europas Fußball-Thron. Der BVB trifft schließlich im Halbfinale auf Real Madrid und scheidet gegen den späteren Titelträger aus.

DFB-Pokal-Finale 2008

Im einem der letzten Spiele unter der Regie von Thomas Doll unterliegt Außenseiter Borussia Dortmund den haushoch favorisierten Bayern im Berliner Olympiastadion denkbar knapp mit 1:2, bietet den Süddeutschen aber einen großen Kampf. Der BVB ist über die gesamte Spielzeit ein gleichwertiger Gegner und hat die Münchner am Rand einer Niederlage. Mladen Petric gleicht in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit die Bayern-Führung durch Luca Toni aus und zwingt die Münchner in die Verlängerung. Dort gelingt dem Italiener dann aber das entscheidende Tor zum letztlich glücklichen Pokalsieg der Bayern. Später wird Hans-Joachim Watzke dieses verlorene Finale als „erstes Lebenszeichen des BVB nach der Fast-Pleite“ bezeichnen. Nach der Saison trennt sich Borussia von Thomas Doll und verpflichtet Jürgen Klopp als neuen Trainer.

Bayern-Schreck: Lucas Barrios

Saison 2010/2011

Wie ein ICE rast Borussia Dortmund durch diese Bundesliga-Saison. Dem von hohem Tempo und großer Spielfreude bestimmtem Spielstil des BVB muß sich auch Bayern München zweimal beugen. Im Westfalenstadion unterliegt die Startruppe von Louis van Gaal nach Toren von Sahin und Barrios mit 0:2, in München triumphiert der BVB mit 3:1. Mats Hummels und erneut Sahin und Barrios versenken den „Stern des Südens“ in dessen eigener Arena. Was niemand vor der Saison auch nur in Ansätzen erwartet hatte, wird schließlich wahr. Der BVB entzaubert den Top-Favoriten aus dem Süden und wird völlig überraschend Deutscher Meister.

Saison 2011/2012

Mit den beiden 1:0-Siegen in der Bundesliga legt Borussia den Grundstein zur Titelverteidigung und zur achten Deutschen Meisterschaft. In München besorgt Mario Götze den Siegtreffer für den BVB, in Dortmund besiegelt Robert Lewandowski mit seinem goldenen Tor das erneute Scheitern der Bayern. Beide Spiele sind hart umkämpft, das Rückspiel in Dortmund jedoch ist ein wahrer Krimi. Als Roman Weidenfeller den von Arjen Robben geschossenen Elfmeter pariert, ist der Weg frei für den vierten Bundesliga-Sieg der Borussia gegen die Münchner in Folge. Noch ahnt aber niemand, was sich nur wenige Wochen später im Berliner Olympiastadion abspielen sollte….

Im Pokalfinale kommt es nämlich zum dritten Aufeinander-Treffen der beiden Schwergewichte des deutschen Fußballs. Und Borussia gelingt im Berliner Olympiastadion das schier Unglaubliche. Mit 5:2 zerlegen die Westfalen das Star-Ensemble von Jupp Heynckes und holen erstmals in der Vereinsgeschichte das „Double“ an den heimischen Borsigplatz. Als Philipp Lahm nach Spielschluß in die Schreibblöcke der Journalisten diktiert, daß die bessere Mannschaft verloren habe, hat er diese Meinung nicht nur exklusiv – ganz Deutschland schüttelt ob dieser überheblichen Sichtweise des Nationalspielers nur noch den Kopf. Robert Lewandowski erzielt im Berliner Finale drei Treffer, Shinji Kagawa und Mats Hummels treffen je einmal.

Champions League Finale 2013

Nachdem sich der direkte Vergleich zwischen dem BVB und Bayern München in den letzten Jahren peus a peus zum nationalen Gipfeltreffen entwickelt hatte, treffen nun beide Teams im Londoner Wembley-Stadion im Kampf um Europas Fußball-Krone aufeinander. Aufgrund der überzeugenden Bundesliga-Saison des FC Bayern gingen die Münchner leicht favorisiert ins Finale der Königsklasse. Doch das deutsche Finale entwickelt sich zu einem Duell auf absoluter Augenhöhe. Zwar ist der 2:1-Sieg der Bayern letztendlich nicht unverdient, doch bietet Borussia dem großen Rivalen eine echte Schlacht und vergißt, die bärenstarke erste Halbzeit mit dem Führungstor zu veredeln. Bayerns 1:0 durch Mandzukic egalisiert Gündogan per Foulelfmeter. Robbens Tor kurz vor Schluß besiegelt jedoch die Niederlage der Schwattgelben. Für Gesprächsstoff sorgen anschließend zwei Spielsituationen, in denen dem BVB zwei klare Elfmeter verweigert wurden. Trotz der Niederlage meldet sich Borussia Dortmund nur wenige Jahre nach der Fast-Pleite zurück in der absoluten Spitze des europäischen Vereinsfußballs.

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BVB-History: Bundesliga 1963/64 – Konietzkas historisches Tor!

Die 50. Bundesliga-Saison ist beendet. Grund genug und der richtige Zeitpunkt, einen schwattgelben Blick zurück auf die einzelnen Spielzeiten von 1963 bis heute zu  werfen. Das werde ich in meinem Blog von heute an in unregelmäßigen Abständen tun. Für die jüngeren Leser vielleicht genau das Richtige, um zu erfahren, wie sich der BVB zu dem entwickelt hat, was er heute ist. Für die älteren Leser ein willkommenes Wiederauffrischen der Erinnerungen an schwattgelbe  Triumphe und Tragödien, an Siege und Niederlagen, an große Titel ebenso wie an den Bundesliga-Abstieg 1972. Viel Spaß beim Schmökern! Laßt uns die schwattgelben Helden vergangener Jahre huldigen!

In die Auftakt-Saison der neugegründeten Bundesliga ging Borussia Dortmund als Deutscher Meister und Titelverteidiger – und galt somit als Favorit auf den ersten Bundesliga-Titel. Der Meistertitel konnte zwar nicht verteidigt werden – dennoch schrieb der BVB Bundesliga-Geschichte.

Mit Friedhelm „Timo“ Konietzka nämlich stellten die Schwattgelben den ersten Bundesliga-Torschützen überhaupt. Ein Jammer, daß ausgerechnet dieses Tor nicht auf Zelluloid gebannt werden konnte. Es gibt keine Fotos und auch keine bewegten Original-Aufnahmen dieses historischen Tores, daß der Dortmunder Stürmer in der ersten Spielminute zur 1:0-Führung des BVB beim SV Werder Bremen am 24.August 1963 erzielte. Am Ende unterlag Borussia den Grün-Weißen von der Weser mit 2:3.

http://www.kicker.de/news/bl50/video/1231241/video_das-erste-tor_konietzkas-historischer-moment-in-3d.html

Am Ende wurde Konietzka mit 20 Treffern Zweitplatzierter der ersten Bundesliga-Torjägerliste. Nur der große Uwe Seeler vom Hamburger SV traf mit 30 Toren öfter als der Dortmunder. „Uns Uwe“ wurde darüberhinaus auch Deutschlands „Fußballer des Jahres“. Konietzkas kongenialer Sturmpartner beim BVB, Lothar Emmerich, kam auf 16 Tore und belegte damit Rang sechs der Torjägerliste.

Friedhelm „Timo“ Konietzka (rechts)

Saison-Highlights aus Dortmunder Sicht waren sicherlich die Heimspiele gegen den 1.FC Kaisersalutern und den VfB Stuttgart. Die Pfälzer wurden mit sage und schreibe 9:3 (3 x Aki Schmidt) aus der Kampfbahn „Rote Erde“ geschossen, die Schwaben mußten sich mit 7:1 geschlagen geben.

Die ersten beiden Revierderbys der Bundesliga-Historie sahen jeweils die Heimmannschaften als Sieger. In Dortmund besiegte der BVB die Schalker Knappen mit 3:0, in Gelsenkirchen gab es eine 1:3-Schlappe.

Dem ersten  Dortmunder Bundesliga-Kader gehörten mit Heinz Kwiatkowski, Willi Burgsmüller und Helmut Bracht  noch drei Spieler an, die mit dem BVB 1956 und 1957 in den Endspielen gegen den HSV und den Karlsruher SC die ersten beiden Meisterschaften der Vereinsgeschichte errangen. Alfred „Aki“ Schmidt zählte damals zwar zum Kader, wurde aber in den Finalspielen nicht eingesetzt.

Borussia Dortmund bestach in dieser Premieren-Saison der Bundesliga durch herrlichen Offensiv-Fußball. Spektakuläre Siege wechselten jedoch mit deprimierend herben Niederlagen bei 1860 München und beim 1.FC Nürnberg. Dem begeisternden offensiven Spiel mußte die Abwehr der Schwattgelben Tribut zollen. 73 erzielten Toren standen 57 Gegentreffer gegenüber. Überragende Dortmunder waren Aki Schmidt und die drei Stürmer Brungs, Emmerich und Konietzka.

BVB-Coach Hermann Eppenhoff

Im Endklassement der ersten Bundesliga-Saison belegten die Schwattgelben mit ihrem Trainer Hermann Eppenhoff den vierten Platz. Meister wurde jener 1.FC Köln, der den Borussen noch ein Jahr zuvor im letzten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft mit 1:3 unterlag. Vizemeister wurde der Meidericher SV, der Vorgängerklub des soeben vom Lizenzentzug der DFL betroffenen MSV Duisburg. Erste Absteiger waren Preußen Münster und der 1.FC Saarbrücken.

Borussia Dortmunds Kader in der Saison 1963/64 (in Klammern Einsätze/Tore)

Kwiatkowski (3/0), Tilkowski (21/0), Wessel (6/0)

W.Burgsmüller (19/0), Cyliax (11/3), Geisler (27/0), Paul (13/0), Pfeiffer (1/0), Redder (26/2)

Bracht (11/0), D.Kurrat (24/0), A.Schmidt (26/5), Sturm (29/4)

Brungs (25/9), Emmerich (29/16), Konietzka (25/20), H.J.Kurrat (1/1),   Rylewicz (11/5), Wosab (22/6)

Meinungen zum aktuellen BVB-Geschehen auch unter:

http://www.reviersport.de/meinungen/markus-bvb-blog.html

BVB-History: Vor 50 Jahren wurde Borussia Deutscher Meister

Heute vor 50 Jahren, am 29.06.1963, wurde Borussia Dortmund zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte Deutscher Fußball-Meister. Im Endspiel um den deutschen Fußball-Thron bezwangen die Schwattgelben den 1.FC Köln im Stuttgarter Neckarstadion vor 75.000 Zuschauern mit 3:1.

Dieser dritte Meistertitel war gleichzeitig ein historischer! Denn der BVB wurde damit als letzter Verein Deutscher Meister durch ein echtes Finale. Mit Beginn der Saison 1963/64 startete die im Goldsaal der Westfalenhalle durch den DFB neugegründete Bundesliga.

Der alte Modus, in dem seit 1947 die deutsche Fußball-Landschaft in regionale Oberligen unterteilt war, deren Sieger die Deutsche Meisterschaft in einer Endrunde und einem abschließenden Finale ermittelten, war somit Geschichte.

BVB-Elf vorm Finale 1963

Auf dem Weg in dieses letzte Finalspiel traf Borussia Dortmund als Vize-Meister der Oberliga West in einer der beiden Endrunden-Gruppen auf 1860 München, den Hamburger SV und Borussia Neunkirchen.

Doch der Endrunden-Start stand unter keinem guten Stern. Denn die Schwattgelben unterlagen in ihrem Auftaktspiel bei den von Max Merkel trainierten Münchner Löwen mit 2:3. Nach dem frühen Rückstand schossen Wosab und Konietzka den BVB mit 2:1 in Führung. Doch zwei späte Gegentore besiegelten Borussias überraschende Niederlage. Enttäuschend auch das erste Endrunden-Heimspiel. Im Stadion „Rote Erde“ kam der BVB vor 31.000 Zuschauern nicht über ein torloses Remis gegen Borussia Neunkirchen hinaus.

Es folgten jedoch vier Siege am Stück, die Borussia schließlich ins Finale katapultierten. Vor 39.000 Zuschauern wurde der Hamburger SV zuhause mit 3:2 besiegt (Tore: A.Schmidt, Schütz, Kelbassa). In Hamburg erzielte Schütz das Tor des Tages zum 1:0-Sieg des BVB. Zweimal Konietzka und je einmal Schütz, Cyliax und A.Schmidt sorgten für einen überragenden 5:2-Erfolg in Neunkirchen. Im letzten Gruppenspiel wurde 1860 München vor 43.000 begeisterten Zuschauern mit 4:0 aus der „Roten Erde“ geschossen. Schütz und Konietzka waren je zweimal erfolgreich.

Der Weg nach Stuttgart ins Finale war somit geebnet. Und dort traf Borussia als Außenseiter ausgerechnet auf den alten West-Rivalen und Meister der Oberliga West, den 1.FC Köln. Die Rheinländer galten schon vor Saisonbeginn als der absolute Top-Favorit auf die Meisterschaft und hatten sich in ihrer Endrunden-Gruppe klar durchgesetzt. Köln war zu jener Zeit der am besten gemanagte und am professionellsten geführte Verein Deutschlands.

Gedenkmünzen an die 63er Meisterschaft

Mit Willi Burgsmüller und Helmut Bracht standen zwei Spieler in der Final-Elf des BVB, die bereits 1956 und 1957 zu den siegreichen Endspiel-Teams der Schwattgelben gehörten. Burgsmüller führte seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Bei den Geißböcken vom Rhein wirkte mit Hans Schäfer einer der 54er „Helden von Bern“ mit.

BVB-Coach Hermann Eppenhoff verordnete seiner Mannschaft eine auf einer kompakten Deckung basierende Spielweise. Köln den Schneid abkaufen und selbst immer wieder Nadelstiche setzen – so lautete die Devise des Dortmunder Erfolgstrainers. Und seine Taktik ging glänzend auf. Anfangs bewahrte der überragende Keeper Wessel den BVB zwar vor einem frühen Rückstand. Doch mit dem ersten gefährlichen Angriff gelang „Hoppy“ Kurrat, eigentlich für die Bewachung des Kölners Schäfer zuständig, in der 9.Minute die Führung für Borussia. Der FC brauchte einige Zeit um diesen Rückstand zu verdauen und übernahm im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zwar die Initiative, konnte unsere Schwattgelben jedoch nicht wirklich ernsthaft gefährden.

Kapitän Burgsmüller mit der Schale

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erwartete Eppenhoff die Kölner „mit Schaum vorm Mund“. Und tatsächlich bedrängten die Rheinländer entsprechend wütend und druckvoll das Dortmunder Tor, fanden jedoch wie schon zu Beginn des Spiels in BVB-Keeper Wessel ihren Meister. Und wieder bestrafte Borussia die mangelhafte Chancenverwertung der Kölner gnadenlos. Innerhalb von acht Minuten erhöhte der BVB durch Wosab und A.Schmidt auf 3:0. Das Finale war nach 65 Minuten quasi entschieden. Borussias Kapitän Burgsmüller spielte trotz einer klaffenden Platzwunde am Kopf mit Verband bis zum Ende durch, was ihm später den Beinamne „Turban“ einbrachte. Zwar konnte Schnellinger für Köln noch den Anschlußtreffer erzielen, doch die Überraschung war perfekt!

Borussia Dortmund war Deutscher Meister 1963 und damit der letzte in einem Endspiel ermittelte Meister der deutschen Fußballgeschichte. Zum dritten Mal nach 1957 und 1956 ging die „Schale“ an den Borsigplatz!

Borussia: Wessel, Burgsmüller, Geisler, Bracht, Paul, Kurrat, Wosab, A. Schmidt, Schütz, Konietzka, Cyliax.

Köln: Ewert, Pott, Schnellinger, Benthaus, Wilden, Sturm, Thielen, Schäfer, Regh, Ripkens, Hornig.

Zuschauer: 75.000 (in Stuttgart)

Tore: 1:0 Kurrat (9.), 2:0 Wosab (57.), 3:0 A.Schmidt (65.), 3:1 Schnellinger (73.)

Mehr zum aktuellen BVB-Geschehen auch in meinem reviersport-Blog

http://www.reviersport.de/meinungen/markus-bvb-blog.html